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Mittwoch, 3. April 2013

Wie Deutschland dumm gehalten wird - zweites Beispiel

Veröffentlicht: 03.04.2013, 0:00 Uhr, Ergänzt: 03.04.2013, 11:55

Am 2. April schrieb ich wie deutsche Medien versuchen uns Leser und Zuschauer zu verblöden.

Liebe Bildleser, euch hatte ich fast vergessen. Ihr müsst jetzt mal ganz stark sein denn auch ihr seid nicht vor Manipulationen geschützt. Gerade wenn Bild und RTL eure einzigen Informationsquellen sind, trifft es euch jetzt wieder mal besonders hart.

Euer und das Pressesorgan der Deutschen Regierung schreibt wieder einmal gewohnt reißerisch - aber für euch ist das ja normal:

 

Bilder angucken, ein bisschen lesen, wer lesen kann, und dann glauben, mehr brauchts nicht zum glücklich sein. Frei nach dem Motto:
* * * Des kleinen Mannes Sonnenschein ist BILD, SEX und besoffen sein * * *

Selbst ein ehemaliger Bundeskanzler brauchte nur "BILD, BAMS und Glotze"
Natürlich kennt ihr das längst. Es soll aber noch Leute geben, die auf die lehrreichen Informationen, Ratschläge und Lebensweisheiten eurer Lieblingszeitung verzichten wollen - oder können. Für die habe ich das Bildschirmfoto gemacht.

Schaut doch ausnahmsweise einmal bei einer anderen Zeitung, z.B. dem FOCUS,
wenn ihr den überhaupt kennt.

FOCUS schreibt nämlich zum gleichen Sachverhalt:

MSC Preziosa: Traumschiff nach Gaddafi
Den Reigen der Schiffsneubauten 2013 eröffnet MSC Kreuzfahrten. Am 14. März startet der jüngste Spross der italienischen Familienreederei, die MSC Preziosa, zur Jungfernfahrt von der Werft in St. Nazaire/Frankreich zum Heimathafen Genua. Nahezu baugleich mit ihren Schwestern MSC Fantasia, MSC Splendida und MSC Divina hat der Neuzugang bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. Ursprünglich wollte Libyens Machthaber Gaddafi mit dem Neubau ins Kreuzfahrtgeschäft einsteigen. Nach der arabischen Revolution war damit Schluss, MSC schnappte sich den Auftrag.

Versteht ihr? Er wollte „ins Kreuzfahrtgeschäft einsteigen“ und keineswegs das Schiff für sich und seinen Clan nutzen, wie es euch euere Lieblingszeitung unterschwellig zu vermitteln versucht. Das aber wäre doch keine Nachricht gewesen.
Kein Problem für die Bildredaktion. Was keine Nachricht ist, daraus wird eine gemacht
und schon sieht bei BILD das Ganze doch gleich ganz anders aus:


Hai-Aquarium, Swarowski-Steine – Gaddafis irre Bestellung

Der Auftrag: Gaddafi will eines der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt, mit Platz für 4000 Passagiere und 732 Besatzungsmitglieder.
Der bizarre Diktator (bewacht von einer Frauen-Leibgarde, er schlief im Beduinen-Zelt) wünscht sich goldgefasste Spiegel, Marmorböden, Swarowski-Kronleuchter – und ein gigantisches Aquarium, in dem sechs Haie schwimmen sollen.
Eingefädelt wird das Geschäft von Gaddafis Sohn Hannibal (37), der schon damals weltweit berüchtigt war für seine Gewalttaten gegen Frauen. Offiziell heißt es, dass Gaddafi den Luxusliner als Hotelschiff einsetzen wolle. Wahrscheinlicher ist aber, dass der Gaddafi-Clan seine privaten Gäste mit dem Schiff beeindrucken wollte...
(ACHTUNG! Meinung des BILD-Redakteurs, die ganze BILD-Redaktion war auch schon mal Papst)

Natürlich wird der Text mit bildüblichen „Anregern“ wie diesem hier garniert:


Für eins muss man diese Zeitung bewundern, sie bringt keine Nachrichten die ihre Zielgruppe geistig überfordern würde. Schon eine Korrektur der eigenen Fehlinformation würde dazu gehören und wird deshalb auch peinlichst vermieden.
Trotz dieser Sorgfalt sprechen die ziemlich steil abfallenden Verkaufszahlen eine deutliche Sprache.

Soll sich vor nicht langer Zeit so bei einem Bildleser oder vielleicht auch Bildredakteur abgespielt haben, man weiss es nicht genau:
Kommt eine Gehirnzelle in dessen Gehirn.
Alles ist stockdunkel und die arme Gehirnzelle ist ganz alleine.
Leise ruft sie: "Hallo...!"
Nichts passiert. Nur Dunkelheit um sie herum.
Der Gehirnzelle wird es langsam mulmig.
Sie ruft etwas lauter: "Hallo... ist hier denn niemand?"
Keine Antwort, kein Licht, nur das schaurige Echo in diesem Hohlraum.
Beherzt ruft die kleine Gehirnzelle nun ziemlich laut: "Hallo... wo seid ihr denn alle?"
Einen Moment später kommt tatsächlich eine andere Gehirnzelle und sagt:
"Komm doch einfach mit mir mit, wir sind alle unten!"


Danke Klaus für die Links

Dienstag, 2. April 2013

Wie Deutschland dumm gehalten wird - ein Beispiel von vielen

Wie uns der gleiche Sachverhalt total unterschiedlich vermittelt wird, je nach dem welche Interessen verfolgt werden.
Neutral ist das nicht.


Unwichtiges wird betont und aufgebauscht, wichtige Fakten werden unterschlagen.
So hält uns der Mainstream dumm, natürlich politisch gewünscht.


Spiegel-Online
Sonntag, 31.03.2013 - 18:00 Uhr
Einnahmen aus Glücksspiel:
Zyperns Präsident plant Casino gegen die Krise


Zypern kämpft mit den Folgen der Bankenkrise, die Regierung sucht nach neuen Einnahmequellen. Präsident Nikos Anastasiades kündigt nun an, gegen den Widerstand der Kirche auch im Süden des Landes Glücksspiel zuzulassen. Zudem plant er Steuererleichterungen für Unternehmen.
[…]
Kirche will Armut lindern
[…]
Erzbischof Chrysostomos kündigte in seiner Sonntagsliturgie an, die Nöte des zyprischen Volkes mit den Mitteln der Kirche lindern zu wollen. Viele Bürger litten unter Armut, seien aber zu stolz, um nach Hilfe zu fragen. Das Eigentum der Kirche sei aber das des Volkes. Er habe Priester angewiesen, Notleidenden diskret finanzielle Hilfe anzubieten. Er wolle alles tun, damit der einfache Bürger nicht hungrig durch die Krise gehen müsse, sagte der Patriarch. Er kündigte außerdem an, dass die Kirche sich für die Schaffung neuer Jobs einsetzen werde, "so dass das Lächeln auf die Gesichter unserer Bevölkerung zurückkehre".

RiaNovosti
31/3/2013 18:22 MOSKAU, 31. März (RIA Novosti).
Zyperns Kirchenoberhaupt: EU hält nicht lange
Thema: Einmal-Steuer-Entscheidung in Zypern


Vor dem Hintergrund der Schuldenkrise ruft das Oberhaupt der zypriotisch-orthodoxen Kirche zu einem Austritt des Inselstaates aus der Europäischen Union. Nach der Einschätzung von Erzbischof Chrysostomos II. wird die EU nicht lange halten. Die Wirtschaft von Spanien, Portugal und Italien sei in Gefahr, sagte Chrysostomos II. in einem Exklusivinterview für das russische Fernsehen. Wenn die italienische Wirtschaft zusammenbrechen sollte, werde auch die Europäische Union nicht länger überleben. Laut Chrysostomos II. haben die EU-Entscheidungsträger für viele Dinge kein Verständnis und treiben die Europäische Union in den Zusammenbruch.  Deshalb sollte Zypern lieber schon jetzt aus der Union austreten. Wie Chrysostomos II.  weiter mitteilte, will er demnächst nach Russland reisen und dort sowohl mit geistlichen Würdenträgern als auch mit Politikern sprechen. Zuvor hatte die zypriotisch-orthodoxe Kirche als großer Grundbesitzer angeboten, ihre Güter als Sicherheit für Darlehen zur Verfügung zu stellen, um der Regierung so in der schweren Schuldenkrise zu helfen.
bor/dpa
Ja liebe Leser, so ist das wenn man sich nur auf deutsche Medien verlässt. Besser ist, wenn man sich auch mal bei den Nachbarn erkundigt. Dank Internet ist das doch gar nicht mehr so schwer.

Ergänzung 02.04.2013, 12:00
noch eine weitere Variante fand ich heute Morgen in der
Westfalenpost
Spielkasino gegen Zyperns Pleite


Nikosia. Vermögende Kontoinhaber in Zypern müssen mit noch größeren Verlusten rechnen: Kunden der Bank of Cyprus, größtes Geldhaus des Landes, müssen mit einem Verlust von rund 60 Prozent ihrer Sparguthaben von mehr als 100.000 Euro rechnen, bestätigte die Zentralbank.
Bislang war ein Abschlag von 30 bis 40 Prozent erwartet worden. Bis 100.000 Euro sollen die Spareinlagen nicht angetastet werden. Im Kampf gegen die Staatspleite will Präsident Anastasiades nun auch Tabus brechen. So kündigte er etwa die Eröffnung eines Kasinos an, was bisher am Widerstand der orthodoxen Kirche gescheitert war. rtr / dpa

Kein Wort vom Aufruf zum Austritt aus der Europäischen Union bei Spiegel-Online und der Westfalenpost