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Montag, 4. November 2013

Alexander soll Merkel-Bespitzelung eingeräumt haben

 
der Abhörskandal und seine Nebenwirkungen 02.11.2013, 18:20 Uhr | t-online.de


NSA-Direktor Keith Alexander bei einer Anhörung in Washington im Juni 2013 (Quelle: dpa)
NSA-Direktor Keith Alexander hat offenbar in kleinem Kreis eingeräumt, dass Merkels Handy in der Vergangenheit überwacht wurde. Dies geht aus einer Vorabmeldung des Magazins "Der Spiegel" hervor.

Bei einem Treffen im Büro der demokratischen Senatorin Dianne Feinstein, an dem auch der EU-Parlamentarier Elmar Brok teilnahm, habe Alexander laut Teilnehmern auf die Frage Feinsteins, ob Merkel abgehört werde, geantwortet: „Nicht mehr“. Die NSA wollte dazu keine Stellung nehmen.

"No-Spy-Abkommen"

Die Bundesregierung will von der US-Regierung laut "Spiegel" eine Zusicherung, dass amerikanische Geheimdienste künftig nicht mehr ohne Erlaubnis auf deutschem Boden technische Aufklärung betreiben. Eine entsprechende Formulierung soll Teil eines Abkommens sein, dass beide Regierungen miteinander schließen wollen und über das eine hochrangige deutsche Delegation mit der US-Regierung am vergangenen Mittwoch im Weißen Haus in Washington beraten hat.

Nach einer solchen Zusicherung dürfte die NSA in Deutschland nicht mehr mit moderner Lauschtechnik abhören. Teil des Regierungsabkommens soll auch eine gegenseitige Zusicherung sein, nicht den jeweiligen Regierungschef zu überwachen. Zu beiden Punkten hat sich die Nationale Sicherheitsberaterin des US-Präsidenten, Susan Rice, bislang nicht abschließend geäußert. Rice führt die Verhandlungen für das Weiße Haus.

Keine Industriespionage mehr

Einigkeit besteht dagegen bei einem anderen Punkt: Beide Länder sind bereit, sich zu verpflichten, keine Industriespionage gegeneinander zu betreiben.
02.11.2013, 18:20 Uhr | t-online.de

Kommentare

Gegenlicht
Die NSA räumt immer nur genau die Verfehlungen ein, die schon bewiesen sind und partout nicht mehr geleugnet werden können. Mann, sind diese Leute schlau! Schon Guttenberg, Wulff und Schavan machten es so. Der Erfolg gibt ihnen recht. Heute sind sie dank ihrer Schlauheit Ex-Minister und Ex-Präsident ... Auch Alexander hat ja bereits seinen Rückzug angekündigt. Lustig, dass die NSA sich nicht klüger verhält als deutsche Provinzpolitiker! Offenbar hat sie auch keine besseren Berater. Die mächtigste Spitzelbehörde der Welt benimmt sich nicht anders als eine Bande kleiner Jungs, die beim Kirschenklauen ertappt wurde mit vollen Taschen (Geheimoperation "Special Collection Service") und hartnäckig beteuert: "Kirschen? Das Wort haben wir noch nie gehört!"

postie
Unglaublich wie wir hier von diesem General verarscht werden. Erst alles leugnen und dann Stück für Stück zugeben. Die NSA hat sich verselbständigt, wie damals die Stasi. Keine Kontrolle von Seitens der Rechtsorgane.
bistum
Was hilft die ganze Aufregung der Politiker? Die wollen nur von tatsächliche Problemen ablenken. Eigentlich sollte man keine Kommentare zu der Sache schreiben. Wir werden nur verarscht. Oder glaubt einer nur im geringsten daran, dass die Merkel irgend etwas dagegen macht. Selbst wenn sie könnte auch dann nicht.

