Mittwoch, 12. September 2018

Anne Will - 09.09.2018 - Wer nicht widerspricht, wird Spender? - Neue Debatte um Organspende


Sendung am 9. September 2018 | 21:45 Uhr
Wer nicht widerspricht, wird Spender? - Neue Debatte um Organspende

Fotos: Screenshots
    die Gäste im Studio

  • Ivan Klasnic
    Ex-Fußballprofi, der mit einer Spenderniere lebt
  • Wolfgang Huber
    Theologe
  • Eckart von Hirschhausen
    Arzt, Kabarettist und Autor
  • Anita Wolf
    Gab Organe ihres Mannes zur Spende frei
  • Karl Lauterbach (SPD)
    Stellvertretender Fraktionsvorsitzender
  • Alexandra Manzei
    Gesundheitssoziologin

Der Gesundheitsminister wirbt für eine Neuregelung der Organspende: Jeder Deutsche soll Spender sein – wenn er nicht ausdrücklich widerspricht. In Deutschland warten rund 10.000 Menschen auf ein Spenderorgan, die Zahl der Spender lag 2017 aber bei nur rund 800 – der niedrigste Stand seit 20 Jahren. Kann die Widerspruchslösung die Spendenbereitschaft der Deutschen erhöhen? Inwieweit greift der Staat mit dieser Regelung in die Persönlichkeitsrechte seiner Bürger ein? Und was muss sich grundlegend am Organspende-System ändern?

Link zur Sendungsseite: (hier)
Link zum Anne-Will-Blog: (hier)

Pressestimmen

BILD.de
ORGANSPENDE-APPELL BEI „ANNE WILL“
Will spielt das Video einer Patientin ein, die seit drei Jahren auf eine Organspende wartet: „Länger als ein Jahr halte ich es nicht mehr aus.“ Sie liegt gefesselt an Schläuche und wartet Jahr für Jahr.

Die Welt
"Anne Will" Debatte zu Chemnitz
Eckart von Hirschhausen zieht das Thema Organspende ins Lächerliche
Die eigenen Organe mit ins Grab nehmen oder spenden? Das war die Frage bei Anne Will. In einem Punkt herrschte Einigkeit: bessere Aufklärung. Als ein Gast das macht, werden die anderen aber unruhig.

Focus.de
„Finde ich geschmacklos“: Hirschhausen bringt Ex-Krankenschwester auf die Palme
Die Meinung von Mediziner und Comedian Eckart von Hirschhausen zum Thema Organspende stieß bei „Anne Will“ besonders der ehemaligen Intensivkrankenschwester Alexandra Manzei negativ auf. Sie störte sich nicht nur an Hirschhausens Pro-Organspende-Argumenten, sondern vor allem an seiner Ausdrucksweise. Die sei laut Manzei „geschmacklos“.

Kommentare

Seite 145
Westcoast schrieb am 10.09.2018 13:39 Uhr:
Ich stelle mir gerade vor, dass meine Niere auf verschlungenen Pfaden bei Putin, Assad oder Gysi landet. Keine schöne Vorstellung.
Grüsse Westcoast

    Robert Kroiß versuchte zu antworten - - - ZENSUR - - -
    Ach Herr „Westcoast“, Sie und Frau Müller wissen doch ganz genau, dass die von Ihnen angeführten zu allem in der Lage sind. Dann doch sicher auch, sich nur Organe von Gleichgesinnten zu besorgen, oder?! Wer will schon evtl. gar noch das Herz von so guten Menschen, wenn „man“ selbst doch das Böse an sich ist?! Dann könnte „man“ ja gar nicht mehr, wie „man“ eigentlich wollte und was von einem erwartet wird, weil das gute Herz ja ganz anders schlägt. Also wäre diese Angst völlig unbegründet. :-)
Die Zensurkriterien der Blogmoderation sind doch irgendwie seltsam ...[Anm. Blogschreiber]

