letzte Woche haben wir genau dort gegen Patente auf Gerste und Bier protestiert, wo unser Protest hingehört:
direkt vor dem Europäischen Patentamt. Passenderweise befindet sich das
Gebäude des Amts auf dem Weg zum Oktoberfest, dem europäischen Treffen
von Bierfans.
Das Patentamt entschied an diesem Tag, ob Carlsberg und Heineken
sich ganz normale Gerste patentieren lassen können - vom Saatgut über
den Brauprozess bis hin zum Bier. Wir protestierten unübersehbar: mit
Bannern in vier Sprachen, mit einem großen Ballon, mit Fahnen und
Flyern.
Credits: Falk Heller, argum - Aktivist/innen verteilen Flyer und Fahnen an Bierfans.Unsere Aktion zeigte erneut die Stärke unserer Bewegung: Wir sammelten mehr als 182.000 Unterschriften aus ganz Europa und legten sie dem Patentamt vor. Gemeinsam mit unserem Partner no-patents-on-seeds zogen wir vor das Patentamt und demonstrierten auf spektakuläre Weise gegen die Gier multinationaler Konzerne. Dies
alles war nur möglich, weil Tausende von Ihnen die Petition
unterschrieben, mit Freunden geteilt und Geld gespendet haben - um
unsere Bewegung zu unterstützen.
Credits: Frank Heller, argnum - Aktivist/innen von no-patents-on-beer verteilen Fahnen und Flyer.
Es ist beeindruckend und gibt uns noch mehr Rückenwind, wenn
Menschen, die gerade feiern und Spaß haben wollen, plötzlich innehalten
und sich unsere Argumente anhören - und sich dann sogar unserem Protest
anschließen. Wer das Oktoberfest besucht, interessiert sich ganz sicher
für Bier und will dann natürlich auch wissen, welche Gefahren von den
haarsträubenden Patenten der Braukonzerne drohen.
Credits: Falk Heller, argum - Jörg Rohwedder, Campaigner von WeMoveUnd haben wir gewonnen? Teilweise schon:
Ursprünglich umfasste das Patent alle Pflanzen mit einem reduzierten
Anteil an unerwünschten Aromen. Nun ist das Patent auf Pflanzen mit
einer bestimmten Mutation beschränkt, die den Inhalt dieser Aromen
beeinflussen können. Das Europäische Patentamt hat die Anzahl der im Patent enthaltenen Gerstenarten also deutlich reduziert.
Doch leider bleibt das Ergebnis unterm Strich dasselbe: Große
Konzerne können auch weiterhin natürliche Pflanzen zu ihren Erfindungen
erklären. Sie maximieren ihren Profit durch Besitzansprüche auf etwas,
das doch uns allen und der Natur gehört. Aber wir geben nicht auf. Es steht noch eine weitere
Anhörung im Europäischen Patentamt an und wir werden ganz genau
beobachten, was dabei herauskommt.
Ermutigt durch unsere gute Aktion und immer noch voller Hoffnung, dass wir gemeinsam diesen Kampf gewinnen können,
Jörg Rohwedder (Lübeck)
Virginia López Calvo (Madrid)
Marta Tycner (Warschau)
Mika Leandro (Bordeaux)
für das gesamte WeMove.EU-Team
WeMove.EU
ist eine Bürgerbewegung, die sich für ein besseres Europa einsetzt; für
eine Europäische Union, die sich sozialer Gerechtigkeit verpflichtet
fühlt; die für ökologische Nachhaltigkeit und bürgernahe Demokratie
steht. Wir sind Menschen unterschiedlicher Lebensläufe, Kulturen und
Religionen, die Europa ihr Zuhause nennen – egal, ob wir in Europa
geboren wurden oder anderswo. Wenn Sie sich aus unserem Verteiler
austragen möchten, klicken Sie bitte hier.
WeMove.EU
finanziert sich aus Spenden unserer Unterstützer aus ganz Europa. Wir
würden uns freuen, wenn Sie unsere unabhängige Arbeit finanzieren
helfen. Spenden
Liebe Leser,
wieder hat sich ein Konzern eines unserer Lebensmittel geschnappt –
das Europäische Patentamt vergab das Patent auf eine Tomatensorte an das
Unternehmen Syngenta. „Erfunden“ hat der Konzern die Tomate natürlich
nicht: Sie kommt seit Jahrtausenden in Lateinamerika vor. Doch nun darf nur noch Syngenta diese Sorte züchten, anbauen und verkaufen. Der Rechte-Verkauf an natürlichen Lebensmitteln ist ein Skandal, den wir gemeinsam angehen müssen!
Wir haben nur noch wenige Tage Zeit, das Tomaten-Patent offiziell anzufechten – dann endet die Frist dafür. Ein Einspruch zwingt das Europäische Patentamt, die Entscheidung zu prüfen.
Und dafür brauchen wir Sie jetzt: Wenn tausende Bürgerinnen und Bürger
den Einspruch mit ihrer Stimme stärken, haben wir gute Chancen, das
Patent zu kippen.
Ein Einspruch ist normalerweise eine komplizierte Angelegenheit mit hohen Kosten und juristischem Hin und Her. Doch für Sie wäre alles ganz leicht – dafür haben wir gesorgt.
In einem großen Bündnis mit mehreren Partnern stemmen wir Bürokratie
und Kosten gemeinsam! Für Sie fallen keine Ausgaben an – und doch
vertritt ein renommierter Patentanwalt den Einspruch auch in Ihrem Namen
beim Europäischen Patentamt gegen die Konzernanwälte.
Bitte helfen Sie dabei, die Tomate aus den Fängen von Syngenta zu befreien! Klicken Sie auf den folgenden Link. Laden Sie dann das PDF-Formular herunter und schicken es ausgefüllt und unterschrieben bis zum 21. April an die darauf genannte Adresse. Die sortierten Daten aller Mitstreiterinnen und Mitstreiter bekommt dann unser Patentanwalt.
Mit dem Masseneinspruch führt Campact die Kampagne „Patente
auf Leben stoppen“ fort: 542516 Menschen haben den
Appell bereits unterzeichnet. Das ist eine immense Zahl!
Wenn wir es schaffen, nun auch noch 15.000 Menschen hinter einem
offiziellen Einspruch zu versammeln, wird deutlich: Wir nehmen die
schrittweise Monopolisierung unserer Ernährung nicht hin. Und wir sind sogar bereit, dagegen zu klagen!
Dass Einsprüche gegen Patente auf Leben funktionieren, zeigt ein
toller Erfolg: Anfang des Jahres entschied das Patentamt über einen
Einspruch von Umweltorganisationen gegen das Melonenpatent des
Konzern-Giganten Monsanto. Das große Interesse der Öffentlichkeit für
das Thema zeigte Wirkung: Das Patent wurde für ungültig erklärt und dem
Konzern aberkannt. Lassen Sie uns nun gemeinsam diesen Erfolg bei der Tomate wiederholen!
Schicken Sie noch heute das Formular zum Einspruch ab, denn schon in wenigen Tagen endet die offizielle Einspruchsfrist. Ich zähle auf Sie: Bitte seien Sie bei diesem einmaligen Masseneinspruch gegen den Konzern Syngenta dabei. Jede und jeder Einzelne zählt jetzt!
Mit besten Grüßen Lara Dovifat, Campaignerin
PS: Auch in der Schweiz, Österreich und anderen europäischen Ländern
werden Menschen mitmachen. Wenn wir richtig viele werden, können wir den
größten Einspruch gegen ein Patent auf Leben starten, den es jemals
gegeben hat.