Montag, 10. Juli 2017

Presseclub 9.7.2017 - Nach G20: Was bleibt – außer Krawall und Kosten?


So. 9.07.2017, 12.03 - 13.00 Uhr

Nach G20: Was bleibt -
außer Krawall und Kosten?


Zu Gast:


  • Wolfram Weimer (Verleger)
  • Petra Pinzler (Die Zeit)
  • Tanja Busse (freie Journalistin)
  • Sven Afhüppe (Handelsblatt)

  • Moderation:
    Volker Herres
    Bilder: Screenshots

    "Wir brauchen G20 dringender denn je", hatte Angela Merkel kurz vor Beginn des Gipfels im Bundestag gesagt. Was die Probleme der Menschheit anbelangt, hat sie unzweifelhaft Recht: Alle 10 Sekunden verhungert ein Kind, weltweit sind 65 Millionen Menschen vor Krieg und Hunger auf der Flucht. Die soziale Kluft nimmt zu: Laut einer Oxfam-Studie besitzt ein Prozent der Weltbevölkerung mehr als alle anderen zusammen. Gleichzeitig ist unser Planet durch die weltweite Verbrennung von Kohle, Gas und Öl bedroht.

    Klar ist: Die globalen Probleme lassen sich nur gemeinsam lösen. Aus dem Grund hat die Kanzlerin die Mächtigen der Welt am Wochenende in Hamburg zum sogenannten G20-Gipfel eingeladen, um bei der Klima- und Handelspolitik sowie bei der Bekämpfung von Terror und Fluchtursachen zusammenzuarbeiten. Die G20 repräsentieren zwei Drittel der Erdbevölkerung; sie stehen für gut drei Viertel des Welthandels und erwirtschaften rund 85 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Mehr Bedeutung geht also nicht. Sie sind aber auch das Feindbild der Globalisierungskritiker. Der Vorwurf: Die G20 seien weder willens noch in der Lage, die Probleme zu lösen. Schlimmer noch: Sie seien selber für die Ausbeutung von Mensch und Natur verantwortlich. Die Zeichen stehen also von Anfang an auf Sturm. Schon vor dem eigentlichen Gipfel kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Insgesamt 15.000 Polizisten schützen das Treffen der Staatschefs, was den Steuerzahler mindestens 100 Millionen Euro kosten wird.

    Was hat der G20-Gipfel gebracht? Konnten sich die Staats- und Regierungschefs, unter ihnen auch zahlreiche Autokraten und Despoten, überhaupt auf eine gemeinsame Politik verständigen? Wie ist die Polizei mit den zahlreichen Gegendemonstranten umgegangen?

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    Kommentare

    Elke
    Außer Spesen nichts gewesen???? hoffe das der Krieg mit all den vielen Opfern in Syrien ein Ende hat, mehr hatte ich nicht erwartet

    E.Dreier
    Man kann nicht umhinkommen Tanja Bussse zuzustimmen in dem sie sinngemäß meinte die Polizisten wurden verheizt.Man wusste ganz genau das solche Gewaltexesse stattfinden werden,man wollte die Bilder der Gewalt bewusst provizieren um ein Stimmungsbild eben gegen Links zu setzen.Und wer sagt uns das nich ganz bewusst bezahlte Agend Provokareure in den Schwarzen Block eingeschleust werden um die gewünschen Bilder zu erzeugen.Dem IM de Mazaire ist alles zuzutrauen,Was mit eingeschleusten V-Leuten in der rechten Szene funktionierte soll in der linken Szene nicht genauso funktionieren? Ziel ist es nach immer mehr härteren Strafen un letzendlich die Bürgerrechte geziehlt einschränken oder gar abschaffen zu können.Meine Meinung,wers anders sieht kann dagegen argumentieren.

    Andrea Würzig
    Das größte Problem Afrikas ist das unbegrenzte Bevölkerungswachstum. Fairen Handel kann es nicht geben, solange es die EU-Subventionen gegen Afrika gibt, denn so können die Produkte aus Afrika niemals konkurrenzfähig werden.

