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Sonntag, 26. Oktober 2014

die Energieversorgung im Winter könnte in der EU gefährdet sein

Thema: Kalter Krieg
Putin bestimmt den Preis
Merkel wird nervös: Ukraine-Streit bedroht Deutschland in der Heiz-Saison

Angela Merkel räumt erstmals ein, dass die Energieversorgung im Winter in der EU gefährdet sein könnte. Wenn die Ukraine nicht bald eine Lösung mit Russland im Gasstreit findet, will Merkel keine Rücksicht mehr auf Kiew nehmen. Es dürfte ihr nämlich schwerfallen, den Deutschen zu erklären, warum sie im Winter in kalten Wohnungen sitzen müssen. Der Streit wird nun immer teurer - für die Steuerzahler in Europa.

Das deutsche Vabanque-Spiel mit den Russen scheint Bundeskanzlerin Angela Merkel nun doch etwas über den Kopf zu wachsen: Bisher war die Kanzlerin dem US-Kurs gefolgt und hatte auf strikte Konfrontation mit Russland gesetzt. Doch die Politik der Ukraine scheint den EU-Strategen zunehmend zu entgleiten. Damit steigt das Risiko, dass Russland seine Gaslieferungen nach Europa drosselt, und Haushalte und Unternehmen tatsächlich die Folgen eines geopolitischen Konfliktes am eigenen Leib zu spüren bekommen.

Am Freitag fand Merkel daher erstmals harte Worte für die Ukraine: Sie sagte, so Bloomberg, zu Reportern: „Wenn Europa selbst leiden sollte, weil es keinen Vertrag zwischen Russland und der Ukraine gibt, dann würden wir kein Gas mehr in die Ukraine umleiten – weil dann Europa natürlich alles Gas selbst brauchen würde“.

Das ist ein bemerkenswertes Eingeständnis: Denn Merkel räumt damit ein, dass die „Verhandlungen“ zwischen der von der EU gestützten Regierung der Ukraine und Russland wenige Wochen vor Wintereinbruch in einer Sackgasse stecken. Und dass, wenn sich nicht bald etwas bewegt, das bisher Undenkbare möglich wird – dass nämlich sogar die Deutschen eine Drosselung der Gaslieferungen aus Russland zu spüren bekommen könnten.

Damit macht Merkel klar, dass die EU-Politik in einer Sackgasse angelangt ist: Die EU bezieht 15 Prozent ihres Energiebedarf aus russischen Beständen, die über Pipelines in der Ukraine nach Europa geleitet werden.

Bisher hatte die EU versucht, die Russen auszutricksen, indem man einfach Erdgas, das für die EU bestimmt war, in die Ukraine zurückgeleitet hatte. EU-Kommissar Günther Oettinger hatte diese von den Russen als Vertragsbruch gewertete Methode mit einem sorglosen Einkauf im Supermarkt verglichen: Auch dort könne man nach dem Kauf mit den Waren machen, was man wolle.

Was Oettinger, der stets von Steuergeldern gelebt hat, nicht verstanden hat: Wenn man permanent Waren aus einem Supermarkt kauft und vor dessen Haustüre verschenkt oder als Zwischenhändler mit anderen Bedingungen verhökert, wird der Supermarkt einem weltfremden Geschäftsmann wie Herrn Oettinger nichts mehr verkaufen.

Genauso haben die Russen reagiert: Sie bestehen darauf, dass die Ukraine die Rechnungen bezahlt.

Weil aber die Ukraine pleite ist, haben sich Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko darauf geeinigt, dass die EU die Schulden der Ukraine bezahlen soll. Angela Merkel hat dem zugestimmt und nennt die Übernahme durch die europäischen Steuerzahler nun „Brückenfinanzierung“.

Die ukrainischen Regierung hat darauf begonnen, das Geld der EU mit vollen Händen zu verteilen: Übergangspremier Arseni „Jaz“ Jazenjuk hat angekündigt, dass die EU der Ukraine 2 Milliarden Euro zugesagt hatte. Beim EU-Gipfel hat sich am Freitag Präsident Barroso verärgert gezeigt und gesagt, die EU habe vorerst nur eine Milliarde Euro zu vergeben.

