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Donnerstag, 8. November 2018

Newsletter Nummer 16 - abrüsten statt aufrüsten | Aktionstage: Auswertung und Eindrücke


Newsletter 16 - November 2018

Aktionstage:
Auswertung und Eindrücke
Erklärung des Arbeitsausschusses der Kampagne „abrüsten statt aufrüsten“

Protesttage: Frieden und Abrüstung waren auf den Straßen präsent. Tausende neue Unterschriften gesammelt. Aktionen in fast 50 Städten
Die Protesttage vom 1.-4. November 2018, organisiert von der bundesweiten Initiative „abrüsten statt aufrüsten“, sind noch nicht zu Ende. Einige Aktionen in verschiedenen Städten ziehen sich bis zum 10.11.2018 hin. An vielen Orten wurden sie aktiv von den Gewerkschaften mitgetragen. Die bundesweite Zusammenarbeit in der Initiative „abrüsten statt aufrüsten“ setzte sich an vielen Orten fort. Diese Aktion wurde von den beiden großen Netzwerken der Friedensbewegung „Kooperation für den Frieden“ und "Bundesauschuss Friedensratschlag" unterstützt.
Die Protesttage wurden fast genau ein Jahr nach Gründung dieser Initiative durchgeführt und erbrachten bis zu den Aktionstagen schon mehr als 120.000 Unterschriften. Zu den Erstunterzeichner*innen gehören vier Gewerkschaftsvorsitzende, die Präsidenten wichtiger Umweltverbände, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einschließlich eines deutschen Nobelpreisträgers, führende Kirchenvertreter*innen, Politikerinnen und Politiker mehrerer Parteien und Aktivistinnen und Aktivisten der Friedensbewegung. Die genaue Liste der Erstunterzeichner*innen kann unter www.abruesten.jetzt eingesehen werden.
Schon jetzt lassen sich einige bemerkenswerte erste Punkte dieser erfolgreichen Aktion benennen.
Wir haben uns in die Haushaltsdebatte des Deutschen Bundestages aktiv und engagiert eingemischt, haben nein gesagt zu weiterer Aufrüstung, zu den wahnwitzigen Erhöhungen des Rüstungshaushaltes bis zu 85 Milliarden. Allein von 2018 auf 2019 soll der Etat für Verteidigung um 11,8% steigen, kein anderer Etatposten hat auch nur ansatzweise diese prozentuale Steigerung.
In tausenden von Gesprächen haben wir auf den Zusammenhang zwischen Hochrüstung und Soziales hinweisen können, haben immer wieder verdeutlicht, jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden für Rüstung und Krieg oder für die Menschen. Niemals in den letzten Jahren hatten wir eine so koordinierte bundesweite Gesprächsoffensive der Friedensbewegung hin zu den Menschen unseres Landes.
An fast 50 Orten der Republik fanden Aktionen auf der Straße statt. Oft waren es gut gestaltete Informationsstände mit aktiven Sammlerinnen und Sammlern von Unterschriften. Die bis zu 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen die Möglichkeiten dezentraler Aktionen. Die „Friedensfrage“ und die Abrüstung waren in der Öffentlichkeit präsent.An vielen Orten wurde die Sammlung mit Kundgebungen und Demonstrationen verbunden. An diesen beteiligten sich in den größeren Städten immer einige hundert Menschen. Redner*innen aus Friedensbewegung und Gewerkschaften unterstützen die Forderung nach Abrüstung.
Einige tausend, im Ende wahrscheinlich bis zu 10.000 neue Unterschriften, wurden gesammelt. Die Unterschriftensammlung stieß auf große Sympathie und Unterstützung in der Bevölkerung.
Die Protesttage haben uns einen guten Schritt vorangebracht. Es ist uns gelungen, zeitgleich an vielen Orten  aktiv präsent zu sein und mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Wir konnten intensiv über die Gefahren und Kosten der Hochrüstung informieren und aufklären. Auch in vielen kleineren Städten und Orten haben wir gezeigt, es tut sich etwas für den Frieden. Die Aktionen lokaler Friedensbündnisse auf den Straßen und Plätzen wurden unterstützt von engagierten Menschen aus Gewerkschaften, Umweltverbänden und christlichen Initiativen. Mitglieder verschiedener Parteien und politischer Bewegungen waren dabei und unterstützten aktiv unsere Proteste.
Für künftige Aktionen brauchen wir viel mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer und noch bessere Zusammenarbeit. Frieden, Klima- und Umweltschutz gehören zusammen. Mit Abrüstung werden Mittel frei für die Finanzierung des internationalen Klimafonds. Mit der Forderung nach Beendigung von Waffenexporten und Kriegen machen wir Fluchtursachen zum Thema. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden für Bildung, Schulen, Wissenschaft, Gesundheit und Pflege oder für Rüstung und Krieg. Eine neue Entspannungspolitik in Europa und auch mit Russland ist notwendig. Diese gemeinsamen Positionen werden von vielen Millionen Menschen geteilt. Knüpfen wir daran an und bewegen bei weiteren Aktionen in den nächsten Jahren noch mehr aktive im öffentlichen Raum auf der Straße. Nutzen wir die guten Erfahrungen der Protesttage für weitere, größere und zentrale Aktionen.
Wir werden im Rahmen von „abrüsten statt aufrüsten“ die Protesttage intensiv auswerten (Fotos und Videos sind zu sehen unter https://abruesten.jetzt/aktionstage-1-4-november-2018-parallel-zur-2-und-3-etat-lesung/) und zwar sowohl im Arbeitsausschuss als auch gemeinsam mit allen Interessierten im Rahmen der 2. Aktionskonferenz am 10.02.2019 in Frankfurt/Main.
+++ Termin Aktionskonferenz +++
Aktionskonferenz "Abrüsten statt Aufrüsten"
10. Februar 2019 in Frankfurt am Main
Die Aktionskonferenz der Initiative "Abrüsten statt Aufrüsten" wird im kommenden Jahr am 10. Februar 2019 in Frankfurt a.M. stattfinden. Die Einladung dazu wird noch verschickt.

