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Montag, 6. August 2018

Der starke Mann vom Bosporus reagiert auf US-Sanktionen

Thema: Türkei

Pastorstreit
Erdogan mit Sanktionen gegen US-Minister

Der türkische Präsident Tayyip Erdogan reagiert am Samstag auf die US-Sanktionen gegen zwei türkische Minister.

Der Konflikt zwischen den Nato-Partnern USA und Türkei um einen in der Türkei inhaftierten US-Pastor schaukelt sich weiter hoch: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ordnete am Samstag Sanktionen gegen zwei US-Minister an, wie er in einer Fernsehansprache in Ankara bekanntgab. Er ergriff damit Vergeltungsmassnahmen, nachdem die USA am Mittwoch ihrerseits Sanktionen gegen zwei türkische Minister verhängt hatten. Der US-Pastor Andrew Brunson steht in der Türkei unter Terror- und Spionageverdacht, Washington fordert seit langem seine Freilassung.

Erdogan sagte in der Fernsehansprache: «Bis gestern Abend haben wir uns in Geduld geübt. Heute ordne ich an: Wir werden die Vermögen der amerikanischen Minister für Justiz und Inneres in der Türkei einfrieren, falls sie welche haben.»

Zugleich warnte der türkische Präsident vor einer weiteren Eskalation des Konflikts. Die Türkei wolle nicht Teil eines «Spiels» mit Verlierern auf beiden Seiten sein. «Einen politischen und juristischen Streit auf die wirtschaftliche Ebene zu verlagern, schadet beiden Ländern», sagte er.
US-Pastor seit 2016 in Haft

Das Weisse Haus hatte am Mittwoch eine «unfaire und ungerechtfertigte» Verfolgung Brunsons in der Türkei beklagt und Sanktionen verhängt gegen die türkischen Minister für Justiz und Inneres, Abdulhamit Gül und Süleyman Soylu, da diese für die Festnahme und Inhaftierung des Pfarrers verantwortlich seien. Demnach wird das Vermögen der beiden Minister in den USA eingefroren, und US-Bürgern werden Geschäfte jeder Art mit ihnen verboten.

Brunson befindet sich seit Oktober 2016 unter dem Vorwurf der Spionage und der Unterstützung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sowie der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen in türkischer U-Haft. US-Präsident Donald Trump und sein Vize Mike Pence dringen seit langem auf die Freilassung des Pfarrers, der vor seiner Festnahme in der westtürkischen Küstenstadt Izmir zwei Jahrzehnte lang eine kleine Kirche betrieb. Vergangene Woche wurde Brunson zwar in den Hausarrest verlegt, doch wurde das Verfahren gegen ihn aufrecht erhalten.

Erdogan hatte im vergangenen September vorgeschlagen, Brunson gegen den in Pennsylvania im Exil lebenden Gülen auszutauschen, den Ankara als Drahtzieher des gescheiterten Militärputsches von Juli 2016 ansieht. (afp)

Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

Dienstag, 1. August 2017

US-Sanktionen gegen Russland zielen auf Europas Energie-Versorgung

Thema: Handelskrieg

Sanktionen gegen Russland
Wirtschaftsminsterin Zypries droht jetzt den USA

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat die geplanten US-Sanktionen gegen Russland kritisiert und den Vereinigten Staaten mit Gegenmaßnahmen gedroht. Das US-Gesetz sehe auch Sanktionen gegenüber deutschen und europäischen Unternehmen vor. "Wir halten das schlicht und ergreifend für völkerrechtswidrig", sagte Zypries den Zeitungen. Deutschland plant mit Russland eine weitere politisch umstrittene Ostsee-Pipeline für Erdgas, deren Finanzierung nun gefährdet sein könnte.

"Die Amerikaner können nicht deutsche Unternehmen bestrafen, weil die sich in einem anderen Land wirtschaftlich betätigen", sagte die Ministerin der Funke Mediengruppe. Zypries bekräftigte erneut, man wolle keinen Handelskrieg. Daher habe man mehrfach dafür geworben, dass die Amerikaner die Linie der gemeinsamen Sanktionen nicht verlassen.

"Leider tun sie es doch. Deshalb ist es richtig, wenn die EU-Kommission jetzt Gegenmaßnahmen prüft", sagte Zypries. Europa sei deswegen "bereit, auch kurzfristig Gegenmaßnahmen ergreifen – auch auf anderen Gebieten".

