Mittwoch, 25. Juli 2018

White Helmets aus Syrien evakuiert - USA nehmen keine auf


Thema: Syrien

USA nehmen keine White Helmets auf

Deutsche Wirtschafts Nachrichten
Veröffentlicht: 23.07.18 17:15 Uhr

Wie ein Sprecher des US-Außenministerums bestätigte, nehmen die USA keine Angehörigen der Organisation "White Helmets" auf. Sie sollen in Deutschland, Großbritannien und Kanada untergebracht werden.

Der Sprecher wörtlich:
“Die USA begrüßen die sichere Evakuierung von über 400 Mitgliedern der syrischen Zivilverteidigung, die auch als White Helmets bekannt sind, und ihrer Familien aus dem Südwesten Syriens. Wir sind froh, dass diese tapferen Freiwilligen, die Tausende von Leben gerettet haben, jetzt an einem sicheren Platz sind. Die USA und unsere internationalen Partner haben die UN gebeten, die zentrale Rolle in dieser wichtigen humanitären Operation zu übernehmen. Als Antwort darauf organisierten die UN die Einreise nach Jordanien für diese Mitglieder der White Helmets und ihrer Familien, die vor der Gewalt in Südwest-Syrien fliehen. Die White Helmets wurden konsequent vom Assad-Regime angegriffen. Mitglieder der Gruppe, von denen mehr als die Hälfte Kinder sind, durften auf der Durchreise in Jordanien einreisen, bis der UNHCR die Verfahren für ihre Neuansiedlung in Drittländern abgeschlossen hat. Wir schätzen zutiefst die Rolle Israels bei der Erleichterung des Transits der Weißen Helme und ihrer Familienmitglieder. Wir danken Jordaniens Großzügigkeit für die Unterstützung ihrer Bearbeitung durch den UNHCR und das Engagement des Vereinigten Königreichs, Kanadas und Deutschlands, den White Helmets und ihren Familien ein dauerhaftes Zuhause zu bieten. Wir erneuern unseren Aufruf an das Assad-Regime und an Russland, sich an ihre Verpflichtungen zu halten, die Gewalt zu beenden und alle syrischen Zivilisten, einschließlich der Humanitären wie der White Helmets, in Gebieten zu schützen, die früher Teil der Deeskalationszone im Südwesten und ganz Syriens waren.”
Gemäß einer Meldung des kanadische Fernsehsender CBC wird Kanada 250 der aus Syrien evakuierten Mitglieder der White Helmets sowie ihre Familienangehörigen aufnehmen.

Wir der deutsche Außenminister Heiko Maas meldet, sei es ein “Gebot der Menschlichkeit”, dass “einige” der White Helmets auch “Zuflucht” in Deutschland finden werden. Allerdings hat das Auswärtige Amt noch keine genaue Zahl genannt. Es kursieren diverse Berichte über die Anzahl der White Helmets, die nach Deutschland kommen soll.

Premierminister Benjamin Netanjahu sagte: “Präsident Trump und auch der kanadische Premierminister Trudeau haben uns gebeten, aus Syrien hunderte Mitglieder der White Helmets zu holen. Diese Leute, die Leben retteten, standen jetzt unter lebensbedrohlicher Gefahr (…) Ich habe ihnen daher erlaubt, sie als wichtige humanitäre Maßnahme durch Israel in andere Länder zu verlegen.”

Die EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini wurde in der Times of Israel mit den Worten zitiert: "Die EU erkennt die wesentlichen Anstrengungen Israels und Jordaniens und aller anderen, die dazu beigetragen haben, die White Helmets und ihre Familien in Sicherheit zu bringen, an. Wir bekräftigen unseren Aufruf zu einer sofortigen Einstellung der Feindseligkeiten und vollständigen humanitären Zugang zu allen syrischen Bedürftigen"

Der britische Außenminister Jeremy Hunt danke der israelischen Regierung für ihre Hilfestellung bei der Evakuierung der White Helmets. Über den Kurznachrichtendienst Twitter meldete er: “Fantastische Nachrichten, dass wir – Großbritannien und seine Freunde – die Evakuierung der White Helmets und ihren Familien gesichert haben – danke Israel und Jordanien dafür, dass sie so schnell auf unsere Bitte reagiert haben. Die White Helmets sind die Tapfersten der Mutigen und in einer verzweifelten Situation ist dies zumindest ein Hoffnungsstrahl.”

