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Friday, February 3, 2017

Markus Lanz: Ranga Yogeshwar entlarvt Bildervergleich-Fake der Öffentlich-Rechtlichen

Thema: Qualitätsmedien

Markus Lanz:
Ausgerechnet Ranga Yogeshwar entlarvt Bildervergleich-Fake (Obama vs. Trump) der Öffentlich-Rechtlichen

Als Markus Lanz von „offenkundigen Lügen“ seitens des neuen Präsidenten Trump spricht und die Bilder seiner Vereidigung zeigt, klärt ausgerechnet der Trump-Kritiker Ranga Yogeshwar das Fake auf: Die Bilder wurden zu unterschiedlichen Uhrzeiten gemacht.

Als es bei Markus Lanz am 26.01.2017 um einen Vergleich der Zuschauerzahlen von Obamas und Trumps Vereidigung geht, spricht Markus Lanz von „offenkundigen Lügen“ seitens des neuen Präsidenten Trump. Gleichzeitig werden die Luftaufnahmen während der Sendung gezeigt, wie sie in den öffentlich-rechtlichen Medien verwendet wurden.

Ranga Yogeshwar, der ebenfalls eingeladen und als Trump-Kritiker gilt, wird nach seiner Meinung gefragt. Doch dann passiert offenbar das Gegenteil von dem, was Markus Lanz erwartet hat: Denn Ranga Yogeshwar greift korrigierend ein. Die Bilder seien nicht zur gleichen Zeit geschossen, wie Yogeshwar aufklärt und entlarvt damit die Fake-Nachricht der Öffentlich-Rechtlichen.

Luftaufnahmen (Obama vs. Trump) waren zu verschiedenen Zeiten

Die Luftaufnahme von Trumps Vereidigung sei 20 Minuten vor seinem Schwur geschossen worden, so Yogeshwar. Außerdem habe Obama viel besseres Wetter bei seiner ersten Vereidigung gehabt: „Das heißt, wenn man ein Bild zu früh macht und das vergleicht, dann ist das nicht fair. Deswegen plädiere ich dafür, wirklich mal genau die Uhrzeiten zu nehmen…“ (etwa 20 Minuten früher, sagt ein anderer Gast). Die Uhrzeit war roundabout 45 Minuten [früher]. Es war einfach zu früh, um es sauber zu vergleichen.

„Das ist das Thema mit dem Post-Faktischen“, so Max Otte dazu. „Es waren mehr Menschen, als auf dem leeren Bild bei der Vereidigung… Es waren mehr Menschen als dort gezeigt wurden, weil das später war. Also von daher ist das postfaktische gegen Trump ins Feld geführt worden. Von einem eigentlichen Qualitätsmedium…“

YouTube-Channel kommentiert dazu

Im Text unter dem YouTube-Video wird kommentiert: Es sei bezeichnend, dass jemand wie Ranga Yogeshwar, der bekannterweise kein Trump-Anhänger sei, „hier den Bildvergleich so differenziert beurteilt und damit den Fake entlarvt“.

Ranga Yogeshwar entlarvt Bildvergleich-Fake

Mit freundlicher Genehmigung von EpochTimes.de
Das ZDF hat die Anzeige des Videos auf der Seite von EpochTimes gesperrt.