Doch die Ukraine macht in Erwartung des umfassenden Bailouts durch die EU keinerlei Anstalten, die Verhandlungen mit Russland so zu führen, dass auch Kiew einen Beitrag leistet. Der slowakische Premier hat deshalb bereits die Fassung verloren und Kiew vorgeworfen, keinen Beitrag zu leisten. Die Slowakei war als erster Staat von Moskau in die Mangel genommen worden: Russland hatte verlangt, dass die Slowakei die Umleitung von Erdgas in die Ukraine einzustellen habe, sonst werden die Verträge nicht verlängert.

Angela Merkel hat Deutschland und die EU in ein veritables Fiasko geführt: Russland wurde durch die Sanktionen in die Ecke gedrängt. Putin wird wegen der fortlaufenden Demütigungen aus dem Westen den Teufel tun: Eine Konsens-Lösung bekommen die von den Amerikanern ins Feuer geschickte EU-Politiker nicht mehr hin. Putin ist knallhart – auch weil er weiß, dass das russische Volk unter den Sanktionen leidet und nicht er selbst. Daher muss er eine politische Perspektive zeigen – und die heißt Härte.

Zugleich ist die ukrainische Regierung in einem unverändert desolaten Zustand. Das wird sich in den kommenden Wochen auch nicht ändern: Denn selbst wenn, wie erwartet, der neue Oligarchen-Block von Poroschenko die Wahl gewinnt: Bis eine neue Regierung steht, müssen die Verträge mit Russland geschlossen sein.

Sonst frieren im Winter tatsächlich bald die ukrainischen Bürger, die als völlig Unschuldige zu Geiseln ihrer verantwortungslosen Politiker geworden sind.

Oder die Deutschen frieren. Dazu wird es zwar nicht kommen.

Doch das Dumme für Merkel: Es liegt nicht mehr nur in ihrer Hand, den Preis zu bestimmen. Die Ukraine könnte zugleich versuchen, Gas von den über ihr Territorium laufenden Pipelines abzuzapfen – und es solcherart den Europäern vorzuenthalten. Solche Vorfälle hatte es in der Vergangenheit bereits immer wieder gegeben.

Russland hat natürlich kein Interesse, auf seinem Gas sitzen zu bleiben. Russland will den höchstmöglichen Preis. Putin weiß, dass die EU mit ihrem Assoziierungsabkommen quasi eine Patronatserklärung für die bankrotte Ukraine abgegeben hat. Er will Geld sehen – auch als Entschädigung für die Sanktionen. Die EU hat sich unter Merkels „Führung“ in eine unmögliche Situation manövriert. Den Preis zahlen, wie immer bei besonders visionären EU-Projekten, die Steuerzahler.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

Markus Nebel sagt:
Tja, das kommt halt davon, wenn man sich permanent in fremde Angelegenheiten einmischt, und munter an der Lunte zündelt. Für den entstandenen Schaden kann ja der dumme Steuerzahler aufkommen. Das Spielchen kennen wir ja bereits, und für Merkels Inkompetenz wurden wir ja auch reichlich zur Kasse gebeten. Aber trotzdem gibt es immernoch genug Blöde in diesem Land, die Merkel wählen. Wäre also gar nicht mal so schlecht, wenn die Deutschen im Winter etwas frieren.

Klärchen sagt:
Frau Merkel sollte doch endlich mal Jaz fragen, wo denn das Geld abgeblieben ist, was die ukrainischen Gaskunden bezahlt haben. Oder war Gas in der Ukraine kostenlos von allen Kunden zu beziehen? Wer in Deutschland seinen Strom oder das Gas nicht bezahlen kann, dem wird die Versorgung gekappt. Und davon gibt es genug. Frau Merkel, ich hätte auch gern eine kostenlose Versorgung! Ich muss nämlich meine Cents auch zweimal umdrehen, da ich unter dem Mindestlohn arbeite! Ich habe sie zwar nicht gewählt, doch sie sagten, sie sind die Kanzlerin aller Deutschen. Aber vielleicht ist ja diese Definition noch nicht geklärt und ihr Amtseid nicht in Frage gestellt.

