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Donnerstag, 2. Juni 2016

CETA mindestens so demokratie-gefährdent wie TTIP - ohne jeden Einfluss der Länder-Parlamente

Thema: Wirtschaft

CETA:
Kein Einfluss der Länderparlamente auf Freihandel mit Kanada

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und den EU-Staaten, TTIP, ist in aller Munde. Unterdessen treibt die EU den Freihandelsvertrag mit Kanada, CETA, unauffällig und effizient voran. Das Abkommen mit Kanada wird mindestens genau so viele Probleme mit sich bringen. Unternehmensklagen und radikal abgesenkte Umweltstandards sind bereits beschlossen.

Vor wenigen Tagen trafen sich in Brüssel Vertreter der europäischen Regierungen mit der EU-Kommission, um über CETA zu beraten. Das Ergebnis lautet, dass die nationalen Parlamente nicht über das Abkommen abstimmen werden. Die Kommission setzt offensichtlich darauf, dass die Öffentlichkeit mit der Diskussion um das TTIP-Abkommen beschäftigt ist.

Damit wird CETA jedoch nicht weniger gefährlich für die Unternehmen und die Verbraucher in den EU-Staaten. Auch im Freihandelsvertrag mit Kanada stehen besondere Klagerechte für ausländische Investoren. Die EU-Kommission hat dem bereits zugestimmt. Diese Klagerechte werden auch US-Unternehmen nutzen, sei es, dass sie kanadische Tochterunternehmen haben, oder dass sie direkt von diesbezüglichen Entscheidungen betroffen sind.

Ein gutes Beispiel für diese Verfahren bietet die Energiepolitik. Im Jahr 2009 hatte die Europäische Union eine Richtlinie für die Qualität von Kraftstoffen erlassen. Sie sollte verhindern, dass besonders schmutzige Ölsorten in Europa gekauft und verarbeitet werden. Allerdings verzögerte sich die Umsetzung immer wieder. Bis die EU-Kommission im Oktober 2014 beschloss, die Richtlinie einfach auszusetzen. Wie sich herausstellte, arbeiteten mehrere Raffinerien daran, aus Kanada schweres Erdöl aus so genannten Teersanden zu verarbeiten.

In Brüssel sprachen Beobachter damals von „erheblichen Lobbyaktivitäten“. Das Ziel der kanadischen Regierung war es offensichtlich, die besonders schmutzigen Ölsorten im Rahmen eines Freihandelsvertrages nach Europa zu exportieren. „Die Transcanada-Pipeline könnte dann mehr als eine Millionen Barrel am Tag von Alberta an die kanadische Ostküste transportieren“, argumentierte etwa der kanadische Umweltaktivist Anthony Swift, „und Europa ist ein wichtiges Endziel dafür“.

Die Industrie hat bereits begonnen, die Raffinerien in Europa umzurüsten. Im Juni 2014 erhielt eine Ölverarbeitungsanlage in Bilbao bereits die erste Lieferung aus Kanada. Um die Verhandlungen um den Freihandelsvertrag nicht zu gefährden senkte die EU-Kommission kurzerhand die Richtwerte für Emissionen. Ohne dass bisher eine verbindliche rechtliche Regelung in Kraft ist, arbeiten Reedereien und Raffinerien bereits.

Sobald CETA in Kraft tritt, verliert die Politik die Möglichkeit, gegen den Import von Teersanden vorzugehen. Aus der Perspektive der Industrie würde dann eine „mittelbare Diskriminierung“ vorliegen, schlussfolgert etwa eine Untersuchung des deutschen Bundestages. Sprich: Die beteiligten Unternehmen können vor den berüchtigten Schiedsgerichten gegen die Entscheidung der Politik klagen.

Und wenn es nach der EU-Kommission geht, wird dies ganz schnell passieren: Schon Mitte Juni soll das Handelsabkommen dem Rat der Regierungen und dem EU-Parlament vorliegen. Die sollen sofort „grünes Licht geben“ und einer sofortigen Anwendung zustimmen. CETA gilt also bereits, bevor der Bundestag oder andere Parlamente abgestimmt haben.

