Dienstag, 1. August 2017

US-Sanktionen gegen Russland zielen auf Europas Energie-Versorgung

Thema: Handelskrieg

Sanktionen gegen Russland
Wirtschaftsminsterin Zypries droht jetzt den USA

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat die geplanten US-Sanktionen gegen Russland kritisiert und den Vereinigten Staaten mit Gegenmaßnahmen gedroht. Das US-Gesetz sehe auch Sanktionen gegenüber deutschen und europäischen Unternehmen vor. "Wir halten das schlicht und ergreifend für völkerrechtswidrig", sagte Zypries den Zeitungen. Deutschland plant mit Russland eine weitere politisch umstrittene Ostsee-Pipeline für Erdgas, deren Finanzierung nun gefährdet sein könnte.

"Die Amerikaner können nicht deutsche Unternehmen bestrafen, weil die sich in einem anderen Land wirtschaftlich betätigen", sagte die Ministerin der Funke Mediengruppe. Zypries bekräftigte erneut, man wolle keinen Handelskrieg. Daher habe man mehrfach dafür geworben, dass die Amerikaner die Linie der gemeinsamen Sanktionen nicht verlassen.

"Leider tun sie es doch. Deshalb ist es richtig, wenn die EU-Kommission jetzt Gegenmaßnahmen prüft", sagte Zypries. Europa sei deswegen "bereit, auch kurzfristig Gegenmaßnahmen ergreifen – auch auf anderen Gebieten".

Die neuen Russland-Sanktionen der USA richten sich gegen wichtige russische Wirtschaftszweige, darunter auch den für Moskau zentralen Energiesektor. Damit soll Moskau für seine Rolle im Ukraine-Konflikt sowie für die mutmaßliche Einflussnahme auf die US-Wahl abgestraft werden. Die seit 2014 bestehenden Sanktionen sollen ausgeweitet werden, neue werden wegen Russlands Unterstützung der syrischen Regierung verhängt.

Die Sanktionen gegen Russlands Energiesektor könnten direkt auch deutsche Projekte betreffen. Vor allem: das Großprojekt Nord Stream 2, das explizit in den Sanktionen erwähnt wird. Die Pipeline soll Erdgas von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland leiten. Das politisch umstrittene Projekt ist eine Kooperation des russischen Energiekonzerns Gazprom und europäischer Unternehmen. Der französische Energieriese Engie und die Konzerne Uniper, Wintershall, OMV und Royal Dutch Shell hatten sich darauf verständigt, 50 Prozent der Projektkosten von 9,5 Milliarden Euro zu übernehmen.

Im Fall von neuen US-Sanktionen gegen Moskau könnte Engie möglicherweise die Ostsee-Pipeline nicht mehr weiterfinanzieren. Falls die US-Strafmaßnahmen auf das Projekt Nord Stream 2 anwendbar seien, würde der Konzern dessen Finanzierung nicht mehr weiterführen, um nicht seinerseits Ziel von Strafmaßnahmen zu werden, bestätigte der Konzern. "Man ist aber noch nicht in dieser Situation", sagte ein Sprecher des Konzerns. Die derzeitige Beteiligung an dem Vorhaben sei hingegen nicht gefährdet, da das geplante Gesetz nicht rückwirkend sei.

Quelle: t-online.de

Kommentare

chrissy-22
Nun wäre das Gebot der Stunde, dass Deutschland ihrerseits die Sanktionen gegen Russland zurückzieht

autofan50
Frau Zypries redet nur. Handeln Sie endlich um Schaden von Deutschland und der EU abzuwenden.USA sind nicht mehr unsere Freunde. die haben einen Handelskrieg gegen uns gestartet.

claudius69
Die amerikanischen Sanktionen gegen Russland sind konsequent auf die Stärkung der amerikanischen Wirtschaft ausgerichtet. Es ist überfällig dass die EU auf ihre eigenen Interessen pocht, und diese auch durchsetzt. Nicht mehr prüfen, sondern handeln!!

druhschba
Die Amerikaner haben die Unruhen im Nahen Osten und in der Ukraine selbst verursacht und belegen deshalb Russland mit Sanktionen , welch ein Widersinn. Europa kauft dann das teure Öl und Gas von den Amerikanern. Politiker dieses Landes wacht endlich auf, trennt Euch von sogenannten Freunden , die nur ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen vertreten, sucht die Verbindung zu Rußland zum eigenen Wohl und hebt die Sanktionen auf.

