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Samstag, 16. Juli 2022

Rubikon - Das Verbrechen an den Schwächsten

Das Verbrechen an den Schwächsten https://www.rubikon.news/artikel/das-verbrechen-an-den-schwachsten
Das Verbrechen an den Schwächsten
Unter dem Vorwand des Gesundheitsschutzes wird das Kindeswohl in Schulen systematisch gefährdet.
von Nina Sendling
Foto: Pixabay

„Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei. Darf man niemals quälen, gehn kaputt dabei.“ So sang es die DDR-Liedermacherin Bettina Wegner. Hinter ihrem einfühlsamen Lied steht die Erkenntnis, dass die Misshandlung von Kindern noch schlimmer sei als bei Erwachsenen, weil Erstere in ihren prägenden Jahren noch besonders verletzlich sind. Das stimmt sicher, interessiert aber die Corona-Regelmacher — und jene, die diese Regeln im Alltag an Kindern exekutieren — offenbar nur am Rande. Mit Maskenpflicht und kalten Klassenzimmern wurden Minderjährige nicht nur körperlich über Jahre gequält; noch schlimmer sind die seelischen Folgen, wenn Kinder mit absolut erbarmungslosen Erziehungsmethoden verunsichert, dressiert, gespalten und gebrochen werden. In den letzten Monaten war sogar in den Mainstreammedien zu lesen, dass die Coronamaßnahmen unseren Kindern geschadet haben. Aber wie sieht dieser Schaden genau aus? Und welche Erfahrungen haben die Kinder konkret gemacht? Die Autorin quittierte aus Gewissensgründen ihren Dienst in einer Schule. Hier berichtet sie über erschütternde persönliche Erfahrungen.


In diesem ganz bewusst persönlich gehaltenen Artikel möchte
ich einen Eindruck davon vermitteln. Ich war lange Jahre Sozialpädagogin an einer Grundschule in Süddeutschland. Bis ich mich nach fast zwei Jahren Coronazeit bis zum Burnout verausgabt habe bei dem Spagat, einerseits empathische Ansprechpartnerin für die Kinder bleiben zu wollen, und andererseits gegen meine pädagogischen und menschlichen Werte den Anweisungen der Schulbehörde folgen zu müssen.
Wie alles begann

Ich erinnere mich noch sehr genau, wann ich das erste Mal irritiert war. Obwohl zu der Zeit schon längst bekannt war, dass Kinder nur äußerst selten bis gar nicht an Corona erkranken, gab es von der Schulbehörde die Anweisung, dass die Kinder ab 6 Jahren mindestens zweimal in der Woche getestet werden sollten. Das Testen sei neben dem Impfen eine der wichtigsten „Strategien zur Pandemiebekämpfung“ hieß es in einer der regelmäßigen Propaganda-Mails der Schulbehörde.

Ich war verwirrt. Gesunden Kindern sollte permanent vermittelt werden, dass sie potentiell krank sein könnten?

  • Wieviel Vertrauen in den eigenen Körper geht dadurch verloren?
  • Was macht das mit dem selbstverständlichen Gefühl, gesund zu sein, was die meisten Kinder in dem Alter noch haben?
  • Wieviel an Schuldgefühlen und Verunsicherung löst es in Kindern aus, wenn sie hören, dass sie sich testen lassen müssen, um ihre Eltern und Großeltern nicht anzustecken?
  • Und wieviel Angst und Stress löst es in den Kindern aus, wenn ihnen die chemische Flüssigkeit über die Finger läuft und die Lehrerin sie hektisch zum Händewaschen schickt?

Zusätzlich las ich im Beipackzettel der Tests, dass sie nur im Labor und von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden dürfen.

In meiner anfänglichen Naivität schrieb ich einen Brief mit meinen Gedanken und Zweifeln an die Schulleitung mit der Bitte, mich vom Testen zu entbinden. Wo es bis dahin geheißen hatte, dass niemand zur Durchführung der Tests gezwungen werden würde, wurde ich nun „gebeten“, dass ich zumindest dabeibleibe, und es wurde mir die „geschulte“ Mutter eines Schülers zur Seite gestellt, die mir helfen sollte.

Dass dieses Vorgehen die Anforderung aus dem Beipackzettel nicht erfüllte, interessierte die Schulleitung nicht, aber so musste ich die Tests zumindest nicht mehr selbst durchführen. Ab da sah ich meine Aufgabe darin, die Kinder während des morgendlichen Testens mit Gesprächen in ihrer Gesundheit und ihrem Selbstwert zu bestärken und ihnen die Schuldgefühle zu nehmen.

Irritiert war ich auch, als es in der Antwort der Schulleitung hieß, die Kinder würden es ja so „gut und brav mitmachen“, dann könne es ja nicht so schlimm sein. Ich fragte mich, wo das pädagogische und psychologische Wissen der Schulleitung geblieben war?

Natürlich machen die Kinder es brav mit! Kinder tun sehr viel dafür, um Erwachsenen zu gefallen und sich ihr Wohlwollen zu erhalten. Ein psychologisches Prinzip, mit dem die Kinder schon früh sicherstellen, dass die Bezugspersonen sich ausreichend um ihre Grundbedürfnisse kümmern.

Wenn Kinder „brav“ sind, heißt das noch lange nicht, dass das, was wir mit ihnen tun, angemessen ist und sie keine Schäden davontragen.

Ganz im Gegenteil. Zusammen mit dem Lockdown im Jahr 2020, dem Fernunterricht, den fehlenden sozialen Kontakten, dem Bewegungsmangel, den ständigen Ermahnungen, Abstand zu halten, oder dem Maskenzwang selbst im Sportunterricht hatte ich schnell den Eindruck, dass hier eine systematische und geplante Kindeswohlgefährdung stattfand.

