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Montag, 13. April 2020

Corona deckt auf: Die Neoliberale Profitmaximierung im Europas Gesundheitssystemen rächt sich fürchterlich

Sollen wir uns noch dafür bedanken, dass die von der "neoliberalen Elite" und "geldgeilen Profitjägern" mehr als sechshundert zur Schließung vorgesehenen Krankenhäuser noch nicht geschlossen waren, als Corona in Deutschland Einzug hielt?
Wer von den "privaten Investoren" hat jemals einem Menschenleben den Vorzug vor Profit gegeben, wenn das gefährdete Menschenleben nicht sein eigenes war?

Europas Krankenhäuser am Limit:
Grund: der Jahrzehntelange neoliberale Abbau des Gesundheitssystems

In ganz Europa stoßen die Gesundheitssysteme an ihre Belastungsgrenzen. Jahrelang wurde eisern gespart, um den Profit zu erhöhen – was sich in der Krise nun rächt.

Die Horrorszenen aus Krankenhäusern in Spanien erschüttern dieser Tage das ganze Land. Patienten, die auf dem kalten Boden liegen und die eigene Jacke als Kopfkissen benutzen. Stöhnende Kranke, oft älteren Jahrgangs, die zusammengepfercht in den Gängen stundenlang leiden, bis sie an der Reihe sind. Erschöpftes Personal, das in den Minipausen in Tränen ausbricht. In Deutschlands Krankenhäusern dagegen ist die Lage derzeit vergleichsweise gut, die Intensivbetten reichen bislang aus. Auch deshalb hat die Bundesrepublik Patienten aus dem zum Teil stark betroffenen europäischen Ausland aufgenommen.

In Spaniens Krankenhäusern richtet die Corona-Pandemie Chaos an. Immer mehr Betroffene und Beobachter betonen: Schuld an den verheerenden Zuständen ist nicht nur das Virus. «Nach jahrelangen Einsparungen ist das spanische Gesundheitssystem am Abgrund», schreibt die Zeitung El Periódico. Der angesehene Politologe Vicenç Navarro klagt: «Neoliberale Politik tötet, sie gehört abgeschafft.» Die Kritik ist in Spanien - zur Zeit das Land mit den meisten festgestellten Infektionsfällen in Europa - besonders laut.

«Die Einsparungen der vergangenen zehn Jahre waren ungeheuerlich», sagt auch Mercedes Romero, Verwaltungsangestellte und Betriebsrätin im Hospital Severo Ochoa in Leganés bei Madrid. Die 49-Jährige hat mit verzweifelten Aufrufen die Öffentlichkeit besonders eindringlich wachgerüttelt. Man erfuhr aus ihrem Munde, dass es in dem angesehenen Haus nicht nur an Masken, Handschuhen und Schutzkleidung mangelte. «Bitte, schickt uns auch Trinkwasser! Unsere Ärzte haben Durst», rief sie in einem Video auf Twitter mit gebrochener Stimme.

Am 31. März erlebte die 190 000-Einwohner-Gemeinde Leganés mit 41 Todesfällen binnen 24 Stunden den bislang schwärzesten Tag. Sonst sterben dort im Schnitt nur zwei, drei Menschen pro Tag. Im Severo Ochoa seien Mitarbeiter an manchen Tagen regelrecht über Leichen gestolpert, man habe nicht gewusst, wohin mit den Toten, berichtete die renommierte Zeitung El País.

Die jüngsten Zahlen machen in Spanien und anderen europäischen Corona-Hotspots zwar etwas Hoffnung. Die Gefahr, dass das gesamte Gesundheitssystem kollabiert, bleibt aber. Mit jedem Tag schwinden die Kräfte des Personals. Ärzte und Pfleger arbeiten schon mal zwei Wochen am Stück, Tausende wurden infiziert. Der Gewerkschaftsdachverband CCOO warnte am Montag, die Lage in den Kliniken sei «am Limit».

Das spanische Gesundheitswesen, das eigentlich einen guten Ruf genießt, ist im Zuge der Eurokrise schwachgespart worden. Das Land hat seitdem knapp elf Prozent seiner Krankenhausbetten verloren. Nach jüngsten Daten des Europäischen Statistikamtes Eurostat hatte man 2008 noch 320 Betten pro 100 000 Einwohner, 2017 waren es nur noch 297. Vor 20 Jahren waren es sogar noch 365. In der EU-Rangliste ist Spanien weit hinten. Ganz vorn: Deutschland mit 800 Betten.