Beispielbeiträge mit Fotos und Videos der Aktionstage vom 1.-4.11.2018
Aktionstag in Berlin
Flashmob gegen den Drohnenkrieg

Eine der vielen Aktionen die am Samstag, den 3.11.2018, in Berlin anlässlich der Aktionstage der Initiative “abrüsten statt aufrüsten” stattfand und als große Bereicherung für die Kundgebung empfunden wurde, war der von der “Stopp Ramstein”-Gruppe inszenierte “Flashmob gegen den Drohnenkrieg”.


Weiterlesen: https://abruesten.jetzt/2018/11/flashmob-gegen-den-drohnenkrieg-aktionstag-3-11-2018-in-berlin/

Redebeitrag von Lühr Henken


Am 3.11.2018 hielt Lühr Henken (Friko Berlin) eine Rede auf der Kundgebung des Aktionstags “abrüsten statt aufrüsten” am Zietenplatz in Berlin.

Weiterlesen: https://abruesten.jetzt/2018/11/redebeitrag-von-luehr-henken-zum-aktionstag-3-11-2018-in-berlin/
"Abrüsten, abrüsten, abrüsten!!!" - Aktion des Bremer Friedensforum vor dem Bremer Dom
Die bundesweite Unterschriften-Aktion „Abrüsten statt aufrüsten“, deren Aufruf inzwischen über hunderttausend Menschen unterschrieben haben, veranstaltet Anfang November dezentrale Mahnwachen und andere Aktionen in ganz Deutschland. So hat das Bremer Friedensforum eine Mahnwache vor dem Bremer Dom durchgeführt, zu der sich eine ganze Reihe Bremer Bürgerinnen und Bürger eingefunden hatten. Während die einen mit Transparenten auf den Domstufen standen, verteilten andere die letzte Ausgabe der Bewegung „Abrüsten statt aufrüsten“ oder sammelten weitere Unterschriften. Viele Passanten unterschrieben den Aufruf, sodass mehrere gefüllte Listen zusammenkamen.