Besonders schwer erträglich war es, wenn eines der Kinder positiv getestet wurde. Dazu wurde uns vorher mitgeteilt, wir sollten sensibel damit umgehen und das Kind sofort isolieren, ohne dass die anderen Kinder das mitbekommen. Wie das mit 6- bis 10-jährigen Kindern in einem gemeinsamen Klassenraum möglich sein soll, wurde uns nicht mitgeteilt.

Das betreffende Kind musste sofort die Klasse verlassen und sich in eine weit entfernte Ecke des Flures begeben. Bis dahin flossen dann oft schon die ersten Tränen. Ihm wurde mit viel Abstand sein Schulranzen gebracht und die Eltern mussten das vollkommen gesunde Kind abholen und zum PCR-Test bringen, der meiner Erfahrung nach in 80 bis 90 Prozent der Fälle negativ war.

  • Wie sehr ängstigt es ein Kind, das plötzlich potentiell gefährlich für alle anderen in seiner Umgebung ist?
  • Wieviel Scham löst es bei Kindern aus, die derartig und völlig abrupt ausgegrenzt werden?
  • Wieviel Angst entsteht, nicht mehr zur Gruppe dazuzugehören?
  • Wieviel Frust und Wut kommt bei Kindern hoch, die sich darauf gefreut hatten, mit ihren Freunden den Tag zu verbringen?
  • Wieviel Einbruch des Selbstwertgefühles bedeutet es, wenn ein Kind der Klasse dasjenige ist, das an dem Tag sofort wieder nach Hause geschickt wird, ohne dass es krank ist oder Symptome hat?
  • Und wieviel Stress gibt es vielleicht in der Familie, weil seine Eltern extra deshalb von der Arbeit kommen müssen, um es sofort zum Arzt zum „großen Test“ zu bringen?

Das sind Schäden, die bei Kindern lebenslängliche Folgen haben können. Vieles von dem, was Kinder brauchen, um sich physisch, emotional und sozial gesund entwickeln zu können, war plötzlich nicht mehr existent im pädagogischen Alltag: Nähe, Kontakt, Spiel, Spaß, Bewegung, Lebendigkeit, spontane Ausgelassenheit.

Die meisten pädagogischen Werte für eine gesunde Kindesentwicklung waren plötzlich wie ausradiert aus den Köpfen der Erwachsenen und der Schulbehördenmitarbeiter, die uns in wöchentlichen E-Mails immer unlogischer werdende Anweisungen gaben.

Dadurch wurden die Kinder permanent mit Doppelbotschaften bombardiert, die selbst Erwachsene auf Dauer mürbe und unsicher machen können. Was macht so etwas dann erst mit den Kindern?

  • „Wir kümmern uns zwar darum, dass ihr euch wohlfühlt, aber ihr müsst frieren und notfalls in Winterjacken am offenen Fenster sitzen.“
  • „Ihr sollt hier in der Schule natürlich eure Freunde treffen, aber ihr müsst Abstand von ihnen halten.“
  • „Wir sorgen dafür, dass ihr in der Schule gut lernen und euch konzentrieren könnt, aber ihr müsst auf jeden Fall die Masken aufbehalten, auch wenn ihr damit keine Luft und nicht genug Sauerstoff zum Denken bekommt.“
Wieviel Leid können Kinder ertragen?

Eine regelrechte Zäsur war es für die Kinder, als die Maskenpflicht begann. Ich war entsetzt, dass selbst 6-jährige Kinder jetzt auch noch zum Maskentragen gezwungen wurden.

Die Stimmung in den Klassen verschlechterte sich schlagartig, und viele Kinder waren völlig verstört und wie gelähmt, als sie mir das erste Mal komplett maskiert gegenübersaßen. Das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Klassen ging massiv verloren, und die Leistungen und das Konzentrationsvermögen nahmen ab.

Mit der Zeit kamen Sprachstörungen dazu, weil eine normale Mundmotorik mit den Masken für die Kinder nicht mehr möglich war.

Das war dann auch die Zeit, in der die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder drastisch zunahmen. Einige der bis dahin fröhlichsten Kindern wurden in kürzester Zeit still und traurig, manche hatten ab da ständig Bauch-, Kopfschmerzen oder Schwindel und weinten regelmäßig in den Pausen, einige fingen an, Wutanfälle zu entwickeln, andere eine tiefe Resignation, viele wollten nicht mehr zur Schule gehen. Oft sagten mir die Kinder, dass sie uns Erwachsenen nicht mehr trauen und anfangen würden, uns regelrecht zu hassen, wenn wir sie zu Dingen wie Maskentragen oder Abstandhalten zwingen würden.

Wieder hatte ich Fragen über Fragen:

  • Was macht es mit Kindern, wenn sie in diesem frühen Alter schon das Vertrauen zu den Erwachsenen verlieren?
  • Wieviel Ohnmacht und Misstrauen entstehen dadurch?
  • Wieviel Zeit wird es brauchen, um die Wunden, die durch diese fürchterlichen Maßnahmen bei den Kindern entstanden sind, zu heilen?
  • Wird sich jemals jemand von den Verantwortlichen bei den Kindern entschuldigen für das immense Leid, was ihnen in der Schule zugefügt wurde?
  • Wer übernimmt die Verantwortung dafür, dass die Kinder um zwei Jahre ihrer Kindheit betrogen wurden?
  • Wer steht dafür gerade, dass diese Kindergeneration vom Lernstoff her circa ein Jahr zurückliegt?
  • Was macht das mit den Kindern in den nächsten Jahren, und was hat das für Folgen auf den weiterführenden Schulen?
  • Ist das noch Chancengleichheit?

Das erste Mal richtig schockiert war ich, als ein Kind weinend vor einer Lehrerin stand und ihr sagte, dass es mit der Maske keine Luft bekäme. Die Antwort war nur ein harsches „Du behältst die Maske auf, das ist sonst gefährlich“. Eine Antwort an ein 8-jähriges Kind, das sowieso schon traumatisiert war, weil es als Frühgeburt zur Welt kam und als Säugling lange mit einer Maske beatmet werden musste.