Hier das Video, direkt von Youtube aus eingebettet



Veröffentlicht am 27.01.2017

Ausschnitt aus der Sendung 'Markus Lanz' vom 26.01.2017.
Spätestens seit der Vereidigung am 20.01.2017 läuft das Trump-Bashing in den deutschen Mainstream-Medien auf Hochtouren. Die einseitige Berichterstattung über den neuen US-Präsidenten ist m. E. z. T. schon peinlich. Ja, Trump ist umstritten, aber es wird m. E. nichts ausgelassen, um Trump schlechter und unbeliebter darzustellen als er tatsächlich ist. Auffallend ist z. B., dass fortlaufend und überall über die Straßenproteste gegen Trump berichtet wurde, aber m. W. war / ist nirgendwo in den Mainstream-Medien in Deutschland zu hören oder zu lesen, dass die Proteste z. T. vom Milliardär George Soros - einer der größten, wenn nicht der größte, Trump-Gegner - finanziert wurden. (Die New York Times berichtete darüber, und in Deutschland lediglich alternative Medien. Hier der Bericht der New York Times http://nytlive.nytimes.com/womeninthe...)
Den Vogel schoss dieser Tage m. E. die angeblich seriöse, unparteiische ARD-Tagesschau ab, die - neben vielen anderen - auf ihrer Facebook-Seite den bekannten Luftbildvergleich (Vereidigung von Barack Obama vs. Vereidigung Donald Trump) teilte, der dem Zuschauer suggerieren soll, wie beliebt Obama war und wie unbebeliebt hingegen Trump angeblich sein soll (siehe https://www.facebook.com/tagesschau/p...).
Als ich das Bild das erste Mal sah, dachte ich mir gleich, dass hier ein Luftbild von Trump’s Vereidigung zum Vergleich herangezogen wurde, das gemacht wurde, als noch nicht oder nicht mehr alle Gäste anwesend waren. Studiogast Ranga Yogeshwar (Wissenschaftsjournalist, Physiker und Moderator) bestätigt meine Einschätzung hier im Ausschnitt. Besser als er hätte ich es nicht ausführen können. Es ist jedenfalls erfrischend, dass jemand wie Yogeshwar - dem man nun wirklich nicht nachsagen kann, dass er Trump-Anhänger wäre - hier den Bildvergleich so differenziert beurteilt und damit den Fake entlarvt.
Den TV-Moderator und Gastgeber Markus Lanz hat er damit wohl im Regen stehen lassen, denn Lanz' Absicht war ja offenbar nicht, den Fake aufzuklären, sondern lediglich einmal mehr zu demonstrieren, wie unbeliebt Trump im Vergleich zu Obama angeblich ist. Das ist leider in die Hose gegangen, Herr Lanz! ^^
Die ganze Sendung vom 26.01. kann hier angesehen werden:
https://www.zdf.de/gesellschaft/marku...
Siehe auch: "Max Otte über Donald Trump" https://youtu.be/XIBOn7TAUng (Ausschnitt aus der selben Sendung)

Tags:

Donald Trump, Vereidigung, Amtsantritt, US-Präsident, Präsident, Markus Lanz, Ranga Yogeshwar, Max Otte, Fake News, Fake, Täuschung, postfaktisch, Bildvergleich, Luftbild, entlarvt, Mainstream-Medien, Medienkampagne, Stimmungsmache, Lückenpresse, Lügenpresse, Hetze, Medien, Manipulation, Medienmanipulation, Kritik, Fernsehkritik, Medienkritik FAIR USE

Es entstehen keinerlei wirtschaftliche Vorteile durch das Onlinestellen des Videos. Das Material ist unter der Rechtsdoktrin des anglo-amerikanischen Urheberrechts-Systems Fair Use (angemessene Verwendung) online gestellt worden. Das Video dient rein der öffentlichen Bildung und der Anregung geistiger Auseinandersetzung. Das Material ist rein zum Zwecke der Kritik, der Stellungnahme, der Berichterstattung, der Bildung und der Wissenschaft und stellt daher keine Urheberrechtsverletzung dar.

Kategorie Nachrichten & Politik
Lizenz Standard-YouTube-Lizenz

Friday, May 1, 2015

Sind “Putin-Trolle” die Schrecken der Kommentarspalten der westlichen "Wahrheitsmedien"?

Thema: Kriegspropaganda

RT-Deutsch
Putin-Trolle allerorten?
Wie deutsche Mainstream-Medien Kritik aus dem Weg gehen und westliche Geheimdienste das Internet manipulieren

Putin-Meme. Quelle: Internet
Deutsche Mainstream-Medien haben eine neue Lieblings-Verschwörungstheorie: Die Kritik an ihrer Arbeit stamme nicht von den eigenen Lesern, sondern sei das Ergebnis einer perfiden Kreml-Strategie. Mit einer Armee so genannter “Putin-Trolle” habe es Moskau auf die wertvollen Kommentarspalten deutscher Leitmedien abgesehen. Was dabei unerwähnt bleibt: Genau eine solche Strategie der Meinungsmanipulation verfolgen westliche Geheimdienste seit Jahren mit ausgefeilten Programmen. Auch Rufmord an kritischen Journalisten oder Aktivisten wird dabei gezielt eingesetzt.

