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Mittwoch, 3. Juni 2020

Corona über Alles - wie sieht es eigentlich bei anderen Krankheiten aus?

  • Influenza
Jedes Jahr sterben weltweit vermutlich zwischen 290.000 und 645.000 Menschen an Atemwegserkrankungen infolge einer Influenza-Infektion,
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2017-12/weltweite-studie-zahl-der-grippetoten-hoeher-als-gedacht/

  • 25.100 Tote und kaum Aufmerksamkeit
Auch bei der Grippewelle 2017 hätten die Medien Alarm schlagen müssen!
https://www.tagesspiegel.de/politik/25-100-tote-und-kaum-aufmerksamkeit-auch-bei-der-grippewelle-2017-haetten-die-medien-alarm-schlagen-muessen/25798658.html

  • Krankenhauskeime
Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) geht sogar von 900 .000 Infektionen und bis zu 40 .000 Todesfällen aus.
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.krankenhauskeime-neue-regeln-fuer-beweislast-im-krankenhaus.16512e4e-6463-427b-83cb-df6854cd878f.html



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Der Krankenhauskeim MRSA, resistent gegen Antibiotika, also nur äußerst schwer zu beherrschen, bereitet Ärzten große Sorgen. Patienten stecken sich bereits bei leichten Eingriffen an, in Deutschland circa 160.000 jährlich. Obwohl die Krankheit kaum zu stoppen ist, gibt es bis heute in vielen europäischen Ländern keine Meldepflicht für MRSA. Und in den USA scheint die Lage ganz außer Kontrolle geraten zu sein. Dort hat sich ein "USA 300" genannter, ebenfalls gegen Antibiotika resistenter Keim entwickelt, mit dem sich die Menschen auch auf Spielplätzen, in Schulen, auf Sportanlagen oder bei der Arbeit anstecken und der sehr schnell zum Tod führt.

Ein Film von Matthias Heeder und Monika Hielscher
© 2009, Lizenz Medienkontor

Jährlich sterben mehr Menschen an Krankenhauskeimen als an der Immunschwäche Aids. Die Infektionen mit dem gegen Antibiotika resistenten Bakterium MRSA bereiten Medizinern große Sorgen. Einige Patienten verlieren Arme und Beine, weil sich die Infektion so rasant ausbreitet, dass nur noch eine Amputation ihr Leben retten kann. Greifen besonders aggressive Keime auf innere Organe über, können die Ärzte das Leben des Patienten oft nicht mehr retten. Während die WHO lautstark vor der Schweinegrippe warnt, breitet sich mit MRSA eine Seuche aus, von der nur wenige Notiz nehmen.

Allein an deutschen Kliniken infizieren sich Jahr für Jahr schätzungsweise 160.000 Menschen. Meist sind es harmlose Eingriffe, bei denen die MRSA-Keime in den Körper eindringen. Wie die Ausbreitung von MRSA in den Kliniken bekämpft werden kann, zeigen die Niederlande. Dort werden alle Patienten bei der Aufnahme zuerst auf MRSA untersucht, um gegebenenfalls isoliert behandelt zu werden. Heute liegt die MRSA-Rate in den Niederlanden bei unter zwei Prozent, an deutschen Kliniken bei etwa 24 Prozent.

In den USA ist die Situation bereits außer Kontrolle geraten. Dort hat sich inzwischen eine neue gefährliche Keim-Variante herausgebildet, "USA 300" genannt. Dieser Keim ist außerhalb der Krankenhäuser entstanden, und die Menschen stecken sich zu Tausenden in Kindergärten, Gefängnissen, Kasernen, Schulen und Sportvereinen an. Viele sterben in kürzester Zeit. Wissenschaftler befürchten eine genetische Vermischung von Krankenhaus-MRSA und "USA 300". Das ergäbe "einen Super-Bug, einen Killer, gegen den kaum noch ein Mittel hilft", so die Sorge des Infektiologen Dr. Keith Kaye vom Detroit Medical Center.

Kategorie Wissenschaft & Technik