Sabine E. schrieb am 10.09.2018 13:12 Uhr:
Organspende ist ein massiver chirurgischer Eingriff in den Sterbeprozess, in dem sich Seele und Geist des Menschen vom Körper lösen. Es war bezeichnend, dass man keine Sterbehelfer geladen hatte, um nur ja kein Bewußtsein über den Sterbeprozess und dessen Bedeutung aufkommen zu lassen. Bezeichnend auch, dass man Alexandra Manzei, die einzige Diskutantin, die es überhaupt wagte, kritische Anmerkungen zu machen, kaum zu Wort kommen ließ.
Die selbsternannten „Aufklärer“ Hirschhausen, Lauterbach waren nicht bereit, sich den wirklich brennenden Fragen zu stellen: wie reagieren Sterbende auf den chirurgischen Eingriff? worüber man tunlichst vermied zu sprechen.
Organspende kann ein Akt der Nächstenliebe sein, aber nur, wenn sie freiwillig und in vollem Bewußtsein über die Vorgänge erfolgt. Dazu gehört auch, dass man die aufgezwungene Anonymitätsschranke zwischen Spender und Empfänger lockert.
Desweiteren nicht angesprochen wurde, dass das fremde Organ für den Empfänger starke Nebenwirkungen bis zur kompletten Abstoßung hat.
Alles im allem eine reine Lobbysendung Pro Organspende. So erhöht man die Bereitschaft zu spenden nicht, denn die Menschen spüren, dass essentielle Wahrheiten ungesagt bleiben, ja unterdrückt werden. Das Gute an der Widerspruchslösung ist, dass die Menschen gezwungen sind, sich mit dem Thema Sterben zu beschäftigen und dadurch das Bewußtsein über die Wichtigkeit des Sterbeprozesses wächst.
Mehr dazu:
Exkarnation ‑ der große Wandel Gestorben ist noch lang nicht tot

    G. A. schrieb am 10.09.2018 14:07 Uhr:
    Vielen Dank, Frau E., Sie sprechen mir aus der Seele. Auch ich beschäftige mich seit Langem mit dieser sensiblen Thematik und habe meine Augen dabei nicht verschließen können, vor diesen unangenehmen Wahrheiten, die in Anne Wills Sendung tatsächlich keinen Platz fanden... Die einzige, die versucht hat, sie zu thematisieren, wurde von allen- einschließlich der Moderatorin- unterbrochen und abgewürgt. Unangenehme Wahrheiten über den Sterbeprozess, der brutal unterbrochen wird, durch die Organentnahme (die übrigens in der Schweiz unter Narkose vollzogen wird..., bei uns nicht !). Dabei kann jeder, der es wissen will, sich heutzutage im Internet über all die kritischen Beiträge und Erfahrungen von Ärzten, medizinischem Personal und von Angehörigen informieren und erfahren, dass das Ganze eben nicht so einfach ist, weil der Hirntote ja sowieso nichts merke...
    In einer Gesellschaft, in der der Tod nach wie vor ein Tabu ist, in der alles, was machbar ist, offensichtlich auch irgendwann gemacht werden muss, in der Optimierungswahn vor der Achtung vor dem Leben und dem Tod (!) steht, ist es nötiger denn je, auch die andere dunkle Seite dieser Thematik offenzulegen. Deshalb ist jeder aufgefordert, sich umfassend zu informieren und auch kritische Positionen und Erfahrungen zum Thema kennenzulernen. Und: Nein, Menschen sterben nicht, weil andere nicht bereit sind, ihre Organe abzugeben, wie vielfach beklagt wird. Sie sterben, weil sie krank sind und der Tod zum Leben gehört!

Hans van Zijderveld schrieb am 10.09.2018 13:45 Uhr:
Schockierend, wie die Herren Mediziner/Pilitiker über Frau Ranzei herfielen, als sie am Ende der Sendung die Hirntodhypthese in Frage stellte: Sind wir wirklich Tod, wenn keine Gehirnnaktivität mehr festzustellen ist. Dass dies den Befürwortern nicht passte ist nachvollziehbar, dass Anne Will aber da nicht moderierend eingriff, sondern distanzlos mitmischte ( " Sie vertreten (nur) einen minderheitsstandpunkt." ), war äußerst unprofessionell.
Wer Minderheitsstandpunkte nicht respektiert, trägt nicht bei zu der zurecht erwünschten Aufklärung. Die schon seit viele Jahre geführte Gehirntoddiskussion ist mitnichten ein Schüren von irrationalen Ängste, sondern Teil einer sehr Ernst zu nehmende religiös-spirituelle Frage, die gesternabend völlig mißachtet wurde: Welche Rolle spielt der Leib im Sterbensprozess, in der Sterbensbegleitungs und in einer Trauerkultur.
Das Umsorgen des Leichnams ist dabei von großer Bedeutung. Sowohl für die Zurückbleibende als für den Verstorbene, der die ebenfalls die Gelegenheit haben muss, sich von seinem Leib zu verabschieden.
Eine Organentnahme ist ein brutaler Eingriff ist diesem sensiblen Vorgang.
Plädiert diese gegen Organentnahme? Ich glaube nicht, es macht aber deutlich, dass eine Entscheidung pro wirklich von dem Verstorbenen selber gewollt sein muss. Es kann nur eine Spende sein, es ist ein Opfer, das er nur bewusst bringen kann.
Tabuisiert man diese Sichtweise, ist man in der Gefahr aus dem Körper ein Ersatzlager für Organen zu machen