Der Glaube an die eigene Unfehlbarkeit muss schon sehr groß sein, glaubt man den teils absurden Theorien, mit denen der deutsche mediale Mainstream versucht sich gegen Kritik an seiner eigenen Arbeit zu immunisieren. Ein besonders beliebtes Narrativ ist dabei die Mär der Horden von “Putin-Trollen”, die angeblich – na klar: in Chefsache vom Kreml – eingesetzt werden, um die Kommentarspalten der deutschsprachigen Leitmedien mit Desinformation und Propaganda (meint: Widerspruch) zu fluten. Nicht einmal den Chefredakteuren großer Redaktionshäuser, wie dem stellvertretenden Chefredakteur des ZDF, Elmar Theveßen oder auch Gero von Randow, dem Ex-Chefredakteur von Zeit Online, ebenso wie der FAZ-Mitherausgeber Günther Nonnenmacher ist es peinlich in der Öffentlichkeit mit derlei abenteuerlichen Geschichten hausieren zu gehen.

Auch lesen: Kritik an Mainstream-Medien wächst: Berichterstattung zum Germanwingsabsturz führt zu Beschwerderekord beim Presserat
In BILD, FAZ, Die Welt, Focus Online und weiteren Mainstream-Publikationen wurde jüngst eingängig über “Putins Trollfabrik”, “Cyberattacken” und “Kommentar-Armeen” fabuliert. In einer offensichtlich konzertierten Aktion des deutschen Kampagnen-Journalismus wurde Russland ein orchestriertes Vorgehen in Sachen Meinungsmache vorgeworfen. Auch durften angebliche “Ex-Trolle” auspacken, die ihr karges Online-Krieger-Leben in muffigen russischen Büroräumen, im Stile eines Sweatshops, fristen und, so das gängige Narrativ, mit kalter postsowjetischer Strenge unter Druck gesetzt wurden, die wertvollen Kommentarspalten deutschsprachiger “Qualitätsmedien” zu “zertrollen”. Geschichten die sich mittlerweile jedoch entweder als Fälschungen herausgestellt haben, oder ganz einfach falsch wiedergegeben wurden, wie im Falle der angeblichen Ex-Trollin Ljudmilla Sawtschuk, die in ihren Offenbarungen kein Sterbenswörtchen davon berichtet, dass die vermeintlich systemgefährdende Trollarbeit in deutscher Sprache stattfindet. Auch sind die angeblichen Verbindungen zu offiziellen russischen Behördern oder gar der Regierung allenfalls wage erleutert und bleiben im Bereich der reinen Spekulation.

Eine viel logischere Erklärung für die seit einem Jahr nicht mehr weg zu diskutierende Flut ablehnender Kommentare im deutschen Medienmainstream scheint den Zeitungsmachern nicht in den Sinn zu kommen: Vielleicht fußt die Reaktion der Leser ganz einfach darauf, dass ein Großteil der im deutschen Mainstream veröffentlichten Artikel, selbst für politische Einsteiger, eine ganz klar erkennbare transatlantische und neoliberale Färbung hat? Vielleicht fühlen sich die Leser ganz einfach deshalb belogen, weil sie belogen werden? Vielleicht lehnt es die Mehrheit der Leserschaft ganz einfach ab, sich für plumpe Feindbildpropaganda und Anti-Russland-Hetze einspannen zu lassen? Vielleicht sind die Medienkonsumenten vielen Medienmachern längst überlegen in Sachen Reflexionsvermögen und Abstraktionsfähigkeit? All das kann offenbar nicht sein. Dann doch lieber die Putin-Trolle.

