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Dienstag, 2. Oktober 2018

We move EU - H&M bricht Versprechen


"Du kommst um acht Uhr morgens in die Fabrik und du weißt nie, wann du wieder nach Hause kannst." Nur 259 Euro beträgt der Monatslohn für so viel Schufterei. Und das im EU-Land Bulgarien. Dabei hat sich H&M zu menschenwürdigen Löhnen verpflichtet, doch passiert ist nichts. Wir wollen sie an ihre Versprechen erinnern.
Liebe Leser,
"Manchmal gehen wir erst um vier Uhr morgens nach Hause." Eine gerade veröffentlichte Studie deckt auf, wie hart die Arbeitsbedingungen und wie schäbig die Löhne in der Kleidungsproduktion von H&M sind. [1]

Viele Arbeitnehmer/innen in Bulgarien arbeiten 12 Stunden am Tag und das sieben Tage die Woche. Sie verdienen gerade mal genug, um für das Nötigste zu sorgen, bleiben aber unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Viele bekommen nur 259 Euro netto im Monat. Inklusive der geleisteten Überstunden! Sie unterschreiten damit sogar die Armutsgrenze der EU. [2]

Bis Ende 2018 wollte H&M die Hungerlöhne endlich anheben. 2013 verpflichtete sich der Moderiese, den 850.000 Beschäftigten innerhalb von fünf Jahren einen Lohn zu zahlen, der die Existenz sichert. [3] Nichts ist geschehen, außer dass H&M versucht hat, das gegebene Versprechen vergessen zu machen! Bald läuft die Frist ab. Zeit für uns zu handeln.

Dank der unermüdlichen Arbeit unserer Partner ist der Skandal an die Öffentlichkeit gekommen, die Medien berichten darüber. H&M gerät zunehmend unter Druck. [4] Um Umsatzeinbußen und Imageverluste zu vermeiden, muss H&M sein Versprechen halten. Bei einem Gewinn von über 2 Milliarden Euro im letzten Jahr wäre das für den Konzern ein Leichtes! [5]

Gemeinsam mit uns haben Sie H&M vor einigen Wochen dazu aufgerufen, sich zu einer umweltfreundlichen Herstellung von Viskose zu verpflichten - und H&M hat reagiert! Denn gute Umsätze und ein guter Ruf sind für H&M entscheidend. Also können wir jetzt auch für faire Löhne sorgen.

Unterschreiben Sie für gerechte Löhne!

Vor fünf langen Jahren hat H&M sich ausdrücklich dazu verpflichtet, den hunderttausenden von Beschäftigten in seiner Lieferkette in Europa und weltweit menschenwürdige Löhne zu zahlen. [3] Doch nichts ist geschehen, stattdessen verlegt sich H&M auf Verzögerungen und Hinhaltetaktiken.

Die Folgen sind verheerend. Bulgarische Arbeiter/innen arbeiten teilweise 24 Stunden am Stück, etliche hängen sogar die nächste Schicht an, weil es sonst zum Leben nicht reicht. Der Lohn ist so niedrig, dass er die Ausgaben für Wohnen, Essen, Gesundheit und Bildung nicht deckt. In der Stunde sind es nur 1,50 Euro.

Im Bündnis mit Dutzenden anderer Organisationen fordern wir, dass H&M in seiner gesamten Lieferkette faire Löhne zahlt. Wir arbeiten mit der Kampagne für saubere Kleidung - Clean Clothes Campaign zusammen. Sie ist ein globales Netzwerk von Hunderten von Organisationen und Gewerkschaften. Zusammen mit einem weltweiten Netzwerk können wir H&M klar machen, dass Umsätze und Gewinne nicht mehr sicher sind, wenn die Löhne nicht bald steigen - so wie wir es schon bei der umweltfreundlichen Herstellung von Viskose geschafft haben!

Unterschreiben Sie für menschenwürdige Löhne!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung,
Jörg Rohwedder (Lübeck)
Virginia López Calvo (Madrid)
Marta Tycner (Warschau)
Mika Leandro (Bordeaux)
für das gesamte WeMove.EU-Team

PS: Sie haben unseren Appell für eine umweltfreundliche Herstellung von Viskose unterzeichnet. Das hat geklappt. Jetzt sollen die Löhne rauf. Es ist Menschen wie Ihnen zu verdanken, dass sich etwas verändert. 
Verbessern wir zusammen das Leben der Arbeiter/innen. Jetzt unterschreiben!