Weiterlesen: https://abruesten.jetzt/2018/11/abruesten-abruesten-abruesten/
Friedensinitiative Main-Taunus nach langer Zeit wieder auf der Straße für "Abrüsten statt Aufrüsten"
Ein Beitrag von Gerhard Kern

Die weltweiten Menschheitsprobleme häufen sich in wachsendem Tempo. Über 800 Millionen Menschen hungern. Rund um den Globus toben mehr als 30 Kriege. Über 68 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Tausende davon ertrinken dabei im Mittelmeer. Die so genannten Verteidigungsausgaben der Natoländer gehen sprunghaft in die Höhe. Der Etat der Bundeswehr wird um 11,9 Prozent auf 42,9 Milliarden Euro erhöht. Er soll bis auf 85 Milliarden Euro steigen. Dies wären dann 20% des Bundeshaushaltes.
Weiterlesen: https://abruesten.jetzt/2018/11/friedensinitiative-main-taunus-nach-langer-zeit-wieder-auf-der-strasse-fuer-abruesten-statt-aufruesten/
Neumünster: Kundgebung und Musik gegen den Krieg
Kurzbericht von Christof Ostheimer
Im schleswig-holsteinischen Neumünster ging das Friedensforum zum x-ten Mal auf die Straße, um die Menschen über die geplante Aufrüstung der Bundeswehr und die Kriegspläne der NATO zu informieren. Vor dem Einkaufszentrum „Holstengalerie“ wurden die Passanten mit Straßenmusik, Friedensfahnen und dem Banner „Abrüsten statt Aufrüsten“  überrascht. Sie wurden um die Unterstützung der Kampagne gebeten Die aktuelle Zeitung wurde in großer Auflage verteilt. Der Kieler Sänger Gerd Sell trug Lieder von Bob Dylon, und Barry McGuire, von Degenhardt,  Wader und  Süverkrüp vor sowie aus seinem aktuellen Programm zur Novemberrevolution, die 1918 von Kiel ausging.  „Schluss mit dem Krieg – Stoppt die Kriegsvorbereitungen!“ lautete die Botschaft. Die Zuhörer waren begeistert und viele unterschrieben den Aufruf.

Weiterlesen: https://abruesten.jetzt/2018/11/der-norden-aktiv-gegen-aufruestung/
"Abrüsten statt Aufrüsten" in Leipzig
Mike Nagler war am 03. November in Leipzig bei der Demonstration und Kundgebung von “abrüsten statt aufrüsten” einer der Redner*innen. Er hat seine Rede und Fotos von der Aktion in seinem Block veröffentlicht.

Weiterlesen: https://abruesten.jetzt/2018/11/abruesten-statt-aufruesten-in-leipzig-mike-nagler/
Das Video zur Demonstration “Sammlungsbewegung Aufstehen!” mit Kundgebung vom 3.11.2018 in Leipzig und das Werbevideo zur Demonstration gibt es hier:
https://abruesten.jetzt/2018/11/abruesten-statt-aufruesten-in-leipzig/
Aktionstag in Regensburg
Das Friedensnetzwerk Regensburg hat am Samstag, den 3.11. von 11 bis 14 Uhr einen Infostand in der Altstadt durchgeführt. Mit durchwegs positiven Reaktionen und interessanten Gesprächen, wurden bis zu 112 Unterschriften unter dem Aufruf “abrüsten statt aufrüsten” gesammelt.

