Posts mit dem Label Virologe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Virologe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 17. September 2020

Rubikon - Ausschuss im Ausnahmezustand

Anhörung des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages
folgt unterhalb des Rubikon-Artikels


Der Gesundheitsausschuss des Bundestages wollte sich Klarheit über die Covid-19-Pandemie verschaffen — und scheiterte auf ganzer Linie.
von Tilo Gräser

Noch immer gilt die im März vom Bundestag beschlossene „epidemische Lage von nationaler Tragweite“. Die FDP-Fraktion will, dass der Ausnahmezustand aufgehoben wird. Sie begründet das mit der inzwischen entspannten Lage der Covid-19-Pandemie hierzulande. Doch in einer Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestages warnten Mediziner, dass es wieder schlimmer werden könne. Den Ton gab dabei der Virologe Christian Drosten vor. Doch nicht alle der eingeladenen Experten stimmten in den Chor mit ein. Sie machten auf die sozialen und rechtlichen Folgen der Anti-Corona-Maßnahmen aufmerksam. Das schloss die verfassungsrechtlichen Probleme ein, die sich ergeben, wenn Regierung und Behörden das Parlament entmachten. Es war keine Sternstunde des bundesdeutschen Parlamentarismus.


Führende Vertreter von Fachverbänden im Gesundheitswesen
wollen nicht, dass die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ in Kürze wieder aufgehoben wird. Das erklärten sie am Mittwoch in einer öffentlichen Anhörung des Bundestagsausschusses für Gesundheit. Anlass war ein Antrag der FDP-Bundestagsfraktion vom 17. Juni dieses Jahres. Die Liberalen wollen, dass diese Lage für beendet erklärt wird und notwendige Anti-Corona-Maßnahmen auf anderer rechtlicher Grundlage fortgesetzt werden. Dazu hat die FDP-Fraktion ebenfalls im Juni bereits einen Gesetzentwurf vorgelegt.

Doch die Verbandsvertreter halten das für zu früh, wie sie sagten. Dagegen sprachen sich mehrere Rechtsexperten dafür aus, angesichts der gesunkenen Zahlen zur Covid-19-Pandemie die rechtliche Lage zu prüfen und zu verändern.

Noch immer gilt die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“, die der Bundestag am 25. März dieses Jahres festgestellt hat. Das ist die Grundlage dafür, dass das Infektionsschutzgesetz geändert wurde. Damit wurde das Bundesgesundheitsministerium ermächtigt, mit Verordnungen und Rechtsvorschriften in das gesellschaftliche Leben und die Grundrechte der Bundesbürger einzugreifen. Das wiederum dient angeblich dem Schutz vor dem Virus Sars-Cov 2 und der von ihm laut Weltgesundheitsorganisation WHO ausgelösten Krankheit Covid-19. Nur der Bundestag kann feststellen, dass diese Lage beendet ist.

Ignorierte Erkenntnisse


Das ist bisher nicht geschehen, auch wenn alle relevanten bundesdeutschen Zahlen zur Covid-19-Pandemie so tief gesunken sind, dass das möglich wäre. Das hat selbst die Bild-Zeitung unlängst bemerkt und am Montag darauf aufmerksam gemacht. Das Blatt zeigte mit vier Grafiken unter anderem, dass der Anteil der positiven Testergebnisse ebenso seit Langem deutlich niedrig ist wie auch die Zahler derer, die als Tote „im Zusammenhang mit Covid-19“ gezählt werden. „Der Anteil der schweren Corona-Fälle sinkt immer weiter“, war auf Seite 3 der Bild zu lesen.

Trotz des Anstieges der Infektionen sinke die Zahl der Patienten auf Intensivstationen und liege derzeit bei 235 bundesweit. Zuletzt meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 20 bis 30 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 pro Woche. Die Bild-Zeitung dazu: „In den vergangenen Jahren starben in Deutschland im Juli jede Woche circa 16.000 Menschen. Statistisch ist die Sterblichkeit durch Corona derzeit nicht signifikant.“
Die gesunkenen Zahlen dürften „nicht falsch“ verstanden werden, erklärte als Erster in der Anhörung der Virologe Christian Drosten. Er warnte wieder vor einer „zweiten Welle“ im Herbst und behauptete, die Situation habe sich nicht grundlegend verändert.
Die niedrigen Zahlen seit Wochen seien Ergebnis des Lockdowns im Frühjahr, behauptete der Virologe. Belege dafür blieb er schuldig. Hilfsweise verwies er auf die steigenden gemeldeten Zahlen in Ländern wie Frankreich, Spanien und Großbritannien. Das drohe auch der Bundesrepublik „mit großer Wahrscheinlichkeit“, behauptete er.

Wie in vielen seiner öffentlichen Auftritte widersprach sich Drosten in seinen Aussagen, beispielsweise als er sich zu den „Alltagsmasken“ äußerte. Es sei nicht bekannt, ob die Masken zu den sinkenden Zahlen wie denen der positiven Testergebnisse beigetragen hätten. Das gilt nach seinen Worten auch für die sinkende Zahl der schweren Covid-19-Fälle. Die positiven Testergebnisse werden von Politik und Medien irreführend als „Infektionszahlen“ oder „Fallzahlen“ öffentlich verbreitet.

Nichtsdestotrotz findet Drosten die „Alltagsmasken“ weiter wichtig und will nicht, dass die Pflicht, sie zu tragen, beendet wird. Niemand in der Anhörung griff auf, dass der Virologe selbst den Nutzen der „Mund-Nasen-Bedeckung“ anzweifelte: Er bemerkte, es gebe Länder, so in Asien, in denen „von Anfang an durchgängig Maske getragen“ wurden und trotzdem sei es dort zu großen Ausbrüchen gekommen.

Unbeirrter Drosten


Davon unbeirrt sprach sich Drosten dagegen aus, die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ aufzuheben. Damit war er Stichwortgeber für viele der anderen Experten und Verbandsvertreter, die der Ausschuss eingeladen hatte. Sie gaben zumeist wieder, was in den vorher eingereichten Stellungnahmen ihrer Verbände und Organisationen nachgelesen werden kann.
Das ging so weit, dass Intensivmediziner Uwe Janssens forderte, den Ausnahmezustand beizubehalten, trotz „der stabilen Situation“. Er hält das für notwendig, weil es im Herbst wie jedes Jahr wieder mehr Erkältungen samt Influenza sowie andere Viruserkrankungen wie die durch Noroviren geben wird.
„Wir müssen in den nächsten Monaten wirklich in Hab-Acht-Stellung sein“, so Janssens. Er ist Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIV). „Unsere große Sorge ist, dass man jetzt nachlässt, was die Ausbreitung der Infektionen betrifft.“ Deshalb sei weiter „Abstand, Mund-Nase-Schutz, Händehygiene an letzter Stelle“ notwendig, weil diese Maßnahmen den Medizinern „den Rücken frei halten“ würden. Nur so könne ein neuer Lockdown verhindert werden, machte der Intensivmediziner aus Eschweiler auf Panikmodus.
Nicht anders war es von Bernhard Bornhofen, Leiter des Gesundheitsamtes in Offenbach, zu hören. Er forderte, die mit der „epidemischen Lage“ begründeten Maßnahmen nicht zu beenden. Ebenso stimmte Gernot Kiefer vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen der Drosten-Forderung zu. „Angesichts der Risikolage, wie sie nach wie vor besteht“, behauptete Kiefer, sei es „nicht angemessen“, dem FDP-Antrag zu folgen.

Die HNO-Ärztin Ellen Lundershausen will ebenfalls, dass die Lage nicht verändert wird, wie sie erklärte. Die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer sagte: „Wir können froh sein über das, was wir in den letzten Monaten erreicht haben.“ Das solle „nicht leichtfertig“ aufs Spiel gesetzt werden, forderte sie.

Wie Drosten und die anderen Verbandsvertreter ließ Lundershausen sich dabei nicht von der Tatsache irritieren, dass Covid-19-Infektionen nur etwa ein Prozent der Bevölkerung betreffen. „99 Prozent der Menschen sind nicht von der Infektion betroffen, sondern von den Maßnahmen.“ Daran erinnerte Ansgar Gerhardus von der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH) am Ende der Anhörung.

Deutliche Zweifel


 In der Veranstaltung waren zumindest von Sozialmedizinern wie Ansgar Gerhardus und Matthias Schrappe sowie von Rechtsexperten deutliche Zweifel zu hören. Sie machten darauf aufmerksam, dass nicht nur aufgrund der rechtlichen Folgen zu fragen ist, ob die Anti-Corona-Maßnahmen weiterhin sinnvoll sind. Solche Zweifel äußerten die anwesenden Abgeordneten des Ausschusses selbst nicht, bis auf die AfD-Vertreter.

Kritik am Vorgehen der Politik äußerte in der Anhörung unter anderem der Internist Matthias Schrappe. Er machte darauf aufmerksam, dass im Fall Covid-19 viele vorher bereits bekannte Regeln zum Umgang mit einer Epidemie nicht beachtet worden seien. Grundsätzliche Kritik sei angebracht, weil grundlegendes Wissen aus der Infektionswissenschaft nicht beachtet worden sei, das „lange schon bekannt“ sei.

„Die Gesellschaft muss lernen, mit dieser Infektion zu leben“, so Schrappe. Dazu gebe es keine Alternative, weshalb zielgruppenorientierte Prävention notwendig sei statt Maßnahmen, die die gesamte Gesellschaft lahmlegen. Darauf hatte der Mediziner gemeinsam mit anderen Experten bereits in mehreren Thesenpapieren aufmerksam gemacht, die auf seiner Webseite zu finden sind.

