Donnerstag, 5. Juni 2014

US-Medien warnen vor Verzicht auf Weltraumkooperation mit Russland

Thema: Sanktionen gegen Russland

RIA Novosti schreibt:

MOSKAU, 01. Juni (RIA Novosti). Die Ukraine-Krise und die vom Westen verhängten Sanktionen gegen Russland zerstören laut US-Medien die langjährige Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington im Weltraumbereich, die sogar während des Kalten Krieges betrieben worden sei.

Es wird befürchtet, dass China an Stelle der USA treten könnte, falls Washington seine Kooperation mit Moskau in der Weltraumbranche einstellen sollte.


US-Medien warnen vor Verzicht auf Wetlraumkooperation mit Russland © RIA Novosti. Konstantin Chalabov
Die Zusammenarbeit mit Privatunternehmen sei für die Weltraumbranche der USA nützlich, könne aber die Kooperation mit Russland nicht ersetzen und ein Verzicht auf diese Kooperation könnte sich auf die Position Washingtons im Weltraumbereich ernsthaft auswirken, wird unterstrichen.
Das US-Unternehmen SpaceX hat am Donnerstag, nach dem erfolgreichen Andocken des russischen bemannten Raumschiffes Sojus TMA-13M an der ISS, eine neue bemannte Raumkapsel, Dragon V2, in Kalifornien präsentiert. SpaceX macht kein Hehl daraus, dass es nicht nur mit der russischen Sojus-TMA- konkurrieren, sondern sie in Zukunft auch verdrängen will. Der im Jahr 2017 vorgesehene Start einer Dragon V2 könnte nach Meinung der US-Medien ein Ende der Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA, jedenfalls in einem Bereich der Weltraumkooperation, bedeuten.

Laut US-Medien sollten die USA nicht glauben, dass sie die führende Position im Technologiebereich ewig behalten werden, nur weil die Nasa die Zusammenarbeit mit privaten Korporationen entwickelt. „SpaceX und andere Unternehmen werden wissenschaftliche Weltraumstarts durchführen, die keinen offensichtlichen Nutzen bringen und dabei nicht von ihnen gefördert bzw. bedient werden. Denn solche Aufgaben erfordern eine Unterstützung durch nationale Weltraumagenturen und - angesichts der immer knapper werdenden Finanzierung - auch durch internationale Partner.“

Die Medien verweisen darauf, dass Russland seine Teilnahme an dem ISS-Programm im Jahr 2020 beenden soll, während die US-Raumfahrtbehörde NASA die Internationale Raumstation um vier Jahre länger, bis 2024 nutzen will.

Da Russland seine Pläne zur Entwicklung der Weltraumbranche ständig erweitere und immer mehr Finanzmittel für sein Raumfahrtprogramm bereitstelle, werde es höchstwahrscheinlich auch nach Partnern für die Umsetzung dieses Programms suchen. „In einem solchen Fall wird eine Raumstation neuer Generation für die USA geschlossen sein und die US-Austronauten werden die Arbeit von Europäern, Indern und Chinesen nur von außen beobachten können“, schreibt Joe Pappalardo in einem Beitrag für die Zeitschrift „Popular Mechanics“.

Eine tolle Grafik über Versorgungsflüge zur ISS gibt es hier.
Weltweit gibt es insgesamt vier verschiedene Raumtransporter, die Nachschub zur ISS bringen. Ein fünfter kommt demnächst hinzu.

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