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Samstag, 19. September 2015

campact - Ein unmenschlicher Plan

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Flüchtlinge
19.09.2015 - Abonnent/innen: 1.665.204
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Dieser Plan macht obdachlos

Innenminister Thomas de Maizière will hunderttausende Flüchtlinge auf die Straße setzen. Bereits für Donnerstag hat er ein entsprechendes Gesetz angekündigt. Aber die SPD zögert. Helfen Sie, den Widerstand in der Koalition zu stärken und die Pläne zu stoppen.
Unterzeichnen Sie hier unseren Eil-Appell...

Liebe Leser,

es sind Menschen in größter Not, die bei uns Schutz suchen: Sie fliehen vor dem Bürgerkrieg in Syrien, vor dem Terror des Islamischen Staates, vor willkürlichen Verhaftungen in Eritrea.

Geht es nach den Plänen von Innenminister Thomas de Maizière, CDU, landen viele dieser Menschen bald auf der Straße. Er will hunderttausenden Asylbewerber/innen in Deutschland die Leistungen streichen, wenn sie auf ihrer Flucht zuerst ein anderes EU-Land betreten haben. Sie bekämen nur eine Wegzehrung und eine Rückfahrkarte in dieses Land, zum Beispiel nach Ungarn. Die Süddeutsche Zeitung nennt es „die schärfsten Leistungseinschränkungen für Flüchtlinge, die es in der Bundesrepublik je gab.“

Schon Donnerstag will de Maizière das Gesetz auf dem Flüchtlingsgipfel von Bund und Ländern präsentieren. Doch Sozialministerin Andrea Nahles lehnt die Pläne laut einem Zeitungsbericht ab. Nun kommt es auf Bundeskanzlerin Merkel an: Will sie eine Politik mit freundlichem Gesicht oder steht sie für eine Politik, die die Menschenwürde mit Füßen tritt? Die Entscheidung ist offen.

Wenn die Regierung in der nächsten Woche über das Gesetz berät, wollen wir verhindern, dass Merkel die Pläne von de Maizière unterstützt – und Andrea Nahles in dem Konflikt mit 100.000 Unterschriften den Rücken stärken. So können wir die massenhafte Obdachlosigkeit von Flüchtlingen noch verhindern.

Helfen Sie mit!

Eine Welle der Hilfsbereitschaft geht durch Deutschland: Fast überall empfangen die Bürgerinnen und Bürger Flüchtlinge mit offenen Armen, spenden Nahrungsmittel und Kinderwagen, packen mit an. Mehr als 180.000 Menschen haben unseren Appell gegen rechte Gewalt unterzeichnet und gezeigt: Die Menschenfeinde sind die Minderheit.

Streicht die Regierung nun hunderttausenden Flüchtlingen die Hilfen, tut sie genau das, was die Rassisten wollen: Sie setzt voll auf Abschreckung. Das ist nicht nur menschenverachtend – sondern löst auch die Krise kein bisschen. Denn mit der Aussicht, von der ungarischen Regierung mit dem Schlagstock ins Gefängnis geprügelt zu werden, werden sich die meisten für ein Leben auf Deutschlands Straßen entscheiden.

De Maizière steht zur Zeit massiv unter Druck. Das Bundesamt ist bei der Bearbeitung der Asylanträge völlig überfordert. Die unbearbeiteten Asylanträge stapeln sich zu Hunderttausenden. Doch anstatt seine Arbeit zu machen, versucht de Maizière die Asylbewerber/innen jetzt mit der Brechstange loszuwerden – und setzt schutzsuchende Frauen, Männer und Kinder einfach auf die Straße.


Dabei ist die Situation nicht beispiellos: 400.000 Menschen haben seit Jahresbeginn in Deutschland Schutz gesucht – mehr als in den vergangenen Jahren. Aber allein 1992 waren es 700.000, zwischen 1988 und 1993 haben wir mehr als 3,1 Millionen Menschen aufgenommen und nach dem Zweiten Weltkrieg haben wir es geschafft Millionen Kriegsflüchtlinge zu integrieren. Zweifellos große Herausforderungen – die wir aber gemeistert haben.

„Wir schaffen das“, haben auch Sigmar Gabriel und Angela Merkel unlängst betont. Und dafür geworben, dass Deutschland Menschen in Not sichere Zuflucht bietet. An diese Worte müssen wir die Regierung jetzt massenhaft erinnern – sonst droht das exakte Gegenteil.

Herzlich
Ihr Chris Methmann, Campaigner

PS: Polizisten, die Kinder mit Tränengas beschießen oder auf Wehrlose einprügeln. Diese verstörenden Bilder deuten an, wie die ungarische Regierung mit Flüchtlingen umgehen wird. Und genau dorthin sollen nach dem Willen des Innenministers viele der Flüchtlinge zurück. Das dürfen wir nicht zulassen!