Hintergrund White Helmets

Die international umstrittene Gruppe "White Helmets", ist hauptsächlich in der syrischen Provinz Idlib, und dort in den Gebieten der Extremisten-Organisation Hayat Tahrir al-Scham (HTS) als Zivilschutzorganisation tätig. Sie wurden 2013 von James Le Mesurier, einem ehemaligen britischen Offizier, gegründet und erhalten finanzielle Unterstützung aus Großbritannien. Die Gruppe besteht aus 3.000 “Freiwilligen”, so The Middle East Eye.

Moskau und Damaskus sind der Ansicht, dass es sich bei den White Helmets um eine Tarnorganisation von Extremisten handelt. Die White Helmets wurden 2016 für ihre Arbeit in Syrien für einen Friedensnobelpreis nominiert.

Boris Johnson räumte im Oktober 2016 ein, dass die britische Regierung die White Helmets mit 65 Millionen Pfund, umgerechnet 74,4 Millionen Euro, finanziert hat. Am 22. Juli 2016 sagte der britische Admiral Sir Philip Jones bei einer Rede in Bezug auf die Strategie des britischen Militärs, dass der harte Schlag der Militärmacht oft “innerhalb des Kinderhandschuhs der humanitären Hilfe” ausgeführt werde.

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Wer sind die "Weißhelme"? - wo kommen sie her?
Die White Helmets: Anklagen immer nur in eine Richtung


Vorbehalte gegenüber Lager-Wahrheiten gelten auch für das Phänomen der "White Helmets", auch als Syria Civil Defence bekannt. Sie sind keine Nischen-Produktion. Was sie behaupten, wird international von den großen Medien weiter verbreitet, von der New York Times, vom Guardian, von Le Monde, von der FAZ, vom Spiegel, von der SZ. Es sind auffallend häufig die Helfer mit den weißen Helmen im Bild, wenn ein Kind aus dem Schutt zerbombter Häuser geborgen wird, wenn Krankenhäuser zerstört oder Hilfskonvois angegriffen wurden.

Sie sind Quelle und Kläger, die von Nachrichtenagenturen und Medien bereitwillig zitiert werden. Lieferanten von mitleidserregenden Bildern, die von Experten, die in Medien und Think Tanks sehr gut vernetzt sind und die der Opposition nahestehen, sofort in die Heavy-Twitter-Rotation geschickt werden

Die Klage der White Helmets, das ist schon mal als Regel festzuhalten, gilt immer und stets der syrischen oder der russischen Luftwaffe. Der Grund für das Lachen von al-Jaafari ist hier zu finden. Die White Helmets haben einen großen Anteil an der Art der Berichterstattung über den Syrienkrieg.

Unparteiisch ist die NGO nicht. Aber sie kann mit glänzenden Namen werben, die sie unterstützen. George Clooney zum Beispiel oder Karl Ove Knausgard sind prominente Unterstützer der Initiative, den White Helmets den diesjährigen Friedennobelpreis zu überreichen.

Die Helden des Friedens, wie sich die White Helmets auch nennen, präsentieren das stolz auf ihrer Webseite. Vielleicht unterschreiben die Prominenten Clooney und Knausgard solche Aufrufe wie der Kaiser Franz Beckenbauer lukrative Verträge, ohne genau hinzuschauen…

Die Gegenposition, vertreten etwa durch die oben genannte Journalistin Vanessa Beeley oder den Blog Moon of Alabama, geht indessen soweit, die White Helmets direkt mit der al-Nusra-Front und damit dem al-Qaida-Dschihadismus zu verbinden.

Die Gleichsetzung White Helmets ist gleich al-Nusra bzw. al-Qaida kommt dann in dieser Verkürzung auch in manchen kritischen und lesenswerten Berichten vor, aber noch öfter als konstantes Element auf manchen der syrischen Regierung nahestehenden Twitterseiten, die mit Bildern attraktiver Frauen geschmückt sind, die aussehen wie von Berlusconi für eine Fernsehshow gecastet. So geht der Info-Krieg 2016.