Weiterlesen: https://abruesten.jetzt/2018/11/aktionstag-3-11-in-regensburg/

Wettbewerb - letzte Chance!
Bis Anfang nächster Woche hast Du noch die Gelegenheit Deinen Vorschlag zur Findung eines neuen Kampagnenmotivs für die Initiative "abrüsten statt aufrüsten" an info@abruesten.jetzt einzureichen.
Du bist auch der Meinung, dass die von der Bundesregierung geplante Erhöhung der Rüstungsausgaben um 30 Milliarden Euro kompletter Wahnsinn ist und Konfliktprävention das Ziel der deutschen Außenpolitik sein sollte sowie die militärische Aufrüstung gestoppt werden muss? Dann werde krea(k)tiv und mach mit bei unserem Wettbewerb!
Deine Aufgabe ist es, die Erhöhung der Rüstungsausgaben um 30 Milliarden Euro zu visualisieren. Dabei sind Deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Dein Motiv sollte jedoch vielseitig verwendbar sein. Wir wollen es sowohl als Plakatmotiv als auch auf unseren Social-Media-Kanälen verwenden. Idealerweise sollte eine Variante des Plakats auch als Aufkleber funktionieren. Wichtig ist, dass deine Einreichung die Ziele der Initiative ansprechend, aber möglichst griffig und verständlich darstellt. Dabei sollte die Erhöhung der Rüstungsausgaben inhaltlich im Fokus stehen. Unsere Webseite www.abruesten.jetzt soll auf dem Plakat erwähnt werden.
► Schicke dein Motiv als PSD und JPG bis zum 12.11.2018, 12 Uhr, an info@abruesten.jetzt
Wenn dein Motiv gewinnt, wird es als offizielles Plakatmotiv deutschlandweit verwendet werden!
Jury
  • Stefanie Berg (Beraterin Marketing)
  • Philipp Ingenleuf (Netzwerk Friedenskooperative)
  • Melanie Stitz (Redakteurin „Wir Frauen“)
  • Horst Trapp (Kampagne Stop Air Base Ramstein)
  • Uwe Wötzel (ver.di)

Preise
  • Erster Platz: Offizielles Kampagnenmotiv der Initiative „abrüsten statt aufrüsten“ für kommende Aktionen sowie zur Verwendung auf Plakaten und im Online-Campaigning
  • Zweiter bis fünfter Platz: Plakatbuch der Friedensbewegung
  • Ausstellung der Gewinnermotive auf der Konferenz
#abrüsten.jetzt bei instagram
Unsere Initiative "abrüsten statt aufrüsten" ist seit wenigen Wochen auch bei instagram zu finden. Mit Momentaufnahmen von vergangenen Veranstaltungen und Aktionen wollen wir versuchen noch mehr Menschen für unsere Kampagne zu begeistern. Folge uns, wenn Dir unsere Initiative gefällt und Du uns neben Deiner Unterschrift weiterhin unterstützen möchtest!

Statt Aufrüstung - Frieden sponsern
Liebe Friedensfreundin, lieber Friedensfreund,
liebe Kollegin, lieber Kollege,

die drohende weitere Aufrüstung bahnt sich bei den nächsten Haushaltsberatungen an. Die NATO Vorgabe, dass in den nächsten Jahren 2% des Bruttosozialproduktes unseres Landes für Militär und Rüstung ausgegeben werden sollen, wird von der Bundesregierung von Jahr zu Jahr mehr realisiert. 75 Milliarden oder 20% des Bundeshaushaltes für Waffen und Rüstung bedeuten immer weniger für Soziales, für Bildung, Wissenschaft und Umwelt. Wir wollen uns mit dem Aufruf "abrüsten statt aufrüsten" dem entgegenstellen und eine Wende zu mehr sozialer Gerechtigkeit durchsetzen. Dazu brauchen wir viel örtliche und regionale Unterstützung, wir brauchen die Aktiven vor Ort aber auch finanzielle Unterstützung.

Die Zeitung, die Webseite, kleine Anzeigen, Veranstaltungen, das Erstellen von Informationsmaterial - alles kostet Geld. Wir freuen uns über jede - auch noch so kleine - Spende. Bitte helft mit, unseren Aufruf zu einem mobilisierenden Beitrag für Frieden und Entspannung in kriegerischen Zeiten zu entwickeln. Helft mit, damit unser Aufruf dazu beitragen kann, die Weichen endlich in Richtung Abrüstung umzustellen.