Was teilweise amüsant bis lächerlich klingen mag, hat einen ernsten Hintergrund. Denn tatsächlich ist Meinungsmanipulation im Internet gang und gäbe. Im großen Stil zweifelsfrei belegt allerdings erst auf Seiten der NATO-Staaten. Bereits 2011 wurde aufgedeckt, dass die USA eine Spezialeinheit unterhalten, um die Meinungsbildung im Internet zu manipulieren. Auch Großbritannien ist mit der “Joint Threat Research Intelligence Group” des britisches Geheimdienstes GCHQ dabei. In einem als geheim eingestuften Papier heißt es, Ziel der Operation sei es:
    “Internet-Techniken zu benutzen, damit etwas in der realen oder der Cyber-Welt geschieht.”
Zu den angewandten Taktiken gehöre die Umsteuerung von Online-Diskussionen nach gewünschtem Muster, aber auch die Verbreitung falscher Informationen, um Reputation und Ruf der Zielpersonen zu zerstören. Die Informationen stammen aus geleakten Dokumenten von Edward Snowden und wurden auf der Enthüllungsplattform “The Intercept” des britischen Journalisten und Snowden-Vertrauen Glenn Greenwald veröffentlicht.

Obwohl auch der sonst viel gescholtene deutsche Mainstream – in Teilen – offen über diese Praktiken berichtete, blieb die Kritik, oder gar eine gesellschaftliche Empörung über derartige demokratiefeindliche geheimdienstliche Umtriebe aus.

Jörg Wellbrock widmet sich in einem aktuellen Beitrag auf dem Blog “Der Spiegelfechter” ebenfalls der Thematik der gezielten Zersetzung von politischen Bewegungen und dem willentlichen Rufmord an kritischen Journalisten und Aktivisten. Ob ein Zusammenhang zwischen den von Wellbrock aufgedeckten so genannten “Watch”-Seiten auf Facebook und den Programmen der GCHQ und anderen westlichen Geheimdiensten besteht, muss noch untersucht werden.
Quelle: RT-Deutsch


» der Kommentar des Blogschreibers «
Sind es tatsächlich "Putintrolle", die die Nachrichtenredaktionen zu solchen Maßnahmen veranlassen:
Liebe Leserin, lieber Leser, bei t-online.de können Sie die meisten Artikel kommentieren. Einige Themen sind allerdings nicht kommentierbar. Warum das so ist, erfahren Sie in einer Stellungnahme der Chefredaktion. Weitere Hinweise finden Sie in unserer Netiquette. Wir danken für Ihr Verständnis.

Aber was haben "Putintrolle" mit so einem Artikel bei t-online.de zu tun?
Zeugin aufgetaucht
Mary Jane Veloso entgeht in letzter Sekunde der Hinrichtung

29.04.2015, 08:57 Uhr | Christoph Sydow, Spiegel Online

Auch darunter steht der magische Satz mit der Netiquette.
Ist vielleicht doch der wahre Grund die wachsende Zahl der Leser, die sich die einseitige, manipulative Berichterstattung nicht mehr gefallen lassen?



Friday, April 3, 2015

Der Absturz des Journalismus der westlichen Wertegemeinschaft und des Fluges Germanwings 4U9525

Thema: Germanwings
Der Absturz von Germanwings-Flug 4U9525:
Was steht hinter der Rufmord-Kampagne der Mainstream-Medien?

Ernst Wolff, 31.März 2015

Am Dienstag, den 24. März, stürzte ein Airbus der Fluglinie Germanwings über den französischen Alpen ab. Nur 48 Stunden später gab die Staatsanwaltschaft Marseille eine Pressekonferenz zu dem Unglück. Vor Kamerateams aus aller Welt behauptete der leitende Staatsanwalt Robin, es sehe so aus, „als ob der Kopilot das Flugzeug vorsätzlich zum Absturz gebracht und so zerstört hat."

Es ist allgemein bekannt, dass es Monate oder Jahre dauert, bis nach einem Flugunfall gesicherte Erkenntnisse über die Absturzursache vorliegen. Dennoch wurde Robins voreilige und allen juristischen Prinzipien zuwiderlaufende Schuldzuweisung umgehend von den Mainstream-Medien aufgegriffen, um eine der größten Rufmord-Kampagnen in der Geschichte der Informationsindustrie zu entfachen.

