Posts mit dem Label Zeugin werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zeugin werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 21. August 2018

Geflüchtete Frau trifft IS-Peiniger in Deutschland

Thema: Flüchtlinge

«Ich hatte solche Angst»
Geflüchtete Frau trifft IS-Peiniger in Deutschland

Eine junge Jesidin flüchtet zurück in den Irak, weil sie in Deutschland erneut vom IS bedroht wird. Doch die Ermittlungen in diesem brisanten Fall stocken. Aus dem Irak flüchtete sie nach Deutschland, jetzt wieder zurück in den Irak: Die 19-jährige Ashwaq Haji Hamid war in ihrer neuen Heimat ihrem IS-Peiniger begegnet. (15. August 2018)

Eine von der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verschleppte und versklavte junge Jesidin aus dem Irak ist nach ihrer Flucht nach Deutschland dort nach eigenen Worten ihrem IS-Peiniger wieder begegnet. Die Bundesanwaltschaft bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, sie befasse sich mit dem Fall, eine Untersuchung laufe.

Die 19-jährige Ashwaq Haji Hamid, die in einer Flüchtlingsunterkunft in Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg lebte, ist nach eigenen Angaben Ende März in den Irak zurückgekehrt – aus Angst vor ihrem Peiniger, wie sie sagt.

Jetzt beklagt die junge Frau eine mangelnde Zusammenarbeit mit den Ermittlern. Die deutschen Behörden hätten sie zuletzt nicht kontaktiert, obwohl sie im Nordirak erreichbar sei, sagte die der Deutschen Presse-Agentur. «Warum rufen die mich nicht an?»

«Zeugin nicht erreichbar»

Das Landeskriminalamt in Baden-Württemberg hatte am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, die Ermittlungen könnten im Moment nicht fortgeführt werden, «da die Zeugin für Rückfragen aktuell nicht erreichbar ist.»

Auch die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte, dass eine Befragung Anfang Juni daran gescheitert sei, dass die 19-Jährige zu dem Zeitpunkt schon ausser Landes gewesen sei.
Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat am 13.03.2018 die Ermittlungen zu dieser Sache übernommen. Sie können derzeit nicht fortgeführt werden, da die Zeugin für Rückfragen aktuell nicht erreichbar ist.

— Landeskriminalamt BW (@LkaBaWue) 15. August 2018
Seit Juni ermittelt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe in dem Fall, über den zunächst «Welt» und «Bild» unter Berufung auf eine irakische Nachrichtenseite und ein Internetvideo berichtet hatten.
This is Ashwaq, a Yazidi girl who was kidnapped by ISIS in 2014 when the terrorist group attacked Kurdistan-Iraq. After her escape and her migration to Germany, she met the man who had bought her as a slave, walking around freely in Germany. This is unacceptable! pic.twitter.com/rIYYhP9nmQ

— Polla Garmiany (@PollaGarmiany) 14. August 2018

«Er sagt, er kenne mein ganzes Leben in Deutschland»

Ashwaq Haji Hamid gehört der im Nordirak lebenden ethnisch-religiösen Minderheit der Jesiden an. Sie wurde nach eigenen Angaben 2014 von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verschleppt und auf einem Sklavenmarkt für 100 Dollar an ein IS-Mitglied verkauft. Dieser Mann habe sich Abu Humam genannt und sie als Sexsklavin gehalten und monatelang missbraucht, bis ihr nach mehr als drei Monaten am 22. Oktober die Flucht gelungen sei.

In ihrer neuen Heimat in Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg hat sie im Februar diesen Jahres nach eigenen Angaben den Mann auf der Strasse wiedergetroffen. «Er sagt, er kenne mein ganzes Leben in Deutschland. Ich hatte solche Angst, ich konnte nicht mehr reden», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Weitere Frauen erkennen IS-Kämpfer wieder

Die Polizei hatte mit den Angaben der 19-Jährigen ein Phantombild erstellt und versucht, den Mann zu finden. Leider seien ihre Angaben nicht sehr präzise gewesen und der Name, den sie nannte, habe sich keiner Person zuordnen lassen, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Die Untersuchung laufe weiter.

