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Sonntag, 22. Mai 2016

Ukraine - schon wieder Geld spurlos verschwunden

Thema: Wirtschaft

Observer:
Die USA "vermissen" zwei Millionen Dollar in der Ukraine

Im britischen Observer erschien am 17. Mai ein Meinungsbericht von Derek Monroe über die „verloren gegangenen“ zwei Millionen US-Dollar Hilfsgelder der USA und der EU für die Ukraine. Ursprünglich zur Finanzierung des Justizsystems bereitgestellt, verschwand das Geld anscheinend beim ukrainischen Anti-Corruption Action Center (ACAC). Was eine tragisch-komische Geschichte sein könnte, entwickelt sich zu einem Wirrwarr aus Korruption und Intrigen.

Am 17. März verkündete „Ukraine Today“ einen Meilenstein im Kampf gegen die Korruption in der Ukraine: Die Generalstaatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung zum Verschwinden von zwei Millionen US-Dollar an Hilfsgeldern ein, die das Land aus den USA und EU erhalten hatte. Laut den Untersuchungen verschwand das bereitgestellte Geld zur Reformation des Justizsystems beim Anti-Corruption Action Center (ACAC).

Inwieweit zwei Millionen US-Dollar ein „Meilenstein“ darstellen – wenn man bedenkt, dass im Jahre 2014 geschätzte 1,8 Milliarden Dollar an IWF-Hilfsgeldern über die PrivatBank verschwanden – ist dabei wohl Interpretationssache.

Zur Erinnerung

PrivatBank ist die größte ukrainische Bank und in Besitz von Igor Kolomojskyj, einem der reichsten Oligarchen der Ukraine. Kolomojskyj versteht es, seinen wirtschaftlichen Einfluss in politisches Kapital umzumünzen. So wurde er im März 2014 vom ukrainischen Übergangspräsidenten Olexander Turtschynow zum Gouverneur der Oblast Dnipropetrows ernannt. Gegen Kolomojskyj liegt in der Ukraine und Russland ein Haftbefehl vor.

Im April hat der IWF einen Notkredit für die Ukraine in Höhe von 17 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt. Davon kamen 3,2 Milliarden US-Dollar sofort zur Auszahlung, um die vor dem Kollaps stehenden Banken zu stabilisieren. Doch die 1,8 Milliarden US-Dollar, die für das Geldinstitut PrivatBank vorgesehen waren, verschwanden spurlos.

Die ACAC

Die ACAC war im Jahr 2015 das einzige Institut, das sich mit dem Verschwinden des Geldes beschäftigte und Recherchen gegen die PrivatBank und Kolomojskyj einleitete. Erfolglos, da Kolomojskyj - zumindest zu diesem Zeitpunkt - einen enormen Einfluss auf die ukrainische Politik realisieren konnte, um dem zuvorzukommen. Vor allem aber auch, so Derek Monroe in einem Meinungsberitrag im Observer, weil sich die ukrainische Justiz mit Unterstützung des FBI und US-Finanzministeriums vielmehr für die Korruption der abgesetzten russlandfreundlichen Regierung und nicht der aktuellen interessierte.

Wie es der Zufall so will, gehört „Ukraine Today“ ebenfalls Kolomojskyj. Kaum wurde das Verschwinden der zwei Millionen US-Dollar festgestellt, begann die Zeitung mit ihrem Feuer gegen ACAC.

Laut Monroe ist der Angriff auf die ACAC ein klassisches Beispiel für politische Vergeltung von Seiten der Regierung Poroschenkos. Die Staatsanwaltschaft wird genutzt, um zu beweisen, dass gegen Korruption vorgegangen wird. Das Verschwinden von zwei Millionen Dollar wird untersucht – das der 1,8 Milliarden Dollar nicht.

Nun wird alles kompliziert

Davit Sakvarelidze, der stellvertretende Staatsanwalt der Ukraine, wurde entlassen, nachdem er den Staatsanwalt Yuriy Sevruk anklagte. Sakvarelidze warf Sevruk vor, Ermittlungen gegen korrupte Staatsanwälte zu verzögern. Sakvarelidze wurde von Mykola Stoyanov einem engen Freund von Kolomojskyj ersetzt.

Yuriy Sevruk hingegen ersetzte Staatsanwalt Viktor Shokin, der wiederum von der Rada entlassen wurde, weil er Korruptionsuntersuchungen blockierte.

Yuriy Stolyarchuk, Leiter der Anti-Korruptions-Abteilung, hat nun eine Untersuchung wegen Veruntreuung von US-amerikanischen Hilfszahlungen gegen Sakvarelidze und die ACAC eingeleitet. Laut Derek Monroe ist dies eine „politisch motivierte Vendetta“.

Der US-Botschafter Geoffrey Pyatt indes leugnete den Diebstahl der US-Hilfszahlungen an die Ukraine. Woraufhin Stolyarchuk damit drohte, auch Geoffrey Pyatt zum „Diebstahl“ befragen zu wollen. Nun hat auch die US-Botschaft eine Erklärung abgegeben, wonach das Geld nicht wirklich fehlt, da es nie an die ACAC ausgegeben wurde.