Binnen Stunden wurden der vollständige Name des betroffenen Kopiloten genannt und private Fotos von ihm verbreitet. Seine beiden Wohnorte wurden bekanntgegeben und im Bild gezeigt, sein Elternhaus von einer Heerschar von Sensationsjournalisten aus dem In- und Ausland belagert, der Bruder von der Polizei vor laufenden Kameras abgeführt. Verwandte, Nachbarn, Schulkameraden und Freunde wurden mit Fragen bombardiert, die alle eines gemeinsam hatten: Sie gingen von der bereits erwiesenen Schuld des Betroffenen aus.

Sowohl die Aussagen von Staatsanwalt Robin als auch die anschließende Kampagne der Mainstream-Medien stehen in eklatantem Widerspruch zu den elementarsten Grundsätzen des Journalismus und unseres Rechtssystems. Eines der Fundamente der Rechtsstaatlichkeit ist die Unschuldsvermutung. In Artikel 11, Absatz 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 heißt es:
    „Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“
Dass diese Unschuldsvermutung in der vergangenen Woche von den Mainstream-Medien (und auch einem Teil einer angeblich kritischen Presse) vollständig außer Kraft gesetzt wurde, wirft nicht nur ein bezeichnendes Licht auf den moralischen Zustand unserer Gesellschaft. Dass ein Verstorbener, der sich nicht mehr wehren kann, medial posthum moralisch vernichtet und seine Familie zur Generalverurteilung in den Fokus der Öffentlichkeit gezerrt wird, sollte aber auch zum Anlass genommen werden, folgende Fragen zu stellen: Welche Interessen verbergen sich hinter dieser gezielten Rufmordkampagne? Wem nützt sie?

Schon ein flüchtiger Blick auf die Luftfahrtindustrie zeigt, dass sie sich seit längerem in erheblichen Schwierigkeiten befindet. Fusionen, Pleiten, Übernahmen und Neugründungen von Billig-Airlines und ein unerbittlicher internationaler Preiskampf haben die Entwicklung der vergangenen Jahre ebenso bestimmt wie flächendeckende Streiks, Lohnsenkungen und Entlassungen des Stammpersonals bei gleichzeitiger Einstellung von Leiharbeitern.

Dazu befindet sich die Führungsebene im internationalen Fluggeschäft wegen der dubiosen Begleitumstände mehrerer Luftfahrtkatastrophen der jüngeren Vergangenheit in immer größerer Erklärungsnot. Auch die Umstände des Absturzes der Germanwings-Maschine - die Weigerung mehrerer Crews, den Dienst nach dem Absturz der Unglücksmaschine anzutreten, der desolate Zustand des Voice-Recorders und die Tatsache, dass die Blackbox bisher nicht aufgefunden wurde - sind nicht gerade dazu angetan, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Um die Hintergründe dieser Entwicklung zu verstehen, ist es hilfreich, einen kurzen Blick auf die Geschichte der Lufthansa (der Muttergesellschaft der Germanwings) zu werfen: Das 1926 gegründete Unternehmen war vierzig Jahre lang ausschließlich in staatlichem Besitz. 1966 ging es an die Börse. Im Zuge der Privatisierungswelle Anfang der Neunziger Jahre reduzierte der deutsche Staat seinen Anteil an den Aktien von über 50 % auf 34 %, 1997 erfolgte die vollständige Privatisierung. Das heißt im Klartext: Seit 1997 liegt die Finanzierung der Lufthansa in den Händen privater und an ihrem Gewinn interessierter Investoren.

Da der durch die Deregulierung der Finanzwirtschaft ermöglichte und für Investoren hochlukrative Bereich der reinen Finanzprodukte (Derivate) seit der Mitte der Neunziger Jahre förmlich explodiert ist, befindet sich die Realwirtschaft, zu der auch die Luftfahrtindustrie gehört, seitdem in einem immer schärferen Konkurrenzkampf um Renditen und Profite.

Um in diesem Kampf bestehen zu können, wurde das Billigfliegergeschäft in den Neunzigern erheblich ausgeweitet und auch von den großen Fluggesellschaften übernommen. Flogen 1994 nur 3 Mio. Passagiere mit Billigfliegern, waren es 1999 bereits 17,5 Mio. 2002 wurde das Lufthansa-Tochterunternehmen Germanwings gegründet. 2013 bewältigte es mit nur wenig mehr als 2.000 Mitarbeitern bereits ein Fluggastaufkommen von 13 Mio. Passagieren.