Das ist doch nur eine Kleinigkeit? Unser Unterbewusstsein vergisst solche einschneidenden Dinge nicht. Und je früher solche Erlebnisse geschehen, desto intensiver werden sie wie die Prägung einer Münze im Gefühlszentrum unseres Gehirns gespeichert und haben Einfluss auf unser Verhalten und Erleben. Für uns Erwachsene vermeintlich unbedeutend erscheinende Ereignisse richten bei Kindern oft nachhaltigen Schaden an. Ich habe das Kind dann mit in den Nebenraum genommen und es am offenen Fenster die Maske abnehmen lassen. In den folgenden Wochen war der Junge häufig krankgemeldet, weil er laut seiner Mutter plötzlich unerklärliche Ängste vor der Schule hatte.

Kommunikation mit den Kindern? Fehlanzeige!

Die Kinder wurden mit Ihren Nöten und Sorgen komplett alleine gelassen. Als ich merkte, dass die Kinder keinerlei Möglichkeiten zum Verarbeiten ihrer Erlebnisse hatten, fing ich mit ihnen Gespräche über den Sinn beziehungsweise Unsinn der Maßnahmen an, wenn ich mit ihnen alleine war. Die Erleichterung, dass zumindest ein Erwachsener offen und ehrlich mit ihnen umging, war immer deutlich spürbar, und die Kinder teilten ihre Sorgen, Fragen und Ängste.

  • „Wie lange dauert das alles noch?“
  • „Warum macht Frau Merkel sowas mit uns Kindern?“
  • „Wir wollen nicht mehr so behandelt werden von den Erwachsenen.“
  • „Ich will nicht mehr zur Schule gehen.“
  • „Warum macht ihr uns Angst, dass es meiner Oma wegen mir schlecht gehen könnte?“
  • „Meine Eltern streiten sich so viel, das macht mich traurig.“
  • „Wann können wir endlich alle Masken im Garten verbrennen?“
  • „Ich habe Angst, dass es nie wieder aufhört.“

Das sind nur einige der Fragen und Kommentare von 6- bis 10-jährigen Kindern, die sie an mich herantrugen. Keine meiner Kolleginnen traute sich, mit den Kindern über Corona zu reden, um sich nicht angreifbar zu machen. Und wenn ein Kind sich bei ihnen traute, eine Frage zu stellen, kam nur: „Das müssen wir so machen, Corona ist eine sehr schlimme Krankheit.“

Empathie gleich null

Am fassungslosesten war ich darüber, in welcher Geschwindigkeit die Kollegen und die Schulleitung ihre Empathie und die Fürsorgepflicht für die Kinder verloren beziehungsweise beides in Zeiten der Massenhypnose tief in ihr Unterbewusstsein verdrängt haben.

Oft genug war ich an das Milgram-Experiment erinnert, bei dem die Teilnehmer einer eingeweihten Testperson für falsche Antworten Elektroschocks geben sollten. All das „nur“ deshalb, weil eine Autorität im weißen Kittel stoisch wiederholte, dass sie weitermachen sollten.

Wie schnell es möglich ist, dass intelligente Menschen aufhören, selbst zu denken und Anweisungen zu reflektieren, wenn eine Autorität im Außen ihnen sagt, was sie zu tun haben! Die Schulbehörde hat es erlassen? Also stellen wir es nicht in Frage, selbst wenn es den Kindern schadet. Stattdessen erfinden wir lieber Argumente, die die Anweisungen der Behörde in einem guten Licht dastehen lassen und einem eingebildeten Schutz der Kinder dienen.

Hinzu kam die Angst, dass die eigene Schule ins Gerede kommen könnte, wenn es dort „zu viele“ Fälle gibt. Zusammen mit den eigenen Ängsten vor Corona entstand ein unheilvolles Gemisch, was das Verständnis für die Kinder, das pädagogische Wissen und den gesunden Menschenverstand völlig in den Hintergrund treten ließ.

Es ging sogar so weit, dass die eigene Empathiefähigkeit für die Kinder damit gleichgesetzt wurde, ein Coronaleugner zu sein. Das wollte natürlich niemand, also wurde die offensichtliche Kindeswohlgefährdung kurzerhand zum Tabu erklärt, damit die Welt wieder in Ordnung war. Wenn ich die Maßnahmen in den Teamsitzungen zum Thema machte, gab es als Reaktion meist noch nicht einmal eine Antwort, sondern nur eisiges Schweigen, bevor ohne Kommentar wieder zur Tagesordnung übergegangen wurde.

Bei einer Kollegin ging der Empathieverlust so weit, dass sie ein Mädchen, das aufgrund von Schmerzen bei einem vergangenen PCR-Test das morgendliche Testen verweigerte, in der Pause im Klassenraum einschloss. Die Begründung dafür war, dass sie draußen auf dem Schulhof andere Kinder anstecken könne.

Kinder einzusperren ist eigentlich in Schulen absolut tabu und verboten. Beim Mittagessen wurde es abseits von der Klasse alleine an einen Einzeltisch verbannt, und den anderen Kindern wurde untersagt, sich ihr zu nähern. In den Freistunden musste es der Kollegin mit FFP2-Maske und einem Abstand von zwei Metern hinterherlaufen wie ein Hund. „Damit Du niemanden ansteckst, wenn Du ungetestet bist“, hieß es.

Das Kind war 9 Jahre alt und hat drei Tage durchgehalten, bis sein Wille gebrochen war und es morgens weinend beim Testen mitgemacht hat. So wurde es nach seiner schmerzhaften Erfahrung mit dem PCR-Test ein zweites Mal traumatisiert.

Ich bin mir sicher, dass es an anderen Schulen ähnlich drakonische Maßnahmen gibt. Grausamer Alltag an Schulen im besten Deutschland aller Zeiten.

