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Samstag, 11. Mai 2019

Lehrer in Florida dürfen nun Waffen tragen

Thema: USA

Vor 15 Monaten erschoss ein 19-Jähriger in einer Highschool in Parkland 17 Menschen. Lehrerinnen und Lehrer in Florida sollen nun auf die Angriffe reagieren können.

Nach dem Schulmassaker in Florida vor 15 Monaten dürfen Lehrer in dem südlichen US-Bundesstaat künftig im Klassenraum Schusswaffen tragen. Floridas republikanischer Gouverneur Ron DeSantis unterzeichnete am Mittwoch ein entsprechendes Gesetz.

Dieses hatte das zuständige Parlament in der Hauptstadt Tallahassee in der vergangenen Woche nach hitziger Debatte beschlossen. Das Gesetz soll Lehrer in die Lage versetzen, auf die in den USA wiederkehrenden Angriffe in Schulen mit Waffengewalt reagieren zu können.

Training beim Sherriff

An der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland hatte im Februar vergangenen Jahres ein 19-Jähriger 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Ein bereits kurz nach dem Massaker in Parkland nördlich von Miami verabschiedetes Gesetz hatte Lehrer vom Waffentragen während des Dienstes bisher ausgenommen.

Lehrer und andere Schulmitarbeiter müssen dem neuen Gesetz zufolge zunächst vom zuständigen Schulbezirk für ein entsprechendes Programm – das «Guardian Program» – angemeldet werden, um ein Training des örtlichen Sheriffbüros zu durchlaufen. Sie sollen dabei unter anderem an Schusswaffen ausgebildet und im sicheren Umgang damit geschult werden. Sie müssen ausserdem eine psychologische Beurteilung durchlaufen und einen Drogentest bestehen. (chk/sda)

Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

Donnerstag, 22. Februar 2018

USA - Trotz mehrerer Massaker kein Verbot halbautomatischer Waffen

Thema: die "allmächtige" US-Waffenlobby

Kein schärferes Waffenrecht in Florida
Schüler brechen im Parlament in Tränen aus

Trotz des Massakers in Parkland will das Parlament von Florida kein Verbot bestimmter halbautomatischer Gewehre. Die anwesenden Schüler können es nicht fassen.

Mit einem deutlichen Votum (71:36-Stimmen) hat das Parlament in Florida ein schärferes Waffenrecht abgelehnt; dies nur knapp eine Woche nach dem Massaker an einer High School in Parkland, bei dem der 19-jährige Nikolas Cruz 14 Schüler und drei Erwachsene mit einer halb automatischen Waffe tötete.

Auf der Tribüne des Parlaments in Tallahassee brachen die mit einem Car angereisten Schüler der betroffenen Schule in Tränen aus. «Wenn es wieder ein Massaker gibt, wird es Ihre Schuld sein», sagte eine 16-jährige Schülerin Richtung Abgeordnete und ergänzte: «Sie hatten heute die Chance, damit aufzuhören.»

Vor der Abstimmung waren die Schüler noch optimistisch gewesen. «Wir sind hier, um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder passiert und ich gehe nicht zurück zur Schule, bis die Gesetzgeber und der Präsident dieses Gesetz ändern,» sagte einer.

Als Konsequenz aus dem Schulmassaker von Florida hat sich Präsident Donald Trump immerhin zu kleineren Reformschritten im laxen US-Waffenrecht bereit gezeigt. Das Justizministerium arbeite auf seine Anweisung hin an einem Verbot der sogenannten bump stocks, teilte Trump am Dienstag mit. Dies sind Aufsatzvorrichtungen, die halb automatische in vollautomatische Gewehre umfunktionieren. Ausserdem unterstützt Trump eine effektivere Durchleuchtung von Waffenkäufern. Trump will sich am Mittwoch im Weissen Haus mit Schülern und Lehrern treffen, darunter auch Menschen der betroffenen High School in Parkland sowie Betroffene der Amokläufe von Columbine und Newton.
AP: Sheryl Acquarola, a 16 year-old junior from Marjory Stoneman Douglas High School, is overcome with emotion in the east gallery of the Florida House after the representatives voted not to hear the assault rifles ban bill. pic.twitter.com/qA28kFCEig– Micah Grimes (@MicahGrimes) 20. Februar 2018
Die Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland haben für den 24. März eine Demonstration in Washington angekündigt und kriegen dabei prominente Unterstützung: Nach Hollywoodstar George Clooney kündigten am Dienstag auch die TV-Moderatorin Oprah Winfrey und Regisseur Steven Spielberg an, den für den 24. März geplanten «Marsch für unsere Leben» mit 500'000 Dollar zu unterstützen.

