Montag, 16. April 2018

Presseclub 15.4.2018 - "Zurück zum kalten Krieg? Wie Putin und Trump den Frieden verspielen"

So. 15. April 2018, 12.03 - 13.00 Uhr

"Zurück zum kalten Krieg? –
Wie Putin und Trump den Frieden verspielen"


Bilder: Screenshots
  • Stefan Kornelius
    Ressortleiter Außenpolitik, Süddeutsche Zeitung
    Mitglied der Atlantik-Brücke
  • Katja Gloger
    Autorin beim Wochenmagazin "Stern"
    1992: Young Leader der Atlantik-Brücke
  • Gesine Dornblüth
    freie Journalistin
  • Bernd Ulrich
    Stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Politikressorts bei der "Zeit"

  • Moderation
    Jörg Schönenborn
    Mitglied der Atlantikbrücke


    Am Anfang seiner Präsidentschaft zeigte US-Präsident Donald Trump noch deutliche Sympathien für seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin. Bei ihrem ersten Zusammentreffen am Rande des G20-Gipfels im vergangenen Juli gaben sich beide hocherfreut. Vor wenigen Wochen noch gratulierte Trump Putin nach dessen Wiederwahl – obwohl Berater ihm davon abgeraten hatten.

    Jetzt sendet der US-Präsident Drohgebärden. „Mach dich bereit Russland“ twitterte Trump in dieser Woche und drohte mit „schönen, neuen und smarten Raketen“ in Syrien, wo Russland auf der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad kämpft. Die Antwort Putins folgte kurze Zeit später. Er hoffe, dass letztlich der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinne und die internationalen Beziehungen in eine konstruktive Richtung gingen. Zu der angespannten Lage rund um den Syrien-Konflikt kommt der Fall Skripal und die gegenseitigen Ausweisungen von Diplomaten. Außerdem steht immer noch die Frage im Raum, inwiefern Russland versucht hat, Einfluss auf die Wahl in den USA zu nehmen.

    Wie steht es um die Beziehungen zwischen den USA und Russland? Befinden wir uns in einem neuen kalten Krieg? Gibt es einen Weg heraus aus der Eskalationsspirale? Welche Rolle soll oder kann Europa, und speziell Deutschland, dabei spielen?

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    Kommentare

    Angelika Klingler, 15.04.2018,10:28 Uhr:
    aus der tagesschau: Im Fall des vergifteten Ex-Spions Sergej Skripal führt nach russischen Angaben eine Spur in den Westen. Moskau habe ein Dokument eines Schweizer Labors erhalten, das die Proben des Nervengifts in dem Fall untersuchte, sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Das Labor im schweizerischen Spiez habe in den Blutproben Spuren des chemischen Kampfstoffes BZ gefunden, so Lawrow. Dessen nicht-tödliche Wirkung setze innerhalb von 60 Minuten ein und halte bis zu vier Tage an. Weder in Russland noch in der Sowjetunion seien Giftstoffe entwickelt worden, die der Formel entsprechen. "Diese Substanz findet sich im Arsenal der US-Armee, Großbritanniens und anderer NATO-Länder", behauptete Lawrow. -> fragt doch mal den britischen und amerikanischen Geheimdienst.

    Hans Schmelter, 15.04.2018,10:58 Uhr:
    Ich würde mal behaupten, der größte Verlierer bei der Geschichte ist Macron. Sein Image als Sunnyboy mit Dauerlächeln dürfte auf ewig verloren sein. Franzosen lassen sich ohnehin nicht vom Lohn- und Sozialabbau Marke Schröder ablenken und mit dem Verlust an Sympathiepunkten dürfte es für ihn in Frankreich erheblich ungemütlicher werden. Trump dürfte ein paar Sympathiepunkte in beiden Parteien gewonnen haben, beim US-Wähler bin ich mir nicht so sicher. Dafür dürfte das Ansehen der USA in der Welt massiv gelitten haben; besonders in der arabischen Welt und bei US-Gegnern sowieso. May und die Briten kann ich nicht einschätzen; als Ablenkung vom Brexit-Stress dürfte das jedenfalls nicht funktioniert haben. Dafür bekommt Russland und Assad ein paar Pluspunkte für Besonnenheit. Der Angriff war nicht durch das Völkerrecht gedeckt, der Abschuss von Flugzeugen über Syrien wäre das schon gewesen.

    Jürgen Szepanski, 15.04.2018,11:31 Uhr:
    Das Schlimmste ist, dass unsere abgerichtete Regierung die Kriegsgefahr mit schürt. Wie kann man diesen Angriff gut heißen (Merkel, Maas)? Er ist schlicht völkerrechtswidrig. Alle außer Russland kämpfen völkerrechtswidrig auf syrischem Boden. Dazu kommen die bekannten Lügen: Syrien verwendet chemische Waffen, obwohl der Krieg auch ohne beendet werden kann. Putin ermordet Agenten, obwohl er vor der WM im eigenen Land steht. Putin hat die amerikanische Wahl manipuliert. Putin hat die AFD per Cyberkrieg in den Bundestag gebracht. Und so weiter. NULL Beweise, NULL Sinn. Aber unsere Regenten brauchen kein Niveau mehr, sie brauchen das Placet der Roundtables. Sie agieren gegen unser Land.

