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Mittwoch, 23. März 2016

Syrien - Wer hat die 250.000 Toten tatsächlich zu verantworten?

Thema: Nahost

Syrien:
250.000 Tote – aber wer hat sie tatsächlich zu verantworten?

Zu den politisch-propagandistisch immer wieder gerne instrumentalisierten Darstellungen rund um den Bürgerkrieg in Syrien gehört unter anderem die Zahl von 250.000 Menschen, die im Zusammenhang mit den Kampfhandlungen ihr Leben verloren hätten. Deren Nennung wird in aller Regel mit der Behauptung verbunden, es handle sich dabei um Zivilisten, die bei Operationen der syrischen Armee getötet worden seien – während die Anzahl der von Rebellen zu verantwortenden Opfer wesentlich geringer sei.

Die vor allem in den westlichen Medien ohne weitere Analyse oder Aufschlüsselung übernommene Behauptung, das Gros der Opfer des syrischen Bürgerkrieges gehe auf das Konto der syrischen Armee und der Sicherheitskräfte, die im Kampf gegen die Rebellen Flächenbombardements und „Fassbomben“ einsetzen und systematisch Gefangene foltern und töten würden, gehörte lange Zeit zum Standardrepertoire der Assad-Gegner im In- und Ausland.

Angesichts des Dauerfeuers an Propaganda von allen Seiten, das von Beginn des Bürgerkrieges an durch die traditionellen und sozialen Medien verbreitet wurde, und wo Dichtung und Wahrheit bis zur Unkenntlichkeit miteinander vermengt wurden, ist es auch regelmäßig schwierig, Hoax-Meldungen zu entlarven, ehe deren gewünschter Effekt bereits ausreichend an Flurschaden angerichtet hat.

Natürlich kann – vorbehaltlich der Aufarbeitung und Untersuchung aller Gräuel des Bürgerkrieges nach dessen Beendigung - nicht ausgeschlossen werden, dass es tatsächlich Fälle gab, in denen syrische Sicherheitskräfte, Armeeeinheiten oder Verbündete Menschenrechtsverletzungen oder Kriegsverbrechen begangen haben. Aber es ist eine sehr durchsichtige Taktik vonseiten westlicher Politiker und Medien, den syrischen Regierungskräften systematische Übergriffe gegen Zivilisten vorzuwerfen – die aber nötig ist, um den stets besonnen, gepflegt und moderat auftretenden Präsidenten Bashar al-Assad als blutigen Tyrannen verkaufen zu können. Daran kommen sie aber nicht vorbei, wenn sie ihren Konfrontations- und Interventionskurs aufseiten höchst zweifelhafter Rebellen und ihre Regime-Change-Ambitionen vor der eigenen Bevölkerung rechtfertigen wollen.

Wenn von 250.000 Todesopfern im syrischen Bürgerkrieg die Rede ist, wird entsprechend meist nur die Zahl in den Raum geworfen. Aufgeschlüsselt wird sie jedoch nicht. Die Assad-Gegner verwenden sie in ihren Videos, um damit die syrische Regierung zu diskreditieren.

Betrachtet man die Zahl jedoch genauer, wird sehr schnell deutlich, dass es genau diese Aufschlüsselung bedarf, um sie richtig zu qualifizieren und nicht selbst zu einem Komplizen in der Verlängerung des Krieges oder Verhinderung einer Lösung zu finden.

Wer genauer hinsieht, wird bemerken, dass die Zahl der Soldaten der syrischen Armee, die gefallen sind, um ihr Land gegen die vom Ausland aus massiv unterstützte terroristische Aggression zu verteidigen, mindestens 60.000 beträgt. Sie starben entweder im Gefecht oder wurden – teils auf barbarische Weise – von den Terroristen und Eindringlingen ermordet, die ihre Gräueltaten sogar stolz auf YouTube präsentierten. Die Trauer ihrer Angehörigen war in den gängigen westlichen Mainstream-Fernsehsendern nicht zu sehen.

