Montag, 30. April 2018

Presseclub 29.4.2018 - "Von Kippas und Kreuzen – Gibt es in Deutschland noch verbindliche Werte?"

So. 29. April 2018, 12.03 - 13.00 Uhr

"Von Kippas und Kreuzen –
Gibt es in Deutschland noch verbindliche Werte?


Bilder: Screenshots
  • Wolfram Weimer
    Publizist und Verleger, Weimer Media Group
  • Katharina Hamberger
    Freie Korrespondentin im Hauptstadtstudio des Deutschlandfunks
  • Canan Topçu
    Freie Journalistin
  • Hans-Ulrich Jörges
    Kolumnist, Wochenmagazin "Stern“


  • Moderation
    Jörg Schönenborn
    Mitglied der Atlantikbrücke


    Es macht sich derzeit ein gewisses Unwohlsein breit: Da geht ein Preis an zwei Musiker, deren Texte viele Kritiker als frauenfeindlich, rassistisch und antisemitisch einordnen. Ihre Musik aber wird häufig heruntergeladen und auf vielen Schulhöfen gehört. Manche Politiker und auch Journalisten sprechen von einem neuen Antisemitismus und bringen ihn in Verbindung mit der Zuwanderung von Muslimen. Und in Bayern lässt der neue Ministerpräsident Markus Söder in allen Amtsgebäuden Kreuze anbringen. Söder sagte dazu in den ARD-Tagesthemen, das Kreuz sei für ihn in erster Linie ein religiöses Symbol, es gehöre aber auch zu den Grundfesten des Staates – und es habe eine identitätsstiftende, prägende Wirkung für unsere Gesellschaft.

    Deutschland im Frühling 2018: Einerseits eine um sich greifende Verunsicherung, andererseits die Suche nach dem Verbindenden.

    Gibt es noch gemeinsame Werte, die unsere Gesellschaft zusammenhalten? Wer bestimmt sie: die Religionen, das Grundgesetz, die Zivilgesellschaft? Und werden diese Werte nur in Sonntagsreden beschworen oder auch im Alltag durchgesetzt?

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    Kommentare

    Horst Krüger, 28.04.2018, 15:07 Uhr:
    Ich lebe im Ruhrgebiet. Nächstes Wochenende gibt es in Dortmund das Stadtfest „Dortbunt“. Es ist bestimmt empfehlenswert die Vielfalt der Kulturen zu sehen. Da steckt aber etwas dahinter, ein Zeichen gegen die echten Neo-Nazis. Das Problem, gegen das rechte Extrem wird auch das Extrem auf der anderen Seite mit untergeschoben: ungeregelte Zuwanderung ohne Obergrenze. Zwischen den Extremen auf beiden Seiten ist es schwer geworden ausgewogen zwischen Sinn und Unsinn zu unterscheiden. Die Vielfalt der Kulturen bringt auch eine Vielfalt der „verbindlichen Werte“, die nicht immer kompatibel sind. Zur Erinnerung an die Wurzeln hätte ich auch als Atheist kein Problem mit einem Kreuz in deutschen Amtsstuben, dem Halbmond in der Türkei oder dem Davidstern in Israel. Was mich an Diskussionen aber bisher gestört hat, Antisemitismus durch Zuwanderung wird systematisch relativiert. Sonst wird dagegen beim Thema Antisemitismus wesentlich mehr hineininterpretiert als man tatsächlich herauslesen kann.