In seiner schriftlichen Stellungnahme für den Gesundheitsausschuss stellte Schrappe fest:

„Bei der bisherigen Bewältigung der Epidemie sind zahlreiche Fehler zu verzeichnen, die man durch eine breitere wissenschaftlich-fachliche Beratung, zum Beispiel durch Ökonomen, Juristen, Pädagogen, Psychologen (wegen der psychischen Folgen, zum Beispiel der Vereinsamung), Pflegewissenschaftler, Soziologen, Politologen hätte vermeiden können. Soweit man diese Perspektiven als „Public Health“-Perspektive zusammenfasst, kann man klar konstatieren: Diese Perspektive wurde nicht abgefragt und blieb daher weitestgehend ungenutzt.“

Deshalb unterstütze er unter anderem den Vorschlag aus der Fraktion der Bündnisgrünen, einen bundesweiten Pandemie-Rat zu gründen, der die Perspektiven in solchen Fällen erweitern soll.

Rechtliche Bedenken


Er beurteile die Lage „nicht wesentlich anders als die medizinischen Sachverständigen“, sagte der Jurist Franz Knieps. Er ist Vorstand des BKK-Dachverbandes der betrieblichen Krankenversicherungen. Es müsse beachtet werden, was mit der „epidemischen Lage“ ausgelöst wird, betonte Knieps. Dazu gehöre, dass der Parlamentsvorbehalt teilweise aufgehoben wurde. Nur der öffentliche Druck habe verhindert, dass nicht alles per Verordnung und Anordnung durchgesetzt wurde. Die Gewaltenteilung — ein Grundelement eines demokratischen Rechtsstaates — sei „zumindest in Einzelphasen mal etwas zerrieben“ worden.

Der Verbandsvertreter verwies ebenso auf die Grundrechtseinschränkungen durch die politisch verordneten Maßnahmen. Die Einschränkungen seien wie die anderen Rechtsfolgen zu prüfen, ob sie heute noch angemessen seien. Auf die verfassungsrechtlichen Probleme der epidemischen Lage machte der Rechtswissenschaftler Thorsten Kingreen gegenüber den Abgeordneten aufmerksam. Er widersprach dem Vorwurf, der FDP-Antrag verharmlose die Lage. Derzeit gebe es angesichts der aktuellen Daten keine Gefahr für die öffentliche Gesundheit mehr, anders als im März, so Kingreen. Die Möglichkeit laut Robert Koch-Institut, (RKI), dass sich das „jederzeit“ wieder ändern könne, rechtfertige nicht, die „epidemische Lage“ aufrecht zu erhalten.

„Man kann keine rechtswidrigen Beschlüsse in der unsicheren Erwartung aufrechterhalten, dass sie vielleicht irgendwann rechtmäßig werden“, erklärte der Rechtswissenschaftler den Bundestagsabgeordneten. Er habe den Eindruck, dass die Epidemie mit der „epidemischen Lage“ gleichgesetzt werde. Aus Kingreens Sicht folgt das der Vorstellung, die vom Bundestag beschlossene Lage sei erst vorbei, wenn die Epidemie ende. Doch die sei auch nicht am 31. März 2021 zu Ende — bis zu diesem Tag soll nach dem bisherigen Beschluss die „epidemische Lage“ dauern.

Kingreen warnte vor der „Gefahr der Verstetigung“, dass diese Lage bis zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2021 fortgesetzt werden kann. Er sehe außerdem „ganz erhebliche Probleme“, sagte er auf eine Frage, ob die Ermächtigungsanordnungen des BMG mit dem Grundgesetz vereinbar seien. Es gebe bereits etwa 1.000 Vorschriften, die das Ministerium unter Jens Spahn (CDU) ändern könne, obwohl über sie das Parlament entscheide. „Das ist ein ganz erheblicher Freibrief und schwächt vor allen Dingen die Opposition im Deutschen Bundestag.“ Diese werde dadurch von der Gesetzgebung im Zusammenhang mit der Corona-Krise weitgehend ausgeschlossen. Es gehe nicht nur um die demokratische Legitimation, sondern ebenso darum, dass nicht mehr sicher sei, welches Gesetz aufgrund einer Rechtsverordnung teilweise ausgehebelt werde.

Fataler Eindruck


Kingreen warnte vor dem „fatalen Eindruck“ eines Ausnahmezustandes, der nicht in den von der Verfassung vorgegebenen Formen und Verfahren bewältigt werden könne. Der Rechtswissenschaftler gehörte zu den wenigen klar kritischen Stimmen unter den Experten, die den Mitgliedern des Gesundheitsausschuss via Videokonferenz Auskunft gaben.
Die Aufzeichnung der Anhörung kann auf der Webseite des Ausschusses nachgesehen werden. Dort soll es in Kürze auch ein Wortprotokoll zum Nachlesen geben.


Auf mich machte der Gesundheitsausschuss mit seiner Anhörung weniger den Eindruck, dass es ihm darum geht, die Tatsachen und Fakten zur gegenwärtigen Lage herauszufinden. Stattdessen schienen die Positionen der Fraktionen schon vorher klar. Die Experten sollten anscheinend nur die verschiedenen Sichten bestätigen. Dazu trägt bei, dass zum einen die Fragezeiten nach der Stärke der jeweiligen Fraktion bemessen werden. So sind die Regierungsparteien der Großen Koalition, die hinter dem Beschluss zur „epidemischen Lage“ stehen, im Vorteil. Zum anderen kann jede Fraktion jeweils Experten zu einer Anhörung einladen. Die stehen verständlicherweise zu der jeweiligen Position und haben zumeist daran mitgewirkt beziehungsweise beraten die entsprechende Fraktion.
Der Gesundheitsausschuss des Bundestages hat mit der Anhörung nicht das geleistet, was notwendig wäre: Aufklärung über die tatsächliche aktuelle Situation in der ausgerufenen Covid-19-Pandemie sowie über deren Folgen.
So scheint klar, dass der FDP-Antrag, die „epidemische Lange von nationaler Tragweite“ aufzuheben, demnächst von einer Bundestagsmehrheit abgelehnt wird.

Gerade die Mitglieder des Bundestages müssten sich für das einsetzen, was zum Beispiel der unabhängige Corona-Untersuchungsausschuss mit seinen begrenzten Möglichkeiten leistet: Untersuchen, warum die Bundes- und Landesregierungen beispiellose Beschränkungen zum Teil an den Parlamenten vorbei verhängt haben und welche Folgen diese für die Menschen hatten. Und wissenschaftliche Studien auf diesem Gebiet fördern. Doch das scheint die gewählten „Volksvertreter“ wenig zu interessieren.

Fehlende Evidenz


Das gilt anscheinend ebenso für die aktuellen Erkenntnisse des Deutschen Netzwerkes Evidenzbasierte Medizin (EbM) zu Covid-19:

„Es gibt insgesamt noch sehr wenig belastbare Evidenz, weder zu Covid-19 selbst noch zur Effektivität der derzeit ergriffenen Maßnahmen, aber es ist nicht auszuschließen, dass die trotz weitgehend fehlender Evidenz ergriffenen Maßnahmen inzwischen größeren Schaden anrichten könnten als das Virus selbst.“ Jegliche Maßnahmen sollten aus Sicht des Netzwerkes entsprechend wissenschaftlich begleitet werden, „um den Nutzen und Schaden beziehungsweise das Verhältnis von Nutzen und Schaden zu dokumentieren. Es werden insbesondere randomisierte Studien dringend benötigt, um die politischen Entscheidungen angemessen zu stützen.“

Weiter heißt es: „Der momentan zu verzeichnende Anstieg an Test-Positiven ohne gleichzeitige Zunahme von Hospitalisierungen, Intensivbehandlungen und Todesfällen rechtfertigt derzeit keine einschneidenden Maßnahmen, sofern diese nicht durch hochwertige Forschung vorab geprüft oder parallel begleitet sind.“ Die EbM-Mediziner fordern von den Medien auch, „die irreführenden Meldungen von Absolutzahlen ohne Bezugsgröße“ zu beenden.

Gerade auf diese irreführenden Zahlen beriefen sich im Gesundheitsschuss des Bundestages wiederholt die Verbandsvertreter, wenn sie forderten, die „epidemische Lage“ beizubehalten. Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), widersprach ihnen am Donnerstag im Ausschuss nicht grundsätzlich. Am Freitag scherte er aber deutlich aus dem gemeinsamen Chor aus und sagte: „Man kann den Panikmodus ausschalten. Die Zahlen geben Anlass, Corona-Maßnahmen zu überdenken, ohne leichtsinnig zu werden.“ Das sagte er gegenüber dem Magazin Business Insider aus dem Springer-Konzern.

Gassen forderte gegenüber dem Magazin, sich nicht zu sehr am R-Wert oder den Infektionszahlen zu orientieren. „Alles dreht sich immer um die Zahlen, doch niemand kann sie so richtig gut interpretieren.“ Entscheidend sei, wie gefährlich das Virus sei und dass Risikogruppen geschützt werden. „Man muss jedoch nicht gleich panisch werden, wenn ein ansonsten gesunder Mensch Corona bekommt“, so der KBV-Vorsitzende. Solche Hinweise verhallten am Mittwoch im Bundestagsausschuss — der damit immerhin ein Spiegel des aktuellen Zustands der Gesellschaft war. Und so setzten die Abgeordneten ordnungsgemäß ihre „Mund-Nase-Bedeckungen“ vors Gesicht, als die Anhörung beendet war.


Spenden per SMS Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende. Jetzt spenden

oder klicken Sie hier



oder senden Sie einfach eine SMS mit dem Stichwort Rubikon5 oder Rubikon10 an die 81190 und mit Ihrer nächsten Handyrechnung werden Ihnen 5 oder 10 Euro in Rechnung gestellt, die abzüglich einer Gebühr von 17 Cent unmittelbar unserer Arbeit zugutekommen.

