Kurioses

unter dem Oberbegriff:
NICHT VON DIESER WELT

Wehrhaft. Immer wieder werden Senioren Opfer von Enkeltricks. Sie könnten sich ja nicht wehren. Dass das nicht stimmt, musste nun ein Student (22) erfahren. Er war auf dem Weg zu Freunden in Bad Arolsen. Auf der Fahrt stellt er fest: Geld vergessen. Omi, so seine Idee, sollte aushelfen. Sie ging zwar ans Telefon, legte aber immer wieder auf. Also fuhr er zu ihr und klingelte. Keine Reaktion. Er bollerte gegen die Tür siehe da: Die Tür ging auf! Kurz blitzte das Gesicht der 82-jährigen auf, dann ein Schmerz! Omi hatte dem vermeintlichen Trickbetrüger mit e|nem Schuhspanner zackig auf den Kopf gehauen. Der Enkel rannte in eine Klinik, wo die Platzwunde versorgt wurde. Omi fühlte sich als Heldin doch dann stand ihr Enkel mit dem Kopfverbahd vor der Tür.

Quelle: WP 14.11.2017

Einbruch ohne Absicht
Diese Woche konnte man schon durcheinanderkommen mit den Feiertagen. Da war der Reformatlonstag. der ausnahmsweise überall ein Feiertag war. Dann folgte Allerhelligen. ein Feiertag in ausgewählten Bundesländem, Auch zwei 28 und 42 Jahre alten Männer in Stuttgart war entfallen, dass der 1. November in ihrem Baden-Württemberg ein Feiertag war. Sie wollten unabhängig voneinander in den geschlossenen Supermarkt und kamen auch hinein. Grund: Die Eingangstür war defekt. Seelenruhig bedienten sich. Erst an der Kasse wunderten sie sich, dass es kein Personal gab. Als der Einbruchsalarm losging, riefen sie die Polizei an. Bevor die eintraf, räumten sie brav alles wieder in die Regale.

Quelle: Westfalenpost 3.11.2017

GoIdstückeManche Eltern sind so berauscht von ihrem Baby, dass sie jede Hinterlassenschaft des Nachwuchses goldig finden. In einer Babywindel haben die Beamten am Frankfurter Flughafen nun tatsächlich Gold entdeckt. Eine 23-jährige hielt die Windel für einen todsicheren Ort, um Goldschmuck am Zoll vorbeizuschmuggeln. Die Frau war aus der Türkei eingereist und hatte angegeben, nur Zigaretten und zwei kleine goldene Anhängermünzen zu verzollen zu haben. Doch die Beamten stießen in der Handtasche der Frau auf die verdächtige Windel. Weil sich der lnhalt ungewöhnlich hart anfühlte, kam ihnen der Verdacht einer Zweckentfremdung. Tatsächlich: ln der Windel lag Goldschmuck im Wert von mehr als 1.700 Euro.

Quelle: Westfalenpost 14.10.2017

Angler erstickt beinahe an lebendigem Fisch
Bournemouth. Mit Essen spielt man nicht mit lebendigem erst recht nicht. Diese Lektion“ wird ein englischer Angler so schnell nicht vergessen: Der Mann aus der Grafschaft Dorset ist beinahe an einem iidelen Fisch erstickt. Das teilte der Rettungsdienst South Western Ambulance mit. Demnach soll der 28-Iäh"rige eine etwa 14 Zentimeter lange Seezunge aus Spaß über seinen geöffneten Mund gehalten haben, nachdem er sie gefangen hatte. Das Tier habe sich jedoch freige$zappelt und sei direkt in seinen Hals gefallen. Dort habe es die Luftröhre blockiert. Trotz Erste-Hilfe-Maßnahmen erlitt der Mann einen Herzstillstand. Herbeigerufene Rettungskräfte konnten den Mann aber wiederbeleben und den Fisch herausziehen. Er habe keine bleibenden Schäden erlitten. Der Vorfall soll sich bereits am 5. Oktober ereignet haben, wurde aber'erst jetzt bekannt. dpa