EU-Kritiker sagt:
Es ist eine dreiste Falschmeldung, daß die Ukraine ihre Gas-Rechnungen nicht begleichen kann.
  1. haben die Bürger in der Ukraine mit Sicherheit Gas-Gebühren bezahlt.
  2. haben sich die jeweils herrschenden Politiker bereichert. Frau Timoschenko und die Oligarchen besitzen Milliarden €.
  3. Die USA haben im Februar 2014 die gesamten Goldvorräte der Ukraine in die USA gebracht. Der Wert des ukrainischen Goldes wurde auf ca. 45 Milliarden € geschätzt. Weiß das in Berlin wirklich niemand?
Da Frau Merkel wohl nicht nur aus Gesundheitsgründen völlig ungeeignet und überfordert ist, ihr Amt auszuüben, sollte sie sofort zurücktreten und mit ihr die gesamte Bundesregierung.
Deutschland ist noch nie so schlecht und so verantwortungslos regiert worden wie jetzt!

Rob T. sagt:
Das sehe ich genau so, die Menschen in der Ukraine werden ihr Gas nicht unendgeltlich bekommen haben, also wo ist das Geld hin? Frau Merkel wird nicht erwarten können, dass die Menschen in Europa zahlen und nicht wissen, wo das Geld hinfliesst. Wir möchten keinen Völkermord, fianziell oder wie auch immer, unterstützen!
“Da Frau Merkel wohl nicht nur aus Gesundheitsgründen völlig ungeeignet und überfordert ist, ihr Amt auszuüben, sollte sie sofort zurücktreten und mit ihr die gesamte Bundesregierung.
Deutschland ist noch nie so schlecht und so verantwortungslos regiert worden wie jetzt!”
Auch das ist vollkommen richtig! Ich zweifel auch den Geisteszustand dieser Regierung an und spreche ihr mein absolutes und aufrichtiges Misstrauen aus!

Bürger 0816 sagt:
Ganz so viel Gold hatte sie dann doch nicht. Es waren 40 Tonnen in die USA geflogen worden und das dürften in etwa 1,2 Milliarden EUR sein. Ansonsten gebe ich ihnen aber in allen Punkten Recht. Da es leider noch genügend Schafe in unserem Land gibt, die Frau Merkel immer wieder wählen, wünsche ich mir eine Eskalation der Situation. Was nützt es, wenn wieder irgendein Kompromiss gefunden wird, bei dem wir Milliarden an Steuergeldern verschwenden? Der Normalbürger und Merkelwähler bekommt das nur indirekt mit, weil es ihm immer schlechter geht. Er sieht jedoch nicht den Zusammenhang zu Merkels Außenpolitik. Wir brauchen einen Gasmangel, damit Wohnungen kalt und Betriebe geschlossen bleiben. Dann wachen vielleicht mal mehr Leute auf und versagen ihr die Unterstützung.

Observer sagt:
Ihrem Kommentar ist im Grunde Nichts hinzufügen außer, dass “Deutschland” seit Kriegsende nicht regiert, sondern nach Vorgaben der Besatzer verwaltet wird. So läßt sich die Begründung des Handelns erklären!