Allerdings sind die Parteinahme der White Helmets, ihre Hintergründe und vor allem ihre Verbindungen höchst suspekt. Wer glaubt, eine solche Behauptung sei nun typisch für das "Propagandamedium Telepolis", der möge sich den aktuellen Artikel auf National.ae anschauen, einer Publikation, die in Abu Dhabi erscheint, einen seriösen Ruf als Qualitätsmedium hat und politisch nicht der syrischen Regierung, sondern den Golfstaaten nahe steht. In dem Artikel heißt es, dass Fakten zur Gründung und zur finanziellen Unterstützung der NGO "schwerwiegende Fragen zur Unabhängigkeit" aufwerfen.

Um es kurz zusammenzufassen: Die größten Geldgeber sind die USA und Großbritannien, auch Deutschland unterstützt die NGO. Gegründet wurde sie 2013, eine wesentliche Rolle spielte dabei James Gustaf Edward Le Mesurier, ein ehemaliger britischer Offizier mit sehr guten Verbindungen in Netzwerke von Sicherheitsfirmen und Regierungsorganisationen wie zum Beispiel USAID. Daran knüpfen Verdachtsmomente, wonach die Gründung der Gruppe mit der Operation "Regimechange in Syrien" verbunden ist, die die Agenda der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands in den letzten Jahren bestimmte und noch immer bestimmt. Ausführlich wird diese These bei 21stCentury von der genannten Vanessa Beeley untermauert.

Dort wird u.a. darauf aufmerksam gemacht, dass die Gründung im März 2013 in der Türkei stattfand, wo die syrische Opposition ihr Zentrum hatte. Gründer James Le Mesurier, der, wie im National.ae-Artikel ersichtlich, versucht, seine Rolle abzuwiegeln, aber seinen maßgeblichen Anteil dann doch nicht bestreiten mag, hat eine gewisse Biografie im Kosovo-Konflikt, wo er als britischer Geheimdienstoffizier und Sicherheitsspezialist arbeitete.

Das erste Geld, 300.000 US-Dollar, für die White Helmets oder Syrian Civil Defence kam nach Angaben von Beeley von Großbritannien, den USA und der syrischen Opposition. Später auch von USAID. Angeblich zählt auch die britische Regierung zu den großen Geldgebern. Beeley untermauert dies mit einem Telegraph-Bericht.

Teil einer größeren Strategie

Große Mühe verwendet sie darauf, die mannigfaltigen Beziehungen von James Le Mesurier aufzubereiten. Dabei werden private Söldnergruppen wie Olive Group genannt oder Mayday Rescue, das 2014 nach den Syria Civil Defence/White Helmets gegründet wurde. Dabei zeigen sich enge Verbindungen zu bewaffneten syrischen Widerstandsmilizen.

Namentlich genannt wird Farouq al Habib, der zu den Führern der White Helmets gehört und ein Teil der "syrischen Revolution" ist, Mitglied des "Revolutionären Rats in Homs", für den, so die Journalistin, wie für alle anderen Revolutionären Räten gelte, dass sie in Beziehungen zum CIA standen.

Beeley zieht daran und an einer Menge anderer Details und Verknüpfungen - wie etwa die zwischen der Olive Group und Blackwater - ein großes Bild auf, in dem NGOs nicht länger als neutrale Organisationen fungieren, sondern als Teil einer großen Infrastruktur und einer Strategie, die auf einen Regierungswechsel abzielt, also zu einem militärischen und politischen Plan gehört. Inwieweit das stimmig ist, sollten die Leser selbst beurteilen.

Was allerdings an der Arbeit der White Helmets auffällig ist, sind solche Bilderinszenierungen:

Seriös ist das nicht. Mehr solcher Parteinahmen sind hier zu finden. Darunter auch ein Bild von einer von al-Nusra durchgeführten Exekution, wo die White Helmets, wieder einmal die ersten und einzigen Helfer vor Ort, die Leiche abtransportieren.

Wem das zu plakativ ist oder zu fragwürdig (könnte ja sein, dass sich nicht nur Todenhöfer, sondern auch der Fotograf des letztgenannten Bildes von Mukhabarat-Agenten als Darsteller überlisten ließ), der sollte sich die Selbstdarstellung der White Helmets im Orginal anhören und danach beurteilen, wie unparteiisch die NGO ist.

Quelle und dort mehr lesen: Telepolis.de


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