Sonntag, 24. Juni 2018

Whistleblower - wie überall wird mit zweierlei Maß gemessen

Thema: Whistleblower

Whistleblower, gut oder böse
unterschiedliche Behandlung je nach politischem Nutzen

Nach den „Enthüllungen über das russische Staatsdoping“ stellte ich mir die Frage:
Was macht einen Whistleblower aus? Vergleich Snowden mit Rodschenkow, der auch als Whistleblower bezeichnet wird. Meiner Meinung nach sollte er glaubhaft und nicht selbst in Schweinereien verwickelt sein.

Snowden:
Neben vielen Veröffentlichungen bis zu der Erkenntnis, dass selbst die Kanzlerin abgehört wurde, die darauf so reagierte:"Abhören unter Freunden, das geht gar nicht", haben die Veröffentlichungen des Whistleblowers Snowden einen positiven, aufklärerischen Effekt gehabt. U.a. https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/hintergrund-nsa-skandal/seite-3

Snowden lebt seit seinen Veröffentlichungen über die NSA in Russland. Der Rechtsstaat USA will ihn vor Gericht stellen und schreckte noch nicht mal davor zurück EU-Staaten zu zwingen, dem bolivianischen Präsidenten die Überflugrechte bei der Rückreise aus Moskau zu verweigern. Die Maschine , in der man Snowden vermutete, musste in Wien notlanden. Snowdens Veröffentlichungen führten zum NSA-Untersuchungsausschuss in Deutschland. Deutschland verweigerte Snowden vor dem NSA-Untersuchungs-ausschuss auszusagen, nur Ströbele konnte ihn in Russland besuchen. Merkels Kanzleramtsminister Pofalla verkündete , die USA hätten ein Nospy-Abkommen angeboten. Glatte Lüge, wie Obama in Anwesenheit Merkels feststellte . Alles Zeichen von "Souveränität" wie die von den USA erzwungenen Sanktionen gegenüber Russland, die der deutschen Wirtschaft schaden. (Aussage von Obamas Vize Joe Biden)

Rodschenkow:
Nun wird Rodschenkow, der ehemalige Leiter des Moskauer Dopinglabors, der seit 2016 in den USA lebt, auch als Whistleblower bezeichnet. Seine Aussagen, von Hajo Seppelt und der ARD verbreitet, führten zum Ausschluss russischer Sportler von den Olympischen Spielen in Rio 2016. Die gesamte Leichtathletikmannschaft durfte nicht antreten, ohne dass den Sportlern Doping nachgewiesen wurde. Medaillengewinnern von Sotschi 2014 wurden die Medaillen aberkannt. In einem Dokument , das auf der Webseite des Internationalen Sportgerichtshofs CAS veröffentlicht wurde, konnte man folgendes lesen: Rodschenkow wurde bei einer CAS-Anhörung laut dem Dokument zum sogenannten „Duchess“-Cocktail befragt, den er selbst entwickelt haben soll. Der Cocktail soll eine Mischung aus Alkohol und Doping sein. Rodschenkow antwortete, er habe diesen Cocktail den russischen Sportlern nie gegeben. Er habe auch nie gesehen, wie russische Athleten den Cocktail getrunken bzw. irgendwelche Anweisungen bekommen hätten, ihn zu trinken. Rodtschenkow sagte zudem aus, er habe nie gesehen, wie russische Sportler „schmutzige“ Doping-Proben durch „saubere“ Urinproben ersetzt hätten. Vor seinen Augen habe kein russischer Sportler seine Doping-Proben manipuliert.
http://www.tas-cas.org/fileadmin/user_upload/Award__5379__internet.pdf "317. In his oral evidence, Dr. Rodchenkov stated that he had never: (a) distributed the Duchess Cocktail; (b) seen an athlete take the Duchess Cocktail; (c) witnessed instructions being given to athletes and coaches to use the Duchess Cocktail; (d) seen an athlete give a clean urine sample; or (e) seen an athlete tamper with a doping sample. Dr. Rodchenkov did not indicate whether a benefit/risk analysis of the Duchess Cocktail was ever undertaken."
Diese Aussagen führten u.a. dazu, dass die russischen Sportler, die vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen ihre lebenslangen Olympiasperren klagten, rehabilitiert wurden. 