Metalheart34
Mal angenommen, wir hätten die Amis bespitzelt... auweia, da wäre die Hölle los. Aber mal ernsthaft, die USA sind wohl der Staat schlechthin, der nicht kritisiert werden darf, sich selbst aber alles herausnimmt & die Welt es dulden muss. Was die Amis schon an Kriegen angezettelt oder dort fleißig mitgewirkt haben, sprecht sie mal darauf an. Ich finde, Deutschland hat das Recht die Amis zu rügen & sollte das nicht so einfach hinnehmen. Sich ordentlich einmal gegen die USA auflehnen & die Meinung mit Konsequenzen deutlich zeigen ist angesagt...

JamesPond
im Grunde genommen scheissen sich die Amis wegen ein paar Kameltreiber in die Hosen vor Angst und treten ihre hochgelobten Menschenrechte und Demokratie mit Füssen - dieses Volk ist zu verachten

Donnerstag, 31. Oktober 2013

NSA-Affäre : Dobrindt warnt vor "digitaler Weltherrschaft"



Thema: NSA-Affäre
t-online am 30.10.2013

Dobrindt warnt vor "digitaler Weltherrschaft"

30.10.2013, 07:03 Uhr | dpa


Alexander Dobrindt ist besorgt über den technologischen Rückstand der Europäer (Quelle: dpa)
CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hat die Europäer dazu aufgerufen, Konsequenzen aus der Abhöraffäre um den amerikanischen Geheimdienst NSA zu ziehen und ihren technologischen Rückstand aufzuholen.
"Die Digitalisierung der Welt darf nicht zu einer digitalen Weltherrschaft führen, die sich die Vereinigten Staaten von Amerika und China teilen", warnte Dobrindt in der "Welt". 

Europa müsse "ein Technologiesprung gelingen", wenn es als Partner ernst genommen werden wolle. "Es geht darum, Wissen und Finanzkraft europäischer Unternehmen zu bündeln, um unsere digitalen Fähigkeiten zu verbessern", forderte er. "Es geht um ein gigantisches Projekt von Politik und Wirtschaft in Europa."

Dobrindt lehnte die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses in der NSA-Affäre ab. Ein solches Gremium könne "seine Wirkung nicht entfalten, weil man die Anklage gegen die amerikanische Regierung führen müsste", sagte er. Er kritisierte die amerikanische Abhör-Praxis als "moralisch verwerflich". Die Amerikaner müssten "die Karten auf den Tisch" legen und sich "entschuldigen".

Wird die Vorratsdatenspeicherung neu bewertet?

Zugleich stellte Dobrindt die Vorratsdatenspeicherung infrage. "Eine halbjährige Speicherung aller Telefon- und Internetverbindungsdaten weckt das Misstrauen der Menschen", sagte er. "Wir dürfen uns einer neuen Bewertung nicht verschließen." Die Datensicherheit müsse ein Schwerpunkt in der gesamten Legislaturperiode sein.

Bei der Vorratsdatenspeicherung werden personenbezogene Daten ohne konkrete Anhaltspunkte gespeichert - also nur für den Fall, dass Terrorfahnder oder Polizei sie später einmal brauchen. Aktuell besprechen Union und SPD das Thema in den Koalitionsverhandlungen. Die Union hatte mit ihrem vorherigen Koalitionspartner FDP bis zuletzt über eine Neuregelung gestritten - ergebnislos.

US-Geheimdienst verteidigt Spähangriffe

US-Geheimdienstchef James Clapper hatte am Dienstag die Spähangriffe auf ausländische Spitzenpolitiker verteidigt. "Die Absichten politischer Führungen, wie auch immer sie ausgedrückt werden, sind das Grundsätzliche, was wir sammeln und analysieren müssen", sagte der Koordinator der 16 amerikanischen Geheimdienste in einer Kongressanhörung.