Tilo Gräser Tilo Gräser, Jahrgang 1965, ist als Redakteur und Korrespondent für RIA Novosti Deutschland/Sputniknews tätig. Der Diplom-Journalist arbeitete zuvor für verschiedene Medien und als Pressesprecher. Seine Schwerpunkte sind Politik, Soziales und Geschichte.
Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


Der Artikel ist erschienen bei :Rubikon-News



Anhörung des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages
Mediziner: Feststellung einer nationalen epidemischen Lage nicht aufheben

Mediziner wenden sich gegen eine vorzeitige Aufhebung der vom Bundestag festgestellten epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Anlässlich einer Anhörung des Gesundheitsausschusses unter Vorsitz von Harald Weinberg (Die Linke) am Mittwoch, 9. September 2020, zu einem Gesetzentwurf (19/20042) und einem Antrag (19/20046) sowie einem Antrag von Bündnis 90/Die Grünen (19/20565) argumentierten die Verbandsvertreter, die Infektionszahlen seien zuletzt wieder gestiegen und rechtfertigten den Ausnahmezustand. Juristen gaben allerdings zu bedenken, dass die mit dem Feststellungsbeschluss einhergehenden Befugnisse für das Bundesgesundheitsministerium (BMG) verfassungsrechtlich bedenklich seien. Die Experten äußerten sich in schriftlichen Stellungnahmen.
Epidemische Lage von nationaler Tragweite seit 25. März
Der Bundestag hatte am 25. März 2020 offiziell eine epidemische Lage von nationaler Tragweite festgestellt. Mit den Änderungen im Infektionsschutzgesetz gehen weitreichende Befugnisse für das BMG in Form von Rechtsverordnungen und Anordnungen einher. Das Parlament kann die Feststellung der epidemischen Lage aufheben, wenn die Voraussetzungen dafür nicht mehr vorliegen. Ferner sind die Ausnahmeregelungen nach Paragraf 55 im Infektionsschutzgesetz bis Ende März 2021 befristet.
Nach Ansicht der Bundesärztekammer (BÄK) besteht die epidemische Lage fort, sodass die bereits getroffenen Maßnahmen erhalten und gegebenenfalls neue Maßnahmen getroffen werden müssten. Es sei nicht zielführend, die Feststellung aufzuheben und gesetzlich zu regeln, welche Maßnahmen dennoch fortbestehen sollten. Stattdessen sollten die einzelnen Maßnahmen fortlaufend überprüft und eventuell angepasst werden.
„Nach wie vor große Gefährdung“
Auch die Gesellschaft für Virologie (GfV) will keine Entwarnung geben. Es bestehe immer noch eine große Gefährdung, zumal sich das Virus zunehmend in der Fläche verbreite. Wahrscheinlich nähmen die Fallzahlen mit der kälteren Jahreszeit zu. Eine Überlastung des Gesundheitssystems sei nach wie vor nicht ausgeschlossen. Auch die Laborkapazitäten und der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) könnten schnell an ihre Kapazitätsgrenzen kommen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) erklärte, eine Aufhebung der epidemischen Lage wäre verfrüht. Eine Rückkehr zur Normalsituation in den Kliniken sei noch nicht möglich. Die zuletzt wieder steigenden Neuinfektionen gäben Anlass zur Sorge, zumal nun bald die Grippesaison beginne. Die pandemische Lage könne sich jederzeit schnell ändern, in dem Fall sollte das BMG die Möglichkeit haben, rasch die nötigen Entscheidungen in Form von Verordnungen und Anordnungen zu treffen.
Besorgt über steigende Fallzahlen
Der Rechtsexperte Prof. Dr. Thorsten Kingreen von der Universität Regensburg räumte ein, die zuletzt wieder steigenden Fallzahlen seien besorgniserregend, gleichwohl könne von einer systemischen Gefahr nicht mehr gesprochen werden. Die Feststellung der epidemischen Notlage löse zudem ein verfassungsrechtlich hochgradig problematisches Ausnahmerecht aus. Die Ermächtigung des BMG, in Rechtsverordnungen Ausnahmen und Abweichungen von nicht näher eingegrenzten Parlamentsgesetzen vorzusehen, sei verfassungswidrig, erklärte Kingreen.

Die Blankovollmacht umfasse weit mehr als 1.000 Vorschriften, gab der Rechtsexperte zu bedenken. Die Verlagerung von Entscheidungsbefugnissen auf eine gesetzlich nicht angeleitete Exekutive schwäche vor allem die Opposition, die so von der Krisengesetzgebung ausgeschlossen werde. Es werde der fatale Eindruck eines Ausnahmezustandes erzeugt, der nicht in den üblichen, von der Verfassung vorgegebenen Formen und Verfahren bewältigt werden könne.
Gesetzentwurf der FDP
Die FDP-Fraktion will die Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite durch den Bundestag aufheben, ohne dass zugleich die in der Folge erlassenen Rechtsverordnungen und Anordnungen außer Kraft treten. Zu den weiterhin erforderlichen Regelungen zähle etwa die Unterstützung von medizinischen oder pflegerischen Einrichtungen, heißt es in dem Gesetzentwurf der Fraktion (19/20042).

Die Regelungen seien außerhalb einer epidemischen Lage vom Parlament zu treffen. Für ein solches Gesetzgebungsverfahren müsse eine Übergangsregelung geschaffen werden, mit der die Rechtsverordnungen und Anordnungen bis zum 30. September 2020 in Kraft blieben.

Die Abgeordneten schlagen vor, den Passus im Gesetz, wonach die Rechtsverordnungen und Anordnungen mit Aufhebung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite ebenfalls außer Kraft treten, befristet bis zum 30. September zu streichen. Die Rechtsverordnungen und Anordnungen blieben bis dahin in Kraft, sofern sie nicht vom Bundesgesundheitsminister aufgehoben würden.
Antrag der FDP
Die Voraussetzungen für die Feststellung einer epidemischen Lage lägen nicht mehr vor, heißt es auch in einem Antrag der Fraktion (19/20046). Laut Gesetz hebe der Bundestag die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite wieder auf, wenn die Voraussetzungen dafür nicht mehr vorlägen. Daraus ergebe sich die Pflicht des Parlaments, die Voraussetzungen der Feststellung regelmäßig zu überprüfen.

Die Gefahr einer Destabilisierung des Gesundheitssystems bestehe nicht mehr. Statt einer dynamischen Entwicklung gebe es ein tendenziell abnehmendes Infektionsgeschehen. Die Infektionszahlen seien insgesamt drastisch zurückgegangen.
Antrag der Grünen
In der Anhörung ging es auch um einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen (19/20565) mit der Forderung nach einem wissenschaftlichen Pandemierat. Um wirksam und differenziert auf ein Wiederansteigen der Infektionszahlen reagieren zu können und die gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen der Pandemie gering zu halten, brauche es eine koordinierte interdisziplinäre Strategie, heißt es in einem Antrag. Mehrere Sachverständige begrüßten die Idee im Grundsatz.

Ein unabhängiger Pandemierat könne die Versachlichung befördern und die Transparenz der Debatte rund um die getroffenen Maßnahmen stärken, argumentiert die Fraktion. Der Pandemierat könne dabei helfen, differenzierte Präventionsstrategien zu entwickeln. (pk/09.09.2020)
Liste der geladenen Sachverständigen
Verbände und Institutionen:
  • Akkreditierte Labore in der Medizin e. V. (ALM)
  • Bundesärztekammer (BÄK)
  • Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V. (BVÖGD)
  • Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände (BVkom)
  • Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e. V. (DGI)
  • Deutsche Gesellschaft für Public Health e. V. (DGPH)
  • Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention
  • Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie
  • Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)
  • Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
  • Deutscher Richterbund (DRB)
  • Gesellschaft für Virologie e. V.
  • GKV-Spitzenverband
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
  • Verband der privaten Krankenversicherung e. V. (PKV)
  • Nationale Akademie der Wissenschaften – Leopoldina
Einzelsachverständige:
  • Prof. Dr. Christian Drosten, Charité Berlin
  • Prof. Dr. jur. habil Michael Elicker, Universität des Saarlandes
  • Prof. Dr. Thorsten Kingreen, Universität Regensburg
  • Franz Knieps, BKK-Dachverband
  • Prof. Dr. med. Matthias Schrappe, Universität zu Köln
  • Prof. Dr. Ferdinand Wollenschläger, Universität Augsburg

Samstag, 30. Mai 2020

Von der Verantwortung eines Virologen

Von der Verantwortung eines Virologen

Ist Christian Drosten Opfer oder Täter?
Von Peter Frey.

Um diese Frage gleich vorweg zu beantworten: Er ist weder das Eine noch das Andere. Zumindest führt uns die damit verbundene Frage nach Schuld oder Unschuld nicht weiter. Vielleicht sieht er selbst und andere das nicht so. Doch für mich ist Drosten vor allem Eines: verantwortlich. So wie jeder Mensch die Verantwortung für sein Tun zwar ausblenden, aber nicht abstreifen kann.

Wenn ein Mensch sich also über Jahre hinweg benutzen lässt, dann handelt er gewissermaßen verantwortungslos. Dann ist er auch blind für die Folgen des eigenen Tuns. Das ändert nichts an der Verantwortungslosigkeit auch anderer Menschen – nicht nur – in seinem Umfeld. Verantwortung zu ignorieren ist kein spezielles Problem des Christian Drosten sondern ein allgemeines, gesellschaftliches Problem. In seiner durch ihn offensichtlich sehr gern angenommenen, medialen Rolle finden sich allgemeingültige Symptome – die wiederum auf die tiefer liegende Ursachen zeigen können.

Die mediale Rolle, ist jene, die bei Drosten erst entdeckt, ja vielleicht sogar geweckt werden musste, denn seine eigentliche Rolle ist die des Forschers, des Virologen. Es gibt ausführliche Interviews mit Christian Drosten, die in beeindruckender Weise zeigen, wie der Mann in dieser Forscherrolle aufgeht. Auch scheint er mir in der Rolle des forschenden Virologen außerordentlich kompetent. In der Welt genetischer Sequenzen, im Umgang mit Codeschnipseln, da kennt er sich zweifellos aus. Kann er dazu sprechen, tut er es mit der Begeisterung eines Kindes.

So gesehen, gibt es da nichts, was man bedenklich finden könnte, oder doch?

