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Freitag, 20. November 2015

Hat Monsanto bei der Erstzulassung von Glyphosat betrogen? ++ EU-Behörde ignoriert Hinweise auf krebserregende Wirkung ++ Wir haben es satt!


Donnerstag, 19.11.2015
Newsletter


Hat Monsanto bei der Erstzulassung von Glyphosat betrogen?
Monsanto-Studien zur Glyphosatzulassung gefälscht?
Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstitut München,
offenbar werden Bevölkerung und Behörden von Monsanto seit Jahrzehnten hinters Licht geführt: Wie kürzlich bekannt wurde, soll der Agrarmulti seit 40 Jahren um die krebserzeugende Wirkung seines Bestsellers Roundup und dessen Wirkstoff Glyphosat gewusst haben. Diese und weitere Anschuldigungen erhebt eine Studie amerikanischer Wissenschaftler. Sie werteten darin bisher unter Verschluss gehaltene Daten von Monsanto aus den 1970er und 80er Jahren aus.
Aus der Veröffentlichung geht hervor, dass Monsanto seine eigenen Studien zu Glyphosat verfälscht hat. Laut den Autoren hat der Konzern gezielt signifikante Hinweise auf Tumore vertuscht. Wenn das stimmt, dann hat Glyphosat seine Erstzulassung auf der Basis von verfälschten Studien erhalten. Die Autoren der Studie werfen Monsanto deshalb Betrug vor.
Wir fordern, dass dieser Sachverhalt umfassend geklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Glyphosat darf keine weitere Zulassung in der EU erhalten und muss sofort vom Markt genommen werden!
EU-Behörde ignoriert Hinweise auf krebserregende Wirkung von Glyphosat
Pestizid-Einsatz
Am Donnerstag veröffentlichte die europäische Lebensmittelbehörde EFSA ihre lange erwartete Stellungnahme zum Totalherbizid Glyphosat. Das Ergebnis ist skandalös: Die EFSA weigert sich weiterhin, die "wahrscheinlich krebserzeugende Wirkung beim Menschen" anzuerkennen.
Die Behörde will den Grenzwert für die maximale tägliche Aufnahmedosis sogar noch um 66 Prozent erhöhen! Diese Einschätzung ist absolut unverantwortlich, denn sie stützt sich auf eine Risikobewertung des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung, dem schwerwiegende Fehler bei der Auswertung von Studien nachgewiesen wurden.
Nach dem Abschluss der Bewertung durch BfR und EFSA liegt die Entscheidung über die Wiederzulassung nun in den Händen der Politik. Wir werden weiterhin alles daransetzen, um eine erneute Zulassung des gefährlichen Ackergifts zu verhindern!
Wir haben es satt: Auf die Straße für eine Agrarwende!
Wir haben es satt! Demonstration in Berlin
Ob es um gefährliche Pestizide wie Glyphosat geht oder um die unwürdigen Zustände in der Massentierhaltung: Wir haben es satt! Das Modell der industriellen Landwirtschaft hat abgewirtschaftet – es ist höchste Zeit für eine Agrarwende!
Agrar- und Ernährungspolitik müssen sich an den Interessen von Menschen, Tieren und Umwelt orientieren, nicht an den Profitinteressen der Konzerne. Wir wollen ökologisch hochwertige und gesunde Lebensmittel von Bauernhöfen mit fairen Preisen und Marktbedingungen weltweit!
Für diese Ziele gehen wir am 16. Januar 2016 in Berlin gemeinsam mit zehntausenden Bürgerinnen und Bürgern, Bäuerinnen und Bauern, ImkerInnen und GärtnerInnen, Tier- und UmweltschützerInnen auf die Straße. Bitte merken Sie sich diesen Termin schon jetzt vor.
Ihre Spende hilft, die Agrarwende Wirklichkeit werden zu lassen!
Mit unseren Infokampagnen, Online-Aktionen und der Großdemonstrationemo in Berlin machen wir Druck für die Agrarwende. Das können wir nur dank der regelmäßigen Unterstützung durch unsere Fördermitglieder. Hier können Sie schnell und unkompliziert spenden oder Fördermitglied des Umweltinstitut München e.V. werden. Jedes neue Fördermitglied erhält eine attraktive Prämie aus unserem Programm.
Wenn Sie bis 31. Dezember Fördermitglied werden, können Sie zusätzlich eine Woche Urlaub auf dem Bio-Bauernhof gewinnen!
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Alternativ können Sie auch schnell und bequem per PayPalspenden.
 Mit herzlichen Grüßen, Ihr
Unterschrift Harald Nestler
Harald Nestler
Vorstand
Termine
Vortragsreihe: "Konzerne auf Kaperfahrt"Unter dem Motto "Konzerne auf Kaperfahrt" informiert unser Referent Karl Bär über Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA. Die nächste Veranstaltung findet am kommenden Dienstag in Nordschwaben auf Einladung eines lokalen Bündnisses gegen Gentechnik statt.