    Jan van Leyden, 28.04.2018, 16:22 Uhr:
    Viele Werte und Normen sind in den letzten Jahrzehnten verdrängt oder verbannt worden. Bekennt man sich zur Kirche wird man oftmals milde belächelt (ich halte den Vorstoß von Herrn Söder tatsächlich für mutig). Denkt man über eine wie auch immer geartete Leitkultur nach, steht man mit einem Bein schon in der "braunen Ecke". Respekt vor Polizei oder Lehrern - Fehlanzeige, das sind doch nur noch Dienstleister für mündige und aufgeklärte Bürger. An dieser Entwicklung haben meines Erachtens die Medien auch einen unrühmlichen Anteil. Wir haben vieles abgeschafft, aber versäumt neue verbindliche Werte an die Stelle der alten zu setzen. Bestenfalls berauschen wir uns an DAX-Höchstständen und dem nächsten "Schrottmodel". Eine Gesellschaft jedoch ohne gemeinsame Werte und in der es nur noch Rechte, aber keine Pflichten mehr gibt, die kann auf Dauer keinen Bestand haben. Das hat die Geschichte schon mehrfach gezeigt.

    Maria, 28.04.2018, 17:04 Uhr:
    Letzte Woche war im Bundestag die Debatte zur Gründung von Israel. Alle Parteien auser der AFD sind voll hinter der Gründung und dem Bestandsrecht von Israel gestanden. Nur wurde Israel nach dem 2. Weltkrieg einfach auf der Landkarte gegründet ohne die anderen Staaten und Nachbarn zu befragen. Auch wurde das Gebiet von Israel durch Kriege vergrößert. Und immer waren die Antworten, diese armen Juden die alle vergast wurden. Aber ich glaube in Deutschland werden alle Juden mit respekt behandelt, aber was ist mit den vielen Migranten aus der moslemisch arabischenWelt. Für sie sind es Besatzer von moslemischen Gebieten.

    Hans Martin Esser, 29.04.2018, 12:26 Uhr:
    Zur Anmerkung von Ulrich Jörges, die Kirchen seien jetzt "erfreulich offen" für Flüchtlinge sei folgendes gesagt. Beide Kirchen haben in den vergangenen Jahrzehnten massiv an Mitgliedern und Einfluss verloren. Ein Hebel, weiterhin an Gelder zu kommen, sind die christlichen Sozialwerke Caritas und Diakonie. Ohne Flüchtlinge käme schnell die Frage nach der Kirchensteuer. Flüchtlinge sind mithin primär in den Kirchen deshalb so willkommen, weil sie eine Einnahmequelle darstellen. Die Kirchen sind mithin nicht heuchlerischer als Ministerpräsident Söder.

    Prof Hanspeter Stihl, Stuttgart, 29.04.2018, 12:27 Uhr:
    Eine christliche, europäische Frau, die in den Iran reist, muss ein Kopftuch tragen, die Einfuhr von Bibeln in Saudi-Arabien ist verboten. Wir diskutieren über das Kreuz in Deutschland? Haben wir das Gleichgewicht nun endgültig verloren?

    Rita Heinrich, 29.04.2018, 12:30 Uhr:
    Jetzt reicht es aber. Warum lassen wir uns von Frau C.T. belehren, was in unserem Land möglich ist und nicht. Für mich sprichte sie nur die Angst aus, dass Deutsche sich auf ihre Kultur besinnen könnten und den Moselms die Stirn bieten. Es ist eine Unverschämtheit, wenn Muslime in Krankenhäuseren die Kreuze abhängen, aber sich kostenlos behandeln lassen wollen.

    Habermann, 29.04.2018, 12:30 Uhr:
    So langsam reicht mir es, was will und der Presseclub vermitteln? Da sitzen Jörges und Topcu und wollen uns einen anderen Staat aufdrängen. Wir sind christlich geprägt, der Islam wird hier geduldet. Was wollen wir eigentlich noch mehr. Ich bin in Ägypten als Tourist sehr heftig von einem Moschee- Vorplatz getrieben worden, weil ich fotografiert habe. Es werden Christen in moslemischen Ländern verfolgt. Ich denke es reicht nun, wir tolerieren, lassen den Bau von Moscheen zu, gehen offen damit um. Im übrigen sollte sich jeder, der hier leben möchte, schon ein bisschen Mühe geben, sich anzupassen und damit eine eigene Intregation fördern. Solche Gäste wie Topcu und Jörges vernichten alle Bemühungen der Betroffenen und gehören nicht in diese Runde!