Zugleich zeigten er und der NSA-Chef Keith Alexander sich in der Befragung überzeugt, dass Europa seinerseits die USA und deren Politiker ausspioniere. Auch würden die Europäer massiv Daten eigener Bürger sammeln.
30.10.2013, 07:03 Uhr | dpa


Kommentare

Ach Herr Dobrindt,
machen Sie uns jetzt den Westerwelle? Nur heisse Luft.
Wie stellen Sie sich die digitale Weltherrschaft mit Hilfe von #Neuland vor?
Das würde mich einmal interessieren.
Weil doch das Internet für uns alle #Neuland ist, wie ihre Chefin sagt. Sie meint da wohl besonders sich selber und ihre Parteikollegen.


petramecklenburg
Ach der Herr Dobrindt ... da hätte er wohl früher aufstehen müssen, der Zug ist längst weg! Seit wann kann sich ein offizieller Deutscher leisten, zu sagen was er denkt, was das Volk denkt... seit 1945 ducken wir uns und starren wie das Kaninchen auf die Schlange. Und ich befürchte, bald kann man uns auch in unsere Köpfe starren...

Gelbhornisse
Habe davor weniger Angst als vor der Herrschaft der CDU!

Gelbhornisse
Die (US) staatlichen Cyberkriminellen habe jetzt schon die Fähigkeit, mit wenigen Mausklichs in fast jedem Land das Licht ausgehen zu lassen. Vorgeführt haben sie es (oder waren es die Israelis) als sie im Iran die Uranzentrifugen hochgejagt haben. Auch das GPS System haben sie im Irak-Krieg schon mal abgeschaltet. Also eigenes Internet und Satelliten. Wer will das bezahlen. Dann lasst lieber Mutti abhören.

rorgs
Guten Morgen Herr Dobrindt, ausgeschlafen? Nach der Wende habe ich nie wieder in meinem Job arbeiten können (Chip-Technologie). Bei jedem Vorstellungsgespräch wurde mir mitgeteilt, dass diese "alte" Technologie in Deutschland keine Zukunft hat - da waren sogar berühmte Ingenieurvermittlungsfirmen mit dabei - nunmehr mit 58 Jahren ist das sowieso vorbei. Über die coole NSA-Aktion kann ich nur schmunzeln - Recht so - ihr habt es nicht anders verdient.

jhoppe1
Das ist Erschreckend, haben Herr Dobrindt und seine Politkollegen die ganzen Jahre gepennt, oder sind sie nur gute Schauspieler. Für mich ist diese Regierung Verlogen und Unglaubwürdig und die Neue wird nicht anderst sein.


Samstag, 20. Juli 2013

"Jetzt wissen sie es": NSA-Chef brüskiert Bundesbürger

t-online schrieb:

NSA - Chef Keith Alexander hat sich im Wirbel um die amerikanische Total-Überwachung zu Wort gemeldet und äußerst kühl, fast herablassend auf das Erstaunen in der deutschen Öffentlichkeit reagiert: "Wir sagen ihnen nicht alles, was wir machen oder wie wir es machen - aber jetzt wissen sie es." Kein Wort des Bedauerns, keine Bitte um Verständnis. Sind wir den USA vollkommen egal?

Offenbar kein Verständnis für deutsche Sorgen hat NSA-Chef Keith Alexander (Quelle: Reuters)
Der US-General beteuerte abermals, die Aufklärung durch die US-Dienste habe auch Ländern in Europa geholfen. Namentlich nannte er Deutschland, Frankreich und Dänemark. Eine andere Sichtweise als die in Deutschland und Europa seit den Enthüllungen durch den flüchtigen Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden verbreitete.
Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) war deshalb in der vergangenen Woche in die USA gereist, um Informationen zu erhalten. Über Details der Ausspähpraxis wurde er aber offenbar mit Hinweis auf Geheimhaltungsvorschriften nicht informiert.

Zwei von drei Bürgern unzufrieden

Die Opposition fordert, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) selbst um eine sorgfältige Aufarbeitung kümmert. Per Bundespressekonferenz möchte sie sich am Freitag zu dem Thema erklären.
 
Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger sind nach dem jüngsten Deutschlandtrend unzufrieden mit den bisherigen Bemühungen der Bundesregierung, die Überwachung aufzuklären.
Snowden-Vertrauter kündigt weitere Enthüllungen an

Dem Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald zufolge nimmt die deutsche Regierung am Spionagesystem teil: "nicht so wie Großbritannien und die USA, aber in großem Rahmen". In der ARD-Sendung "Beckmann" kündigte der Vertraute Snowdens weitere brisante Veröffentlichungen über die Abhöraktivitäten der USA an.
 