Quelle: Westfalenpost 14.10.2017

Limonadenstrafe. Eine saftige Strafe über 150 Pfund (knapp 170 Euro) hat eine fünfjährige Britin von Beamten aufgebrummt bekommen. Was hatte das Kind getan? Nach Angaben seines Vaters Andre Spicer hatte seine Tochter einen kleinen Limonadenstand errichtet, als Musikfans im Osten Londons auf dem Weg zum Lovebox Festival waren. Wer wollte, konnte für 50 Pence seinen Durst bei der Füntjährigen löschen, erzählt Spicer der BBC. Doch das Glück währte nicht lange. Gleich vier Beamte hätten bald darauf die Straße gequert, Fotos gemacht und dem Kind erklärt, dass es nicht über die nötige Lizenz verfüge und eine entsprechende Geldbuße verhängt. Mittlerweile hat sich die VenNaltung entschuldigt und die Strafe aufgehoben.

Quelle: Westfalenpost 22.07.2017

Hamstermagnet."Was ist bloß mit dem Hamster los?" Diese Frage stellte sich ein junges Mädchen in England. Tagelang saß ihr kleines Haustier regungslos in seinem Käfig. Als letzte Hoffnung brachte sie den Nager zur Tierärztin, die von dem Fall auf Twitter berichtet.
Aber kaum in der Praxis angekommen, bewegte sich der Hamster. Was war also los? Das Mädchen erzählte der Tierärzftin, dass der Hamster wenige Tage zuvor aus seinem Käfig ausgebrochen war und sich unter dem Kühlschrank versteckt hatte. Die Ärztin sah sich das Tier daraufhin noch einmal genauer an -und fand auch etwas. Der Hamster hatte in einer Backentasche einen Kühlschrankmagneten. Des Rätsels Lösung: Der Magnet hatte den Hamster in seinem Käfig festgehalten.

Quelle: Westfalenpost 21.07.2017

Biergepäck. Auf einem australischen Inlandsflug hat ein Passagier als einziges Gepäckstück eine Bierdose aufgegeben. Er landete damit einen Internet-Hit. Was als Scherz begonnen hatte, sei vom Bodenpersonal und den Gepäckabfertigem sehr ernst genommen worden, berichtete das australische Nachrichten portal news.com.au. Der Eigentümer der Bierdose, Dean Stinson, habe eigentlich nicht erwartet, dass die Dose am Ende wieder herauskommt. Die Dose war jedoch als Erstes auf dem Kofferband bei der Ankunft in Perth. Bei Facebook hielt Stinson dies in einem Video mit dem Untertitel „Sie hat es geschafft“ fest - es wurde bis Donnerstag Tausende Male aufgerufen. Zusätzlich postete er ein Foto des Biers der Marke Gepäck-Banderole.

Quelle: Westfalenpost 14.07.2017



Exoten im Paragraphen-Dschungel

Wussten Sie, dass sie auf Helgoland nicht Rad fahren dürfen und in Hessen immer noch die Todesstrafe in der Verfassung steht? Deutsche Gesetze, die aus der Zeit gefallen sind und doch unser Leben betreffen.


Hagen. Pssst, können Sie es für sich behalten? In den hübschen Vororten an Rhein und Ruhr wohnen Rechtsbrecher massenweise. Ihre No-Go-Areas grenzen direkt an die schmucken Vorgärten. Die Tatorte sind unsichtbar. Verschlossene Garagentore verhindern die Aufdeckung der Delikte. Aber unter klarem Verstoß gegen den Paragrafen 51, Absatz 8 der Landesbauordnung parken hier oft keine Autos oder Motorräder, sondem Rasenmäher. Es laufen dort keine Sechszylinder warm, sondern die Bohrmaschine der Hobbywerkbank.

Garagen, so die srikte Auflage des Gesetzgebers dürfen nicht zweckentfremdet werden". Erinnern wir uns an den Riesenkrach, den 2011 eine Langenfelder Familie auslöste. Sie wollte statt der 120 PS ihres Fahrzeugs nur eine Pferdestärke in die Garage stellen - die ihres Pferdes. Stall statt Stellplatz.

