Thema:
Abzocke
Gebühr fürs Abheben!
Sparkassen kassieren eigene Kunden am Automaten ab
Es galt immer als eiserne Regel: Kunden der Bank heben ihr Geld am Automaten kostenlos ab. Die Zeiten scheinen vorbei - dutzende Sparkassen erheben bereits bis zu einem Euro Gebühr.
Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, würden insgesamt 43 von 400 Sparkassen bereits abkassieren. Während 20 schon bei der ersten Abhebung Geld verlangen, werden bei den anderen 23 Kassen erst Gebühren fällig, wenn man sich schon zwei bis fünf mal im Monat am Geldautomat bedient hat. Dies fand das Internetfinanzportal biallo.de heraus.
Gebühren oder höherer Monatspauschalpreis
Die betroffenen Kunden dieser Sparkassen könnten zwar den Gebühren entgehen, indem sie auf ein anderes Kontomodell wechselten, sagte Portalbetreiber Horst Biallo der F.A.Z. Dafür würde dann aber ein höherer Monatspauschalpreis fällig.
Sparkasse streitet ab
Kurios ist, dass die Sparkasse die Informationen der F.A.Z. und die Erhebungen von biallo.de abstreitet. "Das Abheben an einem der rund 25.000 Sparkassen-Geldautomaten ist für Kunden der Sparkassen natürlich nach wie vor kostenlos", schreibt die Bank über den Nachrichtendienst Twitter. "Je nach Kontomodell können bei einzelnen Spk. Entgelte bei Überschreitung einer best. Anzahl an Buchungsvorgängen entstehen." Zumindest für die Mehrheit der Sparkassen sind diese Aussagen korrekt.
Alternative Einnahmequellen
Experten vermuten, dass dieses Modell Schule macht und dass flächendeckend Gebühren erhoben werden. Grund dafür ist auch die Niedrigzinsphase. So müssen sich Banken alternative Einnahmequellen erschließen.
Auch Überweisungen werden Geld kosten
Außerdem haben Sparkassen und auch andere Banken in den letzten Jahren die Gebühren für Giro-Konten immer wieder erhöht. Der nächste Schritt ist offenbar, auch Geld für das Abheben am Schalter zu verlangen, berichtet die F.A.Z.
Gebühren für Überweisungen?
Auch Überweisungen könnten künftig kosten. "Bei den Filialbanken wird es eine monatliche Gebühr geben. Buchungen wie beispielsweise Überweisungen, Bargeldversorgung oder Daueraufträge werden etwas kosten", sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung bild.de.
Alternative Zahlungs- und Währungsmodelle
Auch wenn die Sparkassen lange beteuerten, dass das Geldabheben kostenlos ist und bleibe, müssen sich wohl allmählich alle Kunden auf zukünftige Kosten einstellen und Bankbesuche dementsprechend planen. Dies bedeutet wahrscheinlich auch, dass der bargeldlose Zahlungsverkehr und alternative Währungsmodelle wie Bitcoin einen weiteren Schub bekommen.
Quelle: T-Online.de
Kommentare
angehoeriger
Mir hat vor 25 Jahren mal jemand gesagt, Banken und Versicherungen sind die größten Verbrecher. Der schlaue Mensch hat Recht gehabt.
bm2312
Was ist aus dem Einsparpotential geworden?? Filialen und Personal wurden abgebaut.. Man soll über die Automaten Kosten einsparen, was ist aus dem Eingesparten Geld der Sparkasse geworden??? Sind wohl in den Manager Gehältern aufgegangen...! Alternativ muss das Lohnbüro (Lohntüte) wieder eingeführt werden, sonst ist der Kunde den Monopolisten der Bank ausgeliefert... Monopole in der Demokratie ist verboten.. Also Politik tut was!
Matzi
Wo bleibt das Verursacherprinzip? Oder kennt jemand Bankkunden, die an der Null-Zins-Politik oder Bankencrashs schuld sind und somit in die Pflicht genommen werden müssen?
Abraham
Braucht eigentlich überhaupt irgendein Lohn- bzw. Gehaltsempfänger eine Bank? Selbst die Renten wurden früher durch die Post in bar ausgezahlt. Rundfunkgebühren wurden vom Postboten bar kassiert. Wasser und Müllgebühren hat man bei der Stadtkasse bar bezahlt und ansonsten gab es zwei oder drei Überweisungen. Die hat die Bank kostenlos durchgeführt, weil sie Kunden werben wollte. Kurz: goldene Zeiten. Wenn dieser Zustand wenigstens teilweise wieder hergestellt wird, kommen selbst Banken zur Besinnung, eröffnen wieder ihre geschlosssenen Filialen und beschäftigen richtige Menschen und keine Automaten.