Die Fokussierung auf und die Kompetenz zum Thema genetischer Forschung an Viren birgt eine Falle. So spezialisiert, wie Drosten arbeitet, so groß ist auch die Gefahr der Inkompetenz in allen Bereichen, die über den eng gefassten Rahmen hinausgehen. Als Mediziner geht der Mann bei mir nicht durch, denn er kann nicht einmal zwischen Infektion und Erkrankung unterscheiden (Hervorhebung durch Autor):

“Unter der Decke dieses saisonalen Effektes – da können wir vielleicht uns jetzt auch vorstellen, unter der Decke der sozialen Distanzierungsmaßnahmen, die im Moment in Kraft sind – hat sich diese Erkrankung aber unbemerkt viel besser gleichmäßig geografisch verteilt.” (1)

Selbst jene, die eine Gefahr durch das “neuartige” Virus beschwören, die – was wir wissen sollten – nicht belegt ist, dürften doch wohl wissen, dass, wenn schon, es das Virus ist, welches sich verteilt, aber niemals die Krankheit. Glaubt man dem Tagesspiegel meinte Drosten zudem:

“Im Sommer habe sich die Krankheit durch das wärmere Wetter abgeschwächt und sei gar nicht mehr bemerkt worden.” (2)

Der Mann weiß offensichtlich auch nicht, wie sich eine Krankheit definiert. Und so glaubt er auch tatsächlich an eine eindimensionale, wie zwingende Kausalität von dem EINEM Virus, dass EINE (allerdings nicht klar beschreibbare) Krankheit, nämlich Covid-19, hervorruft. Peinlich für ihn wird es aber, wenn er auch noch die Spanische Grippe als Horrorszenario heranzieht:

“Und als man bei der Spanischen Grippe dann in eine Winterwelle gekommen ist, war die Situation auf einmal ganz anders.” (3)

Und spätestens ab  diesem Punkt kommen wir zur Verantwortung. Inkompetenz ist ja kein charakterlicher Mangel. Problematisch ist es jedoch, wenn durch mangelnde Reflexion kein Bewusstsein für Inkompetenz vorhanden ist – weder beim Protagonisten, noch beim Empfänger und Weitergebenden der aus Inkompetenz geborenen Botschaft.

Bestimmte Leute haben Christian Drosten ab einem bestimmten Zeitpunkt zum Rufer in der Wüste auserkoren. Sein Charisma schien ihnen geeignet, Schreckensnachrichten, welche zu bestimmten gesellschaftlichen Handeln zwingen, besonders glaubwürdig vermitteln zu können.

Drosten wurde zur Gallionsfigur virologischer Forschung. Getätschelt und gelobt als außergewöhnlicher Forscher, ließ er sich darauf ein, mehr zu tun, als nur zu forschen. Wenn er heutzutage gelegentlich seine Empfehlungen zu relativieren sucht, dass er ja kein Politiker sei, der etwas zu bestimmen habe, dann ist das mindestens ein Selbstbetrug. Denn Drosten will nicht wahrhaben, dass er – mit all der Fülle an Opportunismus und Egotismus, die ihn auszeichnet – genau das geworden ist: ein Politiker. Es tut nichts zur Sache, dass er das nicht offiziell und mit zugewiesenem Geschäftsbereich ist.

Politiker vertreten Interessen, auch Drosten vertritt Interessen. Die Frage ist, welche das sind. Um das Verhalten, die Stellungnahmen des Virologen und Politikers Christian Drosten zu verstehen, lohnt der Blick in die Vergangenheit und dabei sollten wir natürlich auch die Perspektive weiten. Nur so lassen sich auch Netzwerke erahnen, in die ein Drosten eingebettet ist.

Auch der Sprachgebrauch, die mediale Aufrüttelung der Menschen, um ihnen “Schutzimpfungen” attraktiv zu machen, erinnert in Zeiten von Covid-19 an den vergangener Tage. Zumal auch die Sprachrohre die Selben sind. Zu Drosten kommen wir gleich, aber hier erst einmal das Robert Koch-Institut (RKI). 2009 klang dessen Alarm, also der Versuch Hysterie in der Bevölkerung zu erzeugen, so:

“Die Schweinegrippe breitet sich immer schneller in Deutschland aus. In der 43. Kalenderwoche sind 3075 Personen neu erkrankt, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag in Berlin mitteilte. In der 42. Kalenderwoche habe die Zahl der Neuerkrankungen noch bei 1860 gelegen. Insgesamt sind nach Angaben des RKI deutschlandweit bislang 29.907 Fälle der neuen Grippe registriert worden. “Die Welle hat begonnen”, sagte der Präsident des RKI, Jörg Hacker.” (4)

So wie heute, wurde damals der Chef des RKI in einem Atemzug mit einem Virologen genannt und deren Stellungnahmen bereitwillig in den Massenmedien verbreitet. Damals leitete der Virologe ein Institut in Bonn, aber auch damals hieß er schon Christian Drosten:

“Der Leiter des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn, Prof. Christian Drosten sagte, es gebe eine drastische Zunahme der Erkrankungen in Süddeutschland. Er gehe davon aus, dass die Welle von Süden aus in einem Zeitraum von fünf bis sechs Wochen über Deutschland hinwegziehen werde.” (5)

Wer nun meint, dass diese Aussage Drostens ja gar nicht so aktionistisch und Angst erzeugend sei, revidiert diesen Eindruck vielleicht, wenn er liest, was Drosten damals noch erzählte:

“Drosten rief dringend dazu auf, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. “Bei der Erkrankung handelt es sich um eine schwerwiegende allgemeine Virusinfektion, die erheblich stärkere Nebenwirkungen zeitigt als sich irgendjemand vom schlimmsten Impfstoff vorstellen kann.” (6)

Auch im renommierten Fachblatt Nature durfte Drosten damals mit seinen Horrorparallelen mit der Spanischen Grippe aufwarten und dabei ein wichtiges Geschäftsmodell – nämlich sein eigenes – offensiv bewerben. Auf die Frage, warum denn Massentests so wichtig wären, antwortete er (Verfälschung durch Autor hervorgehoben):

“Weil wir uns an den Ausbruch von 1918 erinnern müssen. Als er anfing, beim Menschen zu zirkulieren, war er nicht sehr pathogen, und deshalb wurde er nicht sehr ernst genommen. Aber als sich das Virus durch Mutation für das Leben in seinem neuen Wirt optimierte, wurde es viel virulenter – und tötete, wie wir alle wissen, rund 20 Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Dies könnte sich wiederholen – niemand will ein großes Risiko eingehen.” (7)

Das ist von Drosten völlig an den Haaren herbeigezogen und widerspricht auch allen Erkenntnissen aus der Epidemiologie, nach denen Viren sehr rasch ihre anfängliche Aggressivität – so es eine gab – verlieren; sowohl in der Reproduktion als auch in der qualitativen Wirkung selbst. Auch dem SARS-CoV-2 Virus attestierten chinesische Wissenschaftler bereits im Februar des Jahres eine zunehmend verminderte Reproduktionsfähigkeit (8).

Ganz ausdrücklich sprach Drosten auch damals nicht von repräsentativen und damit wirklich aussagekräftigen und deshalb wohl nicht ausreichend profitablen Tests, sondern von Massentests, einer sinnlosen Verpulverung von Ressourcen, ganz wie heute. Originalton des Möchtegern-Politikers und als solchen tatsächlich getätschelten Christian Drosten, zehn Jahre später, Ende März 2020 – der Begriff Geschwurbel ist hier angebracht (siehe Hervorhebung durch Autor):

“Wir sind jetzt gerade in der ansteigenden Flanke einer exponentiellen Wachstumskinetik. Wenn wir nicht jetzt etwas tun, und zwar drastisch und einschneidend, dann wird das so weitergehen und wir haben im Juni oder Juli eine Situation, bei der man sehr wohl einen Effekt sehen wird.” (9)

Das fett Gedruckte war Drostens Begründung zur Angstmache, zur Steilvorlage für völlig unaktzeptable politische Entscheidungen und er hatte NICHTS, rein gar nichts, was seine – lassen wir es uns noch einmal auf der Zunge zergehen – “ansteigende Flanke einer exponentiellen Wachstumskinetik” hätte untermauern können. Aber diesen Worten und diesem Mann ist die Politik hinterher gehechelt und tut das heute noch. Diesen Mist – gewonnen aus Drostens eigens fabrizierter Blaupause bei der Schweinegrippe – feierten die Massenmedien als Zerlegung einer “wirren Corona-These von Lungenarzt” Wolfgang Wodarg. Was ist das doch für ein erbärmliches Schauspiel.

Wir müssen diesbezüglich nicht so naiv sein, zu glauben, dass sich hier ein Virologe halt einfach mal geirrt hätte. Spätestens heute erscheint Drosten als Wiederholungstäter. Für das was er heute tut, ist er wohl über Jahre aufgepäppelt, also gefördert worden. Immer hat er sein Baby und offenbar auch die Vermarktung “seines Tests” im Hinterkopf. Das “arme Institut”, dem Drosten im virologischen Bereich innerhalb der Berliner Charité vorsteht, wurde jüngst (wieder?) durch edle Spender “gerettet” (10,11). Überhaupt ist es aufschlussreich zu erfahren, in welchem Umfang sich private, im Auftrag großer Konzerne wirkende Stiftungen – über die Bill & Melinda Gates Stiftung hinaus – um das Wohlergehen der Charité kümmern (12).

