Montag, 2. April 2018

Moskau hat da noch ein paar Fragen zum "fabrizierten" Fall Skripal

Thema: Skripal

Fall Skripal
Moskau hat da noch ein paar Fragen

Kann im Fall Skripal die Organisation für das Verbot chemischer Waffen vermitteln? Moskau schickte der unabhängigen Behörde Fragen. Zuvor hatte bereits London die OPCW angerufen.

Russland hat die Organisation für das Verbot chemischer Waffen um Informationen im Fall Skripal gebeten. Das Außenministerium schickte der OPCW einen Fragenkatalog zu den Ermittlungen über den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia in Großbritannien.
Unter anderem will Russland wissen, um welche Hilfe Großbritannien die Organisation gebeten hat und auf welche Weise das Gift im britischen Salisbury sichergestellt wurde.

Auch London bat OPCW um Hilfe

Der Fall Skripal entwickelte sich innerhalb weniger Wochen zur internationalen Krise. Die britischen Ermittler gehen davon aus, dass der Ex-Spion und seine Tochter mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurden.

London bezichtigt daher den Kreml als Drahtzieher und hat unter anderem die OPCW um Unterstützung gebeten. Russland weist die Anschuldigungen zurück. Der Ex-Agent befindet sich noch in einem kritischen Zustand. Julia Skripal geht es offenbar deutlich besser.

Russische Diplomaten zurück in Moskau

Insgesamt wiesen westliche Staaten mittlerweile mehr als 140 russische Diplomaten aus. Russland will grundsätzlich in gleicher Münze zurückzahlen. So ordnete Moskau beispielsweise die Schließung des US-Konsulats in St. Petersburg an, nachdem Washington die Schließung des russischen Konsulats in Seattle verfügt hatte.

Am Sonntag kehrte eine erste Gruppe der von den USA ausgewiesenen russischen Diplomaten nach Moskau zurück. Auch vier Angehörige der deutschen Botschaft müssen Russland verlassen. Zuvor hatte Deutschland vier Russen zu unerwünschten Personen erklärt.

Quelle: tagesschau.de

Kommentare

Am 02. April 2018 um 02:53 von Gnom
>>London bezichtigt daher den Kreml
als Drahtzieher und hat unter anderem die OPCW um Unterstützung gebeten.<< Die OPCW wollte UK anfangs möglichst aus den Ermittlungen heraus halten. Warum?
Falls Russland für den Anschlag verantwortlich war, warum benutzte es das Nervengift "Novitchok", das in der UdSSR (Usbekistan) hergestellt wurde und so belastbare Indizien zur vermeintlichen Täterschaft lieferte? Das wäre so, als würde ein Killer seinen Personalausweis neben dem Opfer platzieren... In UK gibt es dieses Gift allerdings ebenfalls und auch in den USA, da einer der Entwickler schon seit den 1990er Jahren dort lebt.
Da Russland von den Ermittlungen ausgeschlossen wurde (sie hätten ja durch Proben die Herkunft und einen chemischen "Fingerabdruck" bestimmen können), bleibt das Scheunentor der Spekulationen weit geöffnet.
Außerdem sehe ich überhaupt kein Motiv bei den Russen! Herr Skripal lebte 8 Jahre friedlich und sorglos in UK. Warum sollte man ihn jetzt zu töten versuchen?

Am 02. April 2018 um 03:12 von Gnom
Der Anschlag sollte größtmögliches Aufsehen erregen!
Ist das nicht, aus russischer Sicht, kontraproduktiv? Besonders kurz vor der Präsidentschaftswahl in Russland wäre der Zeitpunkt doch auch eher ungünstig gewählt...
Pro dieser These: Man könnte einige in der Wahlentscheidung schwankende zur "richtigen" Entscheidung "motivieren" und der gesamten Bevölkerung suggerieren, dass man zusammenhalten muss.
Ähm, ehrliche Frage: Wäre das nötig bei diesem Wahlergebnis?
Contra dieser These: Der Anschlag war "stümperhaft"! Herr Skripal lebt. Das ist zu begrüßen, aber daher war der Anschlag nicht professionell.
Warum sollte man ein Nervengift aus "heimischer" Produktion verwenden? Ebenfalls stümperhaft, falls es die Russen waren (außer, die Russen wollten, dass eventuell eigene Geheimdienstler die Verursacher kennen sollten). Aber mit Abtrünnigen und Doppelagenten verfährt man auch diskret und rechtsstaatlich (Herr Skripal war vor einem Agentenaustausch vier Jahre in Russland inhaftiert).

Am 02. April 2018 um 03:39 von koba
Mein Gott immer wieder dieser Mist...
...Die Briten haben doch sofort nach dem Anschlag die Russen als Täter ausgemacht,das genügt Merkel und sollte uns auch genügen...
Irgendwelche Fragen sind doch nicht mehr nötig...
Putin wars und Punkt...
..die Russen wollen nur ablenken indem sie Beweise fordern... wo gibt es denn sowas...
Der Wertewesten ist beweiss genug...

Am 02. April 2018 um 05:25 von Bernd39
Schon wieder Sonderbares
Russland schickt Fragen an GB und die OPCW. Fragen übrigens, die jeder stellen würde, der auch nur einen schlechten Tatort gesehen hat. Warum also niemand in Deutschland.
Was die Liste der Merkwürdigkeiten erweitert. Auch Frankreich erhielt einen Fragenkatalog. Da uns weder die an GB, noch die OPCW verraten wurden, fiel das ja nicht weiter auf.
Nur, und hier wieder das Problem von Politik und Medien, den Menschen stehen mit IN und Sat-TV eindeutig mehr Kanäle offen.
Man darf also gespannt sein, wann ein Journalist einmal die Frage aufwirft, warum GB Frankreich von Anfang an einbezieht, die OPCW und Russland aber nicht. Erstere ja erst nach 3 Wochen, was schon ein Geschmäckle hat, und Russland als Beschuldigter bis heute nicht.
Apropos Beschuldigter.
Wenn von einigen hier immer wieder davon gefaselt wird, man dürfe dem Täter keine Informationen liefern. Ist nun GB KEIN Rechtsstaat, oder haben davon nur die User mit solchen Thesen keine Ahnung?