2017 gab Spanien 2371 Euro pro Kopf für die Gesundheitsversorgung aus - 15 Prozent weniger als der EU-Durchschnitt und fast 2000 Euro weniger als Deutschland. Das Virus wirft schonungslos Licht auf den Missstand. Der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez versprach mehr Mittel.

Auch in Italien wird heftig über die Sparwut diskutiert. Die Ausgaben für den Gesundheitssektor sanken nach der Finanzkrise und betrugen 2017 nur noch 2483 Euro pro Kopf. «Es wurden verheerende Kürzungen vorgenommen», sagt Guido Marinoni, Präsident des Ärztebundes der besonders betroffenen Stadt Bergamo. Das Krankenhaus Johannes Paul XXIII. zum Beispiel - Symbol für das Sterben Hunderter Menschen in der Region - habe 400 Betten, vor ein paar Jahren seien es noch 1000 gewesen. Auch an Zahl und Ausbildung von Hausärzten sei gespart worden.

Italien hat zudem überdurchschnittlich viele alte Menschen. Die Lebenserwartung ist neben der in Spanien die höchste in Europa. Auch das wirkt sich nun womöglich auf den fatalen Verlauf der Pandemie aus, da das Virus vor allem für Ältere gefährlich ist.

Der britische Gesundheitsdienst NHS gilt seit langem als massiv unterfinanziert. Nach der Krise 2008 schnallte London den Gürtel erheblich enger und reduzierte die jährlichen Budgeterhöhungen um mehr als die Hälfte. Meist im Winter zur Grippezeit häufen sich die Fälle von Patienten, die auf Krankenhausfluren behandelt werden müssen. In den Notaufnahmen musste mehr als ein Viertel der Patienten im vorigen Winter länger als vier Stunden auf eine Behandlung warten.

Einem Bericht der Stiftung Health Foundation zufolge fehlen dem NHS inzwischen mehr als 100 000 Mitarbeiter, darunter 44 000 Pflegerinnen und Pfleger. Der Brexit hat das Problem zusätzlich verschärft. Zahlen des Nursing and Midwifery Council zufolge ging der Zustrom an Pflegekräften aus der EU zwischen 2017 und 2018 um 87 Prozent zurück. Mehrere Tausend NHS-Mitarbeiter vom Kontinent haben Großbritannien seit dem Brexit-Referendum 2016 den Rücken gekehrt.

Bröckelnde Fassaden, Waschbecken ohne Armaturen, abgenutzte Arbeitskleidung: Auch in Ungarn haben viele Krankenhäuser bessere Tage gesehen. 2010, mit dem Machtantritt Viktor Orbans, habe die «hemmungslose und zynische Unterfinanzierung» begonnen, schreibt die oppositionelle Zeitung «Nepszava». Machten die Ausgaben für das Gesundheitswesen 2003 noch 8,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, so lagen diese 2017 bei nur noch 6,8 Prozent. Mit 698 Krankenhausbetten pro 100 000 Einwohner liegt Ungarn zwar in Europa ziemlich weit vorn, aber schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne haben zur Ausdünnung des Personals geführt, das sehr oft ein besseres Leben im Ausland sucht.

Weltweit fehlen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 5,9 Millionen professionelle Krankenschwestern und Pfleger. Das geht aus einem Bericht der UN-Organisation hervor, der am Dienstag in Genf veröffentlicht wurde. Derzeit arbeiten demnach 27,9 Millionen Menschen in Pflegeberufen, 19,3 Millionen davon sind auch in diesen Berufen ausgebildet worden. Der Mangel an Pflegekräften ist zwischen 2016 und 2018 leicht gesunken. 90 Prozent der Pflegekräfte sind laut dem Bericht weiblich. Die WHO kritisiert zudem, dass einige Länder im Pflegebereich "blind auf Migration vertrauen". Die Organisation fordert daher, dass sich alle Länder um die eigene Ausbildung von genügend Pflegepersonal kümmern und dafür auch mehr Geld in die Hand nehmen sollten.

"Engpässe beim Pflegepersonal kosten Leben", sagte Howard Catton, Geschäftsführer des Weltbundes für Krankenschwestern und Krankenpfleger, zum WHO-Bericht. "Die Sterberaten sind überall da höher, wo es zu wenig Krankenschwestern und Pfleger gibt." Die Länder sollten daher auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für diese Berufsgruppe ernster nehmen. "Die Krankenschwestern und Pfleger auf der ganzen Welt brauchen eine Verbesserung bei der Bezahlung", erklärte Catton.