Winfrey erklärte, die Mobilisierung erinnere sie an die Proteste gegen Rassendiskriminierung in den 60er Jahren. Spielberg unterstützt die Schülerdemonstration gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Kate Capshaw. Auch der Produzent Jeffrey Katzenberg und seine Frau Marilyn sagten eine Spende von 500'000 Dollar zu.

Clooney will mit seiner Frau, der Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, auch selbst an der Demonstration in Washington teilnehmen. Der Schauspieler hatte den Marsch als «bahnbrechendes Ereignis» bezeichnet. «Das Leben unserer Kinder hängt davon ab», erklärte er am Dienstag. Winfrey schrieb danach im Kurzbotschaftendienst Twitter: «George und Amal, ich stimme Euch absolut zu. Ich schliesse mich Euch an und spende ebenfalls 500'000 Dollar.» Die geplante Demonstration richtet sich vor allem gegen den enormen politischen Einfluss der Waffenlobby NRA.
George and Amal, I couldn't agree with you more. I am joining forces with you and will match your $500,000 donation to 'March For Our Lives.' These inspiring young people remind me of the Freedom Riders of the 60s who also said we've had ENOUGH and our voices will be heard.– Oprah Winfrey (@Oprah) 20. Februar 2018

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.20min.ch

Kommentare

Maler50
Zu erwarten
War leider nicht anders zu erwarten,die Waffenlobby in den USA ist zu mächtig y zu viele Politiker sind von ihr finanziell abhängig!

Reto Houdini
Schade....
Die USA lernen nie....

Sehnsucht 6 7
Da Ändert sich nichts.
Solange die mächtige Waffenlobby NRA auf höchsten politischen Niveau das sagen hat passiert rein gar nichts. Obama hat es nicht geschafft da wird es auch Trump nicht schaffen. Trump sympathisiert mit der Waffenlobby und die unterstützen jeglicher Wahlkampf mit enorm viel Geld und da wird Trump ganz sicher nichts Unternehmen gegen sie. Es wird in Zukunft weitere Massaker geben in den USA und ohne strengeres Waffengesetz wird sich da nichts ändern daran.

Veronika Wem nutzen strengere Waffengesetze?
Strengere Waffengesetzt helfen wenig, um Waffen von Verbrechern fernzuhalten. Ergo werden mit strengeren Waffengesetzen die eher friedliebenden Menschen entwaffnet, aber Verbrecher betrifft das kaum. Was interessiert es einen Amokläufer ooer Verbrecher, ob er einen Waffenschein besitzt.

    Cartman1993
    @Veronika
    Und wieso gibts dann in Europa signifikant weniger Tote durch Schusswaffen als in den USA, wenns nicht an den strengeren Waffengesetzen liegt?

Korega Tabs
Naives Denken
Es ist naiv, zu denken, dass ein Verbot von "bestimmten" halbautomatischen Waffen die Probleme in Amerika löst. Vielmehr ginge es darum, die Leute, die Waffen kaufen zu prüfen bzw. die Probleme, welche überhaupt zu solchen Irrsinns-Taten führen, anzugehen!

Samstag, 28. Oktober 2017

Kinderbräute in den USA - gar keine Seltenheit


Thema: Kinderheirat

Kinderbräute in den USA
Mutter zwang Angel mit 13 zur Heirat – ganz legal

Kinderehen sind in den USA keine Seltenheit. Aktivisten gehen von Hunderttausenden Fällen in den letzten Jahren aus und fordern strengere Gesetze.


Bild: Screenshot BBC
Angel McGehee aus dem US-Bundesstaat Idaho war 13 Jahre alt, als ihre Mutter ein Hochzeitskleid im Internet bestellte und sie zur Heirat mit ihrem Freund zwang. Mit 15 Jahren wurde sie erstmals selbst Mutter. Heute hat die 26-Jährige fünf Kinder, zwei davon mit ihrem zweiten Mann. McGehee kommen im Gespräch mit der BBC die Tränen, wenn sie daran denkt, was sie aus ihrem Leben hätte machen können. «Ich war eine Sklavin», sagt sie und schildert, wie ihr erster Mann sie misshandelte.

