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Mittwoch, 22. August 2018

Die Abzocke wird immer dreister - Kfz-Steuer steigt wegen neuem Abgastest

Thema: Kfz-Steuer

Kfz-Steuer steigt im Schnitt um 52 Euro

Man sollte meinen, dass nach dem Dieselskandal mehr Klarheit für die Verbraucher herrschen sollte. Dafür wird der neue Abgastest WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) eingesetzt. Wie sich schon seit langem herausgestellt hat, misst das System zu genau, man könnte auch sagen ehrlicher.
Die Werkstätten haben die Geräte schon länger, durften sie aber nicht einsetzen, weil dann mehr Wahrheit bezüglich Verbrauch ans Licht gekommen wäre.

Jetzt müssen Autokäufer mit einer deutlich höheren Kraftfahrzeugsteuer rechnen.
Es misst nämlich bei gleicher Fahrweise einen höheren Kraftstoffverbrauch. Die Folge: Die Kfz-Steuer wird bei Erstzulassung eines Fahrzeuges ab dem 1. September in vielen Fällen höher sein als für Fahrzeuge des gleichen Modells, die vor dem Stichtag zugelassen wurden.

Beispielredmung für einen Opel Cmsa Das Car-Institut der Universität Duisburg-Essen hat nun beispielhaft für 2019 ausgerechnet, wie sich das auf die Steuereinnahmen auswirkt. Derzeit nimmt der Bund etwa neun Milliarden Euro jährlich über die Kfz-Steuer ein. Für den Autofahrer bedeutet das dem Car-Institut zufolge eine höhere Kfz-Steuer von durchschnittlich 52 Euro pro Jahr. In die Berechnung der Kfz-Steuer fließt neben dem Hubraum auch der COZ-Ausstoß eines Fahrzeugs ein. Die Experten rechnen mit einem im Schnitt mindestens 20 Prozent höheren 'Ii'eibstoffverbrauch. Und weil der CO2-Ausstoß proportional zum Kraftstoffverbrauch steigt, steht am Ende eine höhere Steuer auf dem Papier. Ein Opel Corsa 1.2 mit 69 PS könnte damit auf eine Steuer von 96 Euro kommen das entspricht einer Steigerung von 17 Prozent. Das Bundesünanzministerium will die Einnahmen nach einer Erfahrungszeit von zwölf Monaten prüfen.

Quelle: WP 18.08.2018

Sonntag, 8. November 2015

Presseclub - So. 08.11.15 - "Der VW-Skandal – Totalschaden für die „Deutschland AG“?"

Thema: Wirtschaft


"Der VW-Skandal
Totalschaden für die „Deutschland AG“?"

Presseclub - So. 08.11.15, 12.03 - 13.00 Uhr
Betrug am Kunden, Betrug an den Behörden, Betrug an der Umwelt: Der Skandal um falsche Messwerte bei Volkswagen hat in dieser Woche eine neue Dimension erfahren: Nicht nur wurden Dieselmotoren mit einer Software ausgestattet, die bei Abgastest falsche Stickoxid-Werte vorgaukelte. Auch bei den CO2-Emissionen hat der Wolfsburger Konzern falsche Werte angegeben und die Verbrauchswerte seiner Autos geschönt.
Die Quittung: Erneute massive Kursverluste an der Börse, das Ansehen der neuen Führungsriege um Vorstandschef Matthias Müller ist stark beschädigt.
Und nicht nur der Ruf von Volkswagen nimmt Schaden: Inzwischen leidet die gesamte deutsche Automobilindustrie unter dem Generalverdacht, dass Normen und Werte unterlaufen werden, dass Absatz und Umsatz vor dem Vertrauen der Verbraucher stehen. Jetzt könnte auch das Gütesiegel „Made in Germany“ in Gefahr geraten, das einmal so etwas wie ein Ehrenkodex der deutschen Wirtschaft war, und nicht nur das Versprechen von Wertarbeit beinhalte, sondern auch eine moralische Richtschnur war: Gute Produkte aus ehrlicher Arbeit.

Zu Gast:

  • Robert Hank (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
  • Cordula Tutt (Wirtschaftswoche)
  • Ursula Weidenfeld (Freie Journalistin)
  • Rudolf Hickel (Publizist)
  • Bilder: Screenshots

    Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sieht keinen dauerhaften Schaden für die deutsche Wirtschaft durch den VW-Skandal. Doch Gabriel ist als ehemaliger niedersächsischer Ministerpräsident – und damit VW-Aufsichtsrat – Teil des Systems Volkswagen. Immer deutlicher wird: Die Politik versagt bei der Aufsicht über die großen Konzerne, die sich nur zu gerne außerhalb von Recht und Gesetz verstehen. Das zeigt sich bei Volkswagen, bei der Deutschen Bank, das hat sich beim Siemens-Korruptionsskandal gezeigt. Fällt die „Deutschland AG“ von ihrem hohen Ross?