Als die Kollegin auf ihr Verhalten angesprochen wurde, verbat sie sich jeden Kommentar, denn sie sei ja schließlich die Lehrerin des Kindes und wisse am besten, wie man mit dem Mädchen umzugehen habe. Vom Direktor kam nur die hilflose Aussage: „Sie wird schon wissen, was sie tut.“

Für mich war damit die rote Line zum Kindesmissbrauch weit überschritten. Mit nichts, wirklich mit absolut gar nichts ist ein solches Verhalten von Erwachsenen Kindern gegenüber in der heutigen Zeit zu rechtfertigen. Besonders nicht von Menschen, die so viel Wissen über Entwicklungspsychologie und gesunde Kindesentwicklung haben sollten wie Fachkräfte an einer Schule.

Angste essen Seele auf

Wenn ich an all die furchtbaren Ereignisse der letzten zwei Jahre in der Schule zurückdenke, gibt es für mich ein Grundübel, eine Hauptursache, auf die sich dieses völlig irrationales Verhalten von eigentlich engagierten und kompetenten Kolleginnen zurückführen lässt: ANGST.

Angst vor Corona, Angst, eine andere Meinung zu haben, Angst vor einer Verurteilung von anderen Kolleginnen, Angst, seinen Beamtenstatus oder seine Arbeit zu verlieren, Angst, nicht mehr dazuzugehören, Angst, als Verschwörungstheoretiker oder Coronaleugner bezeichnet zu werden, Angst, anders zu sein als die anderen, Angst vor Autoritäten oder Angst, seinem Gefühl und seiner Intuition zu trauen.

Wenn wir nicht in der Lage sind, unsere persönlichen, die politisch geschürten, die kollektiven und sogar zum Teil die archaischen Ängste mit einem Minimum an gesunder Distanz zu reflektieren, dann entstehen diese völlig absurden Verhaltensweisen, die unschuldigen Kindern unumkehrbaren Schaden zufügen können.

Diejenigen Teilnehmer, die das Milgram-Experiment auch bei noch so viel Druck des Versuchsleiters nicht weiter mitgemacht haben, waren diejenigen, die in der Lage waren, ihr eigenes Verhalten empathisch zu hinterfragen, und als Folge den eigenen menschlichen und moralischen Werten und der Empathie einen höheren Stellenwert gaben als einer äußeren Autorität.

Selbstreflexion zusammen mit faktenbasiertem Wissen kann in diesem Sinne ein Schutz davor sein, den Kontakt zur eigenen Empathie und Menschlichkeit nicht zu verlieren und danach zu handeln.

Warum ich nicht früher gekündigt habe, werden sich manche Leser fragen?
Einerseits, weil ich jeden Tag wieder die Hoffnung hatte, dass der Spuk bald ein Ende hat. Ich konnte und wollte einfach nicht glauben, dass Kinder über längere Zeit derartig drangsaliert und regelrecht gequält werden. Und anderseits, weil ich es lange nicht übers Herz gebracht habe, diese großartigen Kinder mit ihrem Schrecken und den Traumatisierungen alleine zu lassen.

Heute kann ich sagen, dass ich meine Kündigung nicht einen Tag bereut habe, auch wenn mich noch einige Wochen Schuldgefühle plagten, weil ich die Kinder nicht mehr „beschützen konnte“.

Mittlerweile habe ich die Schuldgefühle, das Mobbing durch die gentherapierten Kollegen und die Hilflosigkeit, den Kindern nicht genug helfen zu können, verarbeitet und bin wieder gesund geworden.

All diejenigen, die in derselben Situation sind, wie ich es war, möchte ich bestärken, bewusst hinzufühlen, wo ihre persönliche rote Linie ist, und diese nicht zu überschreiten. Jeder und jede hat das Recht dazu.

Auch die Eltern von schulpflichtigen Kindern möchte ich ermutigen: Hinterfragen Sie die Maßnahmen weiter, fragen Sie Lehrer und Schulleitungen, wie sich die Maßnahmen und eine gesunde Kindesentwicklung miteinander vereinbaren lassen, und fragen Sie auch, ob und wie die Pädagogen all das mit ihrem Gewissen vereinbaren können.

Und vor allen Dingen: Reden Sie immer wieder mit Ihren Kindern über deren Gedanken und Gefühle, über ihre Sorgen und Ängste. Bestärken Sie sie in ihrem Selbstwert und vermitteln Sie ihnen, dass sie trotz der unsinnigen Maßnahmen genau so in Ordnung sind, wie sie sind.




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Nina Sendling,, Nina Sendling,,, Jahrgang 1964, war bis Mai 2022 als Sozial- und Traumapädagogin an Grundschulen tätig und arbeitet zukünftig als Lerntherapeutin in freien Praxen. Sie hat einen Elternratgeber für gesunden Babyschlaf veröffentlicht.
Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

Der Artikel ist erschienen bei :Rubikon-News

Freitag, 6. November 2020

Pressekonferenz mit internationalen Experten zur akuten Gesundheitsgefährdung durch Masken

Pressekonferenz mit internationalen Experten zur akuten Gesundheitsgefährdungdurch Masken Aufzeichnung der Liveübertragung vom 03.11.2020



BITTEL TV - DREIFACH ANDERS

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Kommentare

verena krause
Halleluja ! Endlich ein paar Mutige Menschen, die mit juristischer Unterstützung die Medien in ihre Pflicht nehmen! Halleluja!
Lisa Goldstein
Super argumentiert...bin sehr gespannt, was die ARD draus macht. Genau, es war keine Absicht ein ehrliches Interview zu machen, sondern der Gutachter sollte vorgeführt werden. Hat aber nicht geklappt...
Fabri Roncato
Ärztliche CME-Fortbildung "Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit: Keine Hinweise für eine Wirksamkeit" von Fr. Prof. Dr. med. Ines Kappstein herunterladen, ausdrucken und Ärzten und Lehrern geben: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-1174-6591.pdf
Emma Knightley
Der 'Journalist' hört gar nicht zu. Ihn interessieren nur Infos zum bashen und zum framen.