    Gerd Naumann, 15.04.2018,11:44 Uhr:
    Man kann Sagen das eigentlich Merkel in der EU für den kalten Krieg steht, sie selbst hat doch kaum verbündete die die Hand für ihr ins Feuer legen würden, vielleicht noch dieser Franzose und Richtung Osten hat sie mit ihrer Bevormundung wenig oder keine Länder die zu ihr stehen, höchstens noch diese Zweckgemeinschaft EU hält diesen Haufen Europa zusammen und zu Putin hatte sie noch nie einen guten Draht, was aber vielleicht auch mit ihrer eigenen roten Vergangenheit zu tun hat

    MariA, 15.04.2018,11:45 Uhr:
    Zu "Karl Otto von Oheim, 15.04.2018,10:57 Uhr: Weshalb Assad? Weil der sich gegen einen von außen initiierten und aufmunitionierten Aufstand wehrt? Stellen Sie sich mal einen Moment vor, eine ausländische Macht (Niederlande?, Belgien?, Italien?) käme auf die Idee, Merkel passt ihr nicht mehr (was ich verstehen könnte) und sie müssten mal mit Geheimdienstoperationen einen Aufstand entfachen, damit das dt. Volk Merkel stürzt... Wäre super, oder? Fänden wir ganz toll! Dann kommen andere Staaten hinzu, erklären die Aufständischen, zu den Guten, nennen sie "Rebellen" (statt Umstürzler) und unterstützen sie militärisch... Nach Den Haag (und anschließend ins Gefängnis!) gehören Trump, May und Macron, die unter Bruch jeden Völkerrechts einen souveränen Staat bombardierten!!

    Josef Zimmermann, 15.04.2018,12:23 Uhr:
    Die gestrige Aktion und überhaupt die ganze aufgebauschte Empörung der USA, GB und Frankreich sind nichts anderes als ein inszeniertes Ablenkungsmanöver. Um jeweils von großem innenpolitischen Druck abzulenken und das Wahlvolk wieder hinter sich zu bringen, wird eine Krise inszeniert, in der man mit Bomben und Raketen den starken Mann spielen kann. Das funktioniert auch, wie man sehen kann, sehr gut, denn die Regierungen können sich auf eine völlig ergebene Presse verlassen, die nicht über die wahren Zusammenhänge kritisch aufklärt, sondern die Propaganda von Trump, May, Macron völlig unkritisch nachplappert und an diesem Ablenkungsmanöver durch Feindbildaufbau mitmacht. Das alles ist schlichtweg "WAG THE DOG". Schaut euch nochmal diesen Spielfilm von 1997 an, da wird satirisch gezeigt, was in diesen Tagen leider traurige Realität ist: ein US-Präsident inszeniert um von einem Sex-Skandal abzulenken, ein Medienspektakel mit einer angeblichen Bedrohung durch einen Krieg.

    Franz-Josef, 15.04.2018,12:42 Uhr:
    Josef Zimmermann 12:23 Uhr: Genau das habe ich auch gedacht: Wir erleben gerade ein Realität gewordenes "Wag The Dog". Hätte nie geglaubt, dass so überdrehte Satiren tatsächlich Realität werden können. Aber es ist genauso so. Ein inszenierter Angriff ohne echte Auswirkung als reines Medien-Ablenkungsmanöver. Wenn die Umfragewerte dadurch steigen, wird das mit Sicherheit wiederholt werden

    André, 15.04.2018,13:03 Uhr:
    Wegen des nicht vorhandenen Giftgases nach dem Bombardement gibt es eine Nachricht aus dem Ort des geschehens. Die angebliche Giftgasfabrik war eine Pharmafirma die Medikamente versuchte herzustellen, weil die seit den Sanktionen nicht mehr aus dem Ausland geliefert werden dürfen. Das klingt logisch und mit dem Terminus des Merkel-Regimes ist das plausibel und logisch nachvollziehbar

    Werner Schubert, 15.04.2018,13:15 Uhr:
    Die WHO hat laut "Handelsblatt" vom 11.4. in Wahrheit keine Giftgaseinsatz in Douma festgestellt, da sie überhaupt nicht in Douma war. Sie hat über Berichte von nicht näher benannten "lokalen Partnern" berichtet, dass in Krankenhäusern Personen mit Symptomen einer chemischen Vergiftung eingeliefert worden seien. Diese Berichte waren laut WHO nicht überprüfbar. Jedoch ergaben die Aussagen von Ärzten von Douma, dass keine Spuren von chemischen Vergiftungen festgestellt wurden, sondern dass Rauchvergiftungen wegen eines Brandes in Douma entstanden sind. Diese Aussagen sind im Internet dokumentiert.

    Helmut Krüger, 15.04.2018,13:17 Uhr:
    Wenn einige nicht nachvollziehen können, warum die Syrisch-Russischen Beziehungen entstanden, dann sollen die bitte zuerst Ursachenforschung betreiben und dann schreiben. Also die Russen haben ihren Stützpunkt in Syrien schon lange und es entwickelten sich freundschaftliche gegenseitige Beziehungen. Ich weiß jetzt nicht, ob Russland in Libyen einen Stützpunt hatte. Aber nein, ich glaube nein. Hätte Russland freundschaftliche Bezhiehungen mit Libyen entfalten können, dann wäre die mit Sicherheit eine gleichfalls ehrliche und konsequente gewesen und die ,,Freiwilligen'' hätten keine Flugverbotszone gegen Libyen errichten dürfen um den Terroristen freie Bahn zu bomben. Gaddafis Libyen hätte uns vor afrikanischen Flüchtlingsströmen bewahrt.

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