"Ich bin sicher, dass in den nächsten Tagen weitere Artikel erscheinen werden, die wahrscheinlich noch explosiver sind als die, die schon veröffentlicht sind", sagte der "Guardian"-Journalist Greenwald am Donnerstag in der ARD-Sendung "Beckmann", in die er aus Rio de Janeiro zugeschaltet war.
"Edward Snowden hat mir und einem "Spiegel"-Journalisten komplette Sätze von Dokumenten gegeben, ungefähr 9000 bis 10000 streng geheime Dokumente. Ich habe sie seit rund sieben Wochen und noch nicht alle sichten können. Manche sind sehr, sehr kompliziert. Wir arbeiten dran", erklärte Greenwald.
 
Unbekanntes Spähprogramm der USA

Der Journalist berichtet von weiteren, bisher unbekannten Spähprogrammen der USA, von der auch amerikanische Bürger betroffen seien: "Es gibt noch viele Spionageprogramme, die die USA laufen lassen - gegen das amerikanische Volk. Davon weiß das Volk nichts."
Nach der bisherigen Auswertung der Geheimdokumente könne er sagen: "Es gibt eine extreme Zusammenarbeit zwischen der NSA und Privatunternehmen wie Facebook, Google, Skype. Dann gibt es Berichte, was die USA weltweit tun - in den Vereinigten Staaten, Asien und sonst wo. Das zerstört das Privatleben weltweit. Es gibt keine Kommunikation, ohne dass die Amerikaner es wissen."
Quelle: dpa-afx, t-online.de

Die Umfrage bei t-online zeigt, wie sehr die Deutschen den Amerikanern vertrauen:


Kommentare

seltenda  schrieb:
Deutschland hat die Amerikanische Regierung (wohlgemerkt, das gesamte amerikanische Volk kann man nicht als Schuldigen ausmachen, genauso wenig wie das deutsche Volk Schuld am Versagen seiner Politiker hat) noch nie interessiert. Es sei denn es ging um wirtschaftliche oder militärisch strategische Interessen.
Die Naivität einiger hier finde ich fast schon süß. Sie haben sich einen Rest vom "Glauben an das Gute" erhalten.Darüber kann ich mich schon gar nicht mehr Aufregen, sondern finde es nur noch putzig. "Die Amis kämpfen ja gegen den Terror und somit für uns alle"....ach ist das niedlich, da geht einem das Herz auf und man fühlt sich in seine eigene Kindheit zurückversetzt, wo die Welt noch so einfach war.


Dialektiker schrieb:
Der Begriff Paranoia (Wiki) umschreibt ganz gut, was die Amis zu diese Ausspähptaxis treibt. Einerseits überwachen sie alles und jeden, andererseits wollen sie wirtschaftlich unangreifbar bleiben. Beides gehört zusammen. Deswegen ist die Verwendung des Begriffes "Militärisch-Industrieller-Komplex" recht zutreffend. Geheimdienste, Medien sowie Politik sorgen dafür, dass diese Paranoia "gepflegt" wird. Gleichzeitig werden alle technische Möglichkeiten genutzt, um das Handeln der Menschen berechenbarer, beeinflussbarer, kontrollierbarer und im Sinne der Mächtigen - v.a. der Wirtschaft - erfolgreicher zu machen. Der Mensch wird entweder nur noch als Feind oder als Konsument wahrgenommen. Mit statistisch-mathematischen Methoden werden dazu alle Informationen, sozialen Beziehungen, Kontakte, besuchte Orte, Werte, politische Ansichten, Käufe, Wohnumfeld, Tätigkeiten, Engagements usw. ausgewertet. Die Deutschen sind für die NSA offenbar eine Art Feind. Aber die USA für die Deutschen? Freund?


Pfeiffer  schrieb:
Seit 1 Jahr vermeidet die Kanzlerin es sich zu Politischen Themen zu äußern.Alliierte hier - Industrie,Bürger dort. Nachfolger hat sie keine mehr - Wulff, Merz, Koch, Steinbrück - Mission impossible - D in Agony.