    Barbara K.-M. schrieb am 10.09.2018 15:22 Uhr:
    Was wäre ein gutes Umgehen damit, dass auch eine Talkmasterin eine Meinung in einer kontroversen Diskussion hat? Verbieten kann man das ja schließlich nicht. Vielleicht wäre es denkbar, die eigene Meinung am Anfang zu benennen, dann aber zu sagen, dass man sich bemühen wird, die Diskussion trotzdem neutral und fair zu führen. So, wie es Frau Will gemacht hat, war es keine gute Idee, nämlich zu tun, als wäre sie nicht Partei, durch ihre Worte und ihr Agieren dann aber doch deutlich zu machen, dass sie auf der Seite der Widerspruchsbefürworter war. Herr Huber fühle sich irrig interpretiert und wollte etwas korrigieren - er erhielt das Wort nicht. Frau Manzei wurde unterbrochen und das Wort wurde ihr entzogen, und zu den Zweifeln am Hirntodkonzept wurde dazwischengerufen, da verträte sie eine Minderheitenmeinung. Solche Kommentare mußten sich die Herren Lauterbach und v. Hirschhausen nicht anhören. Zu den Kritikern und Kritikerinnen des Hirntodkonzepts gehören und gehörten (neben Frau Prof. Manzei) immerhin etwa ein Viertel des Deutschen Ethikrats und eine Reihe von Wissenschaftlern wie von Anfang an der Philosoph Hans Jonas, die Philosophen Dieter Birnbacher (nach anfänglicher Befürwortung) und Prof. Ralf Stoecker, die Juristen Prof Gallwas, Prof. Wolfram Höfling, die Mediziner Prof. Kurd Stapenhorst und Prof. Linus Geisler, der Hirnforscher Prof. Gerhard Roth und eine Reihe weiterer seriöser Wissenschaftler, also eine qualifizierte Minderheit, würde ich sagen.

Willmann schrieb am 10.09.2018 20:55 Uhr:
Herr Dr. Lauterbach. Jahrelanges Mitglied des Aufsichtsrates eines Krankenhauskonzerns der mit Organspende Dividenden erzielt hat und mit immer höher en Arbeitsbelastungen für die Behandelnden von unter anderem Organtransplantation diese auch erfolgreich maximiert hat.
Und Herr Dr. Von Hirschhausen, der sich vom Mutterkonzern dessen, der den Konzern bei dem Herr Lauterbach Aufsichtsratsmitglied war, annähernd komplett übernommen hat, eine Tournee sponsern lässt. Diese beiden Herren möchten das Vertrauen in die ethische Verantwortung in der deutschen Medizin stärken und den monitären Aspekt klein reden, herzlichen Glückwunsch.

Rollo schrieb am 11.09.2018 14:30 Uhr:
Schon bald, vielleicht schon in ein paar Jahren, wird es medizintechnisch und pharmazeutisch möglich sein, ewig zu leben. Ein weiterer alter Menschheitstraum wird wahr: Erst der Ersatz von Organen, dann das ewige Leben. Statt der erwarteten 8 Milliarden Menschen werden über kurz oder lang 80 oder gar 800 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Eine weitere Goldgrube für die Wirtschaft. Wie wird in dieser Zukunft das Urteil der Gesundheitspolitiker lauten? - "Wer nicht widerspricht, lebt ewig", oder "Wer nicht widerspricht, muss sterben"? In einer irre gewordenen Welt gibt es nur noch verrückte Alternativen.

Martina schrieb am 11.09.2018 08:55 Uhr:
Wieder mal eine Sendung, die gegen das journalistische Ethos nach H.J.Friedrichs verstieß, dass Journalisten sich mit keiner Sache gemein machen dürfen, auch nicht mit einer guten.
Dass Anne Will für die Widerspruchslösung war, war von Beginn an erkennbar: Schon bevor überhaupt die Teilnehmer vorgestellt wurden, durfte - ein absolutes Novum - Hirschhausen ein Statement abgeben, natürlich pro Widerspruchslösung. Hirschhausen gab den Tenor vor und das erwünschte Votum, er präsidierte quasi neben Anne Will.
Dann standen 3 Befürworter 2 Gegnern gegenüber - unfair. Von den Befürwortern haben Hirschhausen und Lauterbach die anderen ständig unterbrochen und in Grund und Boden geredet. Die Skeptiker Huber und Manzei waren höflich und kamen viel weniger zu Wort, sie nahmen sich auch nicht selbst das Wort. Ganz zum Schluß kam Frau Manzei nochmals zur Sache und beschrieb, was Organentnahme bei einem Hirntoten bedeutet, nämlich einen Eingriff in einen noch lebenden Körper. Dass sie ausreden konnte, dafür reichte dann für Anne Will die Zeit nicht mehr.
So eine von Anfang an auf ein gewünschtes Ergebnis ausgerichtete Sendung bekommt man nicht alle Tage vorgesetzt. Anne Will, Journalismus heißt Ausgewogenheit, heißt nicht den Zuschauer in eine bestimmte Richtung hinnudgen. Die Note für diese Sendung: 6.