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/503332/Europas-Krankenhaeuser-am-Limit-Jetzt-raechen-sich-Jahrzehnte-des-neoliberalen-Abbaus

Dienstag, 27. Juni 2017

RTL verliert Streit um „Team Wallraff“

Thema: Pflegenotstand in Deutschland

RTL verliert Streit um „Team Wallraff“
lautete eine Schlagzeile in einigen Medien am 24.06.2017

Es geht um eine Krankenhaus-Reportage aus der RTL-Reihe „Team Wallraff -Reporter undercover". Das Hamburger Landgericht hat der Klage einer Klinik des Helios-Konzems stattgegeben.
Der Sender hatte mit versteckter Kamera in dem Krankenhaus Filmmaterial aufgenommen und darf es nicht erneut veröffentlichen.

Das "Team Wallraff" hatte für den Beitrag „Katastrophale Missstände in deutschen Krankenhäusern" in einer Wiesbadener Klinik des Helios-Konzems gefilmt und im Januar 2016 auf RTL gesendet.
Damals hat nach der Ausstrahlung die Klinik in einer Stellungnahme die Missstände eingeräumt, aber mit Ausreden wegen eines noch laufenden lntegrationsprozess begründet.
Quelle: Westfalenpost am 24.06.2017

Lesen Sie auch hier:

Team Wallraff:
Katastrophale Zustände in Deutschlands Krankenhäusern
19.01.2016 | 16:12

Wenn Krankenhäuser für Patienten gefährlich werden
In seiner neuen Investigativ-Reportage geht das 'Team Wallraff' zahlreichen Hinweisen von Krankenschwestern, Pflegern und Ärzten auf zum Teil katastrophale Bedingungen in deutschen Kliniken nach. Über einen Zeitraum von 14 Monaten haben der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff und die Undercover-Reporterin Pia Osterhaus über die Zustände in deutschen Krankenhäusern recherchiert. Lesen Sie hier weiter

und hier bei Web.de
Aktualisiert am 12. Januar 2016, 06:35 Uhr

Team Wallraff:
Das skrupellose Geschäft mit den Kranken
Von Julia Zahnweh

Mister Undercover ermittelt wieder: Nach Burger King, den Jobcentern und den Paketlieferanten hat sich Günter Wallraff die deutschen Krankenhäuser vorgenommen. Fehlende Hygiene, Personalmangel und Kostendruck bringen die Patienten täglich in Lebensgefahr.

Die katastrophalen Zustände in deutschen Krankenhäusern sind seit Jahren ein bekannter und immer wieder angeprangerter Missstand. Auf den ersten Blick liefern Enthüllungsjournalist Günter Wallraff und sein RTL-Team nichts wirklich Neues. Doch es sind die Authentizität, das Miterleben der Einzelschicksale und die Verzweiflung der Akteure, die einen als Zuschauer regelrecht depressiv werden lassen. Es wird einem mit voller Wucht bewusst, dass jeder schon morgen eines der Opfer sein kann.
Lesen Sie hier weiter

und hier bei DER WESTEN

Team Wallraff dokumentiert Missstände in Kliniken
Aaron Clamann
am 12.01.2016 um 05:25 Uhr

Günter Wallraff und seine Kollegin Pia Osterhaus decken Missstände in deutschen Krankenhäusern auf. Auch den Zuschauer schmerzt das.

Berlin.. Stellen Sie sich vor, sie liegen in einem Rettungswagen, der sie nach einem Unfall in die Notaufnahme bringt. Neben Ihnen wird ein zweiter Patient eingeliefert, doch in der Klinik ist nur so viel Personal, dass zwei Notfallpatienten schon einer zu viel sind. Dass solche Szenen keine Alpträume sind, sondern in einem deutschen Krankenhaus vorkommen, zeigt die aktuelle Reportage vom „Team Wallraff“ mit dem Titel „Profit statt Gesundheit“.
Lesen Sie hier weiter

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» der Kommentar des Blogschreibers «

Der Fluch der Privatisierung - Profit machen um jeden Preis - auf Kosten der Menschen.
Ärzte, Schwestern, Pflegepersonal sind genauso betroffen wie Küchen- und Reinigungspersonal. Und am Ende leidet unter und vor Allem der Patient.
Solange der Profit der Investoren höher bemessen wird als das Wohl aller am "Geschäftsmodell Gesundheit" beteiligten Menschen, solange es ausreichend "Parkplätze für abgehalfterte Politiker" in den Aufsichtsräten von Kliniken und Krankenkassen gibt, solange wird sich daran nichts ändern. Ja liebe Leser, das "Politikerendlager Brüssel" ist auch schon ziemlich voll.