    Moderation: Jörg Schönenborn



    Kommentare

    Conny v. Haar
    Egal, welche Zeitung man durchblättert, Inserate der Autoindustrie sind (gleich nach der Pharmabranche) meist die Größten. Nicht anders in der TV-Werbung, ob bei Privaten oder bei ÖR-Sendern. Wen verwundert es da, daß Journalisten / Medienschaffende die A...backen zusammenklemmen nach dem Motto "Wes´Brot ich ess´, des Lied ich sing´..." Entsprechend war heute auch der Presseclub.

    Jürgen Lippitsch
    Die Runde hat wieder mal alles getan um vom eigentlichen Problem abzulenken: von wo nach wo fließt die Energie (Geld)? Das Geld fließt aus allen Enden der Welt nach den USA (Röm. Weltreich)! Dort gibt es ein 18 Billionen $ großes Finanzloch, das gefüllt werden muß. Also erzeugt man einen "Skandal" nach dem anderen: Schweizer Banken, Toyota, FIFA, Dt. Bank, VW usw. Man erpresst alle, die in den USA wirtschaftlich tätig werden um Schutzgeld und nennt das Freien Markt (Der Dollar ist unsere Währung und euer Problem). Zum Thema: VW hat die europäisch Prüfregeln eingehalten, und die USA hat diese in bilateralen Abkommen akzeptiert - es liegt also de facto kein Verstoß vor!

    André
    Die Angstmache und der Druck dass man die eigene Existenz durch die falsche Äusserung irgendwo riskiert ist groß. Beispiele gibt es viele siehe die 4 Steuerbeamte aus Hessen die für verrückt erklärt wurden nur weil sie ihren Job machen wollten. Diese Angst und Existenzvernichtung der Oberschicht ist Absicht und soll auch so sein. Wir müssen uns ja auch so verhalten wie es diese Damen und Herren wollen. Die Hankel und Weidenfeller Äusserungen, dass die Arbeitnehmervertreung bei VW schuld daran wären, ist an böswilliger Unterstellung nicht mehr zu überbieten. Die Trolle der Kapitalistischen Marktreligion haben gesprochen. Es ist unfassbar!

    Walter Risa
    Die Selbstdemontage von Deutschland ist atemberaubend ! Ein Land das alle Möglichkeiten hat, allen Menschen zum Vorteil zu dienen und in guter Nachbarschaft mit unseren Handelspartnern zum beiderseitigen Vorteil sowie einstmals über Schranken hinweg zu neue Verbindungen gedeihen zu lassen. John Maynard Keynes ist der Totengräber einer sozialen Marktwirtschaft und auf dem Grabstein des Kapitalismus wird stehen : - Zu viel war nicht genug - Alle die bei VW sich nicht abgesichert haben mit schriftlicher Anweisung oder Gesprächsmitschnitten ( Freikarte ) werden wohl geopfert werden. Mit so wenig Finanzbudget läst sich keine neue Motorengeneration entwickeln. Die Rechnung bezahlen jetzt die Leiharbeiter - Freisetzung von humankapital. Alternative auch Hexenjagd auf Whistleblower mit abschreckende Höchststrafen, um das Unternehmen zu schützen. Der Schaden, den einige Leute für das Unternehmen und die Mitarbeiter verursacht haben, ist riesig“, sagte Gabriel auf der IAA in Fr ...

    Dirk
    Wie vorige Woche das ARD-Magazin „Plusminus“ berichtete, manipulierten nicht nur VW, sondern auch viele andere Autokonzerne seit Jahren ihre Abgaswerte. Entscheidende oder wegweisende Konsequenzen durch die seinerzeitigen Umweltminister Trittin („Grüne“!), Gabriel(!) (SPD), Röttgen (CDU) – trotz eindeutiger Untersuchungsergebnisse: Keine! Auch hieran erkennt man den zu großen Einfluss der Autolobby – wie auch die Kohlelobby und die viel zu stark vom Steuerzahler subventionierten Energiekonzerne – auf alle etablierten Parteien. Und dass die USA trotz anderer gravierender (sogar zu Todesfällen geführt habenden) Mängel bei Toyota und Chrysler einseitig VW an den Pranger stellt und viel strenger bestraft, liegt daran, dass VW die einzige bedeutende internationale Automarke ist, auf die US-Konzerne und -Investmentfonds keinen Einfluss haben!

    Alle Kommentare gibt es (hier)