Ängste auszulösen, in dem man massenhafte Schreckensbilder künstlich zu beatmender Menschen an die Wand malt, ist keine Erfindung aus dem Jahre 2020. Die Menschen vergessen einfach zu schnell. Hier der Originalton von Christian Drosten aus dem Jahre 2009:

“Das Zweite ist aber, dass wir immer mehr schwerkranke Patienten haben, solche, vor allem solche, die unter 50 Jahren sind, auch in noch wesentlich jüngeren Segmenten, die beatmet werden müssen, die teilweise sogar extrakorporal oxygeniert werden müssen, also an eine Sauerstoffversorgung außerhalb der Lunge kommen müssen. Diese Plätze sind sehr rar, höchste Intensivmedizin, die sind alle besetzt mit diesen Patienten. Das heißt, das wird die Hochleistungskrankenhäuser in den nächsten Wochen vor dramatische Situationen stellen. In manchen Universitätskliniken ist das schon so, dass diese Hochintensivplätze alle durch H1N1-Kranke besetzt sind. Das kriegt die Öffentlichkeit nicht mit. Darüber gibt es auch wenig gute Zahlen.” (13)

Exakt mit diesem alten, neuen Schreckensbild hat man die Menschen auch in diesen Tagen emotional mitgenommen, um ein Wegschließen, soziale Distanzierung, den Verzicht auf Grundrechte, die Akzeptanz eines Überwachungs- und Maßregelungsstaates hinzunehmen. Das Institut für Virologie an der Universität Bonn, von wo aus Drosten seine Botschaften verkündete, war damals erst gegründet worden und ist mit der unter anderem vom Multimilliardär Michael Bloomberg unterstützten Johns-Hopkins-University und deren angeschlossenen Institutionen eng vernetzt (14,a1).

Drosten erklomm also bereits in jenen Tagen die Karriereleiter des politischen Virologen und seine Stimme wurde erhört. Erhört unbeachtet der Tatsache, dass damals wie heute, die wissenschaftlichen Belege für eine außergewöhnliche Gefährdung durch ein “neuartiges” Virus nicht erbracht worden sind. Aber die Regierungen handelten, nicht nur die deutsche Regierung. Bund und Länder bestellten Anfang 2010 etwa 50 Millionen Impfdosen mit dem Wirkstoff Pandemrix (15).

Nomen est Omen, allein schon der Name des Impfstoffs lässt aufhorchen. Er weist auf eine Pandemie hin, freilich eine mit Zwang in den Köpfen der Menschen zu verankernde Pandemie, eine Pandemie virtueller Art, die aber zu den Reaktionen führen sollte, adäquat wie eine reale – respektiv tödliche – Pandemie es täte.

Kein Impfen ohne Krankheitserreger

Denn ein Erreger allein genügt natürlich nicht. Es müssen Erreger sein, welche der Bevölkerung als zwingend krankmachend verkauft werden können. Und werden sie nicht gefunden, dann müssen sie eben erfunden werden. Dieser Verdacht kommt auf, wenn man die Ereignisse um die Schweinegrippe in den Jahren 2009/10 und die Parallelen mit den heutigen Geschehnissen um das “neuartige” Coronavirus vergleicht.

Im Impfgeschäft tätige Konzerne wie Novartis, Roche und Sanofi machten vor zehn Jahren außergewöhnliche Geschäfte mit Impfstoffen gegen die Schweinegrippe (16) und sind auch im Jahre 2020 wieder präsent. Einer der großen Gewinner jener Tage war auch der britische Pharmariese GlaxoSmithKline. In seiner Dresdner Fabrik ließ er für 3,5 Milliarden US-Dollar Impfdosen mit eben jenem Pandemrix-Impfstoff produzieren (17,18,a2) und unter anderem Christian Drosten hatte ihm dafür mit seiner Angst triggernden Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland (siehe auch weiter oben) den Weg geebnet – zufällig (19)?

Ein gewisser Wolfgang Wodarg war im Jahre 2010 noch ein glaubwürdiger Experte für die Massenmedien. In der Welt kritisierte nicht nur er, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeinsame Sache mit der Pharma-Industrie gemacht hätte. Die damalige WHO-Chefin Chan hatte mit dem Ausrufen einer Pandemie, respektive einer globalen Bedrohung durch die Schweinegrippe, und dem Einfordern von Impfstoffen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar einer Hysterie den Boden bereitet (20).

Bereits im Jahre 2010 bezeichnete der Spiegel die Geschehnisse um das von Drosten herauf beschworene Schreckgespenst des Schweinegrippenvirus klar und deutlich als “Schweinegrippen-Hysterie” und stellte außerdem fest:
“Pharmakonzerne haben Milliarden auf Kosten der Steuerzahler verdient, Mediziner, Politiker und Medien stehen blamiert da. Was die Welt aus der Hysterie lernen sollte” (21)
Die Welt lernte nicht und Herr Drosten verschwand in der Mottenkiste. Dabei aber sorgfältig gepflegt für eine zukünftige Reanimation als Panikmacher und geniales Genie. Und siehe da: Im Januar 2020 war er wieder präsent und wurde gefeiert, als ob es seine Schweinegrippen-Farce nie gegeben hätte. Und bereits im Jahre 2019 unkten Fachblätter des Pharmasektors – man beachte deren prophetische Gaben – “eine neue Pandemie ist nur eine Frage der Zeit”. Dabei vom Tisch wischend, dass die letzte Pandemie als solche ein provozierter Akt von Panik und Hysterie gewesen war (22).

Es musste schnell gehen, meinte der Spiegel Jahre nach der “pandemischen Schweinegrippe”. Musste es das tatsächlich, und wenn ja, warum? Kommen wir zurück zu GlaxoSmithKline und seinem extrem profitablen Geschäft mit dem Schweinegrippen-Impfstoff. Wie das so ist, wenn es ganz schnell gehen muss, beziehungsweise ein Druck künstlich erzeugt wurde, der suggerierte, dass dringender, tausende Menschenleben rettender Handlungsbedarf geboten sei, wurde auch damals sehr pragmatisch das Zulassungsprozedere verkürzt (23,24).

Wer hier wem die Bälle zuspielte ist offen. Gut möglich, dass eine Situation geschaffen wurde, die es möglich machte, das Ganze wechselseitig hochzuschaukeln (25). Aber damals wie heute findet man auch diesbezüglich den früheren Schweinegrippen-Propheten, einen Virologen namens Christian Drosten, welcher die Bevölkerung mit unbelegten Behauptungen in Angst und Schrecken versetzt:
“Wenn wir nicht eine erhöhte Todesrate in der älteren Bevölkerung akzeptieren wollen, dann müssen wir, was den Impfstoff angeht, regulative Dinge außer Kraft setzen – und schauen, wo können wir einen Impfstoff herbeizaubern, der schon relativ weit entwickelt ist, der vielleicht schon klinisch ausprobiert wurde” (26,27)

Das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (bekannt als Paul-Ehrlich-Institut) war sich 2009 – dabei im Gleichschritt mit dem Robert-Koch-Institut marschierend – nicht zu schmutzig, den Pharmakonzernen Unbedenklichkeitserklärungen für ihre Impfstoffe auszufüllen und sie tun dies, wenig überraschend, heute wieder (28,29).

Im Nachhinein stellte sich allerdings regelmäßig heraus, dass die mit einer Kombination aus wirtschaftlichen und politischen Druck auf den Markt geworfenen Impfstoffe dann doch nicht ganz so unbedenklich waren, wie von den Offiziellen lautstark behauptet. Diesbezüglich spielte und spielt die Drostsche Rolle in den USA der Chef der dortigen Seuchenbehörde, Anthony Fauci. Und so wie heute unterstützte die Politik damals ganz offen Bestrebungen der Pharmaindustrie, sich von jedweder Haftung zu befreien, welche aus Impfschäden entstehen könnten (30,31).

Als sich das im Falle des Pandemrix-Impfstoffes von GlaxoSmithKline herausstellte, war es natürlich nicht der Konzern, der in Haftung genommen wurde. In Schweden sprang die Regierung mit Millionengeldern ein, um Betroffene zu entschädigen (32). Ein Christian Drosten hat damit rein gar nichts zu tun? So er doch “nur” forscht und die Deutsche Regierung politisch berät?


Sanft in die Abhängigkeiten


Preise sind die Streicheleinheiten für das Ego und der Klebstoff des Opportunismus. Nicht umsonst werden Preise von Konzernen gefördert oder sogar komplett gestiftet.

2003 erhielt Christian Drosten den Preis der Werner-Otto-Stiftung e.V. – die Stiftung entstand auf Betreiben des früheren Besitzers des Handels- und Versandkonzerns Otto und ist Partner des Bundesgesundheitsministeriums. Desweiteren wurde Christian Drosten im Jahre 2004 vom Förderverein der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e.V. mit dem Klinische Infektiologie Preis geehrt. Gefördert wurde der Preis von der deutschen Aventis. (33,34)

Aventis ist Teil des französischen Pharmakonzerns Sanofi, der seit Jahrzehnten stark im Impfgeschäft vertreten ist und auch jetzt mit aller Macht einen Impfstoff auf den Markt werfen möchte (35,36). Ganz erstaunlich wie weit sich ein Virologe herauslehnt, wenn es darum geht, die Wirksamkeit beziehungsweise Nebenwirkungen von Medikamenten öffentlich zu beurteilen. Nun, Sanofi wird es im März 2020 erfreut haben, denn da ging es um dessen Medikament Ibuprofen und dessen eventuell schädlichen Nebenwirkungen bei Covid-19-Patienten (wie immer man auch Covid-19 bei diesen Menschen diagnostiziert haben mag):

“Es gibt keine Daten dazu, es ist aber nicht so, dass man es erwarten würde [] und auch da gibt es keinen Hinweis darauf, dass eine Ibuprofen-Einnahme diese Viruserkrankungen verschlechtern würde, [… denn] Ibuprofen ist ein sehr breit verfügbares Medikament, und es sind doch auch sehr breit vorhandene Erkältungsviren in der Bevölkerung. […] Ich glaube, dass wüsste man inzwischen, wenn das so wäre.” (37)

Immerhin war die (wohlgemerkt) mögliche Gefährdung durch ein Bulletin der WHO angezeigt worden (38). Der Virologe hätte hierzu ja einfach wahrheitsgemäß sagen können, dass er es schlicht nicht weiß. Beachten wir, dass Drosten plötzlich von ganz allgemeinen Viruserkrankungen (und nicht von einer besonders gefährlichen, neuartigen Krankheit) sprach, dabei aber völlig im Spekulativen verblieb und seinen “Glauben” vertrat, womit er ungewollt (?!) Lobby-Arbeit für ein Pharmaunternehmen betrieb (a3).

