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Donnerstag, 28. Juli 2016

Anschlag in Ansbach - Mohammad D. erhielt wohl Anweisung von Unbekannt

Thema: Terror in Deutschland

Sieben Bluttaten in fünf Monaten in Deutschland

Angriffe mit Messern, Schusswaffen und Bomben – zwischen Februar und Juli kam es in Deutschland zu sieben gewaltsamen Vorfällen mit insgesamt 15 Toten.

AM 26. Februar griff ein 15-jähriges Mädchen im Hauptbahnhof von Hannover mit einem Messer zwei Polizisten an und verletzte einen der beiden schwer. Dies war der erste von sieben gewaltsamen Angriffen mit Anschlagscharakter in Deutschland in den letzten fünf Monaten.

Unter dem Begriff Anschlagscharakter sind in diesem Zusammenhang Angriffe gemeint, die im öffentlichen Raum stattgefunden haben, bei denen mehrere Personen verletzt wurden. Dazu kommt die in einer ersten Phase nicht ersichtliche Motivation, ob es sich um einen Amoklauf, einen Angriff mit terroristischem Hintergrund oder eine andere Form von Attacke, zum Beispiel ein Beziehungsdelikt oder eine persönliche Racheaktion handelt.

Nach dem Angriff in Hannover folgten Anschläge mit vermutlich und gesichert islamistischem Hintergrund sowie Taten mit anderen, zum Teil noch ungeklärten Motivationen. (ofi)
  • 10. Mai 2016, S-Bahnhof Grafing (Bei München)
    27-Jähriger greift in einer S-Bahn Personen mit einem Messer an.
    Ein Toter, drei Verletzte. Islamistischer Hintergrund möglich.

  • 23. Juni 2016, Viernheim, Kinokomplex Kinopolis
    Im südhessischen Viernheim hat sich ein bewaffneter Mann in einem Kinocenter verschanzt. Der Geiselnehmer wurde kurz darauf von der Polizei erschossen.
    Kein terroristischer Hintergrund festgestellt.

  • 18. Juli 2016, Bahnhof Würzburg
    17-Jähriger greift in einem Zug mit einer Axt chinesische Touristen an.
    Fünf Verletzte, ein Toter (Täter). Islamischer Angriff, IS-Bezug.

  • 22. Juli 2016, OEZ München
    18-Jähriger schiesst bei Einkaufszentrum um sich. 10 Tote (inkl.Täter)
    35 Verletzte (nicht nur durch den Täter). Amoklauf, kein IS-Bezug.

  • 24. Juli 2016, Busbahnhof Reutlingen
    21-Jähriger greift mit einem Messer zunächste eine Frau, danach weitere Personen an. Eine Tote, sechs Verletzte (inkl. Täter). Vermutlich Beziehungsdeleikt, kein IS-Bezug.

  • 24. Juli 2016, Pfarrstrasse Ansbach
    27-Jähriger zündet Rucksackbombe ausserhalb eines Festivalgeländes. Ein Toter (Täter), 15 Verletzte. Islamischer Hintergrund vermutet.
Mit freundlicher Genehmigung von http://www.20min.ch



Anschlag in Ansbach
Mohammad D. erhielt wohl Anweisung von Unbekannt

Beim Attentat von Ansbach hat möglicherweise ein Hintermann die Fäden gezogen. Der Täter selbst hegte düstere Selbstmordgedanken.

Der Attentäter von Ansbach hat möglicherweise unmittelbar vor seinem Selbstmordanschlag Anweisungen von einem Hintermann bekommen. Bei den Ermittlungen wurden Hinweise entdeckt, dass der 27-jährige Syrer kurz zuvor von einer unbekannten Person über einen Internet-Chat beeinflusst wurde.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann teilte am Mittwoch an einer Kabinettsklausur am Tegernsee mit, dass der Ansbach-Attentäter «intensiven» Kontakt mit jemandem gehabt habe, «der massgeblich auf dieses Attentatsgeschehen Einfluss genommen hat».

Ob der Gesprächspartner von der Terrormiliz Islamischer Staat kam und wo er sich aufhielt, konnte Herrmann nicht sagen. Die Terrormiliz hat den Anschlag für sich reklamiert. Als weiteres Indiz für Hintermänner zu der Explosion wertete Herrmann die bei dem Flüchtling gefundenen Geldbeträge. Es sei «unwahrscheinlich», dass er dieses Geld allein durch seine Zuwendungen als Flüchtling habe sammeln können.