Freitag, 25. September 2020

Wer bezahlt die teure Masken-Beschaffung des Bundes?


Ein unglaublicher Vorgang was in Deutschland abläuft.

Ein Masken-Debakel bahnt sich an
Wer wundert sich noch über die Maskenpflicht?

Es ist wie bei der Schweinegrippe. Damals war es voreilig bestellter Impfstoff für Milliarden Euro, der anschließend für hunderte Millionen Euro vernichtet werden musste.
Die Einzigen, die an der Panik im ganz großen Stil Kasse gemacht haben, waren die Pharmakonzerne.
Gelernt hat man anscheinend nichts, denn es sind wieder die gleichen Personen verantwortlich und der Impfstoff, den es noch gar nicht gibt, ist auch schon bestellt.
Diesmal kommen zusätzlich noch Millionen nutzloser Masken hinzu, die das Ministerium bestellt hat, die geliefert wurden, deren Bezahlung aber verweigert wird.





Bezüglich der Maskenbestellung durch das Gesundheitsministerium gab es eine kleine Anfrage der Partei "Die Linke". Zum Ansehen bitte hier klicken

Sonntag, 16. August 2020

Rubikon - Befreit unsere Kinder!

Angeblich steigende Infektionszahlen dienen als Vorwand für die Gängelung und Gleichschaltung der jungen Generation.

von Max Stadler

Mehrere Gesundheitsämter drohen Eltern kleiner Kinder mit Kindesentzug, wenn angeordnete Quarantänemaßnahmen zu Hause nicht umgesetzt werden. Die Kleinen sollen allein in einem Zimmer isoliert werden, abgesondert vom Familienleben, separates Füttern ist aber erlaubt. Ob das Essen aus mehreren Metern in den Isolierraum geworfen werden muss oder ob man sich an Gefängnistüren mit Durchreiche orientieren soll, wird in den Schreiben der Ämter nicht präzisiert. Begründet werden diese Horrordrohungen mit steigenden Infektionszahlen im Land.


Seit Wochen und Monaten werden die Menschen mit
Horrormeldungen von steigenden Infektionszahlen bombardiert. Ein Rekord jagt den nächsten. Umfragen besagen, dass viele Menschen in Deutschland einen zweiten Lockdown für möglich, ja sogar für wahrscheinlich halten. Das mediale Dauerfeuer zeigt Wirkung. Besonders leiden nun die Kinder und Schüler hierzulande unter dieser Endlosschleife aus Panik.

Ab dieser Woche müssen Kinder von der 5. Klasse aufwärts in Nordrhein-Westfalen (NRW) an den Schulen ganztägig Masken tragen. Man mag sich das gar nicht ausmalen. Von früh bis spät vermummt, maskiert, unter einem Stofffetzen gefangen bei mehr als 30 Grad im Schatten. Die Funktion der Schule als sozialer Hort ist in Gefahr, ein Urwald aus Regeln und Vorschriften belastet die jungen Kinderseelen.

Ärzte und Verbände schreiben Offene Briefe, um vor den Gefahren dieses Vermummungszwangs zu warnen. Sie betonen die Unverhältnismäßigkeit der Maßnahmen. Doch bislang treffen sie mit ihren Einwänden bei den Behörden auf eine Mauer aus Beton. Viele Eltern fragen sich: Wie kann ich mein Kind vor diesem Wahnsinn schützen? Das Gefühl der Hilflosigkeit macht sich breit. Bei nicht wenigen schlägt diese Hilflosigkeit in Wut um.
Systematische Einschüchterung
Seit einer Woche vermeldet das Robert Koch-Institut (RKI), dass die Zahl sogenannter Infizierter in Deutschland täglich auf über 1.000 gestiegen sei. Man verschweigt dabei geflissentlich, dass die Zahl der Tests deutlich erhöht wurde.

Ebenso wenig verweist man auf die Unzuverlässigkeit jener Tests. Man scheint nur ein Ziel vor Augen zu haben, und dieses Ziel lautet: Einschüchterung und Gleichschaltung der Bevölkerung. Und das Mittel dazu ist die Zahl positiver Tests. Damit kann man manipulieren, Furcht schüren, Widerspruch im Keim ersticken.

Noch
Die Zeit der Virologen ist abgelaufen. Bald treten Statistiker in den Vordergrund, deren Zahlen die Phrasen der Politiker als das entlarven, was sie sind: ein verzweifeltes Klammern an die Macht.
Max Roser ist ein Ökonom und Statistiker an der Oxford Universität. In den vergangenen Jahren hat er soziale und gesellschaftliche Daten auf zahlreichen Feldern erfasst und verglichen. Aber nicht nur das, er hat auch die Website Our World In Data erstellt, mit der er eine riesige Menge an Informationen für jedermann — sowohl für Privatpersonen als auch für Medien — frei zugänglich gemacht hat. Our World In Data ist ein gemeinnütziges Projekt, das inzwischen unter anderem von der Bill & Melinda Gates Foundation und privaten Spenden über die Website unterstützt wird (1). Das Team hinter der Webseite besteht aus Wissenschaftlern. Die meisten von ihnen arbeiten an der Oxford Universität, aber einige kommen auch von anderen Universitäten und Institutionen aus der ganzen Welt.

In der folgenden aktuellen Grafik zeigen die Wissenschaftler anschaulich, wie die täglichen „Fallzahlen“ von Corona-Infizierten in der Tat steil ansteigen. Von knapp 100.000 auf inzwischen fast 300.000 pro Tag. Was aber ebenfalls sofort ins Auge sticht, ist die Tatsache, dass die täglich registrierten Todesfälle auf ungefähr derselben (niedrigen) Schwelle verharren.