Huga sagt:
Frau Nuland in einer Rede am 7.Oktober 2014 in der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität in Kiew : “Die Ukraine hat in diesem Jahr von den USA eine Finanzhilfe von 290 Millionen Dollar und eine Kreditgarantie über eine Milliarde Dollar erhalten. Und jetzt haben Sie auch das bekommen, wofür viele von Ihnen auf dem Maidan demonstriert haben: ein Assoziierungsabkommen mit der EU und ein umfassendes Freihandelsabkommen.”
Wenn diese Kredidgarantie gegeben wurde … kann sich jeder ausmalen wofür – ich denke für Waffen … und wer liefert ggf. gegen diese Kredigarantie Waffen ?
Jedenfalls ist nirgens die Rede davon das diese Kredidgarantie für Gas-Schulden bei Russland oder viele andere sehr notwendige Dinge in der Ukraine gegeben wurde.

Katharina vom Tanneneck sagt:
Es geht ja nicht nur darum, dass man vielleicht in der Wohnung friert. Es geht auch darum, dass die Heizungen dann kaputt sind und wer kann es sich leisten eine neue Heizung einzubauen für mehrere Tausend Euro!
Man sollte diese ganze Mischpoke zum Teufel jagen und nicht auch noch finanzieren mit Edelpensionen bis zum Rest ihres Lebens! Sie haben sich ihre Gesetze selber gemacht und wir Steuerzahler sind die Dummen!

Biene sagt:
Ja Frau Merkel. Sie werden wohl als schlechtester Politiker Deutschlands in die Geschichte eingehen. Jemand, der sich nicht darum kümmert, was das eigene Volk will und braucht und nur Stiefellecker für die Amerikaner spielt, sollte SOFORT ABDANKEN.
Unsinnige Sanktionen zu verhängen und die deutsche Wirtschaft in den Abgrund treiben, das kann sie. Unter hirnrissigen Gründen.
2. Sanktionen, weil Putin Truppen auf RUSSISCHEM GRUND stationiert hatte
3. Sanktionen wegen des Abschusses von MH17, obwohl schon damals klar war, dass dies eine False Flag Operation war und die Ukrainer selbst in zynischester und verbrecherischer Weise die Maschine abgeschossen hatten. Deshalb hatten Sie es ja wohl so eilig! Angst vor Aufdeckung?
4. Direkt nach der Vermittlung eines Waffenstillstands durch Putin.


Donnerstag, 17. Oktober 2013

Armenhaus Europa: Millionen Menschen haben kein Geld für Lebensmittel

Thema: Armut

Die Finanzkrise hat dramatische Folgen für die gesamte europäische Bevölkerung. Die Lebenssituation hat sich in allen untersuchten Ländern verschlechtert, 120 Millionen Menschen sind armutsgefährdet. Auch in Deutschland wächst die Zahl der Notleidenden.

Was ist bloß aus Europa geworden?


Alltag in einer Berliner Suppenküche. Millionen haben im einstmals reichen Europa nicht mehr genug Geld, um sich Lebensmittel zu kaufen. (Foto. dpa)
Die Armen werden immer ärmer, große Teile des Mittelstands rutschen in die Armut und die Arbeitslosigkeit bei Jungen und Älteren steigt. Diese drei Aspekte hat die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) als Folgen der Finanzkrise festgehalten. Für die Studie wurden 42 Landesorganisationen befragt.

In den vergangenen drei Jahren stieg die Zahl jener, die mit Nahrungsmitteln versorgt werden müssen, in 22 europäischen Ländern um 75 Prozent. 43 Millionen Menschen können sich ihr Essen nicht mehr leisten, 120 Millionen sind armutsgefährdet, so die Studie. Dazu steigen die Kosten für den Lebensunterhalt schneller als die Löhne, vor allem für Essen und Energie, In Spanien beispielsweise, dass besonders hart von den Folgen betroffen ist, sind die Strompreise 2012 um unglaubliche 50 Prozent gestiegen.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist in vielen Ländern alarmierend, ein Viertel der untersuchten Länder zeigt dort katastrophale Statistiken. In Griechenland ist die Jugendarbeitslosenquote von 22,1 Prozent (2008) auf 55,3 Prozent (2012) gestiegen. Aber auch 50- bis 64-Jährige gelangen schneller in die Erwerbslosigkeit: Von insgesamt 2,8 Millionen Arbeitslosen im Jahr 2008 auf 4,6 Millionen im Jahr 2012.