Die Bundesanwaltschaft, die inzwischen die Ermittlungen in dem Fall leitet, wollte sich nicht zu den Angaben äussern. «Wir werden die Äusserungen nicht kommentieren und auch keine weiteren Einzelheiten aus dem Ermittlungsverfahren bekannt geben», sagte ein Sprecher.

«Psychologen wussten vom «spektakulären Suizid»

Anfang 2015 war der Attentäter von Ansbach, Mohammad D., in stationärer psychiatrischer Behandlung im Bezirksklinikum Ansbach. Der Zeitung «Bild» liegen nun psychologische Gutachten über den 27-Jährigen vor. Darin wird er als «extremer Geist» eingeschätzt – und der spätere Anschlag und die Motivation des Täters korrekt antizipiert.

Ein Therapeut und ein Heilpraktiker schreiben im Gutachten, dass Mohammad D. erwähnt habe, Suizid-Gedanken zu haben und «sogar schon Vorbereitungen für den Fall der Abschiebung nach Bulgarien getroffen zu haben, weil er das Gefühl hat, keinen Einfluss mehr auf sein eigenes Leben zu haben.»

«Er hatte nichts mehr zu verlieren»

Des Weiteren schrieben die Autoren: «Es ist ihm durchaus zuzutrauen, dass er selbst seinen Selbstmord noch spektakulär in Szene setzt. Er hat nach dem Tod seiner Frau und seines sechs Monate alten Sohnes nichts mehr zu verlieren.»

Als er in die Klinik eingewiesen wurde, hatte Mohammad D. getrunken und sich selbst Verletzungen zugefügt. Der Therapeut hält fest: «Herr D. sei so verändert, dass er keine Lust auf Freizeitaktivitäten jeglicher Art habe, ihn interessiere nur noch sein Computer bzw. das Internet.»

«Ich gehe nicht lebendig nach Bulgarien»

Mohammad D. sollte nach Bulgarien abgeschoben werden. Am 2. Dezember 2014 erhielt er den Bescheid. Dagegen wehrte er sich. «Ich gehe nicht lebendig nach Bulgarien, wo man als Rückkehrer – wie alle wissen – zunächst für mehr als ein Jahr im Gefängnis landet.» Der Rekurs hatte Erfolg – zumindest vorerst. Mohammad D. wurde im Land geduldet. Bis die Behörden am 13. Juli erneut die Abschiebung anordneten. 30 Tage hätte er Zeit gehabt, das Land zu verlassen.

Dazu kam es jedoch nicht. Mohammad D. sprengte sich am Sonntagabend nahe einem Konzertgelände in die Luft. 15 Menschen wurden verletzt, er selbst starb. (mch)

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.20min.ch

Montag, 25. Juli 2016

Presseclub - So. 24.07.2016 - Erst Würzburg, dann München - Sind Anschläge und Amokläufe jetzt unser Alltag?

Thema: Terror


Erst Würzburg, dann München:
Sind Anschläge und Amokläufe jetzt unser Alltag?

Presseclub - So. So. 24.07.2016, 12.00 - 13.00 Uhr
Erst der Axt-Angriff im Zug bei Würzburg, dann die Schießerei im Einkaufszentrum in München: Schwere Gewalttaten mit Blutbädern sind diese Woche auch in Deutschland angekommen. Die Fälle drohen, weitere Verunsicherung in der Bevölkerung hervorzurufen. Und sie werfen die Frage auf: Wie lassen sich solche Taten künftig verhindern?

Fotos: Screenshots
    Zu Gast:

  • Georg Mascolo, (Leiter des Rechercheteams, Rechercheverbund von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung)
  • Yassin Musharbash, (Redakteur im Investigativteam, Die Zeit)
  • Martina Fietz, (Chefkorrespondentin von Focus Online)
  • Wolfram Weimer, (Publizist und Verleger, Weimer Media Group )

  • Moderation: Jörg Schönenborn

Der Axt-Attentäter von Würzburg war ein 17-jähriger mutmaßlicher Afghane, der als Flüchtling nach Deutschland kam, der Angreifer aus dem Olympia-Einkaufszentrum in München ein 18-jähriger Deutsch-Iraner, dessen Tat laut Polizei dem Muster eines „klassischen Amoklaufs“ folge.