Bild
Quelle:
https://ourworldindata.org/grapher/daily-covid-cases-deaths
Was können wir daraus ableiten?
  1. Die Testzahlen steigen weltweit. Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgegebene Losung „Testen, testen, testen“ wird umgesetzt. Auch in Deutschland wurden in den vergangenen Wochen mehr Tests durchgeführt. Die Gesamtzahlen der Testpositiven steigen. Es wurde schon viel über die Falsch-Positiv-Rate dieser PCR-Tests (PCR steht für Polymerase-Kettenreaktion) gesagt, aber selbst bei einer hundertprozentigen Verlässlichkeit leuchtet es vermutlich jedem ein, dass mehr Tests auch automatisch zu mehr „Funden“ führen. Ein exponentieller Anstieg der Tests führt zu einem exponentiellen Anstieg der Fälle.
  2. Die Quantität der schweren Verläufe von Covid bleibt weltweit in etwa konstant. Die Kurve — sofern man den knapp über Null zuckenden Strich so nennen kann — zeigt keine auffälligen Ausschläge nach oben. Wohlgemerkt: für alle Toten weltweit.
  3. Mehr Infizierte bedeuten nicht automatisch mehr Tote. Diese Feststellung mag banal wirken, ist jedoch derzeit die Hauptbegründung der sogenannten AHA-Maßnahmen (AHA steht für Abstand, Hygiene, Alltagsmasken). Wenn, wie die Grafik andeutet, inzwischen zahllose Infektionen harmlos verlaufen, wäre es da nicht angemessen, die Beschränkungen zur Sommerzeit aufzuheben, um eine möglichst schonende „Durchseuchung“ der Bevölkerung zu erlangen?
  4. Die Pandemie ist in Europa vorbei. Es ist Sommer, Atemwegserkrankungen sind in dieser Jahreszeit deutlich weniger gefährlich als im Winter. Kein Land meldet vermehrte Erkrankungen. Nur die Testpositiven nehmen zu.
Das Wohl unserer Kinder
Das Wohl unserer Kinder steht auf dem Spiel. In Deutschland haben sich die Leitmedien viel Mühe gegeben, den sogenannten Schwedischen Weg zu verunglimpfen und als verantwortungslos darzustellen. Völlig ignoriert wurde dabei, dass die schwedische Gesundheitsbehörde von Anfang an ein Hauptaugenmerk auf den Schutz der Psyche der Kinder gelegt hat. Für essenziell erachtete man dabei die Schulen.
Bis heute sind die Maßnahmen in Deutschland starr auf den Schutz der Alten und Vorerkrankten ausgerichtet, die sogenannte Risikogruppe. Die zukünftige Generation spielt ganz offenkundig eine nachgeordnete Rolle.
Eine vergleichende Studie zwischen Finnland und Schweden — Länder mit Schulsystemen, die sich in vielem ähnlich sind und die doch hinsichtlich der Schulschließung in den Monaten März bis Mai unterschiedliche Maßnahmen ergriffen haben — offenbart, dass es in der Altersgruppe der Ein- bis Neunzehnjährigen keinen Unterschied in der Auftretenshäufigkeit von bestätigten Covid-19 Fällen gibt. Schwere Erkrankungen mit intensivmedizinischer Versorgung sind in dieser Altersgruppe in beiden Ländern sehr selten, und es gibt keine Berichte über Todesfälle.

Untersuchungen zu Ausbrüchen in Finnland haben nicht belegt, dass Kinder viel zu Übertragungen beitragen. Und in Schweden zeigte eine vergleichende Studie über das Covid-19-Risiko für verschiedene Berufsgruppen kein erhöhtes Risiko für Lehrkräfte — ohne Masken und ohne Abstandsregeln.

In Schweden waren sowohl die Kindergärten als auch die Vor- und Primarschulen durchgehend offen, das heißt, Schüler bis 15 Jahren wurden weiter normal beschult. Erst ab der Sekundarschule (16 bis 19 Jahre) gab es Onlinekurse.

Begründet wurde dieses Vorgehen folgendermaßen: Schulschließungen können möglicherweise viele negative Auswirkungen haben, hauptsächlich im sozialen Bereich, aber auch solche sekundären Effekte, dass Eltern zu Hause bei ihren Kindern bleiben müssen. Dies könnte Personalengpässe verschärfen, beispielsweise in Krankenhäusern oder in anderen gesellschaftlich entscheidenden Bereichen.

Kinder scheinen allgemein sehr viel weniger von Covid-19 betroffen zu sein als Erwachsene. Sie werden nicht in dem Ausmaß wie Erwachsene schwer krank, und da sie weniger starke Symptome oder auch gar keine zeigen, könnten sie auch weniger ansteckend sein.

In Schweden führten diese Annahmen und Erwägungen über die negativen Folgen von Schulschließungen zu der Entscheidung, weder die Kindertagesbetreuung noch die Primarschulen zu schließen, als am 17. März die weiterführenden Schulen und die Universitäten geschlossen wurden.

In Finnland hingegen wurden am 18. März alle Schulen bis zum 13. Mai geschlossen, mit Ausnahme für die Schüler der Klassen 1 bis 3, die die Möglichkeit hatten, am regulären Unterricht in der Schule teilzunehmen, wenn ihre berufstätigen Eltern in sozial-entscheidenden Bereichen arbeiteten (18. März bis 13. Mai) oder wenn die Eltern die Teilnahme als notwendig erachteten (23. März bis 13. Mai). Allerdings wurde den Eltern von Kindern der Klassen 1 bis 3 empfohlen, ihre Kinder am Fernunterricht von zu Hause aus teilnehmen zu lassen.

Sowohl in Finnland als auch in Schweden gehen Kinder gewöhnlich ab dem Alter von zwei Jahren in eine Kindertagesstätte und in dem Jahr ihres sechsten Geburtstages in die einjährige Vorschule. Die Primarschule wird im Alter von sieben bis fünfzehn besucht, gefolgt von drei oder vier Jahren Sekundarschule.
In den meisten der von der Pandemie betroffenen Länder wurden die Schulen mit der Absicht geschlossen, die Kinder vor Ansteckung zu schützen, und um die Ausbreitung ganz allgemein zu reduzieren. Es wird behauptet, dass Kinder möglicherweise eine wichtige Rolle bei der Übertragung dieser Infektion spielen, insbesondere da sie gewöhnlich nicht sehr krank werden, aber dennoch eine hohe Virenlast haben können.

