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Freitag, 20. März 2015

Blockupy-Proteste in Frankfurt

Thema: Blockupy
T-Online Kommentar zu Blockupy

Blockupy-Proteste in Frankfurt
An Scheinheiligkeit nicht zu überbieten
18.03.2015, 16:48 Uhr | Julian Moering, t-online.de

"Friedlich, bunt und laut" sollten die Blockupy-Proteste zur Eröffnung des EZB-Gebäudes in Frankfurt werden. Die Bilanz liest sich nach wenigen Stunden bereits anders: Brennende Barrikaden und Polizeiautos, Tränengaseinsatz und Dutzende Verletzte auf Seiten der Polizei und der Demonstranten.

Wenn sich Blockupy-Sprecher Hendrik Wester hinstellt und von einem provokativen "Bürgerkriegsszenario" spricht, "was die Polizei da aufgemacht hat", während Blockupy selbst sich über Twitter für die Errichtung geplanter Straßensperren abfeiert, ist das an Scheinheiligkeit nicht mehr zu überbieten. Es war nicht die Polizei, die Feuer in den Straßen und in ihren eigenen Autos gelegt hat. "Wir planen keine Gewalttaten" sagte Mit-Organisator und Linke-Politiker Ulrich Wilken bereits im Vorfeld. Dagegen unternommen hat er aber auch nichts.

Die immer wiederkehrenden Bilder von Straßensperren, Steinewerfern und Vandalismus umschwirren die Occupy-Bewegung, aus der Blockupy entspringt, wie ein Schwarm Fliegen. Sie machen einen Teil der Faszination aus, die dieses Bündnis vor allem auf junge Menschen ausübt. Und diese Bilder sorgen natürlich für die gewünschte Aufmerksamkeit.

Die Organisatoren wissen das. Vielleicht haben sie sich deswegen auch bis dato nicht wirklich von der Gewalt in Frankfurt distanziert. Man heiße die Angriffe auf Polizisten und Feuerwehrleute zwar nicht gut, sagte Wilken auf einer Pressekonferenz. Dennoch habe er Verständnis dafür, dass sich die Wut Bahn bricht.

Leider lenken die gewalttätigen Demonstranten, die gegenüber der friedlichen Masse klar in Unterzahl sind, die Aufmerksamkeit weg von den starken inhaltlichen Argumenten der kapitalismusfeindlichen Bewegung. Unter dem Motto "Demokratie und Solidarität von unten" richtet sich das Bündnis gegen die Macht des Geldes und die ungleiche Verteilung in der Bevölkerung. Das Bündnis wirft der EZB vor, mit ihrer Sparpolitik die Verarmung in den europäischen Krisenländern wie Griechenland zu Gunsten der Gläubiger und auf Kosten der Bevölkerung zu fördern. Vorwürfe, die - so zeigt die Schuldenkrise - nicht vollkommen aus der Luft gegriffen sind.


Bei T-Online, aber auch bei der gesamten Lügenpresse, findet man immer öfter solche oder ähnliche Vermerke:
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