Sanofi geht auch strategische Bündnisse mit seinen Konkurrenten ein, um dieses Geschäft voranzutreiben, zum Beispiel mit GlaxoSmithKline. Dabei lässt man sich die Investitionskosten auch gern durch die öffentliche Hand finanzieren. Jene öffentliche Hand, die zuvor ins Boot geholt wurde, um das alte Lied vom “Wir werden alle sterben, wenn wir nicht geimpft werden” mit anzustimmen und die Bevölkerung auf diese Weise weich zu klopfen (39-41).

Drosten wurde beizeiten von der Pharma-Lobby umgarnt, einfach weil seine Leistungen auf neue Art und Weise die Produktion von Impfstoffen ankurbelte (42). Und so wurde Drosten 2004 von der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e.V. mit einem weiteren Preis geehrt, und zwar dem GlaxoSmithKline Award. Das Bundesverdienstkreuz am Bande gab es ein Jahr später noch als Draufgabe und dazu noch den Postdoktorandenpreis der Robert-Koch-Stiftung. So viel Ehre für einen damals 32-jährigen, sicher außerordentlich ehrgeizigen, karrierebewussten Wissenschaftler (43)?
Mit den Preisen würdigte man Drostens Mitwirkung an der Entdeckung des ersten SARS-CoV-Virus im Jahre 2003. Bemerkenswert sind die Parallelen zur Gegenwart. War es doch sowohl 2003 als auch 2020 das Team des deutschen Virologen, welches in Rekordzeit einen diagnostischen Test auf das jeweils “neuartige” Virus entwickelte (44).

Letztlich stellen sich bei SARS-CoV, dem Vorläufer des neuesten SARS-CoV-2-Virus die gleichen Fragen wie heute: Wie hat man dieses eine spezielle Virus entdeckt und zweifelsfrei nachweisen können, dass es tatsächlich als die primäre Ursache einer (neuen) Krankheit – genannt “Schweres akutes Atemwegssyndrom” (severe acute respiratory syndrome, SARS) – feststellbar war? Diese eindeutige Kausalität sowie die zwingende, zur Krankheit führende Gefährdung durch das Virus macht ja die Terminologie der “gravierenden Infektionskrankheit” aus (45,a4).

So wie im Jahre 2003 wurde auch im Jahre 2020 eine RNA-Sequenz entschlüsselt; ein genetischer Codeschnipsel, den man auch als Codefragment bezeichnen kann, und so wie damals wurde nun in Rekordzeit ein Test entwickelt. War der damals von (unter anderem) Drosten entwickelte Test genauso unspezifisch und hochsensibel wie seine jüngst gefeierte PCR-Testmethode (46)? Anders gesagt: Ist nicht die gleiche Frage wie im Falle des aktuellen “neuartigen” Virus erlaubt, die da lautet: Gab es das Virus, die entdeckte RNA-Sequenz möglicherweise schon immer?

Wenige Jahre später folgte dann das nächste “Killervirus”, dass als Verursacher der Schweinegrippe ausgemacht wurde. Als sich beispielsweise die Wirkstoffe Tamiflu von Roche und Pandemrix von GlaxoSmithKline im Nachhinein als höchst bedenklich herausstellten – letzterer unter anderem auch deshalb, weil er Quecksilberverbindungen enthielt (47,48) -, hat das einen Christian Drosten nicht auf den Plan gerufen. Dafür betet er als Mitglied im Beirat der unabhängigen (?) Gesellschaft für Virologie e.V. die Alternativlosigkeit des Impfens an (49).

Verinnerlichen wir uns, dass in Bezug auf das “neuartige” Virus gar nichts geklärt ist. Weder sind die Kausalitäten des Erregers in Bezug auf Krankheiten zweifelsfrei nachgewiesen, noch die Erkennung des Erregers selbst. Es gibt keine verlässlichen Daten zur Verbreitung des Virus, obwohl das längst möglich gewesen wäre. Das angeblich resultierende Krankheitsbild ist völlig indifferent. Man muss sich ernsthaft fragen, was SARS-CoV-2 eigentlich wirklich ist. Aber – das gestatte ich mir jetzt, so zu sagen – die sich wie Götter gebenden Experten der Virologie maßen es sich an, Impfungen als alternativlos darzustellen:
“Es wird dringend eine Impfung gegen Sars-CoV-2 gebraucht, um die Bevölkerung zu schützen – weltweit. Eine natürliche Durchseuchung ist keine Option.” (50)
Lesen wir das noch einmal, es zeigt uns mehr, als der erste Blick hergibt: “Eine natürliche Durchseuchung ist keine Option”.

Das Natürliche, das Bewährte, das, was uns überhaupt überleben und mit Erregern leben lässt, wird durch die Meister der Petrischalen und Genanalysen einfach mal komplett abgewählt, um es dann künstlich – gefangen in dem Wahn besser als die Natur zu sein – den Menschen per Spritze in den Körper zu jagen. So ein Denken ist seinerseits nur dann “natürlich”, wenn man zuvor zum Nichtwissenschaftler mutierte.

Dieser eingeschränkte Blick erfordert dann auch keinen überzogenen Opportunismus mehr. Das Fenster der Wahrnehmung ist bereits so schmal, dass die für das Verständnis erforderliche Metaebene für den Betroffenen nicht mehr relevant ist. Da freut sich der pampernde Pharmasektor, der seine Investitionen in geeignete Wissenschaftler in Erwartung fetter Profite gut angelegt sieht.

Manchem Leser mögen bei der ganzen, hier untersuchten Impfthematik die Netzwerke der Gates Foundation zu kurz kommen. Kurz vor dem selbstgewählten Rückzug des Bill Gates aus dem Microsoft-Vorstand hielt in selbigen Elma Walmsley Einzug, 2017 von Novartis zu GlaxoSmithKline (GSK) gewechselt und dort seitdem CEO (also eine der Direktoren des Konzerns). Walmsley hatte zuvor auch die britische Regierung beraten. Sie ist ein schönes Beispiel für den sogenannten Drehtüreffekt, welcher die enge Vernetzung zwischen Regierungen und Konzernen beschreibt (51). Der vor Jahren von GSK geehrte und von der Gates Foundation unterstützte Christian Drosten fördert mit seinen Stellungnahmen seit Jahren in bemerkenswerter Weise die Visionen oder auch Geschäftsmodelle führender Vertreter von Weltkonzernen und diesen angeschlossener Institutionen (52).

Was da Microsoft und GSK betreiben, versteht sich als strategische Partnerschaft, welche eng mit den Plänen einer Totalüberwachung von Bevölkerungen einhergeht. Man benötigt riesige, verteilte Datenbanken, um in diesen genotypische und phänotypische Daten ablegen und abrufbar machen zu können. Diese Daten wiederum sind als Basis für Geschäftsmodelle gedacht, nett umschrieben mit “Entdeckung von Arzneimittelzielen”. Längst verschmelzen Software-Konzerne mit Pharmakonzernen und Genforschung (53).


Ein systemisches Problem?


Letztlich sind es die Menschen die handeln, doch lässt sich das nicht von den Umgebungsbedingungen abkoppeln. Das ist auch zu berücksichtigen, wenn man die Rolle des Virologen Christian Drosten kritisch betrachtet. Die gepriesene Karriereleiter, die uns einen Weg nach oben zeigen möchte, ist aus einer anderen Sicht eher eine sanfte, glatte schiefe Ebene, auf der man – gelobt, gehuldigt, umsorgt und finanziert – fast unmerklich in tiefe Abhängigkeiten rutscht. Das lässt sich nur durch Achtsamkeit vermeiden, die wiederum in unserer Gesellschaft völlig ungenügend besprochen, geschweige denn gelebt wird.

Im April 2020 wurde Christian Drosten von einem “unabhängigen” Gremium (siehe weiter unten,a5) ein weiteres Mal geehrt, diesmal mit einem mit 50.000 Euro dotierten Sonderpreis, und ich meine, dass die Begründung für die Preisverleihung ein Hohn auf jede ehrliche Wissenschaft ist: “Sonderpreis für herausragende Kommunikation der Wissenschaft in der Covid-19-Pandemie”. Drostens Dankesrede für den Preis ist die pure Satire auf sein eigenes Versagen als Wissenschaftler und Mensch mit wahrgenommener und gelebter Verantwortung:
“Diese Pandemie ist eine absolute Ausnahmesituation für die ganze Gesellschaft. Wie gut wir diese Herausforderung meistern, hängt in meinen Augen auch davon ab, ob die Bevölkerung gut über das Infektionsgeschehen und die biologischen Hintergründe informiert ist. Mir ist es daher ein persönliches Anliegen, das aktuelle Wissen – und auch seine Grenzen – über das SARS-2-Virus so schnell und umfassend wie möglich mit der Öffentlichkeit zu teilen. Nur so können die Menschen selbst Urteile fällen, Ängste abbauen und infektionsrelevante Entscheidungen in ihrem eigenen Alltag treffen.” (54)
Was ich persönlich einem Christian Drosten vorwerfe, ist sein permanentes, unreflektiertes Schüren von Ängsten, sein maßloses Redebedürfnis in einer Sache, die Maß dringend benötigte.
Seine wiederholten, spekulativen, hoch emotionalen Aussagen über eine mögliche gravierende Gefahr – einzig aus der Sicht des Virologen – die niemals durch wirkliche Indizien gestützt wurden, lassen sich nur in der Kategorie Verantwortungslosigkeit einordnen. Er hat mit dieser latenten, geradezu manischen Angstmacherei bis zum heutigen Tag nicht aufgehört (55-57). Dass dem so ist, fällt seit einiger Zeit selbst Medienleuten auf (58).