Die kumulierten Fallhäufigkeiten bei Schulkindern in Finnland und in Schweden sind ähnlich, obwohl Finnland im Gegensatz zu Schweden die Schulen für die meisten Kinder geschlossen hatte.

Schweden ist durch die Pandemie weitaus stärker betroffen als Finnland, aber dies bildet sich nicht in den Fallhäufigkeiten bei Kindern ab. Wahrscheinlich sind viele milde Fälle bei Kindern in Schweden nie entdeckt worden, da in den Kalenderwochen 12 bis 22 hauptsächlich Menschen getestet wurden, die stationär aufgenommen wurden.
Mittlerweile ist es offensichtlich, dass Kinder sehr viel weniger gefährdet sind, durch eine Infektion ernsthaft zu erkranken. Das bedeutet, dass es für Kinder weniger schädlich sein dürfte, die Schulen offen zu halten anstatt sie zu schließen.
Das Schließen oder Nicht-Schließen von Schulen hatte keine messbare direkte Auswirkung auf die Anzahl der bestätigten Fälle bei Schulkindern in Finnland oder in Schweden. Die schwedische Gesundheitsbehörde betont, man müsse die negativen Folgen von Schulschließungen stärker in den Fokus rücken.
Daten
Finnland: Anzahl der gemeldeten Fälle, Anzahl der Einweisungen in Intensivstationen, Anzahl der Todesfälle durch COVID-19 und kumulierte Auftretenshäufigkeit gemeldeter Fälle per 14. Juni 2020.

Bild
Einwohnerzahl aus Statistics Finland vom Dezember 2019
Schweden: Anzahl der gemeldeten Fälle, Anzahl der Einweisungen in Intensivstation, Anzahl der Todesfälle durch COVID-19 und kumulierte Auftretenshäufigkeit gemeldeter Fälle per 14. Juni 2020.

Bild
Einwohnerzahl aus Statistics Sweden vom Dezember 2019
Quellen und Anmerkungen
(1) https://ourworldindata.org/supporters





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Max Stadler Max Stadler, Jahrgang 1981, studierte Literaturwissenschaften und Geschichte in Straßburg, Uppsala und Freiburg. Seit 2006 ist er als freier Übersetzer und Autor tätig. Er ist unter anderem die deutsche Stimme des norwegischen Enfant terrible Matias Faldbakken sowie zahlreicher weiterer Autoren. Er hat Helene Hegemann ins Französische übertragen.
Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

Der Artikel ist erschienen bei :Rubikon-News

Donnerstag, 23. Juli 2020

Rubikon - Maskenball der Egozentrik

Dank Corona mutieren einige zu Seuchenschutz-Polizisten und Maskenpflicht-Blockwarten.
von Roberto J. De Lapuente

Schützen Sie Ihre Mitmenschen: So rief die Bundesregierung, riefen die Behörden von Anfang an auf. Denn das Anlegen einer Maske, so hieß es mit Einführung der Maskenpflicht, sei keine Schutzmaßnahme für einen selbst. Man tue es für die Anderen. Wer Maske trägt, sei deshalb ein Held, ein selbstloser Aktivist der Volkshygiene. Damit fühlten sich viele angesprochen, motiviert und deshalb schlicht gut. Diese uneigennützige Haltung scheint verflogen und sich ins Gegenteil verkehrt zu haben.

Wer mich töten will, den werde ich zuerst töten


„Sie gefährden mich, wissen Sie das eigentlich?“, das fragte neulich ein
Fahrgast mit Maske einen Fahrgast, der keine Maske trug. Die Frage war natürlich ein rhetorischer Kniff, der Maskierte wollte vom Unmaskierten ja nicht wirklich wissen, ob er das weiß oder nicht. Er fühlte sich bedroht, wähnte sich vermutlich gar in Lebensgefahr. Nach gesetzlicher Sachlage hatte er ja recht. Und wenn man recht hat, macht Maßregelung natürlich besonders Spaß.

Am selben Tag, als der Autor diese Szene in der Tram beobachtete, begegnete ihm im bekanntesten aller sozialen Netzwerke, ein anderer Maskenverpflichteter. Mindestens 20.000 Euro, besser aber noch 35.000 Euro Strafe für von der Maske nicht begeisterte Personen sollten es schon sein. Sie gefährdeten schließlich ihr Umfeld, nehmen deren Krankheit und auch Tod in Kauf. „Wer mich töten will, den werde ich zuerst töten“, schloss er seine Einschätzung und wanderte so von einer saftigen Geldstrafe gleich hinüber zur Lynchjustiz, als sei das dasselbe. Applaus war ihm natürlich sicher, endlich sagts mal einer.

Natürlich war das vollkommen überzogen, aber halt auch nicht ganz falsch, was er da absonderte. Denn er brachte das Gefühl des Augenblicks, den allgemeinen Corona-Zeitgeist auf einen dramatischen Punkt: So wie er ticken mittlerweile viele da draußen. Ich habe mir an einem schwülen Tag auf einer Straßenbahnfahrt neulich kurz die Maske runtergezogen, ich musste durchatmen, war verschwitzt unter dem Ding. Prompt schüttelten zwei Mitfahrer, die mir gegenübersaßen, verächtlich mit dem Kopf, während sie mich mit funkelnden Augen anstarrten. Sie fühlten sich offensichtlich von mir bedroht.
Maskierte Egozentrik
Es ging um ihre Gesundheit — meine zählte da nicht. Ja, ein bisschen zynisch gesagt: Sie trugen ihre Masken irgendwie nicht mehr nur für die Mitmenschen, sondern für sich selbst, sie wollten selbst geschützt werden. Der Maskenheld frönt nach Tagen der medialen Beschwörung in Wahrheit einem Maskenegoismus und zeigt daher nicht den Funken von Kulanz oder Nonchalance.