Recherchen des SWR stützen die Darstellung der Frau allerdings. Die stellvertretende Vorsitzende des Zentralrates der Jesiden, Zemfira Dlovani, sagte dem Rundfunk, weitere Mädchen hätten den mutmasslichen IS-Kämpfer wiedererkannt. Genauere Angaben zur Identität der Zeuginnen wolle sie derzeit nicht machen.

Ashwaq Haji Hamid will jetzt nicht mehr nach Deutschland zurückkommen, sondern in ihrer Heimat im Nordirak bleiben. «Ich hatte solche Angst, ich konnte nicht mehr in Deutschland bleiben», sagte sie. Sie sei nach Baden-Württemberg gekommen, um ihren Peiniger zu vergessen. Dies sei dort nicht mehr möglich. (sda/afp)

Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

Donnerstag, 16. Februar 2017

Seltsames "Zeugensterben" um den NSU.Prozess

Thema: NSU-Prozess

NSU-Prozess:
Weitere Zeugin stirbt kurz vor Anhörung

Nun sind es schon drei. Der Prozess rund um die Machenschaften des NSU hat eine weitere Zeugin verloren. Eine 46-jährige NSU-Zeugin ist Anfang Februar verstorben. Die Todesursache dürfte schwer zu ermitteln sein: Der Leichnam ist bereits eingeäschert.

Die frühere Rechtsextremistin und Freundin des mutmaßlichen NSU-Mitglieds Beate Zschäpe hätte vor dem baden-württembergischen NSU-Untersuchungsausschuss als Zeugin aussagen sollen. Doch die Frau ist Anfang Februar im Alter von 46 Jahren gestorben. Laut dem Leiter des Ausschusses, Wolfgang Drexler (SPD), hat das Gremium beim Justizministerium um Auskunft über den Tod der Frau gebeten.

Die Frau soll in den 1990er Jahren Mitglied einer Gruppe von Rechtsextremisten im Raum Ludwigsburg gewesen sein. Die Gruppe soll im Austausch mit der Neonazi-Szene in Jena und Chemnitz gestanden haben.

Drexler sagte, dass es keinen Anhaltspunkt für einen unnatürlichen Tod gäbe. Eventuelle Ermittlungen dürften sich sowieso als schwierige erweisen, da der Leichnam bereits eingeäschert worden sei. Und zwar noch bevor der Ausschuss sich an das Justizministerium wenden konnte. Die Frau soll bei ihrem Tod 46 Jahre alt gewesen sein.

Das Gremium wird sich in seiner Sitzung am 24. Februar mit dem Thema beschäftigen und erwartet bis dahin genauere Auskunft aus dem Justizministerium. Es ist nicht der erste Todesfall im NSU-Prozess. Eine Ex-Freundin des früheren Neonazis Florian H. starb nach offiziellen Angaben im Jahr 2015 an einer Lungenembolie.

Ihr 31 Jahre alter Freund tötete sich den Erkenntnissen zufolge im Jahr 2016 selbst. Auch der ehemalige Neonazi und Zeuge Florian H. verübte nach Angaben der Ermittler im Herbst 2013 in Stuttgart Suizid. Er soll sich in seinem Auto selbst angezündet haben.

Im Zuge der Ermittlungen bei diesem Todesfall kam es zu mehreren Ungereimtheiten. Es existieren im Zusammenhang mit dem Feuertod von Florian H. neun Zeugen, doch die Polizei hatte offenbar weder die Staatsanwaltschaft noch den NSU-Untersuchungsausschuss des baden-württembergischen Landtags informiert.

Der NSU ist nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft für zehn Morde zwischen 2000 und 2007 verantwortlich, darunter ist auch der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn.

Quelle: RT-Deutsch