    Frank Fehmann, 29.04.2018, 12:33 Uhr:
    Unsere Werte werden durch Gesetze und Verordnungen geregelt. Eine Journalistische Fehlleistung zu behaupten, wir müssten Menschen die nur temporär hier sind integrieren. Der Rechtstaat regelt ganz klar, dass die Menschen die gekommen sind wieder gehen müssen, sonst sind unsere Gesetze das Papier nicht wert auf dem sie stehen.

    Thomas Krauter, 29.04.2018, 12:33 Uhr:
    Es wäre gut, wenn Herr Jörges und insbesondere Frau Topcu ihr Bashing konservativer Parteien und Ansichten zurücknähmen. Herr Jörges hat in manchem recht und kann auch gut analysieren. Aber Minister Söder als diabolisch zu bezeichnen, ist einfach emotional gesteuerte Stimmungsmache. Über Frau Topcu möchte ich mich im Interesse der Netiquette nicht weiter äußern. Herr Weimer ist aus meiner Sicht der einzige Diskutant, der eine klare und nicht verwässerte, zurückweichend-relativierende Haltung zur Wertorientierung in dieser Gesellschaft vertritt.

    Karla Winter, 29.04.2018, 12:35 Uhr:
    Eigentlich wollte ich mich nicht zu diesem Them äußern. Aber da hier in dieser Sendung haarsträubendes behauptet wird... Und Herr Jörges mit dem Grundgesetzt kommt. Dtl. ist schon lange kein Rechtsstaat mehr. Die vielfachen Rechtsbrüche der Bundesregierung, die Tabubrüche der Justiz, die kranke Genderisierung der Grünen, die Ausplünderung der Geringverdiener, die EU-Krake und die Aufgabe des Bundesstaates, die Gleichschaltung der Staatsmedien. Das alles ist einer Demokratie unwürdig.

    MariA, 29.04.2018, 13:05 Uhr:
    Zu "Karla Winter, 29.04.2018, 12:35 Uhr, schreibt: "(...) Dtl. ist schon lange kein Rechtsstaat mehr. Die vielfachen Rechtsbrüche der Bundesregierung, die Tabubrüche der Justiz, die kranke Genderisierung der Grünen, die Ausplünderung der Geringverdiener, die EU-Krake und die Aufgabe des Bundesstaates, die Gleichschaltung der Staatsmedien. Das alles ist einer Demokratie unwürdig." --- Meine vollste Zustimmung!!! Man kann es nicht oft genug sagen!

    Klaus Schindler, 29.04.2018, 12:36 Uhr:
    Sollen wir uns nun aufgrund der schleichenden Islamisierung vorschreiben lassen, ob oder wo wir Kreuze aufhängen dürfen ? Sollen wir uns jetzt schon fremden Kulturen unterwerfen und unsere Werte und Traditionen aufgeben ? Was Frau Topcu zum Besten gibt, ist nahezu unglaublich ! Es fehlt nur noch Minarette mit Muezzin zu fördern und Freitag zum Feiertag zu machen ! Dass sie das natürlich lieber sehen würde, kann man natürlich gut verstehen ! Die Debatte um Kreuze mit dem Wahlkampf in Bayern in Verbindung zu bringen, ist gelinde gesagt, ein Witz ! Will uns Herr Jörges erzählen, dass Kreuze in Ämtern und Schulen mehr Stimmen bringen ? Dann müssten ja die anderen Parteien auf diesen Zug aufspringen ! Der einzige, der in dieser Sendung versteht, in welchem Land er lebt, scheint Herr Weimer zu sein ! Wir leben immer noch in Deutschland und nicht in der Türkei oder in Saudi Arabien !