Dazu kommen noch mindestens 40.000 Opfer unter den Zivilverteidigungstruppen, die den Regierungstruppen zu Hilfe kamen, in der westlichen Propaganda meist als „Schabiha“ verketzert, was verdeutlicht, dass etwa 100.000 Menschen, die im syrischen Bürgerkrieg starben, aktiv für die Verteidigung ihres Landes kämpften.

Nimmt man nun ferner an, dass die Zahl der Terroristen, ausländischen Kämpfer und Söldner, die im Zuge der Kämpfe ums Leben gekommen sind, in etwa jene Größenordnung erreichen dürfte, die aufseiten der syrischen Armee gefallen sind, dann kann von einer Zahl von etwa 100.000 zivilen Opfern im syrischen Bürgerkrieg ausgegangen werden. Wer aber ist nun für diese verantwortlich?

Nun behaupten selbstverständlich alle Konfliktparteien gleichermaßen, Zivilisten geschont zu haben und keine Unbewaffneten in Mitleidenschaft gezogen zu haben, weshalb diese Zusicherungen natürlich mit Vorsicht zu genießen sind. Zivile Opfer in von der Regierung beherrschten Gebieten können jedoch immerhin dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückverfolgt werden, dass dort Register geführt werden und Todesfälle eingetragen wurden.

Die Anzahl der von den Terroristen getöteten Syrern hat allerdings im Westen nur wenige Herzen rühren können, obwohl die Hasspredigten radikaler Sheikhs, die Tiraden gegen den „alawitischen Präsidenten“ Bashar al-Assad, die Entführungen, Folterungen, brutalen Hinrichtungen und das Treiben von Selbstmordattentätern und solchen mit „Höllenkanonen“ erkennen ließen, dass aufseiten der Rebellen keinerlei weitreichende Motivation bestand, die Zahl der getöteten Zivilisten gering zu halten. Insgesamt dürfte sich die Zahl der Zivilisten, die im Namen der „Revolution“ im Auftrag fremder Mächte getötet wurden, auf mehrere Zehntausend belaufen. Auch töteten die Rebellen nicht selten Soldaten in Zivil oder Sicherheitskräfte und behaupteten anschließend in Propagandavideos, diese wären von der Regierung umgebracht worden, weil sie „sich geweigert hatten, auf Demonstranten zu schießen“.

Der Westen verbreitete über all die Jahre hinweg die Geschichte von „Assad, der sein eigenes Volk abschlachtet“ und kümmerte sich nicht weiter um die Zehntausenden von ausländischen Söldnern und Terroristen, die nicht selten gerade mit dem Hintergedanken aus Demonstrationen heraus auf Sicherheitskräfte geschossen hatten, dass eine Erwiderung des Feuers möglichst viele Zivilisten treffen und so die Stimmung gegen Assad anheizen sollte. Ein erheblicher Teil des Publikums im Westen hat am Ende auch den naiven Narrativ vom „gewissenlosen Tyrannen Assad“ und den „Freiheitskämpfern“ im IS-Outfit geglaubt.

Eine andere Wahl als sich bewaffnet gegen einen von außen gesteuerten Überfall durch brutale Terroristen zu stemmen, hatte die syrische Armee jedoch zu keiner Zeit. Immerhin konnte sie einen erheblichen Teil des Landes halten – zum Glück für Millionen Flüchtlinge, von denen die meisten nicht etwa in die Türkei oder nach Europa, sondern in die Gebiete geflohen sind, die noch von den Regierungstruppen gehalten wurden.

Quelle: RT-Deutsch

Donnerstag, 10. September 2015

US-Gefängnissindustrie - ein riesiges Geschäftsmodell

Thema: US-Gefängnisse

US-Gefängnissystem größer als sowjetische Gulags

Foto: LupoCattivoblog
Posted by Maria Lourdes
Die USA halten einen bedauerlichen Rekord – das Land mit der weltweit größten Zahl an Inhaftierten zu sein – zwei Millionen Inhaftierte! Die Zahl der Gefangenen steigt in einem alarmierenden Rhythmus: 50 Prozent in zehn Jahren. Mit fünf Prozent der Weltbevölkerung haben sie 25 Prozent der weltweit gemeldeten Gefangenen in Gewahrsam. Wie das US- Justizministerium bestätigt, entfallen auf 100.000 Einwohner 690 Häftlinge, womit der europäische Durchschnitt von unter 100 je 100.000 weit übertroffen wird.

Kein Wunder – wird doch damit Geld verdient… und ähnlich wie die Privatisierungswelle Krankenhäuser überrollte, enstand eine “Gefängnisindustrie” in den USA – der Betrieb von Gefängnissen durch private Unternehmen gegen Entgelt. Die Privatisierung der Gefängnisse hat sich in den USA zu einem lukrativen Geschäft entwickelt.
“Der Gefängnisindustrie-Komplex (PIC), wie diese Privatindustrie bezeichnet wird, zieht den größten Nutzen aus einer Politik des Strafvollzugs, die sich stärker auf Repression und Strafe stützt, als auf Rehabilitation und Erziehung”, äußerte die Journalistin Marta Caravantes.
Mehr als 60 Prozent der Häftlinge sind Lateinamerikaner, Indianer und Afroamerikaner. Die Zellen sind 2,30 mal 3,30 Meter groß. Sie sind so angelegt, daß sich die Insassen nicht sehen können. 23 Stunden täglich verbringen sie in diesem kleinen Raum. In der Gymnastikstunde werden ihnen Fußeisen angelegt. Das Essen reicht man ihnen durch eine kleine Öffnung in der Tür.

Unweigerlich fallen mir Stalin’s Straflager ein – die Gulag’s! Schon klar, im Gulag starben tausende Häftlinge durch Folter und an Unterernährung, Krankheit und Kälte. Wenn man aber die ehemaligen Häftlinge mit einrechnet, die aus dem US-Haft-System entlassen wurden, übersteigt diese Zahl, die 18 Millionen Menschen, die zwischen 1929 und 1953 das sowjetische Gulag-System erleiden mussten! Mehr zum sowjetischen Gulag hier.

US-Gefängnissystem größer als sowjetische Gulags – übersetzt und veröffentlicht vom Nachtwächter!

Viele Amerikaner sind ziemlich überzeugt davon, dass sie in einer der freisten Nationen auf dem Planeten leben. Selbst wenn sie nicht denken, dass wir die Freisten sind, so glauben sie doch, dass unsere Bevölkerung viel mehr Rechte hat, als die große Mehrheit der Menschheit.

Diese Leute ignorieren dabei gerne unsere große Anzahl Gefängnis-Insassen. Kann man es wirklich als ein freies Land bezeichnen, wenn diese Nation die Freiheiten seiner Bevölkerung in einem derart großen prozentualen Umfang einschränkt? Dabei wurden die meisten nicht einmal wegen Gewaltverbrechen verurteilt.

Was noch schockierender ist, ist dass unsere Gefängnis-Insassen-Population in den letzten paar Jahren einen unheilvollen Meilenstein passiert hat. Im Jahr 2009 lag die Zahl der im Gefängnis sitzenden oder zu Bewährung verurteilten Amerikaner bei 7 Millionen. Wenn man ehemalige Häftlinge miteinrechnet, die aus unserem Haft-System seitdem entlassen wurden, dann kommt man per 2010 auf 19 Millionen Menschen. Diese Zahl übersteigt die 18 Millionen Menschen, die zwischen 1929 und 1953 das sowjetische Gulag-System erleiden mussten.

Auch wenn die Bedingungen in den Gulags erheblich schlimmer waren, als in amerikanischen Gefängnissen, so nutzen auch unsere Einrichtungen Zwangsarbeit und Folter-Methoden wie Einzelhaft um die Insassen auf Linie zu halten. Und mit einer Inhaftierungsrate, die vielleicht nur noch von Ländern wie Nordkorea und Kuba übertroffen wird, gibt es keinen Grund zu glauben, dass die Vereinigten Staaten immer noch eine der freien Nationen in der Welt ist.

Quelle: lupocattivoblog.com