Bitte spendet auf das Konto:Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V.
IBAN: DE20 5005 0201 0200 0813 90
BIC: HELADEF1822
Stichwort: Abrüsten jetzt
(Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden.)
Unterschriften zurückschicken
Vielen Dank an die fleißigen Sammler*innen!
Wir bitten euch die Offline-Unterschriften nicht zu bunkern sondern umgehend zurückzusenden an das Netzwerk Friedenskooperative oder die Friedens- und Zukunftswerkstatt, damit wir einen Überblick über den aktuellen Stand der Unterschriften behalten und über neue Erfolge informieren können. Danke!
Jetzt "abrüsten statt aufrüsten" unterschreiben (falls noch nicht geschehen)




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Dienstag, 11. September 2018

Bundesweite dezentrale Demonstrationen 1.-4. November 2018


Newsletter 12 - Anfang September 2018
„Abrüsten statt Aufrüsten“ – das ist das Gebot der Stunde
(DGB-Vorsitzender
Reiner Hoffmann am 1. September)
Eine neue Dimension der Ablehnung und des Protestes gegen Aufrüstung ist möglich.
Mehr als 200 Veranstaltungen zum Anti-Kriegstag liegen hinter uns, Tausende wandten sich gegen die fortgesetzte Aufrüstung. Mehr als in all den Jahren davor waren es auch gemeinsame Veranstaltungen von Friedensbewegung und Gewerkschaften, Veranstaltungen der Gewerkschaften wurden von der Friedensbewegung aktiv unterstützt.
Im Zusammenhang mit der 2. und 3. Lesung des Bundeshaushaltes – plus 12% für Rüstung ruft “abrüsten statt aufrüsten“ auf:
Bundesweite dezentrale Demonstrationen in Städten, Dörfern und Gemeinden vom 1.11. bis 4.11.2018
Überall auf den Straßen der Republik – vielfältige Proteste gegen Hochrüstung – jetzt gemeinsam vorbereiten
Sie einte die Grundgedanken, die der DGB Vorsitzende Reiner Hoffmann in seinem Gastbeitrag in der „Frankfurter Rundschau“ am 01.09.2018 folgendermaßen zum Ausdruck brachte.
„Wir leben in einer Zeit tiefer Umbrüche: Die internationale Nachkriegsordnung ist aus den Fugen geraten. Die Hoffnung, dass das Ende des Kalten Krieges ein Zeitalter der Entspannung einläuten würde, hat sich als Illusion erwiesen. Das Risiko von militärischen Auseinandersetzungen ist so groß wie seit 1989 nicht mehr. Rund um den Globus toben mehr als 30 Kriege und bewaffnete Konflikte. Umso wichtiger ist der Einsatz für Frieden, Demokratie und Freiheit – von Gewerkschaften, aber auch von Parteien und Zivilgesellschaft.
Denn machen wir uns nichts vor: Genau die Ideologien und Überzeugungen, die schon damals Hass statt Verständigung geschürt haben, sind wieder auf dem Vormarsch: Der Nationalismus und sein Bruder, der Me-First-Protektionismus, und mit ihnen breiten sich autoritäre, autokratische und rechtspopulistische Regime aus. Wachsende Instabilität prägt das internationale Geschehen.
Die Folge: Nie sind so viele Menschen auf der Flucht gewesen. Heute sind es weltweit 68,5 Millionen, die ihre Heimat verlassen haben, viele, weil dort Krieg oder Bürgerkrieg herrscht.
Hinzu kommt die Aufrüstungsspirale der Nationalisten als Antwort auf die Weltunordnung: Die globalen Rüstungsausgaben sind mit über rund 1,7 Billionen US-Dollar so hoch wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, Großmächte wie die Vereinigten Staaten, Russland, China und Indien liefern sich ein atomares Wettrüsten.
Statt sich gegen diese falsche Antwort zu stemmen, will die Nato die Verteidigungsausgaben der Bündnispartner weiter steigern. Ihre Rüstungsetats sollen bis 2024 auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes anwachsen. Alleine für die Staaten Europas würde dies bedeuten, dass ihre Militärausgaben von derzeit 500 Milliarden auf 800 Milliarden Euro anwachsen.
