Mittwoch, 28. Januar 2015

Deutschland: 3,1 Millionen leben in Armut

Thema: Armut in Deutschland
Westfalenpost am 27.01.2015
Berlin. Immer mehr Erwerbstätige in Deutschland können kaum von ihrem Einkommen leben.
Ende 2015 bezogen nach einer Auswertung des Statistischen Bundesamts rund 5,1 Millionen Erwerbstätige ein Einkommen unterhalb der Armutsschwelle. Das waren 25 Prozent mehr als 2008, als diese Zahl noch bei rund 2,5 Millionen lag, wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtete.
Annelie Buntenbach (DGB) erklärte, der Mindestlohn werde nicht reichen, um Armut trotz Arbeit zu beseitigen. Nötig seien bessere So zialleistungen. Ahnlich äußerte sich der Chef des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider.

Ein Leserbrief von Hartmut Kotsch, Hagen
Umbruch beginnt

Unser System vor dem Aus?
Wenn ein Prozent der Weltbevölkerung so viel Vermögen besitzt wie die restlichen 99 Prozent, dann stellt sich nicht mehr die Frage, ob unsere Systeme verändert werden muss, sondern nur noch wann und durch wen.
Die soziale Kälte und die Armut in unserem Land wird von Tag zu Tag transparenter.
Der Umbruch in der Parteienlandschaft hat bereits begonnen.
Genügend Wähler, die dem Treiben unserer derzeitigen politischen Akteure nicht mehr tatentos zusehen werden und ihnen auch nicht mehr glauben, gibt es zwischenzeitlich genug.

Statistisches Bundesamt
Pressemitteilung Nr. 454 vom 16.12.2014:
20,3 % der Be­völker­ung Deutsch­lands von Armut oder sozi­aler Aus­gren­zung be­troffen
Anteil EU-weit bei 24,5 %

WIESBADEN – 20,3 % der Bevölkerung in Deutschland – das sind 16,2 Millionen Menschen – waren 2013 von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. 2012 lag der Wert bei 19,6 % und ist damit seit 2008 (20,1 %) relativ konstant geblieben. Dies ist ein weiteres Ergebnis der Erhebung LEBEN IN EUROPA (EU-SILC) 2013. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) darüber hinaus mitteilt, war der Anteil armer oder sozial ausgegrenzter Menschen in der gesamten Europäischen Union mit 24,5 % deutlich höher als in Deutschland.

Nach der EU-Definition für EU-SILC setzte sich der Indikator für Deutschland im Jahr 2013 aus den Prozentanteilen der armutsgefährdeten Bevölkerung (16,1 %; siehe Pressemitteilung 374/14 vom 28. Oktober 2014), der von erheblicher materieller Entbehrung betroffenen Bevölkerung (5,4 %) und der Bevölkerung in Haushalten mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung (9,9 %) zusammen. Als arm oder sozial ausgegrenzt gilt eine Person dann, wenn eines oder mehrere der drei genannten Kriterien auf sie zutreffen. EU-weit waren 16,7 % der Bevölkerung armutsgefährdet, 9,6 % erheblich materiell depriviert, und 10,7 % lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung.

Statistisches Bundesamt
IM FOKUS
Erwerbstätigkeit älterer Menschen nimmt immer weiter zu

Nach der Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 wird aktuell auch die Möglichkeit der Verlängerung des Arbeitslebens bis zum 70. Lebens­jahr diskutiert. Für Arbeit­nehmer­innen und Arbeitnehmer soll sich dadurch der Ausstieg aus dem Erwerbsleben flexibler gestalten.

In den ver­gangenen Jahren hat die Erwerbs­tätigkeit älterer Menschen immer weiter zuge­nommen: Gingen im Jahr 2005 rund 28 % der 60- bis 64-Jährigen einer Erwerbs­tätigkeit nach, war 2013 bereits die Hälfte dieser Alters­gruppe erwerbstätig (50 %). Von den 65- bis 69-Jährigen, also Personen jenseits der Regel­alters­grenze, arbeiteten 2013 immerhin noch 13 %. Im Jahr 2005 hatte der Anteil bei 6 % gelegen.

Männer und Frauen unter­scheiden sich in ihrer Erwerbstätigkeit auch im fortgeschrittenen Alter: Während 2013 von den 60- bis 64-jährigen Männern 57 % erwerbs­tätig waren, waren es bei den Frauen nur 43 %. Bei den 65- bis 69-Jährigen gingen 16 % der Männer, aber nur 9 % der Frauen einer Erwerbstätigkeit nach.
Quelle: Statistisches Bundesamt

... und zum Schluss:


Statistisches Bundesamt

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