Der Afghane galt eigentlich als verhältnismäßig gut integriert: Ruhig und ausgeglichen, nicht übermäßig religiös und gerade erst in eine Pflegefamilie gezogen. Es habe nach außen keine Hinweise auf eine Radikalisierung gegeben, berichten Zeugen. Was bleibt ist die Verunsicherung über die Sicherheitslage in Deutschland.

Können Politik und Behörden weitere Gewalttaten verhindern? Wie viel hat der Würzburger Vorfall mit der umstrittenen Flüchtlingspolitik der Bundesregierung zu tun? Und wie groß ist das Risiko, dass wir in Deutschland künftig ähnlich häufig schwere Anschläge erleben wie in Frankreich?

Kommentare

Bernd P
Gratulation Martina Fietz, zum Satz des Tages zur Flüchtlingskatastrophe: "Es gab im vergangenen Jahr einen gewissen Kontrollverlust" Klasse!

Magdalena
Schlimm, was Terror anrichtet... Ich bin nicht ganz auf dem Laufenden, 10 Tote? Ist das richtig? Und hier überschlägt sich alles in Trauer und Verurteilung und "Brennpunkten" und Dauerberichterstattung. Und jetzt stellen sie sich hier alle bitte mal einen US-Drohnenangriff in Pakistan vor oder in Afghanistan oder Jemen oder, oder, oder. Gesteuert aus Ramstein - in Deutschland!. Und als Kollateralschaden wird mal eben 'ne Hochzeitsgesellschaft mit wegrasiert... 30 Tote? 130? Egal, was sind die auch so dumm, in einem islamischen Gebiet zu heiraten... So ist er halt, der Friedensnobelpreisträger...

Artur von Blasewitz,
Ich räume ein, ich habe von Frau Dr. Angela Merkel noch nie allzu viel gehalten, und sah mich häufig gezwungen, kritische Worte zu ihr - und ihrer Amtsführung - zu finden. Nun hat sie ihre - doch recht bescheidenen - Fähigkeiten zu einer angmessenen Amtsführung und ihre menschlihe Kälte erneut - in einer peinlichen Art und Weise - offenbart: Viele Staatsoberhäupter - ich nenne nur Barack Obama und Wladimir Putin - haben den Deutschen noch im Verlaufe des späten Abends ihr Mitgefühö ausgedrückt. Allein kein Wort der Kanzlerin! Im wohlverdienten Urlaub sei sie, hört man. Nein sie ist nicht mit einer Rakete unterwegs zum Saturn oder Proxima Centauri - im malerischen Südtirol weilt sie zur Recreation! Wenigstens ein kurzes Wort wäre mir in dieser Situation ein Bedürfnis gwesen! Aber wir kennen sie ja: Sich nur nicht festlegen, etwas äußern zu dem man stehen muß! Und "menschliche Wärme " ist eher von einem Block aus Granit als von Frau Dr. Merkel zu erwarten!

Werner Schulte
Wie soll man den Terror in den Griff bekommen, wenn die Polizei nicht mal mehr die "kleinen" Delikte (z.B. sexuelle Belästigung) von Flüchtlingen verfolgen darf. Die Gefühlsduselei der Politiker/innen nach solchen Ereignissen ist unnötig. Lieber sollten die Probleme rational angepackt werden. Stattdessen wird die Bevölkerung mit Placebo-Aktionen ruhiggestellt. Vielleicht im Kabinett ein neuer "Terrorminister"? Man sollte Gefährder und Salafisten strenger bestrafen.

Claus Dessauer,
2. Versuch, ohne Schlussbemerkung, in der Hoffnung nicht der Zensur zum Opfer zu fallen: Durch (Terror-)Anschläge werden Angst und Schrecken verbreitet. Und wenn die ARD in einer Tagesschau extra, anschl. Tagesschau XXL, anschl. Tagesthemen extra stundenlang dramatische Bilder, schreckliche Theorien und Vermutungen sendet, werden Angst und Schrecken noch vervielfacht.