Dienstag, 24. November, ab 19:30 Uhr im Gasthaus zur Wallfahrt in Wemding,
Landkreis Donau-Ries

Öffentlicher Erörterungstermin zum AKW-Neubau in Bohunice, Slowakei
Im Verlauf des grenzüberschreitenden Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung der Errichtung eines neuen Atomkraftwerks in Bohunice (Slowakische Republik) findet in München eine öffentliche Erörterung statt. Die Teilnahme ist für betroffene BürgerInnen aus Bayern/Deutschland möglich.
Mittwoch, 25. November, 11:00 Uhr (Einlass ab 10:45 Uhr)
Carl-Orff-Saal im Gasteig, Rosenheimer Str. 5, 81667 München

Fracking und seine Gefahren
Im Rahmen der "Ringvorlesung Umwelt" informiert unsere Referentin Franziska Buch über diese neue Methode der Öl- und Gasgewinnung und ihre Risiken. Wie Fracking auf das Klima, unsere Umwelt und die menschliche Gesundheit wirkt, ist ebenso Teil des Vortrags mit anschließender Diskussion wie der aktuelle Stand der Gesetzgebung in Deutschland und Europa.
Mittwoch, 25. November, 19:30 Uhr
Hauptgebäude der TU München, Arcisstr. 21, HS 2750

Podiumsdiskussion "Mordshunger" Bei den 8. Münchner Hochschultagen geht es dieses Jahr um das Thema "Klimagerechtigkeit". Besonders einladen wollen wir Sie zu einer Veranstaltung am Montag, den 30.11.: Nach einem kleinen Empfang stellt der luxemburgische Diplomat Jean Feyder sein Buch "Mordshunger" vor. Es geht darin darum, wie die reichen Länder vom Hunger in der Welt profitieren. Anschließend diskutiert Herr Feyder seine Thesen mit einem Vertreter des Bundsministeriums für Entwicklungszusammenarbeit und des Umweltinstitut München.

Montag, 30. November, Buchvorstellung ab 20:00 Uhr, Podiumsdiskussion ab 20:30 Uhr,
Ludwig-Maximilians-Universität München, Geschwister-Scholl-Platz 1
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BIC: BFSWDE33MUE
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Montag, 20. April 2015

AVAAZ: Monsanto gegen unsere Gesundheit


Monsantos Pflanzengift ist wahrscheinlich krebserregend - davor warnen führende Wissenschaftler gerade. Die Regulierungsbehörden der EU versuchen nun, auf diesen Befund zu reagieren, doch Monsanto setzt sich mit aller Kraft dafür ein, dass der Bericht widerrufen wird! Nur eine riesige öffentliche Kampagne kann dieses Gift vom Markt holen. Nehmen Sie an dem dringenden Aufruf teil:

unterzeichnen

Liebe Freundinnen und Freunde,

das weltweit am meisten genutzte Pflanzenschutzmittel ist wahrscheinlich krebserregend ― davor warnen führende Wissenschaftler gerade! Monsanto fordert nun, dass die Weltgesundheitsorganisation ihren bahnbrechenden Bericht widerruft, und könnte die Wissenschaft so zum Schweigen bringen. Doch Experten sagen, dass ein dringender Aufruf der Öffentlichkeit das verhindern kann.Dass die agrochemische Industrie unser undurchschaubares Zulassungssystem fest im Griff hat, ist allgemein bekannt. Doch jetzt haben wir eine einmalige Chance: In der EU wird Glyphosat offiziell überprüft und auch in Kanada, Brasilien und den USA finden ähnliche Prozesse statt. Die Niederlande, Sri Lanka und El Salvador ziehen sogar ein Verbot in Erwägung.
Die Gefahr ist eindeutig — dieses Gift wird in unseren Lebensmitteln, auf unseren Feldern, Spielplätzen und Straßen eingesetzt. Sorgen wir dafür, dass es vom Markt genommen wird. Unterzeichnen Sie den dringenden Aufruf und berichten Sie allen davon:

https://secure.avaaz.org/de/monsanto_dont_silence_science_loc_eu/?baLosfb&v=57284

Monsanto rüstet sich. Glyphosat ist die Grundlage für "RoundUp" — der Chemie-Pfeiler, auf den sich Monsantos Gentech-Imperium stützt. Es bringt jedes Jahr 6 Milliarden Dollar ein. Das Unternehmen behauptet, die WHO habe in ihrem Bericht Studien ignoriert, die die Unbedenklichkeit von Glyphosat belegen. Doch diese 17 Wissenschaftler sind keine Narren — sie gehören zu den besten Onkologie-Experten der Welt! Sie haben sich umfassend mit unabhängigen Studien befasst und dabei Studien von Unternehmen ausgelassen, die die Zulassung ihrer Produkte bezwecken wollten.Die Regulierungsbehörden berufen sich hauptsächlich auf Tests von Unternehmen, die ihre Gifte auf den Markt bringen wollen! Entscheidende Befunde gelangen nicht an die Öffentlichkeit, weil sie “unter das Geschäftsgeheimnis fallen”. Bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit besteht das wissenschaftliche Gremium zu 58% aus Mitgliedern, die Verbindungen zum Sektor pflegen. Es ist verrückt, doch so sieht unser System nun einmal aus. Und gerade deshalb ist unser gemeinsamer Einsatz so wichtig, damit dieser entscheidende Bericht nicht ignoriert wird.Einige Länder haben Glyphosat bereits verboten. Jetzt steht es in Kanada, Brasilien, der EU und den USA auf dem Prüfstand. Eine einmalige Gelegenheit also, weltweit das Blatt zu wenden.
Vor 50 Jahren war Monsantos Pestizid DDT überall. Doch dann zeigte das einflussreiche Buch "Der stumme Frühling", dass es Krebs auslösen könnte. Zehn Jahre später wurde es verboten. Wenn dieses Mittel tödlich sein könnte, sollten wir dafür sorgen, dass es nicht noch zehn Jahre auf dem Markt bleibt. Fordern wir jetzt dringende, vorbeugende Maßnahmen. Machen Sie mit und verbreiten Sie den Aufruf:

https://secure.avaaz.org/de/monsanto_dont_silence_science_loc_eu/?baLosfb&v=57284

Wir haben es schon mehrmals geschafft — wir haben dazu beigetragen, in der EU ein Moratorium für bienengefährdende Neonikotinoide zu erwirken und in Argentinien eine riesige Saatgut-Fabrik von Monsanto zu stoppen. Schützen wir jetzt unsere Gesundheit, damit wir nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen. Dies könnte ein Durchbruch für die sichere und nachhaltige Landwirtschaft sein, die unser Planet braucht.

Voller Hoffnung,

Bert, Marigona, Antonia, Oliver, Alice, Emily, Danny, Nataliya, Ricken und das ganze Avaaz-Team

Weitere Informationen:

Pflanzenschutzmittel unter Krebsverdacht (Deutsche Welle)
http://www.dw.de/pflanzenschutzmittel-unter-krebsverdacht/a-18333776

Höhere Krebsgefahr durch weltweit verwendetes Pestizid (Süddeutsche Zeitung)
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/glyphosat-hoehere-krebsgefahr-durch-weltweit-verwendetes-pesti...

Umstrittenes Pestizid Glyphosat - Verbietet es! (Taz)
http://www.taz.de/!156939/

Und auf Englisch:

Neue Studie weist auf Verbindung zwischen Glyphosat und Krebs hin (FT)
http://www.ft.com/cms/s/0/8b79a572-cf14-11e4-893d-00144feab7de.html#axzz3XOmCcv9c

Monsanto ersucht Rückzug eines Berichts, der Herbizid mit Krebs in Verbindung bringt (Reuters)
http://in.reuters.com/article/2015/03/24/monsanto-herbicide-idINL2N0WP0UM20150324

Seit langem freigegebener Unkrautvernichter nun bezweifelt (New York Times)
http://www.nytimes.com/2015/03/28/business/energy-environment/decades-after-monsantos-roundup-gets-an-all-clear-a-cancer-agency-raises-concerns.html

Der eigentliche Grund zur Sorge über Gentechnik (Mother Jones)
http://www.motherjones.com/tom-philpott/2015/03/bittman-right-its-not-gmos-its-how-theyre-used 




Avaaz.org ist ein weltweites Kampagnennetzwerk mit 41 Millionen Mitgliedern,
das sich zum Ziel gesetzt hat, den Einfluss der Ansichten und Wertvorstellungen aller Menschen auf wichtige globale Entscheidungen durchzusetzen. ("Avaaz" bedeutet "Stimme" oder "Lied" in vielen Sprachen). Avaaz Mitglieder gibt es in jedem Land dieser Erde; unser Team verteilt sich über 18 Länder und 6 Kontinente und arbeitet in 17 verschiedenen Sprachen. Erfahren Sie hier, etwas über einige der größten Aktionen von Avaaz oder folgen Sie uns auf Facebook oder Twitter.

Um Avaaz zu kontaktieren, antworten Sie bitte nicht auf diese E-Mail.Benutzen Sie stattdessen das Formular www.avaaz.org/de/contact?ftr oder rufen Sie uns an, unter: +1 1-888-922-8229 (USA).

Mittwoch, 25. März 2015

Krebsauslöser Roundup? - erstmals traut sich eine Studie das zu bestätigen

Thema: Gen-Technik
WHO-Studie bestätigt:
Roundup von Monsanto kann Krebs auslösen

"Schwerer Rückschlag für Monsanto: Ausgerechnet das bekannteste und profitabelste Produkt, das Pflanzengift Roundup, ist unter Krebsverdacht geraten. Eine WHO-Studie straft bisherige Studien Lügen und sieht die Möglichkeit eines Zusammenhangs von Roundup und Krebs. Bei Monsanto reagiert man ungewöhnlich nervös" schreibt Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Öfter schon haben Studien verschiedener Universitäten versucht die Gefährlichkeit des Unkrautvernichters Roundup zu belegen, aber umgehend kamen die Gegenattacken Monsantos.
Das wird diesmal wohl nicht so einfach sein. Die Studie stammt nämlich nicht von irgendwem, sondern von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und wurde auf der Website der International Agency for Research on Cancer, (IARC), gepostet, nachdem sie zuerst in der Fachzeitschrift Lancet Oncology veröffentlicht wurde. Die IARC ist eine in Lyon beheimatete Abteilung der WHO.

Untersucht wurden Personen in den USA, Kanada und Schweden seit 2001. Krankheitsfälle wurden vereinzelt im Zusammenhang mit Roundup festgestellt. Trotzdem reagiert Cheflobbyist Philip Miller panisch und kann sich “derart dramatischen” Abweichung von allen bisherigen “regulatorischen Schlussfolgerungen” nicht erklären.

Die Veröffentlichung kommt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, hat Monsanto doch schon damit begonnen in der Ukraine Anbauflächen aufzukaufen.

Dass Academi (bis 2009 Blackwater Worldwide, bis 2011 Xe Services LLC, seit 2014 Teil der Constellis Holdings), das größte US-amerikanische private Sicherheits- und Militärunternehmen zu einem großen Teil von Monsanto finanziert wird, vergrößert auch nicht gerade das Vertrauen zu dem Unternehmen. (Siehe hier, was Academi für ein Unternehmen ist). Ab und zu erfährt man, dass Academi nach vielen bekanntgewordenen Kriegsverbrechen in diversen Ländern, seit Mitte 2014 auch in der Ukraine ihr Unwesen treiben.

Mit der WHO hat Monsanto jedenfalls jetzt einen mächtigen Gegner, der es auch noch auf den Umsatzbringer Nr. 1, Roundup, abgesehen hat. Mit einigen Koffern voller Geld wird sich das Problem diesmal wohl nicht aus der Welt schaffen lassen, da wird es schon ganz anderer Lobby-Arbeit bedürfen.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Das ist neu: Monsanto warnt vor eigenem Produkt

Thema: Umwelt
Unerwartete Veränderungen bei Gen-Soja:
Monsanto warnt vor eigenem Produkt


Die Soja-Pflanze Intacta führt zur schnelleren Ausbreitung bestimmter Schädlinge. Dies zeigt eine Studie, an der auch Monsanto-Mitarbeiter mitgearbeitet haben. Die Europäische Lebensmittelbehörde hält die Gen-Soja für unbedenklich. Monsanto räumt ein, dass es bei Intacta „unbeabsichtigte Veränderungen bei den Pflanzenmerkmalen“ gäbe - und will sich mit der Warnung gegen Klagen absichern.

Monsanto hatte ursprünglich das Genmaterial der Pflanze so verändert, dass sie mit eigenem Gift Schädlinge abwehren kann und gegen Pflanzenschutzmittel immun ist. Es zeigte sich jedoch, dass etwa die Falterart Spodoptera eridania dank der gentechnisch veränderten Soja-Pflanze (MON 87701 × MON 89788) bessere Fortpflanzungsbedingungen findet. Bei der Soja-Pflanze Intacta verkürzte sich das Entwicklungsstadium als Larve „um zwei Tage und die Lebensdauer der männlichen Falter erhöhte sich um drei Tage“, heißt es in der Studie, die beim Fachjournal Bulletin of Entomological Research veröffentlicht wurde. „Unsere Ergebnisse sollen als Warnung angesehen werden“, dass die Population der Spodoptera eridania Falter auf Feldern mit der Sojabohne zunehmen kann, so die Forscher.

Trotz der warnenden Aussage der Studie ist es für Gentechnik-Experte Christoph Then nicht ungewöhnlich, dass ausgerechnet zwei Monsanto-Mitarbeiter an der warnenden Studie mitgewirkt haben. „In diesem Fall geht es wahrscheinlich darum, dass Monsanto versucht, Klagen von Landwirten, die einen wirtschaftlichen Schaden erleiden können, vorzubeugen“, sagte Then den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Then ist Geschäftsführer des Institutes für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie, Testbiotech. „Hätten sich hingegen Risiken für Mensch und Umwelt gezeigt, wären die Ergebnisse wohl kaum veröffentlicht worden“. Und so heißt es außerdem in der Studie: „(…) es sei weniger wahrscheinlich“, dass diese Auswirkungen auf die Falter von dem Gift der Pflanze selbst kommen. Eher seien diese Ereignisse indirekt auf „unbeabsichtigte Veränderungen bei den Pflanzenmerkmalen“, die nach der Genmanipulation aufgetreten sind, zurückzuführen.

In der EU kann die Monsanto-Soja Intacta in Lebensmitteln und Futtermitteln eingeführt werden. Zwar gibt es hierzulande nicht die in der Studie erwähnte Falterart, aber mögliche unvorhergesehene Auswirkungen sind dennoch nicht auszuschließen. Denn die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA prüfe oft nur ‚nach Augenschein‘, sagt der Gentechnik-Experte Then. „Ihre Prüfrichtlinien sehen beispielsweise keine Fütterungsversuche mit den gentechnisch veränderten Pflanzen und keine systematische Untersuchungen der Auswirkungen auf die Umwelt vor.“

Signifikante Veränderungen in den Inhaltsstoffen der Pflanzen, wie sie auch bei der Gentechnik-Soja Intacta dokumentiert sind, würden in der Regel ohne weitere Untersuchungen als ‚biologisch nicht relevant‘ abgetan. Zudem haben die Zulassungsunterlagen der Firmen oft „nur einen sehr niedrigen Standard und werden ohne Kontrolle durch unabhängige Experten“ erstellt, so Then zu den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Man benötige „strengere Prüfrichtlinien“, „unbeabsichtigte Veränderungen in den Inhaltsstoffen der Pflanzen hinsichtlich ihrer Ursache und ihrer möglichen Auswirkungen“ müssten viel genauer untersucht werden.

Neben den gentechnisch veränderten Pflanzen stehen auch andere Produkte von Monsanto immer wieder in der Kritik. Ein Bestandteil von Roundup, eines der meistverkauften Pflanzenschutzmittel weltweit, soll einer Studie zufolge für den weltweiten Anstieg der Darm-Erkrankungen verantwortlich sein. Doch diese Studie und auch Berichte von so genanntem Super-Unkraut, dessen Ursprung auf Roundup zurückgeht, konnten den Siegeszug von Monsanto bisher nicht aufhalten. Das Unternehmen baut sein Monopol aus, notfalls staatlich gefördert.

Zusammen mit Testbiotech und dem Europäischen Netzwerk kritischer WissenschaftlerInnen (European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility, ENSSER) reichte Then 2013 Klage gegen die Zulassung von Intacta ein. Doch schon jetzt stehen neun andere gentechnisch veränderte Pflanzen kurz davor, in der EU sogar angepflanzt werden zu können, so der Bund für Ökologische Lebensmittelwirtschaft.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

Roundup sagt:
Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass Roundup und seine Hauptkomponente Glyphosat strikten Gesundheit- und Sicherheitstests unterliegen, so wie alle Pestizide in Europa. Sie können die vollständige Berichte der verantwortlichen Berichte hier finden:
http://www.glyphosat.de/behoerdliche-stellungnahmen/behoerdliche-stellungnahmen?apl=N%3B
und weitere Informationen über die Bewertung der Risiken finden Sie hier:
http://www.glyphosat.de/antworten-auf-haeufige-fragen/stellt-glyphosat-ein-risiko-fuer-die-menschliche-gesundheit-dar?apl=N%3B

Schnatterfleck von Ringelwarz sagt:
Man mache einfach eine deutschlandweite oder EU-weite Volksabstimmung, so wie sich das in einer richtigen Demokratie gehören würde, und der ganze Scheiß würde sich von alleine erledigen. An solchen Themen sieht man immer wieder, dass man als Bürger eigentlich nichts zu sagen hat.

Schnatterfleck von Ringelwarz sagt:
Neben dem bekannten Effekt einer bestimmten Rapssorte auf Wildtiere, dem Mechanismus, dass patentierte genmanipulierte Pflanzen und das passende Pestizid eine Art Kombipack bilden, der die bisher freien Landwirte in eine Art Saatgut-Sklaven verwandelt, vermag die Gentechnik noch Einiges mehr:
So kann man die Pflanzen bestimmte Inhaltsstoffe bilden lassen, die sie in der Natur so nie bilden würden, und damit bestimmten Mangelerkrankungen eventuell vorbeugen.
Andersherum ließe es sich dies natürlich auch als sehr subtile Waffe einsetzen. Milzbrand und Kartoffelkäfer waren gestern.

fuzzy sagt:
Aktuell wird im Alpenraum ein Rindersterben beobachtet. So wie es aussieht, könnte es mit Gen-Soja u. Glyphosat zu tun haben. Biohöfe sind nicht betroffen.

argus germanicus sagt:
Chronologie der (dummen) menschlichen Gier:
Bis vor ca. 50 Jahren: Herkömmliche Feldbewirtschaftung mit geringen, aber hochwertigen Erträgen durch natürliche Kreislauf-Düngung (Gülle, Feldabfälle etc.)
Danach “intensive Bewirtschaftung” mit verstärktem Einsatz von Kunstdünger. Dadurch mineralische Auslaugung der Böden, stark sinkendem Mineralstoffgehalt der Feldfrüchte und zunehmende Unkrautprobleme!
Aktuell: Genetisches Herumgepfusche an der Schöpfung!
Dadurch Einsatz von hochproblematischen Pestiziden mit unkalkulierbaren Langzeitrisiken möglich, Umweltprobleme, sowie diverse gesundheitliche Unverträglichkeiten bis hin zu Krebs durch diese Frankenstein-Pflanzen selbst!
Wahrlich – wir haben schon viel erreicht ...

jumbing sagt:
Diese (und andere) Konzerne sind über ihre Lobbyarbeit maßgeblich an der Ausgestaltung der entsprechenden Gesetze beteiligt und die werden von willfährigen Abgeordneten abgenickt . Dies nennt sich dann lt. unserer Heilsbringerin Merkel “marktkonforme Demokratie”.

Nemo sagt:
Der Film ” Monsanto – Mit Gift und Genen ” sollte Pflicht sein, vor allem für EU – Parlamentarier. Monsanto, Synergie, Dupont und BASF sind Weltweit die einzigen Unternehmen die Genmanipulierten (GMO’s) Mais, Soja und auch Baumwollpflanzen verkaufen. Diese 4 Unternehmen versuchen Patente auf jedes Saatgut und auch auf Nutztiere zu bekommen.
Monsanto, Synergie und BASF sind US – Unternehmen
Dupont ist ein Schweizer Unternehmen
Man stelle sich mal vor, 4 Unternehmen auf unserem Planeten kontrollieren alle Nahrung durch Patente auf Saatgut und Nutztiere!
Das 80% der europäischen Bevölkerung GMO’s ablehnt interessiert unsere Volksvertreter nicht!
Das ist das angestrebte Ziel dieser Unternehmen.