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Donnerstag, 17. Oktober 2013

Armenhaus Europa: Millionen Menschen haben kein Geld für Lebensmittel

Thema: Armut

Die Finanzkrise hat dramatische Folgen für die gesamte europäische Bevölkerung. Die Lebenssituation hat sich in allen untersuchten Ländern verschlechtert, 120 Millionen Menschen sind armutsgefährdet. Auch in Deutschland wächst die Zahl der Notleidenden.

Was ist bloß aus Europa geworden?


Alltag in einer Berliner Suppenküche. Millionen haben im einstmals reichen Europa nicht mehr genug Geld, um sich Lebensmittel zu kaufen. (Foto. dpa)
Die Armen werden immer ärmer, große Teile des Mittelstands rutschen in die Armut und die Arbeitslosigkeit bei Jungen und Älteren steigt. Diese drei Aspekte hat die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) als Folgen der Finanzkrise festgehalten. Für die Studie wurden 42 Landesorganisationen befragt.

In den vergangenen drei Jahren stieg die Zahl jener, die mit Nahrungsmitteln versorgt werden müssen, in 22 europäischen Ländern um 75 Prozent. 43 Millionen Menschen können sich ihr Essen nicht mehr leisten, 120 Millionen sind armutsgefährdet, so die Studie. Dazu steigen die Kosten für den Lebensunterhalt schneller als die Löhne, vor allem für Essen und Energie, In Spanien beispielsweise, dass besonders hart von den Folgen betroffen ist, sind die Strompreise 2012 um unglaubliche 50 Prozent gestiegen.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist in vielen Ländern alarmierend, ein Viertel der untersuchten Länder zeigt dort katastrophale Statistiken. In Griechenland ist die Jugendarbeitslosenquote von 22,1 Prozent (2008) auf 55,3 Prozent (2012) gestiegen. Aber auch 50- bis 64-Jährige gelangen schneller in die Erwerbslosigkeit: Von insgesamt 2,8 Millionen Arbeitslosen im Jahr 2008 auf 4,6 Millionen im Jahr 2012.

Die nationalen Rotkreuz-Organisationen im Balkan, aber auch in Frankreich, Italien und Portugal berichten von einer neuen Gruppe Menschen, die um Hilfe fragen müssen: Arbeitende Familien, die sich am Ende des Monats nichts mehr zu essen leisten können. Viele Mittelklasse-Familien leben nur von Tag zu Tag und haben keine Möglichkeit, etwas zu sparen. Außerdem verringert sich die Anzahl jener, die zur Mittelschicht gehören. 2008 zählten in Rumänien 20 Prozent zur Mittelklasse, heute sind es nur noch zehn Prozent. Dasselbe gilt für Kroatien und Serbien.

In Deutschland sind ebenfalls die Folgen der Finanzkrise zu spüren. Eine Bertelsmann-Studie vom Dezember 2012 zeigt, dass die Mittelklasse von 65 Prozent im Jahr 1997 auf 58 Prozent im Jahr 2012 geschrumpft ist. 5,5 Millionen Deutsche haben ihren Mittelklasse-Status verloren und zählen jetzt zu den Geringverdienern. In derselben Zeitspanne wurde eine halbe Million Deutscher zu Großverdienern.

Das deutsche Rote Kreuz hat eine weitere Beobachtung gemacht: 45 Prozent der Arbeitsverträge die in Deutschland seit 2008 abgeschlossen wurden, sind so genannte Mini-Jobs – sehr oft ohne irgendeine sozialen Absicherung. Ein Viertel der arbeitenden Deutschen sind Niedriglohnverdiener und die Zahl jener, die sich mit ihrer Arbeit den Lebensunterhalt nicht mehr verdienen können, steigt kontinuierlich. Im August 2012 mussten fast 600.000 Deutsche trotz Sozialversicherung um zusätzliche Hilfe bitten, und 1,22 Millionen Deutsche können nicht durch ihre Arbeit alleine leben. Das alles in einem Land, dass nicht dafür bekannt ist, besonders hart von der Krise getroffen worden zu sein. Auch, weil es nur eins von fünf Ländern mit einer höheren Erwerbstätigenrate als vor der Krise ist.


Von Großbritannien bis Griechenland haben Obdachlose kein Dach über dem Kopf. Sie übernachten in alten Höhlensystemen, um sich vor der Kälte zu schützen. Die Kulturnationen kehren dorthin zurück, wo sie hergekommen sind. Eindrücke vom Ende der Zivilisation. 



Obdachlose suchen in Höhlen nach Übernachtungsmöglichkeiten. Von Großbritannien bis Griechenland leiden die Menschen in Europa unter der Armut. (Foto: dpa)
In Großbritannien müssen immer mehr Obdachlose unter freiem Himmel schlafen. Die Anzahl der Menschen, die in der freien Natur übernachten, ist in den vergangenen zwei Jahren um 31 Prozent gestiegen. Obdachlose in Stockport, Großbritannien, leben in einem Geflecht von stillgelegten Sandsteinhöhlen, um etwas geschützt zu sein, so die örtliche Obdachlosenhilfe. Doppelt so viele Menschen wie noch vor drei Jahren benötigen täglich Unterstützung, schreibt Globalresearch.