Billigfluggesellschaften zahlen ihren Mitarbeitern, die entweder nicht oder nur zu einem geringen Prozentsatz gewerkschaftlich organisiert sind, bei härteren Arbeitsbedingungen schlechtere Löhne und greifen häufig auf (zum Teil von ihnen selbst mitbetriebene) Leiharbeitsfirmen zurück. Zudem üben sie wegen der direkten Konkurrenz einen erheblichen Druck auf die Mitarbeiter der verbliebenen konventionellen Fluglinien aus.

Hinzu kommen zwei weitere Faktoren, die die Entwicklung der internationalen Luftfahrt in den vergangenen Jahren entscheidend geprägt haben: Die Krise von 2007 / 2008 hat nicht etwa zu einer Eingrenzung, sondern zur Ausweitung der Derivatewirtschaft geführt. Die den Banken in den USA, Japan und der Eurozone fast zum Nullzinssatz zur Verfügung gestellten Billionenbeträge sind fast ausschließlich zur Spekulation benutzt worden und haben den Druck auf die Investoren in der Realwirtschaft noch weiter erhöht.

Der zweite Faktor ist der seit einigen Jahren tobende Wettbewerb der klassischen Luftfahrtindustrie mit neuen, nur wenige Jahre alten Konkurrenzairlines aus dem Nahen Osten, die samt und sonders von den erheblich niedrigeren Treibstoffkosten ihrer ölreichen Länder profitieren.

Da unter diesen erschwerten Geschäftsbedingungen die normalerweise fällige Erhöhung der Flugpreise wegen der nachlassenden Kaufkraft der Zielgruppe der Billigreisenden (sie sind am stärksten vom Absinken der Reallöhne und der Ausweitung des Billiglohnsektors betroffen) nicht möglich war, blieb den Airlines angesichts des Pochens der Investoren auf hoher Rendite nur die kontinuierliche Senkung ihrer Kosten. Sie hat bei allen Luftfahrtunternehmen eine höchst gefährliche Spirale in Gang gesetzt und zur fortschreitenden Verschlechterung der Sicherheitssituation für die Fluggäste geführt.

Um genau diesen Missstand zu verschleiern und somit von den wahren Ursachen der Misere der Branche abzulenken, beeilt sich die Luftfahrtindustrie nach jedem Unglück, den Fokus der Öffentlichkeit so schnell wie möglich auf Faktoren wie „menschliches Versagen“ zu richten. Bereits beim bis heute nicht erklärten Verschwinden des Fluges 370 der Air Malaysia wurden verschiedenste Spekulationen über einen möglichen Selbstmord des Piloten verbreitet. Diesmal sind es die angeblichen und bisher nicht bewiesenen psychischen Probleme eines Kopiloten, die der Öffentlichkeit als Ursache der Katastrophe präsentiert werden.

Dass die Mainstream-Medien die Luftfahrtindustrie dabei rückhaltlos und unter Missachtung aller journalistischen Grundsätze unterstützen, liegt daran, dass sich die Informationsindustrie als ein Teil der Realwirtschaft in einem ähnlichen Kampf wie die Luftfahrtindustrie befindet. Auch hier verlangen die Investoren, dass jede Möglichkeit, die Rendite zu erhöhen, ergriffen wird.

Sowohl der Absturz der Germanwings-Maschine – mit dem Hintergrund der billigenden Inkaufnahme geringerer Sicherheitsstandards zur Kostensenkung – als auch die anschließende Kampagne der Mainstream-Medien - die moralische Vernichtung von Toten und ihren Angehörigen – zeigen, welche verheerenden Auswirkungen die inzwischen allumfassende Beherrschung der Weltwirtschaft durch den Finanzsektor auf sämtliche Bereiche unserer Gesellschaft hat.
Quelle: www.antikrieg.com

Lesen Sie bitte auch den Brief des Andy Neumann,
Vorsitzender Bund Deutscher Kriminalbeamter,
Verband Bundeskriminalamt
an Kai Diekmann, Chefredakteuer der BILD-"Zeitung" und Transatlantiker
https://www.facebook.com/andy.neumannbdk/posts/365579283645410