Ähnliches berichtet Sherry Johnson (58) aus Florida. Die Afroamerikanerin wurde mit elf Jahren an ihren Vergewaltiger verheiratet – und bekam sechs Kinder mit ihm. Der Grund: Ihre Mutter wollte die Familie vor Schande bewahren. Heute kämpft Johnson für eine Gesetzesänderung.

Druck auf Florida

Die Kinderehe wird in Industriestaaten vor allem als ein Problem von Entwicklungsländern gesehen. Menschenrechtler in den USA aber sehen darin ein Tabuthema, das ihr Heimatland direkt betrifft. In dieser Woche etwa wollen mehrere Organisationen in Florida erreichen, dass der US-Bundesstaat ein anhängiges Gesetz beschliesst, das das Mindestalter für die Ehe ohne Ausnahmen auf 18 Jahre heraufsetzt.

Laut Human Rights Watch sind die Gesetze gegen die Kinderehe selbst in Afghanistan strenger als mancherorts in den USA. In Kabul dürfen 15- oder 16-jährige Mädchen mit Erlaubnis ihres Vaters oder eines Richters heiraten, in Florida gibt es für Ehen unter besonderen Voraussetzungen keine untere Altersgrenze. Staaten wie Tansania, Guatemala oder Simbabwe haben die Kinderehe verboten.

Viele Bundesstaaten kennen kein Mindestalter

Idaho und Florida sind der BBC zufolge zwei der Bundesstaaten mit der höchsten Rate an Kinderehen. Sie gehören zu den 25 US-Staaten, in denen es für die Ehe unter bestimmten Voraussetzungen überhaupt keine untere Altersgrenze gibt. In Florida kann ein Richter eine Ehe genehmigen, wenn ein Mädchen – egal welchen Alters – schwanger ist. In den übrigen Staaten ist die Ehe unter 18 Jahren ebenfalls unter bestimmten Umständen erlaubt – es gibt aber ein Mindestalter. Allerdings liegt dieses manchmal bei 13 oder 14 Jahren.

Laut der NGO Unchained at Last wurden in 38 der 50 Bundesstaaten zwischen 2000 und 2010 mehr als 167'000 Kinderehen geschlossen. Die Minderjährigen sind meist Mädchen, einige nicht älter als zwölf Jahre. Die Betroffenen kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten, fast immer wollen die Eltern die Kinderehe. Für die gesamten USA geht die Organisation in dem Zeitraum von 248'000 Kinderehen aus. In einem Drittel der Fälle war der Mann dabei älter als 21 Jahre.

Für Florida liegen gemäss Human Rights Watch konkrete Zahlen vor: Hier heirateten zwischen 2011 und 2015 mehr als 16'000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Widerspruch zur Aussenpolitik

Die internationale Haltung der USA zur Kinderehe steht im Widerspruch zu den inländischen Regelungen: 2016 lancierte das Aussenministerium die U.S. Global Strategy to Empower Adolescent Girls, also eine globale Strategie zur Stärkung heranwachsender Mädchen. Ein Kernziel: Die Zahl von Kinder- und Zwangsheiraten zu reduzieren. Die Ehe vor dem 18. Lebensjahr wird laut «Chicago Tribune» gar als «Missbrauch von Menschenrechten» bezeichnet, der «verheerende Auswirkungen auf das Leben eines Mädchens» habe.

Human Rights Watch zufolge haben US-Mädchen, die vor dem 16. Lebensjahr heiraten, ein um 31 Prozent höheres Risiko, später in Armut zu leben. Viele brechen die Schule ab, erleiden häusliche Gewalt und haben gesundheitliche Probleme.

Warum ist die Kinderehe dann in den USA in vielen Fällen legal? Die «Tribune» sieht die Schuld bei den Gesetzgebern. Diese fürchteten, mit strengeren Regeln die Religionsfreiheit zu beschneiden oder hielten die Ehe bei eine Teenager-Schwangerschaft sogar für die beste Lösung, so der Vorwurf. (mlr)

mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch