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Donnerstag, 24. Oktober 2013

AKW Fukushima: Strahlung im Grundwasser um das 6500-Fache gestiegen

Thema: Folgen der Erdbeben-Katastrophe in Japan für die Welt

TOKIO, 18. Oktober (RIA Novosti).
In Grundwasserproben im AKW Fukushima 1 sind 100 000 Becquerel radioaktiver Beta-Strahlung pro Liter gemessen worden. Das ist die größte Kennziffer seit dem Austritt von 300 Tonnen radioaktivem Wasser im August dieses Jahres, wie der AKW-Betreiber TEPCO mitteilte.


Strahlungsgrad im Grundwasser im AKW Fukushima-1 um das 6500-fache gestiegen
© REUTERS/ Kyodo/Files
In den am Vortag aus demselben Brunnen genommenen Proben machte der Grad der Beta-Strahlung 61 Becquerel pro Liter aus. Somit stieg der Strahlungsgrad an einem Tag um das 6557-fache. Die Proben wurden aus einem technischen Brunnen zehn Meter von dem Behälter entfernt genommen, aus dem im August das radioaktive Wasser ausgetreten war.

Das Komitee für die Kontrolle über die Atomenergie stufte den Austritt als dritter Gefährlichkeitsgrad nach der Ines-Skala ein. Es besteht das Risiko, dass die Strahlung zusammen mit dem Grundwasser in den Ozean gelangen könnte. Das Unternehmen hat angekündigt, die Arbeiten an der Entseuchung des Bodens fortzusetzen, um das weitere Sickern von radioaktiven Stoffen ins Grundwasser zu verhindern.



schon im April 2013 hatte RIA Novosti berichtet:

TOKIO, 09. April (RIA Novosti).
Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerkes Fukushima-1, Tepco, untersucht die Ursachen für das mehrfache Entweichen von radioaktivem Wasser, das an den vergangenen Tagen in drei unterirdischen Becken festgestellt worden war, meldet die Agentur Kyodo am Dienstag.

Das bisher letzte Austreten von verseuchter Flüssigkeit erfolgte am Dienstagmorgen am ersten Becken, in das radioaktives Kühlwasser aus dem am Freitag undicht gewordenen zweiten Tank umgepumpt worden war. Das Umpumpen ist zeitweilig eingestellt worden. Aus dem dritten Tank sind laut Tepco nur knapp drei Liter Kühlwasser ausgelaufen.

Nach neuesten Angaben waren bis zu 120 Tonnen mit 710 Milliarden Becquerel verseuchtes Kühlwasser ausgeflossen und im Boden versickert.

Laut Tepco ist das verseuchte Kühlwasser nicht in den Ozean gelangt.

Am Freitag, kurz vor dem Austritt des radioaktiven Wassers, hatte sich das System der Kühlbecken für ausgedienten Kernbrennstoff im dritten Energieblock wegen Stromausfalls abgeschaltet.

Im März dieses Jahres waren bereits die Kühlsysteme des ersten, des dritten und des vierten Meilers des Atomkraftwerks Fukushima-1 durch Stromausfall lahmgelegt worden.

Lesen Sie auch diesen äußerst interessanten Artikel:
http://netzfrauen.org/2013/10/21/fukushima-gefaehrlichste-moment-in-geschichte-menschheit-wir-zaehlen-auf-noch-nie-in-medien-berichtet-wurde/#more-4316

Liebe Leute, es ist alles viel schlimmer als je vermutet.



Mittwoch, 16. Oktober 2013

Fukushima: Taifun „Wipha“ zieht auf, japanische Atom-Aufsicht nervös

Thema: Atom-Katastrophe
 
Der Taifun Wipha hat die japanische Küste erreicht. Er soll ab morgen in voller Stärke über Japan hinwegfegen. In Fukushima haben hektische Abwehr-Maßnahmen begonnen. Die Atomruine wird notdürftig gesichert, alle sonst notwenigen Rettungsmaßnahmen am zerstörten KKW wurden eingestellt. Die japanische Atom-Aufsicht ist beunruhigt.
Eine große Welle schlägt bei Kap Muroto auf - Vorbote des Taifuns Wipha. Er soll der stärkste Taifun der vergangenen zehn Jahre sein, meldet der japanische Wetterdienst. (Foto: Kyodo)
Eine große Welle schlägt bei Kap Muroto auf – Vorbote des Taifuns Wipha. Er soll der stärkste Taifun der vergangenen zehn Jahre sein, meldet der japanische Wetterdienst. (Foto: Kyodo)

Der Meteorologische Dienst Japans warnt vor dem nächsten starken Taifun, der in den kommenden Tagen über das havarierte Atomkraftwerk von Fukushima hinwegziehen wird: Taifun „Wipha“ ist der größte Taifun seit 10 Jahren, berichtet die Japan Times. Er soll am Mittwoch ungebremst auf das japanische Festland aufschlagen.
 
Der Sturm, der insgesamt 26. in dieser Saison, soll in etwa so stark sein wie jener des Jahres 2004, meldet der Wetterdienst.
 
Es werden starker Regen, hoher Wellengang und Stürme erwartet. Japan Airlines hat zahlreiche Inlands-Flüge storniert, die japanischen Eisenbahnen werden auf bestimmten Linien den Bahnverkehr einstellen.
 
In Fukushima hat die Betrieber-Firma Tepco damit begonnen, die Atom-Ruine des Reaktors Nummer 1 zu behelfsmäßig zu sichern. Tepco teilte mit: „Wir bereiten uns auf geeignete Maßnahmen zum Umgang mit dem verseuchten Wasser vor. Wir werden Patrouillen zu jenen Stellen schicken, wo der Sturm Wasser in die Gebäude treiben könnte.“
 
Patrouillen gegen einen Taifun?
 
Tepco hat sämtliche Routine-Sicherungen an dem Einsturz-gefährdeten KKW am Land und offshore eingestellt. Die Arbeiter binden Elektro-Kabel und Schläuche zusammen.
 
In Fukushima ist der Unit 4 bereits massiv unterspült. Tausende Tonnen von radioaktivem Wasser fließen in den Pazifik. In dem Gebäude lagern 1.300 abgebrannte Brennstäbe, die unbedingt gekühlt werden müssen.

Die bisherigen Sicherungen von Tepco sind abenteuerlich: Mit Plastik-Planen und Sandsäcken wurde versucht, radioaktives Material zu abzudecken und Löcher zu stopfen.

So sichern die japanische High-Tech-Experten den zerstörten Reaktor von Fukushima: Mit Plastik-Planen (links) und Sandsäcken. (Fotos: Fukushima Diary)
So sichern japanische High-Tech-Experten den zerstörten Reaktor von Fukushima:
Mit Plastik-Planen (links) und Sandsäcken. (Fotos: Fukushima Diary)

Erst vor einigen Tagen hatte es eine Sturmwarnung gegeben: Der Taifun Danas hatte jedoch keine Schäden an der Atomruine verursacht. Jedenfalls hat Tepco nichts dergleichen gemeldet.

Die japanische Nuklear-Aufsicht hat Tepco gestattet, verseuchtes Wasser von der Atom-Ruine in die Umgebung und ins Meer abzulassen. Anwohner der Region hatten dagegen protestiert, doch der zuständige Beamte der Atom-Aufsicht, Toyoshi Fuketa, sagte einem Bericht des WSJ zufolge: „Wir müssen über dieses Thema heute entscheiden. Ein Taifun nähert sich. Wir haben keine Zeit mehr, diese Diskussion weiter zu führen.“

Das Krisen-Management von Fukushima erweist sich unverändert kopflos, kurzsichtig und an der Grenze zur Panik.

Für die kommenden Wochen werden weitere Taifuns erwartet. Bereits jetzt ist die Zahl der Taifune in diesem Jahr deutlich höher als in den vergangenen Jahren.

Und jedes Mal geht es in Fukushima um nicht weniger als die Zukunft des Pazifik und die Gesundheit einer Millionen-Bevölkerung in Japan.

Und am Ende um die Gesundheit der Menschheit.

Der Kampf wird noch Generationen beschäftigen.

Beobachter wie der deutsche Physiker Sebastian Pflugbeil zweifeln, dass die Rettung gelingen kann (mehr hier). und lesen Sie bitte dort auch die Kommentare.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

Was die Chinesen zu dem "unverantwortlichen Treiben" der Japaner sagen, konnten wir doch erst vor kurzem (hier) lesen.
Wenn einer der weltweit größten Umweltverschmutzer besorgt ist, will das schon was heissen.


Mohr sagt:
Petition !!

http://petitions.moveon.org/sign/the-world-community-must

Mohr sagt:
Video über Fukushima.

http://www.youtube.com/watch?v=NucjTiOXxSQ

Sergej sagt:
Good Luck! :-) ;-/ :-(