Erst wenn das nichtsnutzige Schmarotzerpack aus dem gesamten Gesundheitssystem entfernt ist, kann mit dem dadurch eingesparten Geld das erforderliche Personal eingestellt und auch angemessen bezahlt werden.
Alles was mit der Gesundheit der Menschen zu tun hat, gehört genauso wenig der Jagd nach Profit unterworfen, wie Lebensmittel und Trinkwasser keine Spekulationsobjekte sein dürfen.
Viele Leserinnen und Leser werden es erst dann einsehen, wenn sie selber betroffen sind.

Wozu das Ganze auf lange Sicht dient?
Ich zitiere den Friedensnobelpreisträger Dr. Henry Kissinger:
„Haben Sie das Erdöl in der Hand, so haben Sie die Nationen in der Hand.“
„Haben Sie die Nahrung in der Hand, so haben Sie die Menschheit in der Hand.“
„Die Weltbevölkerung muss um 50 % verringert werden. Kriege und Hungersnöte reichen nicht aus.“
„Ja, viele Menschen werden sterben, wenn die Neue Weltordnung eingeführt wird, aber für die Überlebenden wird es eine viel bessere Welt werden.“

Samstag, 31. Oktober 2015

Rotes Kreuz kann russische Angriffe auf syrische Krankenhäuser nicht bestätigen

Thema: Syrien

Rotes Kreuz:
Können russische Angriffe auf Krankenhäuser nicht bestätigen

Angebliche Bomben-Angriffe durch russische Luftstreitkräfte auf syrische Krankenhäuser wurden durch das Rote Kreuz nicht bestätigt. Unter anderem berichtete der Spiegel von 12 bombardierten Krankenhäusern im Oktober.

In einem Interview mit dem russischen Sender RT äußerte sich der Direktor der Operativabteilung des IRKK, Dominique Stillhart, über Angriffe der russischen Luftwaffe auf Militärkrankenhäuser in Syrien zurückhaltend.

„Wir kennen solche Berichte, doch aufgrund des Fehlens jeglicher Direktinformationen von unseren Mitarbeitern im Konfliktraum kann ich diese Behauptungen weder bestätigen noch widerlegen“, so Stillhart.

Die Mitarbeiter würden nicht nur umfassende humanitäre Hilfe im Konfliktraum leisten, sondern auch die Kampfhandlungen und deren Charakter der Gewaltanwendung beobachten. “Sollten bei uns Befürchtungen entstehen benachrichtigen wir die entsprechende Seite darüber", erklärt Stillhart weiter.

Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenamts, sagte am Donnerstag, Russland wäre empört wegen den erlogenen Informationen über angebliche zivile Opfer russischer Luftoperationen. Sacharowa spricht von Zwecklügen, die mit der wirklichen Lage nichts zu tun hätten.

Ziele der russischen Luft- und Raumstreitkräfte in Syrien seien nur Terror-Gruppierungen und keine Objekte der zivilen Infrastruktur, so die Außenamtssprecherin.

Der Spiegel hatte in einem Artikel vom 29. Oktober die russischen Luftoperationen in Syrien seit Anfang Oktober direkt in Zusammenhang mit angeblichen Bomben-Angriffen auf insgesamt 12 Hospitäler in den Provinzen Idlib, Aleppo und Hama gebracht. Bei diesen Luftangriffen seinen insgesamt 35 Patienten und Ärzte getötet und 72 Menschen verletzt worden, berichten Ärzte ohne Grenzen, laut dem "Spiegel". (dk)

Mit freundlicher Genehmigung von epochtimes.de

» der Kommentar des Blogschreibers «

Scheint eine ansteckende Krankheit zu sein die Halluzinationen erzeugt und bevorzugt Politiker und Journalisten von Nato-Pressestellen befällt. Poroschenko in der Ukraine leidet auch darunter, allerdings sieht er keine Bomber, ihm erscheinen russische Panzer und russische Soldaten, die mit Reisepass zum Kampf in die Ukraine einreisen.