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Sunday, March 22, 2015

Publikumskonferenz zeigt Jauch den Stinkefinger

Thema: Günther Jauch
RT-Deutsch
Publikumskonferenz zeigt Jauch den Stinkefinger: Programmbeschwerde wegen Sendung mit Varoufakis

Die Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien hat gegen die Sendung von Günther Jauch am 15. März formal Beschwerde “wegen der vorsätzlichen und grob verfälschenden Darstellung des griechischen Finanzministers Varoufakis“ eingelegt.

Foto: Scrennshot
Wie die Publikumskonferenz argumentiert, hat Günther Jauch in seiner Sendung vom 15. März behauptet, dass der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis geäußert hätte, „Griechenland solle seine Schulden einfach nicht bezahlen und Deutschland den Mittelfinger zeigen.“ Untermauert wurde die Behauptung mit einem entsprechenden Video, das den Minister mit dem angeblich gegen Deutschland gerichteten gestreckten Mittelfinger zeigt.

Doch wie die Publikumskonferenz weiter ausführt und kritisiert, „vergaß“ Jauch nach dem Abspielen des Videos darauf hinzuweisen, dass „das Video aus einem gänzlich anderen Kontext” stammte:
Zuschauermanipulation – Programmbeschwerde gegen ZDF Maybrit Illner „Aufstand in Athen“
“Durch die mit Varoufakis Rede verschachtelte Einspielung des Sprechers wird der Eindruck erweckt, Varoufakis spräche bereits als Minister bzw. beziehe sich auf die Gegenwart. Das entsprechende Video stammt jedoch aus einer Zeit vor Varoufakis Regierungsverantwortung und entstand während einer Vorstellung des Buches ‘Der globale Minotaurus’. Der Kritiker der damaligen griechischen Regierung Varoufakis nimmt dabei Bezug auf die Anfänge der Krisenpolitik im Jahr 2010 und Argentinien und spricht sich erkennbar hypothetisch aus.” Varoufakis damaliger Redebeitrag lautete (Übersetzung RT Deutsch):
    “Jetzt lassen Sie mich aus einer griechischen Perspektive sprechen. […] Was der griechische Staat gemacht hat, was die letzten drei verschiedenen Regierungen seit der Schuldenkriste getan haben, die Schulden waren Anfang 2010 explodiert, war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. […] Mein Vorschlag war, dass Griechenland im Januar 2010 innerhalb des Euros einfach seine Zahlungsunfähigkeit hätte erklären sollen – so wie es Argentinien gemacht hat – und dann Deutschland den Stinkefinger zeigen und sagen hätte können, nun gut, jetzt könnt ihr das Problem selbst lösen.”
Wie die Publikumskonferenz in ihrer Programmbeschwerde weiter darlegt, hatte Varoufakis bereits 2013 von „Mein Vorschlag war“ [2010] , also in der Vergangenheitsform, gesprochen, und damit “lediglich eine hypothetische Situation beschrieben, die mit der heutigen Situation und seinem Ministeramt in keinem Zusammenhang steht”.

Das bewusst irreführend gekürzte und im falschen Kontext präsentierte Zitat, sei, so die Publikumskonferenz, „vom Moderator Jauch vorsätzlich dazu benutzt wurden, den griechischen Finanzminister bestimmten ehrverletzende Schlussfolgerungen des Publikums auszusetzen“. Weiter kritisiert sie:
    “Die Überleitung und die Frage Jauchs: ‘Der Stinkefinger für Deutschland, Herr Minister. Die Deutschen zahlen am meisten, und werden dafür mit Abstand am meisten kritisiert. Wie passt das zusammen?’ ergeben wegen des kontextfremden Bezuges weder Sinn, noch zeugen sie aufgrund ihrer eindeutig identifizierbaren Absicht von journalistischem Anstand.”
Familiäre Rachegelüste? WELT-Redakteur Jörg Eigendorf macht Jagd auf Publikumskonferenz
„Der wiederholte Versuch einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt durch konstruierte Inhalte Vorurteile und Ressentiments gegenüber Griechenland zu schüren, widerspricht in eklatanter Weise dem gesetzlich definierten Programmauftrag und erweckt nicht den Eindruck, dass es den Programmverantwortlichen um die Sache geht. Das immer mehr auf Sensation und Quote zielende Format Günther Jauch widerspricht mit derart unredlichen Methoden anerkannten journalistischen Grundsätze, verspielt sowohl das Vertrauen des Publikums als auch das potentieller Gesprächspartner im In- und Ausland und wirft darüber hinaus ein negatives Licht auf die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten in Deutschland.