Dieses Geld wird aber viel dringender an anderer Stelle gebraucht: für Investitionen in Bildung, für den sozialen Wohnungsbau, für kommunale und digitale Infrastruktur, für eine ge-rechte und ökologische Gestaltung der Verkehrs- und Energiewende, für mehr soziale Sicherheit und für die Bekämpfung von Fluchtursachen.“
Die  Veranstaltungen zum 01.09.2018 standen im Schatten der bedrückenden Ereignisse von Chemnitz, zeigten aber auch den breiten antifaschistischen Konsens „Nie wieder Krieg -nie wieder Faschismus“ und den enge Zusammenhang zwischen Krieg und Hochrüstung als Fluchtursache und die Notwendigkeit, materielle Ressourcen nicht für die Rüstung herauszuwerfen sondern für dringende soziale Leistungen, für Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt bereitzustellen.
Auf fast allen Veranstaltungen sammelten Kolleginnen und Kollegen aus den Gewerkschaften und der Friedensbewegung Unterschriften unter dem Aufruf „abrüsten statt aufrüsten“. Noch (04.09.2018) haben wir keinen endgültigen Überblick über die exakt gesammelten Unterschriften, es werden aber Tausende sein. Sie haben uns einen deutlichen Schritt weitergebracht in der Schaffung einer breiten Bewegung für Abrüstung. Sie verdeutlichten aber auch, 85.000 Unterschriften sind erst der Beginn.
Wie notwendig weitere Aktivitäten gegen die Hochrüstung sind, zeigen zwei Nachrichten der letzten Tage:
- Im Haushalt 2019 soll der Verteidigungshaushalt um 11,9% auf 42,4 Milliarden Euro erhöht werden. Dieses ist die höchste jährliche Erhöhung dieses Etats seit mindestens 30 Jahren.
- Das Verteidigungsministerium hat für das sogenanntes „Fähigkeitsprofil“ der Bundeswehr vom Finanzminister für das Jahr 2024 60 Milliarden für Krieg und Rüstung gefordert.
Diese Fakten unterstreichen die Entwicklung, die die Stiftung „Wissenschaft und Politik (SWP)“ vorgezeichnet hat. Die 2% des Bruttosozialproduktes, die die Bundesregierung und die NATO für Rüstungsausgeben wollen, bedeuten für Deutschland nach Berechnungen von SWP für 2024/25 ca. 85 Milliarden Euro.
Was für eine gigantische Verschwendung von Ressourcen, was für eine Steigerung der Gefahren von weltweiten Kriegen. Wir wissen doch: alle Waffen, die entwickelt und produziert werden, werden auch eingesetzt, entweder durch die Bundeswehr selbst oder über Rüstungsexporte irgendwo weltweit.
Dabei wird das Geld so dringend gebraucht: Wie heißt es im Aufruf „abrüsten statt aufrüsten“:
„Zwei Prozent, das sind mindestens weitere 30 Milliarden Euro, die im zivilen Bereich fehlen. So bei Schulen und Kitas, sozialem Wohnungsbau, Krankenhäusern, öffentlichem Nahverkehr, kommunaler Infrastruktur, Alterssicherung, ökologischem Umbau, Klimagerechtigkeit und internationaler Hilfe zur Selbsthilfe.“
Oder für eine Herausforderung, die nicht neu ist, aber mit neuer Brisanz auf die Welt und die Politik zukommt: die Finanzierung des Wiederaufbaus Syriens:  Das Leid der Millionen Menschen – dort Lebenden und Geflüchteten – erfordert vielfältige Hilfe. Wir brauchen ein umfassendes Aufbauprogramm für dieses so zerstörte Land! Das sollte durch Abrüstung bezahlt werden. Anstelle weitere Ressourcen für die Aufrüstung bereit zu stellen, sollte die Bundesregierung  diese Finanzen für den Wiederaufbau Syriens und die durch Krieg zerstörte Region zur Verfügung stellen. Das wäre Verantwortung für den Frieden!