Die nationalen Rotkreuz-Organisationen im Balkan, aber auch in Frankreich, Italien und Portugal berichten von einer neuen Gruppe Menschen, die um Hilfe fragen müssen: Arbeitende Familien, die sich am Ende des Monats nichts mehr zu essen leisten können. Viele Mittelklasse-Familien leben nur von Tag zu Tag und haben keine Möglichkeit, etwas zu sparen. Außerdem verringert sich die Anzahl jener, die zur Mittelschicht gehören. 2008 zählten in Rumänien 20 Prozent zur Mittelklasse, heute sind es nur noch zehn Prozent. Dasselbe gilt für Kroatien und Serbien.

In Deutschland sind ebenfalls die Folgen der Finanzkrise zu spüren. Eine Bertelsmann-Studie vom Dezember 2012 zeigt, dass die Mittelklasse von 65 Prozent im Jahr 1997 auf 58 Prozent im Jahr 2012 geschrumpft ist. 5,5 Millionen Deutsche haben ihren Mittelklasse-Status verloren und zählen jetzt zu den Geringverdienern. In derselben Zeitspanne wurde eine halbe Million Deutscher zu Großverdienern.

Das deutsche Rote Kreuz hat eine weitere Beobachtung gemacht: 45 Prozent der Arbeitsverträge die in Deutschland seit 2008 abgeschlossen wurden, sind so genannte Mini-Jobs – sehr oft ohne irgendeine sozialen Absicherung. Ein Viertel der arbeitenden Deutschen sind Niedriglohnverdiener und die Zahl jener, die sich mit ihrer Arbeit den Lebensunterhalt nicht mehr verdienen können, steigt kontinuierlich. Im August 2012 mussten fast 600.000 Deutsche trotz Sozialversicherung um zusätzliche Hilfe bitten, und 1,22 Millionen Deutsche können nicht durch ihre Arbeit alleine leben. Das alles in einem Land, dass nicht dafür bekannt ist, besonders hart von der Krise getroffen worden zu sein. Auch, weil es nur eins von fünf Ländern mit einer höheren Erwerbstätigenrate als vor der Krise ist.


Von Großbritannien bis Griechenland haben Obdachlose kein Dach über dem Kopf. Sie übernachten in alten Höhlensystemen, um sich vor der Kälte zu schützen. Die Kulturnationen kehren dorthin zurück, wo sie hergekommen sind. Eindrücke vom Ende der Zivilisation. 



Obdachlose suchen in Höhlen nach Übernachtungsmöglichkeiten. Von Großbritannien bis Griechenland leiden die Menschen in Europa unter der Armut. (Foto: dpa)
In Großbritannien müssen immer mehr Obdachlose unter freiem Himmel schlafen. Die Anzahl der Menschen, die in der freien Natur übernachten, ist in den vergangenen zwei Jahren um 31 Prozent gestiegen. Obdachlose in Stockport, Großbritannien, leben in einem Geflecht von stillgelegten Sandsteinhöhlen, um etwas geschützt zu sein, so die örtliche Obdachlosenhilfe. Doppelt so viele Menschen wie noch vor drei Jahren benötigen täglich Unterstützung, schreibt Globalresearch.

Wer nicht in der Unterkunft der Obdachlosenhilfe schläft, riskiere nachts sein Leben. Man komme zwangsläufig an gefährliche Orte oder in gefährliche Situationen. Viele Briten, die vor kurzem noch zur Mittelklasse gehörten, sind jetzt auf Unterstützung angewiesen, so die Wohlfahrt. Nach jahrelanger Arbeit haben sie mit dem wirtschaftlichen Abschwung in kürzester Zeit alles verloren.