Koesig
Nicht drohen, handeln. Es ist an der Zeit dass sich die EU, allen voran Deutschland von der "Amerika first" Politik der USA distanziert. Mit weiteren Sanktionen wären die EU-Länder mehr gestraft als Russland und den USA würde es einen wirtschaftlichen Aufschwung bringen. Die EU sollte im Gegenzug die Sanktionen lockern und sich um ein friedliches "Nebeneinander" mit den Russen bemühen.

Jawohlja
Die wirtschaftlichen Beziehungen der EU zu Russland müssen intensiviert werden! Mir ist ein Putin tausendmal lieber als fünf Trump's, der die Welt mit seinen Machenschaften zum Nachteil für alle durcheinander wirbelt!


Kommentare :

  1. "Wirtschaftsminsterin Zypries droht jetzt den USA"!
    Witzig ist diese Dame auch...
    Lakaien bleiben Lakaien, da können sie ihr scheinheiliges Bellen unterlassen.
    Diese "Empörung" ist doch von diesen Transatlantikern nur vorgetäuscht.
    So wie unsere "Weltkanzlerin" samt EU hochgejubelt wurden,war dieser beginnende Untergang absehbar.
    Eine wahrscheinlich kommende Phase der Neuordnung, Machtverteilung ( Märkte inbegriffen) wird ohne EU und D statt finden.
    Erst die Finanzkrise 2008, Autokrise und nun der Energiekrieg, alles ausgelöst durch die USA.
    Nicht vergessen der Verteidigungsfall seit 9/11 und daraus folgende Kriege mit all seinen Folgen und Kosten für den "dankbaren Michel".
    ER lernte nix aus der Geschichte.
    Mitläufertum von Oben bis Unten hat seinen Preis!

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  2. Ja, Klaus so ist das. Es geht niemals um Menschen, sondern nur um Interessen der Lobbyisten, speziell hier um die VSA.
    Nur viele unserer Mitbürger vergessen sehr schnell, wer die Brandstifter sind. Egal ob es sich um Syrien oder die Ukraine handelt.
    Ich knüpfe an meinen Kommentar zum Klima an.
    In Deutschland wären wir von den technischen Voraussetzungen her in relativ überschaubaren Zeitraum in der Lage unsere komplette Gasversorgung über Windgas zu realisieren.
    Dazu hatte ich schon mal ausführlich gepostet, im Archiv abrufbar.
    Nur so viel nochmal Deutschland verfügt über ein durchgängiges Speichernetz für Gas schon heute.
    Dem Netz ist es egal, welches Gas gespeichert und abrufbar ist. Den Verbrauchern entsteht auch kein Nachteil, ob Erdgas oder eben aus Windenergie gewonnenes Methangas zur Verfügung gestellt wird.
    Trifft auch auf die notwendigen kleinen und größeren Gaskraftwerke für die noch notwendige Ausgleichslast für die Stromproduktion zu.
    Politisch nicht durchsetzbar, da die Verquickung der Wirtschaft in diesem Fall mit Russland ein unüberbrückbares Hindernis darstellt. Alleine die Eigentumsverhältnisse an den Speichermedien würden eine derartige Möglichkeit der durchgängigen Verwendung von Methangas verhindern.
    Deshalb bleibt Windgas eher ein dezentrales Projekt und stößt da aber auch auf viel Widerstand, denn Erdgas aus Russland muss verkauft werden. Schlimmer wird es mit Sicherheit, wenn unsere Politiker einknicken und wir Fracking Gas aus den VSA nutzen müssen.
    Schon jetzt laufen die Vorbereitungen entsprechende Voraussetzungen für die Abnahme des Gases zu schaffen, Ausbau der Häfen für die Schiffe usw.
    Da bin ich bei der Umweltbelastung. Fracking ist und bleibt für die Umwelt eine schädliche Technologie, nur wem interessiert das?
    Schäden für Umwelt und Menschen werden dann unsere Politiker und Systemmedien den Michel schon erklären. Denn der Schuldige ist doch schon jetzt bekannt. Er sitzt im Kreml und heißt Putin.

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