Nichts von Rodschenkows „Zurückrudern“ war in unseren Qualitätsmedien von Focus bis BILD zu lesen. Dagegen wetterte man gegen das CAS-Urteil. Aber was soll man von so einem Whistleblower halten und seinem Sprachrohr Hajo Seppelt? Nach Rodschenkows Aussagen vor dem CAS waren Seppelts Enthüllungen schlicht Erfindungen und Hetze gegen Russland. Er bekam aber danach das Bundesverdienstkreuz. Eigentlich wird das BVK vergeben für außergewöhnliche Leistungen für das Gemeinwohl des deutschen Gemeinwesens. Gehört Hetze gegen Russland dazu? Seppelt wollte zur WM nach Russland reisen, bekam kein Visum, weil er da eine unerwünschte Person ist. Ein Aufschrei der Empörung ging durch das Land bis zur Kanzlerin. Was für ein Unrechtsstaat! Danach bekam er das Visum, fährt aber nicht, weil er im Rodschenkow-Prozess aussagen soll. Da lohnt sich doch ein kleiner Vergleich mit dem Rechtsstaat Deutschland im Zusammenhang mit Edward Snowden. Aber Seppelt macht, bestätigt durch das BVK, unermüdlich weiter. Nun sind wegen der WM die russischen Fußballer dran. Während der WM am 18.6. wurde zwischen den Spielen bei der ARD ein neuer Bericht von Seppelt eingestreut.

https://www.sportschau.de/doping/doping-russland-fussball100.html Doping-Whistleblower Rodschenkow über Russlands Fußballer Urinaustausch offenbar auch bei Russlands Kambolov.
Es ging da um den Fußballer Kambolov, der gar nicht mehr zur russischen Mannschaft gehört, der 2014 gedopt haben soll auf die gleiche Weise (Loch in der Wand, wo die Proben angeblich ausgetauscht wurden) , die Seppelts Kronzeuge Rodschenkow nach eigener Aussage gar nicht gesehen hat.
Da erübrigt sich eigentlich jeder weitere Kommentar! Unter „Whistleblower“ ist bei WIKIPEDIA u.a. zu lesen:
Die gelieferten Informationen sind meist sensibler Natur und können etwa zur Rufschädigung von Personen und Institutionen beitragen. ... Daher versuchen die veröffentlichenden Medien, Organisationen oder Enthüllungsplattformen wie etwa Wikileaks in der Regel, die Glaubwürdigkeit und Echtheit der Informationen vor ihrer Publizierung gründlich zu überprüfen. Damit schützen sie sich auch vor späteren Vorwürfen mangelnder Sorgfalt und Manipulierbarkeit.

Dieser Beitrag wurde mir zugedandt.
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» der Kommentar des Blogschreibers «

Ich bedaure diejenigen, welche in heutiger Zeit eine Ausbildung zum Journalisten machen. Es gibt wenige Berufe, in denen man seine Einstellung so verleugnen und so abartig lügen muss, wie gerade in dieser Branche. Ganz extrem ist es wohl in Deutschland, wo die Medien ursprünglich einmal "die vierte Macht im Staat" waren, heute aber zum größten Teil zu Hofberichterstattern der Regierung und der Nato geworden sind.
Ob jemand, der den Beruf in der Schweiz oder in Österreich erlernt hat, ohne Gehirnwäsche in Deutschland sofort eingesetzt werden könnte?
Dass in dem Metier schon immer und überall gelogen wurde, beschreibt das Zitat eines Großen der Branche:
“. . .Die Aufgabe der Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, gerade heraus zu lügen, zu verdrehen, zu verunglimpfen, vor den Füssen des Mammons zu kuschen und sein Land und seine Rasse um sein tägliches Brot zu verkaufen. Sie wissen es und ich weiss es. . .”
John Swinton, (1829 – 1901), US-amerikanischer Redaktions-Chef der New York Times, sagte das. Das koplette Zitat findet man hier bei Wikipedia