In Großbritannien gibt es so viele Obdachlose wie seit fünf Jahren nicht mehr, wie offizielle Statistiken aufzeigen. 54.540 Haushalte sind obdachlos. 4.500 weitere leben in „Bed and Breakfast“-Unterkünften, diese Anzahl steigt jährlich, obwohl nur ein sechswöchiger Aufenthalt legal ist. Viele Familien leben seit mehr als einem Jahr in einem Zimmer, ohne Kochmöglichkeit und Gemeinschaftsbadezimmern auf dem Flur.

14 Prozent der Haushalte wurden weit weg von ihrem ursprünglichen Zuhause untergebracht, zum Teil in andere Kommunen. Das bedeutet für die Betroffenen, weite Arbeitswege und meistens weniger Kontakt zu Freunden und Familie. Die Obdachlosenhilfe spricht vom „Breaking Point“, an dem sich viele Familien befinden. Tausende Familien hätten den Kampf um ihr Zuhause schon verloren. 35 Prozent, also 8,6 Millionen Menschen, haben weniger als eine Monatsmiete sparen können, so dass im Fall von Jobverlust die sofortige Obdachlosigkeit droht, so die Hilfsorganisation.

In Griechenland sind in den vergangenen fünf Jahren 20.000 Menschen obdachlos geworden, vor allem in Athen. Die Hälfte habe Kinder, jeder fünfte einen Uniabschluss, berichtet Greekreporter. Viele von ihnen leben in Höhlen am Philopappos Hügel, gegenüber der Akropolis, wo täglich Touristen vorbeikommen. Ein Obdachloser erzählt, dass die Höhle zwar vor Kälte schützt, er sie wegen der vielen Ratten aber wieder verlassen habe.

Das sind die Geschichten, die das 21. Jahrhundert schreibt.

Wir leben in der Epoche von iPhone und Hybrid-Antrieb.

Und kehren zugleich dorthin zurück, wo wir herkommen.

Kultur-Raum Europa, welch eine Schande!

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN
und (hier)
Kommentare

Bauer sagt:
Massenelend dank Demokratie.
Herzlichen Dank an die Alliierten
und die dahinter stehenden Geldfürsten dieser Welt …

Jibriel sagt:
Und wer will noch weiter im Kapitalismus und den Konservativen Christen Parteien leben die und immer ärmer machen ? Leute wehrt euch . Helft einander aber wehrt euch geg. konservative Soziophatische Politik. Mindestlohn , Volksentscheide und ein Grundeinkommen – damit die Verteilung wieder gerecht wird . Seht euch um andere Länder stehen.uns Vorbild . Es ist kein Irrsinn , das wollen euch die Manipolitierten Medien nur einreden . Es gibt alternativen zu einem 80 Jahren CDU/ SPD . Es gibt alternativen. Wehrt euch .informiert euch . Tut was . Nicht andere Länder sind schuld , nicht die Mark wûrde uns retten . Deutschland schafft deine Demokratie ab . Wehrt euch .

khaproperty sagt:
Das sind in Europa vor allem die traurigen Ergebnisse Merkel´scher Euro-Politik zusammen mit anderen Euro-kraten und Brüssel.

Zwar in Deutschland noch nicht verbreitet sichtbar, wenn auch schon vorhanden, fällt die Armut überall in Familien ein, die unter dem Euro schwer zu leiden haben und noch künftig leiden werden.

Daß die Energiepreise wegen einer völlig verfehlten EEG-Polemik, manche sagen: -Politik, dazu weiterhin beitragen, ist evident und von Merkel zu verantworten.

So ist zu erwarten, daß auch Deutschland – wenn auch erst später – sich zu den Armenhäusern Europas wird zählen lassen müssen.

Nur die Abschaffung des Euro kann daran noch etwas ändern – hoffentlich.

Heinz sagt:
Schon richtig, aber die Mehrheit der Deutschen scheint das nicht zu wollen oder zu verstehen. Wir haben damals den Kopf geschüttelt, wie ein Land einen Präsidenten wie Georg W. Bush wiederwählen konnte, aber Deutschland scheint genauso blöd zu sein…

Windhäuser Christa sagt:
da hast du völlig recht