Die Fortsetzung der Unterschriftensammlung bleibt auf der Tagesordnung:

Im September werden wir symbolisch die bisher gesammelten Unterschriften (Zwischenstand) an die Fraktionen des Deutschen Bundestages (mit Ausnahme der AFD) im Rahmen der 1. Lesung des Bundeshalts übergeben.
Der Herbst könnte zu aktiven Monaten ausgedehnter Unterschriftensammlungen bei den unterschiedlichen Aktionen der Friedensbewegung werden. Die Menschen wollen nicht mehr Rüstung sondern Frieden und Abrüstung. Deswegen intensivieren wir die Sammlung bei den Infoständen (wenn es deutlich mehr werden würden), bei eigenen Veranstaltungen oder bei denen, die wir besuchen. Jede Unterschrift ist eine kleine Aktion, hilft Nichtstun und Stillstand zu überwinden, zeigt: es geht. Die öffentlichen Diskussionen über den Bundeshaushalt 2018 sollten wir nutzen, unsere Alternative Abrüstung zu propagieren, überall da wo TINA gepredigt und das Lied: es ist kein Geld da gesungen wird, zeigen wir die Alternative auf und werben für diese
Es gibt keinen Grund, die so erfolgreich begonnene Unterschriftensammlung zu beenden, im Gegenteil, sie muss ausgeweitet werden.

Mehr Aktionen sind notwendig – bundesweite dezentrale Demonstrationen

Jede Unterschrift hilft und zeigt, wir werden mehr. Wir müssen aber auch wieder heraus mit unseren Forderungen auf die Straßen und Plätze dieses Landes. Frieden und Abrüstung muss wieder laut durch die Straßen klingen und von den Plätzen schallen. Deswegen hat die Aktionskonferenz „abrüsten“ in Frankfurt abrüsten folgendes vorgeschlagen und der Arbeitsausschuss der Kampagne unterstützt dieses aktiv und vielfältig: Lasst uns am Wochenende 1.-4. November 2018 überall in dieser Republik dezentral demonstrieren und auf die Straße gehen, je mehr Aktionen, je mehr Demonstrationen, umso besser.
Wir wollen Protest und Widerstand zeigen. Die zu dieser Zeit stattfindende 2. und 3. Lesung des Bundeshaushaltes sind eine gute Gelegenheit, unsere Forderung der Öffentlichkeit und der Politik zu zeigen und zu verdeutlichen.
Es ist jetzt Zeit, diese Aktionen vorzubereiten:

-
Kann es auch in eurer Stadt eine Demonstration geben? Wenn ja, wer übernimmt die Initiative zu einem Vorbereitungstreffen einzuladen. Gibt es vielleicht auch bei euch, wo es lege keine Friedensaktion mehr gab, die Chance, erstmals für den Frieden zu demonstrieren?

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Wer macht alles mit, wen wollen wir ansprechen, wen bekommen wir mit ins Boot? Breite und Vielfalt sind ein Markenzeichen von „abrüsten statt aufrüsten“? - Wie können wir die Demonstration bunt, vielfältig, lebendig und attraktiv gestalten? Wir wenden uns an alle UnterzeichnerInnen und UnterstützerInnen: Bereitet mit uns die Aktionen vor. Es ist Zeit öffentlich Flagge für Abrüstung zu zeigen. Lasst uns die Republik Anfang November in das Zeichen von Abrüstung setzen.
Frieden und Abrüstung braucht Bewegung – wir schaffen sie.
Unterschriften zurückschicken
Vielen Dank an die fleißigen Sammler*innen!
Wir bitten euch die Offline-Unterschriften nicht zu bunkern sondern umgehend zurückzusenden an das Netzwerk Friedenskooperative oder die Friedens- und Zukunftswerkstatt, damit wir einen Überblick über den aktuellen Stand der Unterschriften behalten und über neue Erfolge informieren können. Danke!
Und nicht vergessen Friedensarbeit kostet Geld. Bitte spendet !
Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V.
IBAN: DE20 5005 0201 0200 0813 90
BIC: HELADEF1822
Stichwort: Abrüsten jetzt
(Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden.)
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