    Rita Heinrich schrieb am 11.09.2018 11:07 Uhr:
    Liebe Martina, da haben Sie etwas falsch verstanden, denn genau das war der Sinn der Sendung. Der Zuschauer sollte manipuliert werden. Nun hat es leider nicht so funktioniert, wie die ARD sich das gedacht hat.

    EllaRosa schrieb am 11.09.2018 13:53 Uhr:
    Martina, Sie schreiben ...
    So eine Sendung bekommt man auch nicht alle Tage vorgesetzt ...
    Nicht alle Tage, aber einmal die Woche bei Anne Will schon. Es sei denn, die Show fällt wegen Urlaub udgl. aus.

Robert Kroiß schrieb am 11.09.2018 11:44 Uhr:
Es ist schon faszinierend, wie insbesondere diejenigen, welche sonst absolute Befürworter der „Jeder ist seines Glückes Schmied“ und „man muss ja nur selber wollen“ Mentalität sind, nun auf das humane und mitfühlende „Wir sind alle TEILE eines Ganzen“ setzen. Diejenigen, welche sonst sofort laut „Sozialismus“ rufen, wenn der Staat Gesetze bzgl. der Allgemeinheit umsetzt oder umsetzen will, haben urplötzlich kein Problem mehr damit, dass alle Menschen – außer denjenigen, die explizit widersprechen – vom Staat und der Allgemeinheit fast schon diktatorisch anmutend vereinnahmt werden?! Gerade dieses Thema bzgl. Leben und Tod macht deutlich, wie verlogen das „Rechtsverständnis“ und die „Rechtsauslegung“, von Humanität und (Eigen)Verantwortung - auch jedes Einzelnen - ist, wenn es um den eigenen Vorteil geht. Es wird dabei auch einfach darüber hinweggesehen, dass das „eigene selbst geschmiedete Glück“ und „das nur selber wollen“ in einem derartigen Fall vom Pech oder Daseinsende eines anderen abhängig ist. Würde dieses „Wir-Gefühl“ und das Wissen darum, dass wir alle nur TEILE eines Ganzen sind, dass der Mensch den Menschen braucht nicht nur in diesem Falle so zum tragen und erkennen kommen, in was für einer „anderen“ Welt könnten „WIR“ alle dann leben?!

Nachtrag 13.09.2018 um 13:50 Uhr

S.145
Westcoast schrieb am 10.09.2018 13:39 Uhr:
Hallo Frau Müller,
ich stelle mir gerade vor, dass meine Niere auf verschlungenen Pfaden bei Putin, Assad oder Gysi landet.Keine schöne Vorstellung.
Grüsse Westcoast

    franzi schrieb am 11.09.2018 10:59 Uhr: - - - ZENSUR - - -
    @Westcoast
    Es gibt kein Thema, bei dem Sie nicht Ihre Lieblingsfeinde ins Spiel bringen. Da würde es Ihnen sicher besser gefallen, wenn Ihre Niere bei einem Islamisten vom IS oder der Nusra-Front (El-Kaida) in Idlib landet. Die würden Ihnen als Ungläubigen allerdings die Kehle durchschneiden oder den Kopf abschlagen. Auf die Entnahme von Nieren sind die nicht geschult. Klappt also auch nicht. Putin und Assad wollen diese Islamisten nun unschädlich machen. Wie kann man nur ? Und die katholische Kirche ist auch noch auf ihrer Seite. Putin soll für seine Verdienste beim Kampf gegen die Islamisten und für den Schutz der Christen in Syrien einen Friedenspreis der katholischen Kirche erhalten: Die „Goldene Palme“ (Palma doro) des Vereins ‚Assisi Pax International‘. Gibt man www.assisioggi.it ein und bei "CERCA"(Suche) "Putin", so kommt man zu dieser Info.
    Ich habe allerdings keine große Hoffnung, dass dieser Beitrag Sie erreicht. Weniger wegen der Islamisten, sondern wegen der Zensur der Blogmoderation. Wenn es gegen die Russen, die Linken oder Machthaber Assad geht, werden gern mal die Kommentarregeln (Nur zum Thema schreiben!) vergessen. Bei Entgegnungen dazu allerdings nicht.


Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Der Kommentar erscheint manchmal erst nach Freigabe