Deutschland ist zum Glück ordentlich, loben viele. Alles sei hier sicher, sauber und in sinnvollen Gesetzen geregelt. Ist das so? Was man verschweig: Nicht selten überschüttet Vater Staat seine Kinder mit nicht sinnvollen, nicht verständlichen, nicht durchsetzbaren, abwegigen oder aus der Zeit gefallenen Rechtsformeln. Sie finden im Paragrafen-Dschungel ihr Biotop.

Sonst hätte Rene Neumeister keinen Spaß. Der Strafrechts-Anwalt aus Greifswald sammelt juristische Slapsticks und Kuriositäten wie andere Segelschiffsmodelle. Er macht das seit 20 Jahren. Damals im Studium, sagt er, waren ihm die Fälle in seiner Lerngruppe nicht immer als die kurzweiligsten erschienen. "Ich hab dann versucht, mal eine heitere Komponente reinzubringen" - wie die in gleich vier Paragrafen niedergelegten Regeln, nach denen zum Nachbam abgeschwenkte Bienenvölker einzufangen sind (siehe unten). Oder die Story vom Bundessteuerblatt, das klarstellt, dass der Tod eines Bürgers nicht einen Anspruch auf "dauernde Berufsuntähigkeit" begründet. Es sind Treffer mit Langzeitwirkung. Die damaligen Studien- und heutigen Anwalts. Kollegen fragen, ob er nicht bald ein Buch schreibe, zum Beispiel über das Seilbahngesetz im hoffnungslos platten Mecklenburg-Vorpommern. Dabei weiß auch Neumeister: Es ist nicht alles zum Schmunzeln, was der Gesetzgeber über die Jahrzehnte an Abstrusem produziert. Es gibt die ernste Seite der Abwegigkeit zu langlebige Gesetze oder moralisch untragbare, nicht selten stammen sie aus dunklen Tagen.

Was ist in Hessens Landesparlament gefahren, in der Landesverfassung bis heute an der Todesstrafe fur Mörder festzuhalten - obwohl das übergeordnete Grundgesetz sie doch ausdrücklich für abgeschaft erklärt? Der Fortschritt der Gesetzgebung ist eine Schnecke.

Wir schreiben das Jahr 1975.
Es gibt längst Farbfernsehen. der Mensch war auf dem Mond. und im alten Bundesgebiet regiert Helmut Schmidt. Doch ein Blick ins Familienrecht zeigt, im Gesetz steht:
In einer Ehe ist die Frau verpflichtet, "den Haushalt zu führen". Ohne Zustimmung ihres Mannes darf sie keinen Arbeitsvertrag unterschreiben. Arbeiten darf sie nur, wenn sie "ihre häuslichen Pflichten nicht vernachlässigt". Verlässt sie den Mann, vielleicht weil er sie schlägt, ist das Verlassen "Böswilligkeit" und schließt bei einer Scheidung jeden Unterhalt aus. Endlich, 1977, kippt der Bundestag die überkommenen Paragrafen aus Kaisers Ärä. Die Vergewaltigung in der Ehe wird noch weitere 20 Jahre - bis zu ihrer Aufnahme in den Straftaten-Katalog - ungeahndet bleiben.
Selbst Juristen fällt es schwer, im Gesetzesdschungel die Übersicht zu behalten. Vor wenigen Jahren zählte der Verband der Städtestatistiker 55.555 "Einzelnormen" darunter sind 1817 Bundesgesetze, 2728 Rechtserordnungen und 14.689 einzelne Vorschriften. Es gibt etwa 11.000 "Informationspflichten" der Winschaft gegenüber dem Staat, was im Einzelfall schon mal bedeutet hat, dass der Inhaber eines Museums lebender Insekten die Zahl jährlich geborener Fliegen-Babys übermitteln musste.