Schließlich geht es um seine Gesundheit, dass er ein Held sein soll, gilt nur zur Außendarstellung. Im regulären Umgang miteinander, draußen im Alltag, sieht die Sache weniger selbstlos, dafür viel egozentrischer aus. Dass der, der die Maske mal abzieht, durchatmet, sie vielleicht nicht ganz über die Nase trägt, ein ebensolcher Mensch ist, der auf seine eigene Gesundheit, seine eigene Befindlichkeit achtet, blendet diese Haltung aus. Der andere soll im Sinne eines selbstlosen Gemeinsinns maskiert sein, selbst ist er allerdings für sich selbst hinterm Stoff.

Solche Gedankenansätze liest man dann gar nicht mal so selten in den Netzwerken, wo der Aktivismus der Blockwarte zu neuen Höchstleistungen auffährt. Die schlimmsten Leute seien die, liest man da häufig, die die Maske nur tragen, weil sie sie tragen müssen. Das könnte man so übersetzen: Sie tun es nicht aus Leidenschaft, nicht gern — weil sie andere schützen dürfen. Sie tun es, weil man sie drängt. Der Maskenegoist schimmert bei solchen Einschätzungen deutlich durch, er fühlt sich vom streng bürokratischen Maskennutzer, der nur Dienst nach Vorschrift macht, bedroht. Weil nur ein glücklicher Maskenheld ist zuverlässig und schützt den Mitmenschen, also das besorgte Ego des Anderen, mit Freude.
Demaskierung: Es ist die Sprache der Unmenschen
Selbstverständlich kann man nun wirklich keinem vorwerfen, dass er aus selbstbezogenen Gründen an der Maskerade teilnimmt. Egoismus gehört ja auch zum Überlebensprogramm des Menschen, gar keine Frage. Was man aber schon hinterfragen sollte, sind die selbstlosen Interpretationen, die uns der propagandistische Alltag so vermittelt. Diese Heldenepen, die konstruiert werden, um etwaige Entwicklungen angenehmer, leichter vermittelbar zu machen.

Letzten Endes dienen sie ja nur den Selfie-Süchtigen, den Selbstoptimierern, jenen, die im Schaufenster des Eigenmanagements, bei Facebook, Instagram und Co., ein Image designen. Im egozentrischsten Medium der Welt wird Selbstlosigkeit als ein Skill gefeiert, als irgendwie coole Haltung. Als das Richtige, das Gute, das Wahre. Um das allerdings zu definieren, benötigt man den Kontrast, jene also, die falsch liegen, schlecht sind, Unwahrheiten verbreiten. Maskenabzieher, Durchatmer eben. Die, die man, wenn schon nicht physisch, so doch ideell töten muss, bevor sie einen selbst töten.

An dieser Stelle wird die Sprache und Geisteshaltung der neuen Unmenschen geprägt und entworfen. Die Sprache der Gut- und Bessermenschen, ja moralischen Übermenschen, die einer streng egoistischen Selbstdarstellungskultur folgen und die in einen menschlichen Akt wie das kurze Durchatmen, oder einem Handschütteln oder einer Umarmung, gleich einen unverzeihlichen Frevel hineininterpretieren. Insofern hat das heldische Maskieren sich auch gut in die Struktur der liberalen Egomanie eingebettet. Aus allem wird eine Show, wird ein Parameter zur Selbstdarstellung gemacht. Und nur durch die anderen fühlt man sich erst recht als sich von der Masse abhebendes Ich. Als großes Ego halt.




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Giorgio Agamben Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog ad sinistram. Seit 2017 ist er Mitherausgeber des Blogs neulandrebellen. 2012 wurde er Kolumnist beim Neuen Deutschland und seit 2018 schreibt er regelmäßig für Makroskop. De Lapuente hat eine Tochter und wohnt mit seiner Lebensgefährtin in Frankfurt am Main. Im März 2018 erschien sein Buch „Rechts gewinnt, weil links versagt“.
Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

Der Artikel ist erschienen bei :Rubikon-News

Dienstag, 7. April 2020

Regierung soll angeblich auf 50 Mio. Atemschutzmasken verzichten, da von AFD-Politiker angeboten.

AfD-Abgeordneter wollte Kauf von 50 Millionen Masken vermitteln

Wie RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland) am 03.04.2020 schrieb, wollte der AfD-Bundestagsabgeordnete Paul Hampel 50 Millionen Schutzmasken aus Hongkong vermitteln. Sie seien EU-zertifiziert und günstig zu bekommen.

Angesichts des großen Bedarfs an medizinischen Masken in der Corona-Krise versuchte der AfD-Bundestagsabgeordnete Paul Hampel, den Ankauf von 50 Millionen Masken aus Hongkong zu vermitteln. Der ehemalige Südostasien-Korrespondent hat nach eigenen Angaben am Mittwochnachmittag eine Email an Kanzleramtsminister Helge Braun geschickt, aber trotz zweimaliger telefonische Nachfrage bis Freitag keine definitive Antwort erhalten.

Es ist zu befürchten, dass sich die Bundesregierung verweigert, weil ein Abgeordneter der AfD den Einkauf organisieren kann, aber auch, dass der Deutschland wohlgesonnene Händler in Hongkong die Ware angesichts der weltweit großen Nachfrage bald anderweitig verkaufen wird.
Dann heißt es wohl wiedermal "Trump hat geklaut".

Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministerium sagte am Freitag lediglich, sie könne keine Aussage dazu treffen, wie hoch der Bedarf an Schutzausrüstung in den nächsten Wochen sein werde und wie lange die derzeit vorhandenen Vorräte ausreichten.

Quelle: https://www.rnd.de/politik/afd-abgeordneter-will-kauf-von-50-millionen-masken-vermitteln-SEQB7TFHCRHFDSQUVKWK2Y26LM.html