Die Programmbeschwerde schließt mit der Feststellung:
    “Wir sehen in dem aus dem Kontext gerissenen Beitrag einen Verstoß gegen die Wahrheitspflicht und eine Täuschung des Publikums, sowie in der widerholt einseitigen und tendenziösen Berichterstattung zu Ungunsten unseres europäischen Partnerlandes Griechenland, grobe Verstöße gegen die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit. Der explizite Auftrag, die freie, individuelle und öffentliche Meinungsbildung des Publikums zu fördern, wird mit Programminhalten wie diesen deutlich verfehlt.”
Die im Februar 2014 gegründete Vereinigung hat sich zur Aufgabe gemacht, eine unabhängige und demokratische Kontrollinstanz für die öffentlich-rechtlichen Medien in der Bundesrepublik zu etablieren. Seit Februar 2014 hat sie bereits weit über 40 formale Programmbeschwerden gegen die öffentlich-rechtlichen Medien der Bundesrepublik eingereicht.
Quelle: RT-Deutsch

Saturday, March 21, 2015

War das Varoufakis-Video bei Günther Jauch doch gefälscht?

Thema: Lügenpresse
t-onlie.de

Varoufakis-Video bei Jauch
Satiriker Böhmermann will Stinkefinger gefälscht haben
19.03.2015, 00:04 Uhr | t-online.de

Neue Wendung in der Stinkefinger-Affäre um Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis. Der Satiriker Jan Böhmermann behauptet, das umstrittene Video gefälscht zu haben und hat als Beweis dafür eine Art "Making of" veröffentlicht.

Das Video mit dem Stinkefinger war am vergangenen Sonntag in der ARD-Sendung "Günther Jauch" gezeigt worden. Darin war zu sehen, wie Varoufakis Deutschland vermeintlich den Mittelfinger zeigt.

Der Minister, der in der Sendung zugeschaltet war, behauptete vehement, das Video sei manipuliert. Er konnte bislang aber keinen Beleg für seine Aussage liefern. Noch am Dienstag postete er über Twitter einen Link mit dem angeblich nicht manipulierten Video. Darin ist die obszöne Geste klar zu sehen.

Gruß an Jauch

Nun erklärt Satiriker Böhmermann, er und sein Team von der Sendung "Neo Magazin Royale" seien für den hineinmontierten Mittelfinger verantwortlich: "Liebe Redaktion von Günther Jauch, Gianis Varoufakis hat unrecht. Ihr habt das Video nicht gefälscht. Ihr habt einfach nur das Video aus dem Zusammenhang gerissen und nen griechischen Politiker am Stinkefinger durchs Studio gezogen, damit sich Mutti und Vatti am Abend nach dem Tatort noch einmal schön aufregen können. Das habt ihr gemacht. Und der Rest ist von uns."

Ob das tatsächlich stimmt, bleibt auch nach Ansicht des zehnminütigen "Making-of-Stücks" offen. Aber sehen Sie selbst.


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» der Kommentar des Blogschreibers «
Auf jedenfall ist es doch schon einmal interessant festzustellen:
Wenn so ein Video auftaucht wird es ohne den geringsten Skrupel gezeigt, es entspricht ja der korrekten politischen Ausrichtung.
Stellt sich im Nachhinein raus, dass alles doch wohl nicht ganz der Wahrheit entspricht, dann wird angezweifelt, aber nicht etwa die Korrektheit des Videos sondern die die Aussage des Veröffentlichers.
Das ist die Masche der Hegemonie: Nicht ihre Täter ist schuldig und verabscheuenswürdig sondern der, der es der veröffentlicht. Siehe Julian Assange von Wikileaks, siehe Manning, siehe Snowden. Auf die wird Jagd gemacht, die Täter erhalten Orden.


Nachspiel zum Stinkefinger-Video
Varoufakis: "Das deutsche Volk verdient bessere Medien"
Schauen Sie hier