Und Paul Sethe, Gründungsherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, stellte 1965 fest:
„Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“
Er ergänzte seine Aussage so:
„Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. Damit wird unsere Abhängigkeit immer größer und immer gefährlicher.“
Alles das, was sich schon seit etlichen Jahren abgezeichnet hat, sehen wir heute bei sämtlichen Medien, ob öffentlich-rechtlich Rundfunkanstalten oder der schreibenden Zunft. Es ist überall das gleiche Trauerspiel, aufgeführt von willigen Marionetten zur Freude des Geldadels und irgendwelchen Psychopathen die meinen, die Welt beherrschen zu müssen, und die, um das Ziel zu erreichen, vor nichts zurückschrecken, nicht mal davor, tausende Menschen toten zu lassen. Für sie zählt nur Macht und Geld. Solche Figuren wie Hajo Seppelt entlockt ihnen maximal ein amüsiertes Lächeln.

1 Kommentar :

  1. Ich würde mich nicht unbedingt als Sportfan bezeichnen, besonders wenn es sich um sportliche Großereignisse handelt, wo ja grundsätzlich der Kommerz die Oberhand errungen hat.
    Zu dieser Art Sport gehört eben auch Doping dazu, egal um welche Sportler und deren Herkunftsländer es sich dabei handelt. Früher wurde uns verkauft, dass es nur im Ostblock Doping gäbe. Mittlerweile sind diese Behauptungen widerlegt, gedopt wird überall, also auch im Westen.
    Sofort muss der Mainstream umschalten und man unterscheidet nun zwischen Doping und Staatsdoping. Dazu werden Qualitätsjournalisten, wie Seppelt, benötigt.
    Über Seppelt kann jeder sich im Netz selber informieren. Selbst, wenn Videos über Seppelt von RT Deutsch ins Netz gestellt worden sind, spricht es Bände über die Qualität des selbsternannten Investigativ-Journalisten Seppelt.
    Seppelt passt in die Gilde der Russland Hasser.
    Als sein Stern bezüglich seiner Enthüllungen zu sinken begann, versuchte er sogar deutsche Wintersportler zu diskreditieren, siehe dazu http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/blutdoping-vorwuerfe-ard-entschuldigt-sich-fuer-eigene-berichterstattung-1517857.html
    Unabhängig von der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshof CAS , darf Seppelt weiter gegen Russlands Sportler in der ARD hetzen und falsche Behauptungen aufrechterhalten, zuletzt bei Maischberger.
    Ich empfand es als Fehler, Seppelt das Visum für die WM zu entziehen.
    Seppelt wird nun angeblich bedroht und fürchtet um seine Sicherheit, wenn er nun doch nach Russland fahren würde, sagt er bei Maischberger..
    Warum verschweigt er, dass er lediglich als Zeuge im Fall Rodtschenkow in Moskau von der russischen Justiz befragt werden würde? Hat er Angst, dass seine „Recherchen“, wie ein Kartenhaus zusammenbrechen würden?
    Ich möchte nicht gewisse russische Sportler, die gedopt haben reinwaschen. Nur sie haben gedopt, genau wie alle Anderen auf dieser Welt.
    Ich bin auch nicht der Fußballfan, aber ich würde mich freuen, wenn Deutschland Weltmeister werden würde. Herrlich die Gesichter der Journalisten und Politiker zu sehen, die gegen Putin und Russland hetzen und dann erleben müssten, wie der Mannschaftskapitän der deutschen Nationalmannschaft den Pokal von Putin überreicht bekommt. Dazu noch Merkel im Stadion auf der Ehrentribüne, sollte sie überhaupt noch Kanzlerin zu diesem Zeitpunkt sein.
    Hans W.

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