Wer nicht in der Unterkunft der Obdachlosenhilfe schläft, riskiere nachts sein Leben. Man komme zwangsläufig an gefährliche Orte oder in gefährliche Situationen. Viele Briten, die vor kurzem noch zur Mittelklasse gehörten, sind jetzt auf Unterstützung angewiesen, so die Wohlfahrt. Nach jahrelanger Arbeit haben sie mit dem wirtschaftlichen Abschwung in kürzester Zeit alles verloren.

In Großbritannien gibt es so viele Obdachlose wie seit fünf Jahren nicht mehr, wie offizielle Statistiken aufzeigen. 54.540 Haushalte sind obdachlos. 4.500 weitere leben in „Bed and Breakfast“-Unterkünften, diese Anzahl steigt jährlich, obwohl nur ein sechswöchiger Aufenthalt legal ist. Viele Familien leben seit mehr als einem Jahr in einem Zimmer, ohne Kochmöglichkeit und Gemeinschaftsbadezimmern auf dem Flur.

14 Prozent der Haushalte wurden weit weg von ihrem ursprünglichen Zuhause untergebracht, zum Teil in andere Kommunen. Das bedeutet für die Betroffenen, weite Arbeitswege und meistens weniger Kontakt zu Freunden und Familie. Die Obdachlosenhilfe spricht vom „Breaking Point“, an dem sich viele Familien befinden. Tausende Familien hätten den Kampf um ihr Zuhause schon verloren. 35 Prozent, also 8,6 Millionen Menschen, haben weniger als eine Monatsmiete sparen können, so dass im Fall von Jobverlust die sofortige Obdachlosigkeit droht, so die Hilfsorganisation.

In Griechenland sind in den vergangenen fünf Jahren 20.000 Menschen obdachlos geworden, vor allem in Athen. Die Hälfte habe Kinder, jeder fünfte einen Uniabschluss, berichtet Greekreporter. Viele von ihnen leben in Höhlen am Philopappos Hügel, gegenüber der Akropolis, wo täglich Touristen vorbeikommen. Ein Obdachloser erzählt, dass die Höhle zwar vor Kälte schützt, er sie wegen der vielen Ratten aber wieder verlassen habe.

Das sind die Geschichten, die das 21. Jahrhundert schreibt.

Wir leben in der Epoche von iPhone und Hybrid-Antrieb.

Und kehren zugleich dorthin zurück, wo wir herkommen.

Kultur-Raum Europa, welch eine Schande!

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN
und (hier)
Kommentare

Bauer sagt:
Massenelend dank Demokratie.
Herzlichen Dank an die Alliierten
und die dahinter stehenden Geldfürsten dieser Welt …

Jibriel sagt:
Und wer will noch weiter im Kapitalismus und den Konservativen Christen Parteien leben die und immer ärmer machen ? Leute wehrt euch . Helft einander aber wehrt euch geg. konservative Soziophatische Politik. Mindestlohn , Volksentscheide und ein Grundeinkommen – damit die Verteilung wieder gerecht wird . Seht euch um andere Länder stehen.uns Vorbild . Es ist kein Irrsinn , das wollen euch die Manipolitierten Medien nur einreden . Es gibt alternativen zu einem 80 Jahren CDU/ SPD . Es gibt alternativen. Wehrt euch .informiert euch . Tut was . Nicht andere Länder sind schuld , nicht die Mark wûrde uns retten . Deutschland schafft deine Demokratie ab . Wehrt euch .

khaproperty sagt:
Das sind in Europa vor allem die traurigen Ergebnisse Merkel´scher Euro-Politik zusammen mit anderen Euro-kraten und Brüssel.

Zwar in Deutschland noch nicht verbreitet sichtbar, wenn auch schon vorhanden, fällt die Armut überall in Familien ein, die unter dem Euro schwer zu leiden haben und noch künftig leiden werden.

Daß die Energiepreise wegen einer völlig verfehlten EEG-Polemik, manche sagen: -Politik, dazu weiterhin beitragen, ist evident und von Merkel zu verantworten.

So ist zu erwarten, daß auch Deutschland – wenn auch erst später – sich zu den Armenhäusern Europas wird zählen lassen müssen.

Nur die Abschaffung des Euro kann daran noch etwas ändern – hoffentlich.

Heinz sagt:
Schon richtig, aber die Mehrheit der Deutschen scheint das nicht zu wollen oder zu verstehen. Wir haben damals den Kopf geschüttelt, wie ein Land einen Präsidenten wie Georg W. Bush wiederwählen konnte, aber Deutschland scheint genauso blöd zu sein…

Windhäuser Christa sagt:
da hast du völlig recht