Hier folgen die 14 Fragen

Die russische Botschaft in London hat eine Liste von 14 Fragen an das britische Außenministerium geschickt und verlangt, dass es Details der Untersuchung über die Vergiftung des ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter enthüllt.

Die Fragen, die im Folgenden vollständig aufgelistet werden, beinhalten die Forderung, zu klären, ob Proben des Nervengifts А-234 (auch bekannt als "Novitschok") jemals in Großbritannien entwickelt wurden. Die Erklärung der Botschaft nennt den Vorfall, der die jüngste diplomatische Auseinandersetzung ausgelöst hat, einen "gefälschten Fall gegen Russland". Die Fragen lauten:

1. Warum wurde Russland das Recht auf konsularischen Zugang zu den beiden russischen Bürgern verweigert, die auf britischem Territorium zu Schaden kamen?

2. Welche spezifischen Gegenmittel und in welcher Form wurden den Opfern injiziert? Wie kamen solche Gegenmittel in den Besitz britischer Ärzte am Tatort?

3. Aus welchen Gründen war Frankreich an der technischen Zusammenarbeit bei der Untersuchung des Vorfalls beteiligt, bei dem russische Bürger verletzt wurden?

4. Hat das Vereinigte Königreich der OPCW (Organisation für das Verbot chemischer Waffen) die Beteiligung Frankreichs an der Untersuchung des Vorfalls von Salisbury mitgeteilt?

5. Was hat Frankreich mit dem Vorfall zu tun, an dem zwei russische Bürger im Vereinigten Königreich beteiligt waren?

6. Welche Regeln des britischen Verfahrensrechts erlauben die Beteiligung eines ausländischen Staates an einer internen Untersuchung?

7. Welche Beweise wurden Frankreich zur Untersuchung und zur Durchführung der Untersuchung übergeben?

8. Waren die französischen Experten bei der Probenahme von Biomaterial von Sergei und Yulia Skripal anwesend?

9. Wurde die Untersuchung der Biomaterialien von Sergei und Yulia Skripal von den französischen Experten durchgeführt und wenn ja, in welchen speziellen Labors?

10. Besitzt das Vereinigte Königreich die Materialien, die an der Untersuchung durch Frankreich beteiligt sind?

11. Sind die Ergebnisse der französischen Untersuchung dem Technischen Sekretariat der OPCW vorgelegt worden?

12. Aufgrund welcher Eigenschaften wurde die angebliche "russische Herkunft" der in Salisbury verwendeten Substanz festgestellt?

13. Besitzt das Vereinigte Königreich Kontrollproben des chemischen Kampfstoffs, die von britischen Vertretern als "Novitschok" bezeichnet werden?

14. Sind die Proben eines chemischen Kampfstoffes vom gleichen Typ wie "Novitschok" (nach britischer Terminologie) oder dessen Analoga in Großbritannien entwickelt worden?

Eine ähnliche Liste mit 10 Fragen wurde von der russischen Botschaft in Paris an das französische Außenministerium geschickt. Dem Dokument zufolge wollte Moskau wissen, aus welchen Gründen Frankreich an der britischen Untersuchung der Skripal-Vergiftung beteiligt war.

Sie verlangte, dass Paris enthüllt, welche Art von Beweisen Frankreich vom Vereinigten Königreich übergeben wurde, und fragte auch, ob französische Experten im Besitz der Proben des Nervenmittels А-234 (auch bekannt als "Novitschok") oder von Biomaterialien sind, die zu Sergei und Yulia Skripal gehören.

Russland verlangte auch Erklärungen zu dem, was französische Experten zu der Schlussfolgerung veranlasste, dass die Substanz, die bei dem Angriff in Salisbury verwendet wurde, ein Nervengas war: Außerdem wurde kritisch nachgefragt, wie auf А-234 und eine russische Herkunft geschlossen wurde. Die letzte Frage auf der Liste lautete: "Wurden die Proben eines solchen chemischen Kampfstoffes oder seiner Analoga in Frankreich entwickelt und wenn ja, zu welchem Zweck?

Sergei Skripal und seine Tochter Yulia wurden Anfang März auf einer Bank in Salisbury entdeckt, wobei das Vereinigte Königreich behauptete, dass ein von der Sowjetunion entworfener Nervengas gegen sie eingesetzt wurde. Ohne dass eine ordnungsgemäße Untersuchung durchgeführt wurde, verlautbarte London, es sei "sehr wahrscheinlich", dass Russland für den Angriff verantwortlich wäre. Die britische Regierung leitete kurze Zeit später Sanktionen gegen Russland ein, einschließlich der Ausweisung russischer Diplomaten.

Moskau hat alle Anschuldigungen als "Provokation" zurückgewiesen und von der britischen Seite Beweise gefordert. London weigerte sich jedoch, mit Russland in diesem Fall zusammenzuarbeiten, indem es dem konsularischen Personal Russlands den Zugang zur russischen Staatsbürgerin Yulia Skripal verweigerte und den Antrag auf Bereitstellung einer Probe der fraglichen toxischen Substanz ablehnte.

Quelle: RT-Deutsch



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