    Prof. Dr. H. R. Kämpfe, 29.04.2018, 12:42 Uhr:
    Wenn ich in ein Land mit islamischer Tradition reise, zum Beispiel die Malediven, so darf ich in meinem Reisegepäck keine Bibeltexte mitführen. Ich akzeptiere diese Einschränkung als Teil der dortigen Kultur. Umgekehrt kann ich von Muslimen, die sich in Deutschland aufhalten, erwarten, dass sie die christlichen Traditionen dieses Landes respektieren. Dazu gehört selbstverständlich die Toleranz gegenüber christlichen Symbolen.

    Dieter Wandelt, 29.04.2018, 14:34 Uhr:
    Seitdem ich wandere , treffe ich natürlich zuweilen Gipfelkreuze, ob in Deutschland , der Schweiz oder Italien. Als Atheist war mir das christliche in diesen Kreuzen noch gar nicht so bewust, liegen da ja vor Ort keine Bibeln sondern Gipfelbücher aus. Wenn ich jetzt davon weis, stört es mich nicht im geringsten, denn diese Kreuze wie vieles andere, sind ja auch Kultur, Tradition geworden. Es ist nun mal auch meine Kultur, und das Bergkreuz will mich weder bekehren noch ausgrenzen, genausowenig wie die Bibel im Hotel! Auch ein Kreuz in einer Amtsstube setzt für mich nicht das Grundgesetz ausser kraft, durch das ich als Atheist in dieser Gesellschaft genauso willkommen bin. Ich möchte nicht beschwören wenn mal Christen und Deutsche nicht mehr die Mehrheit in Deutschland stellen, ob dann weiter ein Grundgesetz Bestand haben wird, was allen , auch mir als Atheisten meine Existenz sichert. Man darf nicht immer nur feststellen was ist, man muss fragen was wir, wohin wir wollen!

    Horst I., 29.04.2018, 14:42 Uhr:
    Das Kreuz ist genauso ein traditionelles Symbol wie der Bundesadler, die Flagge schwarz rot gold und das Deutschlandlied, also lasse mer die Kirche im Dorf und uns das alte Symbol der Wurzel unserer demokratischen Verfassung nicht mal ausreden, nur weil es im Islam zum Teil als ein Werk des Teufels angesehen wird und deshalb einfach abgehängt wird. Nein, wer das nicht erträgt, ist hier nicht richtig und sollte dort hingehen, wo es keine Kreuze gibt und das ist gar nicht so selten und es gibt viel Auswahl. Genau das ist der Grund, warum Leute jetzt alarmiert sind, denn die Forderungen der Islamverbände werden immer mehr und drängender und dem muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden.

    1 Kommentar :

    1. Tut mir leid, aber auch diese Diskussion ging mal wieder am eigentlichen Problem vorbei. Meinethalben kann jeder seiner Religion nachgehen, ABER man sollte sich in Deutschland immer an deutsche Gesetze halten. Es kann nicht sein, dass in Deutschland Bigamie strafbar ist (§172 StGB), aber wie z.B. in Berlin-Neukölln vor kurzem berichtet wurde, ca. jeder 3.Mann 2 und mehr Frauen hat und von denen natürlich auch Kinder. Das zahlt dann der deutsche Staat. Das können sich in islamischen Staaten nur reiche Männer leisten, weil sie da selbst für den Lebensunterhalt ihrer Nebenfrauen und Kinder aufkommen müssen. Hier besteht keine Meldepflicht von den Imamen zu den Standesämtern. Weshalb nicht? Mit dieser Rechtlosigkeit, die der Staat duldet, fördert er Parallelgesellschaften. Dto. gilt für die Regelung, die mit der Türkei vor vielen Jahren abgeschlossen wurde zur Krankenversicherung. Es werden Familienangehörige in der Türkei von Türken, die in Deutschland arbeiten. mit versichert. Wer Familie ist, bestimmt aber die Türkei, z.B. auch die Eltern des in Deutschland Arbeitenden.
      W.Meyer

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