Leo Rauchwasser,
Wie kommt ein 18jähriger aus offenbar prekären Verhältnissen an eine Pistole Glock 17, die selbst unter Schwarzmarkt-Bedingungen nicht leicht und vor allem nicht für "kleines Geld" zu kriegen sein dürfte? Gleiches gilt für 300 Schuß Munition. Dieses "wie" und ergänzend das "woher" gilt es rückhaltlos aufzuklären. Amok, Anschläge etc. sind die eine Sache, eine andere die Erhältlichkeit und Verfügbarkeit solcher "Werkzeuge"!

P. Polan,
zu Herrn Mascolo und zum "Rechercheverbund" (die Öffentlich Rechtlichen müßten eigentlich genug Geld für eigene Recherchen haben) - nur nebenbei: Unabhängigkeit der Presse? Verbund (Privatunternehmen) Presse (Süddeutsche Zeitung) mit öffentlich rechtlichen Sendern? Dann gleich 2 davon? Wie glaubwürdig ist das denn? Sie kennen doch einschlägige Vorwürfe aus der rechten Ecke......... Und das wird ja nicht nur von dort kritisiert. Es tut mir leid: Ihre Gäste sind nicht mehr authentisch, jedenfalls nicht mehr bei diesen Themen. Weichgespült, Mainstream. Da lobe ich mir doch Aussagen von dem Herrn Lochthofen von der Thüringer Allgemeinen - aber das ist lange her, scheinbar nicht mehr gewollt. Das war bei Ihnen schon mal spannender - wenns nur das wäre..

Frieda Matalla
Muss Prävention nicht auch nach den Ursachen der Wut, die junge Menschen zum "Terroristen" macht, suchen? Ich bin 65 Jahre alt und bin auch wütend über die verlogene Welt, die die westlichen Werte hoch hebt und gleichzeitig lügt, betrügt und die Gesellschaft ökonomisch spaltet. Wie gehen wir mit falschen akademischen Graden und Lebensläufen von Politikern, mit Betrug in der Autobranche und bei Banken, aber auch im Sport um? Eine solche Gesellschaft kann junge Menschen nicht stabilisieren.

Bella
Warum wird stundenlang nichts anderes gezeigt, als dass ein fanatischer Idiot wahllos Menschen umgebracht hat?? Er hat sich erschossen, gut so! Später erfuhr man, dass es ein Deutsch-Iraner war. Schon diese doppelte Staatsangehörigkeit war eine Schnapsidee unserer Politik. Für mich gibt es keine Deutsch-Iraner, Deutsch-Türken etc.etc. Wir sind dann Deutsch-Deutsche?? Muslime passen nicht in unsere Gesellschaft, das ist meine persönliche Meinung; darf ich ja sagen, oder? Den ganzen Irrsinn haben wir unseren unfähigen Politikern zu verdanken, die dem Multi-Kulti-Wahn verfallen sind. Wir dürfen jetzt die Früchte ernten! Und wir werden sicher noch mehr "ernten".

Silvia E Rasched
Unsere Angst ist durchaus berechtigt, aber sollten wir uns nicht auch über die Angst, die der Westen in den Nahen und Mittleren Osten getragen hat, Gedanken machen? Wir zerstören unser kleines Paradies durch Populismus. Mit sommerlichen Grüßen Silvia E Rasched, Freibug

Walter
Dass ARD, ZDF, ÖR und die Medien keine Bedenken haben, durch die Art der Berichterstattung Nachahmungstaten zu fördern, muß bedenklich stimmen! Das gilt auch für den PC!

Wolfgang
Die Berichterstattung der ARD - 5 Stunden+ - gelegentlich gab es 100 Sekunden "Zusammenfassung". Selbst das war vielleicht bereits zuviel. Die Sendezeit dazwischen war Rauschen, aber historisch einzigartig mit Sicherheit die Sendezeit in der am häufigsten "vielleicht" gesagt wurde. Persönlich halte ich es so: Wenn ich nichts zu sagen habe, SCHWEIGE ich.

A. Thieme
"Die massenhafte, unkontrollierte Zuwanderung hat Deutschland destabilisiert." Diesem Satz von Wolfram Weimer ist nichts hinzuzufügen,

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