Schirmherr des oben aufgeführten Stifterverbandes ist übrigens Frank-Walter Steinmeier. Im Präsidium sitzen aktive wie ehemalige, hochgestellte Persönlichkeiten aus Konzernen wie der BASF, Miele, Henkel sowie der Münchner Rückversicherungsgesellschaft. Ehrenmitglieder sind der Pastor und ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck, dessen Vorgänger Horst Köhler sowie Arend Oetker, welcher dem gleichnamigen Imperium vorsteht. In den Beiräten tauchen Namen von Großkonzernen wie Allianz, Bayer AG, Linde, Robert Bosch GmbH, Siemens, Thyssen-Krupp, Evonik, BMW, SAP (mit Hang zum Geldverdienen im Impfsektor), Infineon, Deutsche Bank und weiteren auf (59-61).
Bitte bleiben Sie schön aufmerksam.

Anmerkungen und Quellen:

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen – insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors – kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(a1) Michael Bloomberg gehört mit einem Vermögen von 48 Milliarden US-Dollar (Stand: 26. Mai 2020) zu den 20 (geldtechnisch) reichsten Menschen der Welt (62).
(a2) In das Dresdner Serumwerk von GlaxoSmithKline wurden im Jahre 2010 täglich (!) 380.000 Hühnereier für die Produktion von Impfstoffen geliefert. Das halte ich für eine weitere, kaum beachtete Unfassbarkeit unseres Gesellschaftssystems, bei dem im Namen der Gesundheit, jede Ethik, auch die gegenüber Tieren, den Bach heruntergeht (63).
(a3) Sei noch angemerkt, dass Sanofi mit Fiebersenkern und Schmerzstillern, deren Bedarf durch die Coronahysterie angetrieben wird, derzeit ein eindrucksvolles Zusatzgeschäft generiert (64).
(a4) Eine weitere Parallele zum derzeitigen Coronageschehen: Drei Jahre nach Ende der Schweinegrippe rechneten Experten noch einmal nach und verzehnfachten post mortem die Anzahl der an der Schweinegrippe Gestorbenen auf über 200.000. So wie derzeit rechneten sie nachträglich Sterbefälle durch Atemwegserkrankungen einfach dem Schweinegrippenvirus zu, weil ja “das H1N1-Virus meist die Lunge befällt und dort Entzündungen verursacht“. Das Prinzip erleben wir derzeit wieder. Ein Virus ersetzt plötzlich alle anderen Verursacher von tödlichen Lungenerkrankungen (65).
(a5) Es ist faszinierend zu sehen, wie sich hinter “gemeinnützigen Vereinen” dann doch regelmäßig Steuersparmodelle großer Konzerne auftun, so nobel solche Initiativen im Einzelfall auch sein mögen.
(1-3) 20.04.2020; Inga Barthels; Drosten und Helmholtz-Forscher warnen vor zweiter Covid-19-Welle; https://www.tagesspiegel.de/wissen/wir-muessen-extrem-vorsichtig-sein-drosten-und-helmholtz-forscher-warnen-vor-zweiter-covid-19-welle/25756090.html
(4-6) 17.05.2010; “Die Welle hat begonnen”; https://www.sueddeutsche.de/wissen/schweinegrippe-die-welle-hat-begonnen-1.140006
(7) 30.04.2009; Alison Abbott; German virologists race for swine flu test; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7095450/
(8) 2.03.2020; Yvonne CF Su, Danielle E Anderson, Barnaby E Young und weitere; https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.03.11.987222v1
(9) 20.03.2020; Top-Virologe Drosten zerlegt wirre Corona-These von Lungenarzt; https://www.focus.de/gesundheit/news/christian-drosten-vs-wolfgang-wodarg-drosten-zerlegt-thesen-von-lungenarzt_id_11788299.html
(10) Interview mit Christian Drosten; https://www.ndr.de/nachrichten/info/16-Coronavirus-Update-Wir-brauchen-Abkuerzungen-bei-der-Impfstoffzulassung,podcastcoronavirus140.html; abgerufen: 28.03.2020
(11) Im März 2020 veröffentlichte die Bill & Melinda Gates Foundation eine Spende von rund 250.000 US-Dollar an die Berliner Charité; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2020/03/INV-005971
(12) Charité Global Heath; https://globalhealth.Charité.de/forschung/foerdermittel_fuer_global_health/; abgerufen: 26.05.2020
(13) 15.12.2009; Carsten Schroeder; Schweinegrippe: Die Ruhe vor dem Sturm?; https://www.deutschlandfunk.de/schweinegrippe-die-ruhe-vor-dem-sturm.709.de.html?dram:article_id=88702
(14) 23.10.2019; Ein Experte für HIV-Forschung; https://www.uni-bonn.de/neues/258-2019; Seit 2019 ist Hendrik Streeck Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Bonn. Seit 2012 war Streeck Teilnehmer am militärischen (!) HIV-Forschungsprogramm der USA gewesen und zeitgleich an die Bloomberg School of Public Heath berufen.
(15,17) 17.05.2010; Silke Bigalke; Ein Impfstoff für Millionen; https://www.sueddeutsche.de/wissen/schweinegrippe-ein-impfstoff-fuer-millionen-1.152122; im Weiteren: SBIM
(16) 16.10.2009; Tamiflu spült Millionen in Roche-Kassen; https://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/schweinegrippe-tamiflu-spuelt-millionen-in-roche-kassen_aid_445432.html
(18) 28.09.2009; Malte Conradi; Ein Geschäft ohne Risiko und Nebenwirkung; https://www.zeit.de/wirtschaft/2009-10/schweinegrippe-impfung-glaxo
(19) 02.11.2009; Daniel Rademacher; Zweite Schweinegrippe-Welle angekommen; https://www.welt.de/News/article104795400/Zweite-Schweinegrippe-Welle-angekommen.html
(20) 19.05.2010; Jan Dirk Herbermann; WHO-Chefin wird der Panikmache bezichtigt; https://www.welt.de/gesundheit/article7702813/WHO-Chefin-wird-der-Panikmache-bezichtigt.html
(21) 12.03.2010; Markus Grill; Vier Lehren aus der Schweinegrippen-Hysterie; https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/pandemie-bekaempfung-vier-lehren-aus-der-schweinegrippen-hysterie-a-683036.html
(22) 11.06.2019; Nach der Pandemie ist vor der Pandemie; https://www.pharmazeutische-zeitung.de/nach-der-pandemie-ist-vor-der-pandemie/
(23) 25.10.2011; Europäische Arzneimittelagentur; Arepanrix (Impfstoff gegen Schweinegrippe); https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/arepanrix
(24) 30.06.2011; Europäische Arzneimittelagentur; Humenza (Impfstoff gegen Schweinegrippe); https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/humenza
(25) 21.09.2018; Irene Berres, Magdalena Hamm; https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/schweinegrippe-impfstoff-pandemrix-risiken-wurden-ignoriert-a-1229144.html; im Weiteren: IBMHSp
(26) 24.03.2020; Sophie von der Tann; “Kein Impfstoff ist das größere Risiko”; https://www.tagesschau.de/inland/impfstoff-coronavirus-103.html
(27) 18.03.2020; Drosten: Brauchen Abkürzung bei Zulassung; https://www.n-tv.de/apps/common/wissen/Drosten-Brauchen-Abkuerzung-bei-Zulassung-article21651506.html
(28) 06.08.2009; Gemeinsame Erklärung des PEI und RKI zu Impfstoffen gegen die pandemische H1N1-Influenza (Schweinegrippe); https://www.pei.de/DE/newsroom/pm/jahr/2009/anhang2-pm-05-statement-pei-impfstoffen-gegen-pandemische-h1n1-influenza.html
(29) 04.02.2020; Sascha Karberg; Wie Impfstoffe gegen das Coronavirus rascher denn je entwickelt werden; https://www.tagesspiegel.de/wissen/tests-an-menschen-binnen-vier-monaten-wie-impfstoffe-gegen-das-coronavirus-rascher-denn-je-entwickelt-werden/25504442.html; Bedeutsam ist, dass ein Notstand nicht erkannt und wirksam, sondern von der WHO Tage zuvor explizit ausgerufen wurde. Das war der Startschuss für das Konglomerat aus Pharma und die Geschicke der WHO bestimmende Organisationen, dringend notwendigen, massenhaften Bedarf für Impfstoffe gegen das Virus anzumelden und umgehend die längst dafür vorgehaltenen Konzeptionen aus den Schubladen zu holen.
(30) 23.04.2013; Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage der Linken; Einsatz und Einlagerung des Medikamentes Tamiflu [des Pharmkonzerns Roche]; http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/132/1713202.pdf
(31) 20.09.2018; Peter Doshi; https://www.bmj.com/content/362/bmj.k3948
(32) 13.05.2016; https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/schweinegrippe-impfung-schweden-entschaedigt-narkolepsie-patienten-a-1092175.html
(33) 04.12.2003; https://www.bnitm.de/aktuelles/mitteilungen/113-virologen-des-tropeninstituts-erhalten-preis-der-werner-otto-stiftung/
(34) 2004; Dtsch Arztebl 2004; 101(37): A-2487 / B-2099 / C-2019; https://www.aerzteblatt.de/archiv/43328/Verleihungen
(35) https://www.sanofi.de/de/sanofi-in-deutschland/standorte; entnommen: 24.05.2020
(36) 22.05.2020; Stefan Krieger; https://www.fr.de/wissen/frankfurt-corona-virus-impfstoff-pflicht-deutschland-forschung-test-versuch-zr-13752083.html
(37) 17.03.2020; Drosten: Kein Hinweis, dass Ibuprophen Coronavirus-Erkrankungen verschlechtert; https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/03/17/prof-drosten-kein-hinweis-dass-ibuprofen-coronavirus-erkrankungen-verschlechtert
(38) 20.03.2020; Coronavirus treatment: Ibuprofen may worsen effects of COVID-19? Sanofi counters WHO statement; https://www.financialexpress.com/lifestyle/health/coronavirus-treatment-ibuprofen-may-worsen-effects-of-covid-19-sanofi-counters-who-statement/1904695/
(39) 14.05.2020; Pharmakonzern Sanofi: Streit um Vorgriffsrecht auf Impfstoff; https://www.tagesschau.de/wirtschaft/sanofi-impfstoff-corona-101.html
(40) 14.05.2020; Sanofi verteidigt Impfstoff-Deal mit den USA, Unionsfraktion sauer; https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/05/14/sanofi-verteidigt-impfstoff-deal-mit-den-usa
(41) 14.04.2020; https://de.gsk.com/de-de/presse/pressemeldungen/2020/sanofi-und-gsk-buendeln-ihre-kraefte-in-einer-beispiellosen-impfstoff-kooperation-zur-bekaempfung-von-covid-19/
(42) https://www.der-niedergelassene-arzt.de/kommcenter/coronaktuell/news-details/coronaktuell/sanofi-und-gsk-gehen-eine-impfstoff-kooperation-zur-bekaempfung-von-covid-19-ein; abgerufen: 24.05.2020
(43) https://www.cducsu.de/veranstaltungen/referenten/prof-dr-christian-drosten; abgerufen: 24.05.2020
(44) 2003; Christian Drosten, Stephan Günther, Wolfgang Preiser und weitere; Identification of a Novel Coronavirus in Patients with Severe Acute Respiratory Syndrome. In: New England Journal of Medicine. Band 348, 2003, S. 1967–1976, doi:10.1056/NEJMoa030747
(45) Bundesamt für Gesundheit (Schweiz); SARS 2003/04 weltweit; https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/vergangene-epidemien-pandemien/sars-2003-04-weltweit.html; abgerufen: 24.05.2020
(46) 04.05.2020; Tanzania suspends laboratory head after president questions coronavirus tests; https://www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-tanzania/tanzania-suspends-laboratory-head-after-president-questions-coronavirus-tests-idUSKBN22G295
(47) IBMHSp; siehe (25)
(48) 17.05.2010; Werner Bartens; https://www.sueddeutsche.de/wissen/schweinegrippe-furcht-vor-quecksilber-im-impfstoff-1.130295
(49) Gemeinsame Stellungnahme der DGFI der GFV; https://www.g-f-v.org/node/1288; abgerufen: 24.05.2020
(50) https://www.g-f-v.org/sites/default/files/Gemeinsame%20Stellungnahme%20zur%20SARS-CoV-Impfung_final.pdf; abgerufen: 24.05.2020
(51) https://news.microsoft.com/exec/emma-walmsley/; abgerufen: 24.05.2020
(52) 2017; Thomas Kruchem; Die WHO am Bettelstab: Was gesund ist, bestimmt Bill Gates; https://www.swr.de/swr2/wissen/who-am-bettelstab-was-gesund-ist-bestimmt-bill-gates-100.html
(53) 20.09.2019; Angus Liu; https://www.fiercepharma.com/pharma/gsk-s-emma-walmsley-to-join-microsoft-board-as-tech-giant-wades-deeper-into-healthcare
(54) 20.04.2020; Christian Drosten für herausragende Wissenschaftskommunikation ausgezeichnet; https://www.dzif.de/de/christian-drosten-fuer-herausragende-wissenschaftskommunikation-ausgezeichnet
(55) 22.05.2020; https://www.morgenpost.de/vermischtes/article229152106/Christian-Drosten-Italien-Corona-NDR-Podcast-Zahlen-alarmierend-Tote.html
(56) 25.05.2020; Christian Drosten im Gespräch mit Silvia Engels; https://www.deutschlandfunk.de/virologe-drosten-zu-aerosol-uebertragung-im-alltag-eher.694.de.html?dram%3Aarticle_id=477312
(57) 24.04.2020; hwludwig; Annahmen, Schätzungen, Glaube – die “wissenschaftlichen” Kriterien des Prof. Drosten; https://fassadenkratzer.wordpress.com/2020/04/24/annahmen-schaetzungen-glaube-die-wissenschaftlichen-kriterien-des-prof-drosten/
(58) 31.03.2020; Franco Zotta im Gespräch mit Manfred Götzke; https://www.deutschlandfunk.de/zur-medienkritik-von-christian-drosten-in-dieser.2907.de.html?dram:article_id=473718
(59) Jahresbericht des Stifterverbandes 2018/19; https://www.stifterverband.org/download/file/fid/7564; abgerufen: 24.05.2020
(60) Gremienliste des Stifterverbandes; https://www.stifterverband.org/download/file/fid/766; abgerufen: 24.05.2020
(61) 07.05.2020; Veronika Simon, Anja Braun; https://www.swr.de/wissen/corona-so-weit-ist-die-impfstoff-entwicklung-100.html; Der Gründer des Software-Konzerns SAP, Dietmar Hopp, ist auch Mehrheitseigner der Gentech-Firma CureVac, welche die Idee verfolgt, modellierte Genfragmente, sogenannte mRNA, zu spritzen. Das passt gut in das Selbstverständnis der zunehmend größenwahnsinnigen “Weltverbesserer”, welche von den verängstigten Bevölkerungen auch noch – als vermeintliche Retter in der Not – zu Heiligen stilisiert werden.
(62) 26.05.2020; Forbes-Liste aller Milliardäre; https://www.forbes.com/billionaires/
(63) SBIM; siehe (15)
(64) 09.04.2020; Thorsten Winter; Arzneiwirkstoffe für Europa sichern; https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/wirtschaft/sanofi-arzneiwirkstoffe-fuer-europa-sichern-16716483.html
(65) 27.11.2013; H1N1 forderte 203.000 Todesopfer; https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/schweinegrippe-h1n1-forderte-203-000-todesopfer-1.1829567
+++
Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.
+++
Dieser Beitrag erschien zuerst am 26.05.2020 bei Ped’s Ansichten.