Die neuen Russland-Sanktionen der USA richten sich gegen wichtige russische Wirtschaftszweige, darunter auch den für Moskau zentralen Energiesektor. Damit soll Moskau für seine Rolle im Ukraine-Konflikt sowie für die mutmaßliche Einflussnahme auf die US-Wahl abgestraft werden. Die seit 2014 bestehenden Sanktionen sollen ausgeweitet werden, neue werden wegen Russlands Unterstützung der syrischen Regierung verhängt.

Die Sanktionen gegen Russlands Energiesektor könnten direkt auch deutsche Projekte betreffen. Vor allem: das Großprojekt Nord Stream 2, das explizit in den Sanktionen erwähnt wird. Die Pipeline soll Erdgas von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland leiten. Das politisch umstrittene Projekt ist eine Kooperation des russischen Energiekonzerns Gazprom und europäischer Unternehmen. Der französische Energieriese Engie und die Konzerne Uniper, Wintershall, OMV und Royal Dutch Shell hatten sich darauf verständigt, 50 Prozent der Projektkosten von 9,5 Milliarden Euro zu übernehmen.

Im Fall von neuen US-Sanktionen gegen Moskau könnte Engie möglicherweise die Ostsee-Pipeline nicht mehr weiterfinanzieren. Falls die US-Strafmaßnahmen auf das Projekt Nord Stream 2 anwendbar seien, würde der Konzern dessen Finanzierung nicht mehr weiterführen, um nicht seinerseits Ziel von Strafmaßnahmen zu werden, bestätigte der Konzern. "Man ist aber noch nicht in dieser Situation", sagte ein Sprecher des Konzerns. Die derzeitige Beteiligung an dem Vorhaben sei hingegen nicht gefährdet, da das geplante Gesetz nicht rückwirkend sei.

Quelle: t-online.de

Kommentare

chrissy-22
Nun wäre das Gebot der Stunde, dass Deutschland ihrerseits die Sanktionen gegen Russland zurückzieht

autofan50
Frau Zypries redet nur. Handeln Sie endlich um Schaden von Deutschland und der EU abzuwenden.USA sind nicht mehr unsere Freunde. die haben einen Handelskrieg gegen uns gestartet.

claudius69
Die amerikanischen Sanktionen gegen Russland sind konsequent auf die Stärkung der amerikanischen Wirtschaft ausgerichtet. Es ist überfällig dass die EU auf ihre eigenen Interessen pocht, und diese auch durchsetzt. Nicht mehr prüfen, sondern handeln!!

druhschba
Die Amerikaner haben die Unruhen im Nahen Osten und in der Ukraine selbst verursacht und belegen deshalb Russland mit Sanktionen , welch ein Widersinn. Europa kauft dann das teure Öl und Gas von den Amerikanern. Politiker dieses Landes wacht endlich auf, trennt Euch von sogenannten Freunden , die nur ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen vertreten, sucht die Verbindung zu Rußland zum eigenen Wohl und hebt die Sanktionen auf.

Koesig
Nicht drohen, handeln. Es ist an der Zeit dass sich die EU, allen voran Deutschland von der "Amerika first" Politik der USA distanziert. Mit weiteren Sanktionen wären die EU-Länder mehr gestraft als Russland und den USA würde es einen wirtschaftlichen Aufschwung bringen. Die EU sollte im Gegenzug die Sanktionen lockern und sich um ein friedliches "Nebeneinander" mit den Russen bemühen.

Jawohlja
Die wirtschaftlichen Beziehungen der EU zu Russland müssen intensiviert werden! Mir ist ein Putin tausendmal lieber als fünf Trump's, der die Welt mit seinen Machenschaften zum Nachteil für alle durcheinander wirbelt!


Montag, 4. August 2014

Russische Oligarchen steigen auf chinesische Kreditkarten um

Thema: der Bumerang der Sanktionen
Russische Oligarchen entdecken China

Russische Oligarchen ergreifen eigene Maßnahmen gegen die Sanktionen. Öl-Milliardär Timtschenko verteilt seine geschätzten 14 Milliarden Dollar jetzt über chinesische Kreditkarten. Nach Vorbild des Präsidenten Putin orientieren auch die Oligarchen sich finanziell Richtung China.