Fraglich ist, ob dies jemals geschehen wird. Die EU-Kommission will eine nationale Abstimmung grundsätzlich vermeiden und dringt auf die „vorläufige Anwendbarkeit“. Sollten die Regierungen und das Europaparlament im Juni pauschal zustimmen, wird ein späteres Veto des Parlaments den Vertrag nicht nachträglich stoppen. Nicht einmal Nachbesserungen wären möglich.

Wenn der Bundestag noch Einfluss auf die EU-Handelspolitik ausüben will, müsste er sich gegen die "vorläufige Anwendbarkeit" aussprechen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte bei jeder Gelegenheit betont, dass es CETA „nicht ohne Abstimmung im Bundestag“ geben wird. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr.

Quelle: RT-Deutsch

Sonntag, 2. März 2014

AVAAZ: Stoppt die Kohlenstoffbombe "Keystone"

vorab: Deutscher Bundestag
Petitionsausschuss

Petition 48994 - Kein Transatlantisches Freihandelsabkommen
noch bis zum 11. März mitzeichnen (hier klicken)

Liebe Freundinnen und Freunde,



Momentan entscheiden die USA über die Genehmigung einer monströsen Pipeline, die verheerende Mengen Kohlendioxid aus Kanadas Teersanden freisetzen würde. Das Außenministerium der USA befragt vor der Entscheidung die Öffentlichkeit und Insider sagen, dass ein Grund gesucht wird, dem Druck der Industrie zu trotzen. Helfen wir mit einer Flut von Kommentaren, um deutlich zu machen, dass diese CO2-Bombe abgelehnt werden soll — uns bleiben nur wenige Tage:

unterzeichnen
die US-Regierung steht kurz vor der klimapolitischen Entscheidung, die Obamas Präsidentschaft prägen wird: die Genehmigung einer Monster-Pipeline, die täglich bis zu 830.000 Barrel des umweltschädlichsten Öls der Welt von Kanada durch die USA transportieren würde. Wenn sie genehmigt wird, würde die Keystone XL Pipeline dazu beitragen, Milliarden Dollar in die Taschen einzelner Konzerne zu schleusen... und tonnenweise CO2 in die Atmosphäre zu pumpen. Sie wurde bereits als “Zündschnur der weltgrößten CO2-Bombe” bezeichnet. Druck aus der Bevölkerung hat das Projekt schon einmal verzögert und ein Gerichtsentscheid hat ihm letzte Woche einen starken Dämpfer versetzt. Wenn wir jetzt handeln, können wir das Projekt ein für alle mal abwenden.
Der Außenminister ist für die US-amerikanischen Außenbeziehungen verantwortlich und hat eine letzte öffentliche Befragungsrunde gestartet. Er weiß, dass diese Entscheidung der Prüfstein für den amerikanischen Klimaschutz ist. Machen wir sie zu einem globalen Volksentscheid mit Millionen Stimmen aus aller Welt, um ihn aufzufordern, die Pipeline abzulehnen und eine Führungsrolle im Klimaschutz einzunehmen. Die Befragung endet in wenigen Tagen — machen Sie hier mit:

http://www.avaaz.org/de/stop_the_keystone_xl_pipeline_loc_eu/?baLosfb&v=36689

Der Druck der Ölindustrie ist bereits gigantisch — sie hat Anzeigen in der Washingtoner U-Bahn platziert, mit der Politiker zur Arbeit fahren. Bei einer Million Unterzeichner wird Avaaz in Washington zurückschlagen und Anzeigen direkt neben denen der Ölindustrie schalten, damit Außenminister Kerry und seine Angestellten zuerst von den Bürgern hören.Werbeanzeigen der Ölindustrie sind nur die Spitze des Eisbergs. Wir wissen, dass die USA unter dem Druck der Industrielobby stehen, die an der Pipeline erheblich verdienen wird — allerdings auf Kosten unserer Zukunft. Öl aus Teersandvorkommen zählt zu den umweltschädlichsten fossilen Brennstoffen, die je zusammengebraut wurden — sie setzen drei- bis viermal soviel Klimagas frei wie normales Benzin.Letztes Jahr hat Obama gesagt, er würde Keystone nur bewilligen, wenn bewiesen werden kann, dass dies im nationalen Interesse der USA ist und die Klimakrise für zukünftige Generationen nicht verschärft. Außenminister Kerry hat den Klimawandel zu einer seiner Prioritäten gemacht und möchte eine Führungsrolle auf der Weltbühne einnehmen — deshalb wird ihm die öffentliche Meinung wichtig sein. Verfechter der Pipeline argumentieren mit Arbeitsplätzen und der stärkeren Unabhängigkeit von Ölstaaten. Doch Obama weiß, dass die Arbeitsplätze in Wirklichkeit im Sektor der erneuerbaren Energien stecken und dass der Klimawandel die womöglich größte Sicherheitsbedrohung für die USA und den Rest der Welt ist.Wir sind auf Erfolgskurs. Vor drei Jahren war diese Pipeline selbstverständlich. Doch dann sind die Bürger aktiv geworden — bei dem größten Fall zivilen Ungehorsams in den USA wurden Tausende verhaftet und Obama lehnte den ursprünglichen Vorschlag ab. Helfen wir jetzt, indem wir die meisten weltweiten Kommentare aller Zeiten zusammenkriegen, die je in eine Entscheidung der US-Regierung eingeflossen sind. So können wir Außenminister Kerry und Präsident Obama den nötigen Rückenwind geben, um die CO2-Bombe namens Keystone zu stoppen:

http://www.avaaz.org/de/stop_the_keystone_xl_pipeline_loc_eu/?baLosfb&v=36689

Egal wo wir uns auf der Welt befinden — sei es im kanadischen Alberta, wo die Pipeline startet, in Großbritannien, wo man sich immer noch von den Folgen der Fluten erholt, in Australien, wo es diesen Sommer Rekord-Waldbrände gab oder in anderen Ländern, in denen extreme Wetterbedingungen ihren Tribut fordern — wir leiden alle unter den Folgen des Klimawandels. Wenn wir heute zusammenhalten, können wir Teil einer Erfolgsgeschichte sein, durch die diese wahnsinnige Pipeline gestoppt wird und eine starke Klimaschutzbewegung entsteht.Voller Hoffnung,

Pascal, David, Luis, Antonia, Emma, Patri, Wen, Ricken und der Rest des Avaaz-Teams.


QUELLEN:

Umstrittenes US-Projekt: Riesen-Pipeline nimmt wichtige Hürde (Spiegel Online)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/keystone-pipeline-durch-die-usa-nimmt-wichtige-huerde-a-950507.html

Das Öl kommt, so oder so (Taz)
http://www.taz.de/!132142/

"4 Tonnen Ölsand für 1 Barrel Öl" (Focus)
http://www.focus.de/wissen/klima/tid-25135/klimawandel-forscher-warnen-vor-den-folgen-der-oelsand-fo...

Druck auf Kerry vor Keystone-Entscheidung (Washington Post) (Englisch):
http://www.washingtonpost.com/national/health-science/pressure-is-on-kerry-as-keystone-pipeline-deci...

Kampf um die Pipeline bewegt Umweltschützer (New York Times) (Englisch):
http://www.nytimes.com/2014/01/25/us/keystone-xl-pipeline-fight-lifts-environmental-movement.html

10 Gründe gegen die Keystone-XL-Pipeline (The Huffington Post) (Englisch):http://www.huffingtonpost.com/rose-ann-demoro/10-reasons-to-oppose-the-_1_b_4791713.html




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