Referenzen:
[1] https://turnaroundhm.org/wage-research-september-2018/
[2] https://turnaroundhm.org/static/hm-wages-september2018-full-107815e8a7bc3bd4ffbfeca3426f1dcd.pdf
https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-datasets/product?code=tessi014
[3] https://turnaroundhm.org/static/background-hm-roadmap-0f39b2ebc3330eead84a71f1b5b8a8d4.pdf
[4] https://www.independent.co.uk/news/business/news/h-and-m-fair-wages-global-factory-workers-living-wage-employees-pay-bulgaria-turkey-india-cambodia-a8553041.html
[5] https://about.hm.com/content/dam/hmgroup/groupsite/documents/en/cision/2018/01/2110334_en.pdf
http://about.hm.com/content/dam/hmgroup/groupsite/documents/en/Digital%20Annual%20Report/2017/Annual%20Report%202017.pdf

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Dienstag, 30. August 2016

Kinderarbeit für Modekette / das alte Lied der FDP

Thema: Kinderarbeit

Für Modekette H&M nähen 14-Jährige

Von André Anwar
Stockholm. Die günstigen Kleider der schwedischen Modekette Hennes und Mauritz (H&M) haben ihren Preis. Der Billigkleiderkonzem lässt Kinder bis zu 14 Stunden am Tag in Fabriken in Myanmar für sich arbeiten. Das zeigt das Enthüllungsbuch „Modesklaven“ der schwedischen Journalisten Tobias Andersson Akerblom und Moa Kärnstrand. „In Myanmar ist dies eigentlich gesetzlich verboten und wird laut internationaler Konvention als eine der schlimmsten Formen der Kinderarbeit klassifiziert“, sagt Andersson Akerblom dieser Zeitung.

Zulieferfirmen untersucht

Kurz nach den Enthüllungen reagierte der Modekonzern auf die Anschuldigungen und lies seine Zulieferfirmen untersuchen. Tatsächlich bestätigten die Kontrolleure das Geschriebene. Der Konzern erklärte allerdings, dass ‚die Kinder sich bei ihrer Anstellung mit falschen Ausweisen älter gemacht hätten. Außerdem beruft sich die Modekette darauf, dass es in Myanmar erlaubt sei, Kinder ab 14 Jahren in den Fabriken arbeiten zu lassen. „Die erlaubte Altersgrenze ist 14 Jahre“, sagte eine Sprecherin von H&M: „Deshalb handele es sich hier nicht um Kinderarbeit“‚ sagte sie.

Der Konzern bemühe sich durch Tausende von jährlichen Kontrollen Missstände bei Zulieferem aufzudecken, unterstreicht die Sprecherin.

H&M hat nun die Zusammenarbeit. mit den zwei explizit im Buch genannten Fabriken ausgesetzt.



Das alte Lied der FDP: Steuersenkung

FDP will Steuerlast um 30 Milliarden pro Jahr senken

Berlin. In der Debatte um Steuersenkungen fordert der FDP-Vorsitzende Christian Lindner deutlich stärkere Entlastungen als bislang diskutiert:

„Ein Entlastungsspielraum von 20 bis 30 Milliarden Euro pro Jahr bis zum Ende des Jahrzehnts wäre möglich, ohne dass man auf höhere Investitionen verzichten müsste“, sagte Lindner dieser Zeitung. Der FDP-Chef geht damit weit über die Forderungen aus der Union hinaus. Der Wirtschaftsflügel von CDU und CSU hatte Steuerentlastungen von insgesamt 50 Milliarden Euro für den gesamten Zeitraum bis 2020 gefordert. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann kündigte ein Sozialdemokratisches Steuerkonzept für nächstes Jahr an.. Die staatlichen Mehreinnahmen sollten für Investitionen genutzt werden und zur Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen. Im ersten Halbjahr 2016 verzeichnete der Staat einen Überschuss von 18,5 Milliarden Euro. jule

Quelle für beide Beiträge: gedruckte Westfalenpost am 26.08.2016

» der Kommentar des Blogschreibers «

Er muss die deutschen Wähler schon für ziemlich blöd halten, der FDP-Vorsitzende, wenn er meint, sie fielen nochmal darauf rein. Wer darf sich denn diesmal zu den Begünstigten zählen? Wieder eine Hotelkette oder doch ein Industriekonzern, der die Alterssicherung nach der Politik übernimmt, wenn es das "Politiker-Endlager Brüssel" nicht mehr geben sollte?
PS: Der Herr Vorsitzende kennt sich ja mit Geld, was ihm nicht gehört, bestens aus, denkt man an seine Zeit als Geschäftsführer beim Pleiteunternehmen "Moomar" und dem Kredit der KfW in Höhe von 1,4 Mio Euro. Wikipedia Dieser Kredit aus öffentlicher Hand musste aufgrund der Insolvenz nicht zurückgezahlt werden. Und was macht der Herr Vorsitzende, statt in Demut vorm Volk zu versinken? Er hat schon wieder eine große Klappe.