Russische Oligarchen ergreifen eigene Maßnahmen gegen die seit März gegen sie verhängten US-amerikanischen Sanktionen. Ganz nach dem Vorbild des Präsidenten Putin (mehr hier) wenden sie sich auf der Suche nach Alternativen zum Dollar-System dem chinesischen Finanzsystem zu.

Der russische Ölhändler und enge Putin-Freund Gennady Timtschenko berichtet der Agentur Itar-Tass, dass er seine Visa- und Master Cards gegen die chinesische Kreditkarte Union Pay eingetauscht habe. Wie die anderen gelisteten Oligarchen könne er die US-Karten nicht mehr nutzen. “Wir werden wieder Geldbeutel mit Bargeld mit uns herumtragen müssen, wie früher” beschwerte sich der Multi-Milliardär. Das Forbes-Magazin schätzt sein Vermögen auf über 14 Milliarden US-Dollar. Um die nicht bar mit sich herumschleppen zu müssen, kommt ihm die chinesische Kreditkarte da gelegen. “In gewisser Weise ist das sicherer als Visa, zumindest kommen die Amerikaner so nicht an mein Geld“, so Timtschenko.

Der Oligarch war als einer der ersten von den US-Sanktionen gegen russische Privatpersonen betroffen. Er stand bereits im März auf der ersten schwarzen Liste des US-Finanzministeriums. Inzwischen haben die USA und die EU ihre Sanktionen auf Stufe 3 ausgeweitet und schließen ganze Wirtschaftszweige aus dem Dollar-Finanzsystem aus (mehr hier).

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

Logan sagt:
Na ich schätze, das offizielle Ziel, durch die Sanktionen die russischen Oligarchen gegen Putin aufzuspielen, scheint nicht so ganz zu verlaufen, wie es sich die Idioten im Westen vorgestellt haben, die sich selbst als “Strategen” in sogenannten “Think Tanks” nennen. So war das wohl nicht geplant… was eigentlich machen sie den ganzen Tag?
Ich vermute, der Westen muss bald auch China mit Sanktionen belegen, weil es mit einem von der USA deklariertem “Schurkenstaat” Handel betreibt.
Zumindest China freut sich auf Zulauf von reichen Kunden.

Detlev G. Pinkus sagt:
Was erwartete eigentlich die EU und die USA? Erst richten beide ein Chaos in der Ukraine an und unterstuetzen Svoboda (Faschisten) und Prava Sektor (Rechtsextremisten) und jagen Viktor Janukovich aus dem Land. Viktor Janukovich war der von der gesamten Ukraine gewaehlte rechtmaessige Praesident. Dann kommt Obama mit seiner Angela Merkel und beschliessen eifrigst Sanktionen mit dem Zweck das Riesenreich Russland in die Knie zu zwingen. So faengt Groessenwahn an.
Beide Obama und seine Angela Merkel haben doch genug Baustellen im eigenen Land, und es werden immer mehr. Auch Hollande in Frankreich ein Versager.
Die russische Wirtschaft wird sich nie gegen Vladimir Vladimirovich Putin stellen. Denn Putin und die Oligarchen haben nur ein Ziel Russland weiter aufzubauen und auszubauen.

cashca sagt:
Die haben doch das gut gelöst.
Will der eine nicht mehr, geht man ebenzu dem aderen.
Erteilt jemand Einreiseverbot, fährt man eben in das andere Land.
Haben die Westlichen Rädelsführer wirklich geglaubt, das würde diese Leute beeinfrucken? Putin braucht nur abwarten, es erledigt sich ganz von alleine. Wenn sich der Westen eine blutige Nase geholt hat, dann kann er über seine Dummheit nachdenken.
Diese Sanktionen sind absurd.

Roland sagt:
Ich finde das eine gute Idee, sein Geld in Rubel oder Yuan anzulegen. Der Dollar+Euro sind doch Auslaufmodelle. Wer garantiert uns, dass dieses Papiergeld in 2 Jahren noch etwas wert ist? Frau Merkel? Herr Schäuble?

Bürger 0816 sagt:
Hoffentlich werden chinesische oder russische Kreditkarten auch bald in Deutschland angeboten. Ich würde meinen USA Boykott gerne ausweiten.

Peter S. sagt:
Kein Problem. Auf Bares umsteigen und Visa & Co kündigen. Bis Alternativen da sind. Mache ich schon längst.