Mittwoch, 8. April 2020

Virologe Streeck kritisiert bei Lanz Corona-Maßnahmen



Aktuelle Informationen zum COVID-19 von der BZgA.

ZDFheute Nachrichten

Der Virologe Streeck sagt, das Hauptproblem in der aktuellen Diskussion seien fehlende Daten und Fakten, um Entscheidungen zu treffen. Die Wirkung der Maßnahmen vor der Kontaktsperre sei nicht ausreichend überprüft worden, außerdem fehlten Richtlinien für eine Exit-Strategie, so Streeck. Er betont jedoch, es sei zum jetzigen Zeitpunkt auch falsch, alle Maßnahmen wieder zurückzudrehen.

Im stark von Corona-Fällen betroffenen Kreis Heinsberg haben Prof. Streeck und sein Team diverse Oberflächen getestet und kein aktives Virus nachweisen können: Weder auf Handys, Türklinken, Waschbecken noch Katzen, selbst bei hoch infektiösen Familien. Er betont daher, es gebe stand jetzt keine Gefahr, beim Einkaufen, jemand anderen zu infizieren. Die bisherige Forschung zeige: Vor allem große Menschenmengen mit viel Kontakt seien eine Gefahr, also beispielsweise Partys und Fußballspiele.

Prof. Hendrik Streeck ist Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung an der Universität Bonn. Er wird mit seinem Team im Kreis Heinsberg jetzt noch genauer untersuchen, wie sich das Virus ausgebreitet hat. Er will auch der Frage nachgehen, wie hoch die Dunkelziffer von nicht erkannten Krankheitsfällen ist. Davon, dass das RKI keine solche Studie geplant hatte, zeigte er sich überrascht.

In der Debatte über Mundschutz positioniert sich Streeck klar und sagt, entlang der Empfehlungen der WHO, dass ein flächendeckender Mundschutz nicht angemessen sei. Vor allem deshalb, weil die Schutzausrüstung etwa bei Menschen im medizinischen Bereich dringender benötigt würde.

Kategorie Nachrichten & Politik

Freitag, 28. Februar 2020

Antworten rund um den Coronavirus - SWR1 Leute

Dr. Martin Stürmer, Virologe und Laborchef
SWR1 Leute



SWR1 Leute
Eingestellt:26.02.2020

Ende Dezember kam die erste Meldung: In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan gibt es eine auffällige Häufung von Lungenentzündungen. Heute, knapp zwei Monate später, ist die Situation dramatisch: Coronavirus-Tote in China im vierstelligen Bereich. Wuhan im Ausnahmezustand. Viele Millionen Menschen unter Quarantäne. Kritik am chinesischen Krisenmanagement. Die Epidemie hat längst Europa und auch Deutschland erreicht. Darüber reden wir mit Martin Stürmer. Stürmer ist Virologe, Leiter eines Medizinlabors und Lehrbeauftragter für Virologie an der Universität Frankfurt.

Moderation: Wolfgang Heim

Kategorie Menschen & Blogs


Ergebnis einer Studie der Goldman Sachs Investmentbank:

Wie schlimm kann es werden?
how bad could it get
  • "40 bis 70 Prozent der Welt-Bevölkerung könnte infiziert werden wenn es zur Pandemie kommt. Aber nicht bei allen wird die Krankheit ausbrechen."
    - Marc Lipsitch, Epedemieologe
    Harvard University, 21. Februar 2020

  • "Die Ausbreitung des Virus wird sehr schwer zu verhindern sein ...
    Persönlich glaube ich nicht, dass wir es schaffen.
    - Jeffry Shaman, Infectionsforscher
    Columbia University, 21. Februar

  • "Wir sollten davon ausgehen, dass dieses Virus sich sehr bald hier in den Gemeinden ausbreiten wird, wenn es nicht schon ist. Trotz eventueller Widerstände sollten wir Anstrengungen unternehmen, um die Auswirkungen zu mildern."
    - Jennifer Nuzzo, Epedemieforscherin
    John Hopkins Center for Health Security
    21. Februar 2020

  • "Noch sehen wir hier in den USA keine Verbreitung, aber es ist möglich - sogar sehr wahrscheinlich - dass es passieren wird.
    - Dr. Nancy Messonnier, US Center for Disease Control
    21. Februar 2020

  • "Obwohl das Zeitfenster, den Ausbruch einzudämmen immer schmaler wird, haben wir noch eine Chance. Tun wir nichts und lassen die Gelegenheit verstreichen, werden wir ernsthafte Probleme bekommen.
    - Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO-Generaldirektor,
    21. Februar 2020