Quelle: RT-Deutsch

Dienstag, 1. September 2015

Das "Schwarze Loch Ukraine" - Oligarch bereichert sich an IWF-Krediten

Thema: Ukraine

Ukrainischer Oligarch bereichert sich an IWF-Krediten

Der IWF hat in den letzten Monaten Milliarden ins ukrainische Finanzsystem gepumpt, um die Banken des Landes zu stabilisieren. Etwa 1,8 Milliarden Dollar standen dabei dem größten Geldinstitut PrivatBank zu, das vom Oligarchen Igor Kolomoiski kontrolliert wird. Doch statt das Geld in die ukrainische Wirtschaft zu investieren, hat Kolomoiski die Notkredite über ein Netzwerk von Offshore-Firmen ins Ausland geschafft.
Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Kommentare

Interessent sagt:
Das sind also die Fortschritte die unsere Bundeskanzlerin bisher so gelobt hat. Deshalb werden ständig weitere Millionen ohne Zweckbindung und ohne jegliche Kontrolle an die Ukraine überwiesen!? Man könnte ja zu dem Schluss kommen, dass Kolomoiski sich bei den Spendern auf seine Art bedankt und dann alle zufrieden sind. Weiter so!!!

Stefan Peters sagt:
Gratulation an DWN für den Mut, über Kolomoisiki zu schreiben! Es ist mir auch ein Rätsel, warum dieser Mann wegen Betrugs in grossem Stil, Raub, Mordaufträgen, Unterstützung von Völkermord (Donbass) nicht schon längst hinter Schloss und Riegel sitzt. Und warum dieser Mann im Westen frei herumreisen kann?

Hardt sagt:
Kolomoiski ist ALLES zuzutrauen!!
Viel interessanter ist die Frage, warum er ausgerechnet in den USA Unterschlupf gefunden hat.
Darüber sollte man sich einmal Gedanken machen!!!!!

Lustiger Kommentator sagt:
Das Einzige, was noch zu ergänzen wäre:
Genau zu dem Zweck dienen die meisten IWF-Gelder immer schon, dass sich nämlich ein paar wenige daraus bereichern dürfen. Die Beispiele würden nur leider den Platzrahmen hier sprengen.
Vielleicht sollte auch darauf hingewiesen werden, dass der Herr Schokoladenfabrikant neben Schokolade mehrheitlich Waffen produziert, womit sich dessen Vermögen erklärt.
Ah ja, und dass der Herr Ex-Präsident lange bereits auf der Gehaltsliste der CIA stand, bevor er damals dann Russland angegriffen hatte.
Was die Machenschaften des Herren Ex-Gouverneurs nicht entschuldigen, nur etwas relativieren soll.

Otto sagt:
Und genauso wie in der Ukraine läuft es in Griechenland und in allen anderen Ländern die am Tropf der Steuerzahler, der EU oder dem IWF hängen. Wieviele hunderte Milliarden (wenn das reicht) sind in den letzten 20 Jahren in den verschiedensten Ländern dieser Welt in den Taschen von einzelnen Personen verschwunden ohne das auch der IWF, die EU und ganz zu schweigen von der deutschen Regierung auch nur einmal danach gefragt haben bzw. deren Verwendung kontrolliert haben. Es passiert genau das Gegenteil, es wird immer weiter munter Geld in diese Länder verschoben!

Ekkehardt Fritz Beyer sagt:
Ich vermutete in meinen Kommentaren schon mehrfach, dass die unkontrolliert an Kiew vergebenen Kredite auf Offshore-Konten verschwinden, wobei die Kreditgeber(?) in Berlin, Brüssel, Washington – aber auch der IWF – längst darüber informiert sind, dass diese Anleihen(?) durch Kiew als Schenkungen betrachtet werden. Finanzmarktwelt
Da hier aber Steuergroschen in nicht ganz unbeträchtlicher Höhe von Multimilliarden Euro/Dollar verschenkt(?) werden, frage ich: Inwieweit partizipieren die entsprechenden Politiker des Westens daran?
Oder wird dieses Geld bei ukrainischen Staatsbediensteten und Oligarchen nur zwischengelagert, um es im Bedarfsfall für den geplanten Feldzug gegen Russland unauffällig abrufen zu können?

Don Andres sagt: Vom IWF soll keiner erzählen, man hätte das weder gewußt noch geahnt. Kolomoiski bereichert sich in zynischer Weise am Leiden des Ukrainischen Volkes. Hätten die USA ein Interesse an sowas wie „Gerechtigkeit“ hätten sie Kolomoiski schon längst festgenommen.

Klof Rau sagt:
Menschen, welche sich am Geld anderer bereichern, gibt es auch in unserer Regierung. Das ist nichts Neues.
Viel schlimmer ist, dass im Osten der Ukraine mit den Krediten ein Völkermord finanziert wird!