Und unsere Parlamentarier bleiben fleißig: Bundesweit kommen pro Wahlperiode rund 280 Gesetze dazu, Länder und die EU sind ähnlich produktiv. Im Extremfall wird in den Papieren geregelt, dass Arbeitnehmern in Büros 1,5 Quadratmeter Platz zusteht, Hunden zum Leben aber acht. Was ist, wenn ein Landesbediensteter in Nordrhein-Westfalen stirbt? Seine Dienstreise sei als zu Ende gegangen zu betrachten, besagen die einschlägigen Vorschriften. Der Tod ist offenbar ein extrem kniffliger Rechtsfall.

Klassiker aus aller Welt könnten in einem Buch Aufnahme finden, würde Ren6 Neumeister es schreiben. Amerika tut sich hervor. Im amerikanischen Miami dürfen sich Männer nur mit gegürtetem Morgenmantel in der Öffentlichkeit zeigen. Und der Ort Topsail Beach verbietet es Hurikanen strikt, die Stadtgrenzen zu überschreiten.

Besonders die deutsche SIVO ist ein fruchtbarer Fundus. Dort regelt der Paragraf 50, dass auf Helgoland das Radfahren verboten ist (man fürchtete um 1970 zu viele Rad-Unfälle). Die Nummer 27 Absatz 6 untersagt, dass eine Gruppe Wanderer nicht im Gleichschritt über eine Brücke marschieren darf - aus Sorge um die Stabilität des Bauwerks.
Und wie wird derjenige bestraft, der eine Atombombe zündet? Das Strafgesetzbuch ist da im Paragrafen 328 Absatz 2 ja ungewöhnlich mild, gemessen an den Folgen für die Erdpopulation:
"Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht."

Zwischen schierem Entsetzen und breitem Schmunzeln mischt sich bei dem fachlich versierten Gesetzessammler aber auch Unverständnis.

"Kennen Sie die Schnullerkettenverordnung"? fragt der Anwalt aus Greifswald.
Die ist in der Brüsseler Gesetzesküche gegart worden - und gibt auf 52 engbedruckten Seiten EU-weit vor, wie so ein Baby-Spielzeug auszusehen hat.
"Völliger lrrsinn, muss alles bis ins Ietzte Detail geregelt werden?
Die zehn Gebote haben auch nur 278 Wörter."

Quelle: Westfalenpost 17.06.2017 | Leben & Familie

Die gemeine Biene vor dem Gesetz


Gleich vier Paragrafen widmen sich den summenden Schwärmen
Was das Bürgerliche Gesetzbuch zum Bienenfangen sagt:

§ 961 Eigentumsvertust bei Bienenschwärmen
Zieht ein Bienenschwarm aus, so wird er herrenlos, wenn nicht der Eigentünier ihn unverzüglich verfolgt oder wenn der Eigentümer die Verfolgung aufgibt.

§ 962 Verfolgungsrecht des Eigentümers
Der Eigentümer des Bienenschwarms darf bei der Verfolgung fremde Grundstücke betreten. Ist der Schwarm in eine fremde, nicht besetzte Bienenwohnung eingezogen, darf der Eigentümer des Schwarnes zum Zwecke des Einfangens die Wohnung öffnen, die Waben herausnehmen oder herausbrechen. Er hat den entstehenden Schaden zu ersetzen.

§ 963 Vereinigung von Bienenschwärmen
Vereinigen sich ausgezogene Bienenschwärme mehrerer Eigentümer, sowerden die Eigentümer,welche die Schwärme verfolgt haben, Miteigentümer des eingefangenen Schwarms; die Anteile richten sich nach der Zahl der verfolgen Schwärme.

§ 964 Vermischung von Bienenschwärmen
Ist ein Bienenschwarm in eine fremde besetzte Bienenwohnung eingezogen, erstrecken sich das Eigentum und sonstige Rechte an den Bienen, mit denen die Wohnung besetzt war auf den eingezogenen Schwarm. Eigentum und sonstige Rechte an dem eingezogenen Schwarm erlöschen.

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