    Peter Stribl
    Allein schon die Benennung G20 ist entlarvend. Der Rest der 193 in der UNO vertretenen Staaten wird mit dem "Recht" der Stärkeren über den Tisch gezogen. Jean Ziegler hat in dem Zusammenhang 100%ig recht. – Die Scharfmacher in der Runde, die de facto für die marktorientierte Diktatur eintreten, wären gut untergebracht in einer Veranstaltung, die nach 100 Metern gestoppt wird, deren Teilnehmern der Schlaf verboten wird, denen Pfefferspray auf eigene Rechnung serviert wird, Dusche unter Wasserwerfern und Knüppelhiebe inklusive. – Die Diskussion leidet unter der Ausblendung, wie weit rechts sich dieser Staat bereits befindet. Ein Blick auf "Verbotszonen" und die "polizeilichen Maßnahmen" des Hartmut Dudde mag als Hinweis dienen wie auch die Erwähnung von Lea Fleischmanns Buch (1980!) "Dies ist nicht mein Land". Die Demokratie ist pulverisiert worden von Marktmechanismen unter tätiger Mithilfe der "Journalisten".

    Derholter
    Bei der ganzen Diskussion sollten sich die Medien mal wieder überprüfen. Warum wird mehr über die Verbrecher berichtet als über die friedlichen und kreativen Demonstranten sowIe die Inhalte des G20 Gipfels. Für mehr Quote brauchen die Medien aber wieder einen Schuldigen.

    Manfred Rubba
    Es ist ein ganz bösartiges Spiel was die Politiker dieser Welt mit den Menschen betreiben. Wir alle spielen dieses Spiel jeden Tag mit. Vor allen Dingen die Medien haben noch eine ganz besondere Freude an diesem Spiel. Es muss uns allen doch endlich ganz klar sein, dass mit einer Kapital-Währung kein Frieden zu haben ist. Frieden entsteht nur, wenn unter allen Menschen eine WIN-WIN-Situation entsteht. Hoffnung für eine bessere Politik habe ich nur noch, wenn Politiker sich für eine ethische Politik im Einklang mit Mensch und Natur aussprechen. Ein Weg zu weltweitem Wohlstand und Frieden in Harmonie mit der Natur: Gemeinwohl-Währung, Gemeinwohl-Ökonomie, Bedingungsloses Grundeinkommen.

    Hans Zimmer
    Schon im Vorfeld des Gipfels meinte ein Polizeisprecher in einem Interview, das die Polizei gut und modern ausgerüstet sei, und das auch alles eingesetzt werden wird. Oh ja...ich sah im Livestream nagelneue Wasserwerfer (ob die auch Brennstoffe sprühen könnten ?) Polizisten in Kugelsicheren Kampfanzügen mit Helmen wie man sie aus SciFi Filmen kennt, bewaffnet mit Schnellfeuerwaffen samt Laserzielgerät. Panzerwagen mit Räumschilden. Bei entsprechenden Befehlen hätten sie ein gewaltiges Blutbad anrichten können. Man hat damit der Bevölkerung deutlich gezeigt, was ihr im V-Fall blüht, wenn sie gegen das Regime aufstehen sollte. Dank N24/NTV konnte man das sehen, während die Zwangsfinanzierten Staatssender das vertuschen wollten. Dank Internet und alternativen Sendern funktioniert das aber schon lange nicht mehr. Propaganda funktioniert halt nur, wenn man alle Medien unter Kontrolle hat. Will der Innenminister vielleicht deshalb mehr Kontrolle über SocialMedia?

    lisbet, 54
    "Der Staat" hat in Hamburg gut gezeigt, dass er weder fähig noch willens ist Otto-Normal-Doof zu schützen. Wir werden lernen müssen, uns selber zu schützen. Während die "Haute Wolaute" und ihre Entourage gut geschützt in District One (vulgo Elbphilharmonie) saßen, wurden die Existenzen vieler normaler/kleiner Leute von einem gewalttätigen verbrecherischen Mob vernichtet. Und Presse, Funk und Fernsehen sprechen immer noch von Autonomen statt von Links-Terroristen. Was bleibt? Außer Spesen kaum was gewesen. Jetzt schüttet Merkel mal wieder einige Steuergelder aus dem Ärmel (falls überhaupt was ankommt) um die Menschen zu entschädigen. Hinterher steht sie wieder da wie die "Heilige Johanna der Schlachthöfe". (An die Red., das ist ein Theaterstück von Brecht, dessen Inhalte wunderbar passt).

    Elisabeth Maria Wiener
    Persönlich glaube ich nicht mehr, dass heute irgend etwas zufällig passiert. Deswegen frage ich mich nach möglichen Hintergründen und stelle folgende etwas gewagte Annahme in den Raum: Von den Medien wurden bereits im Vorfeld immer wieder drohende Eskalationen angekündigt, die von der Politik aber negiert wurden. Der Schwarze Block wurde lt. Augenzeugen von ausländischen Gruppierungen angeführt! Deswegen kam mir der Gedanke, ob man diese Entwicklungen nicht zuerst (bewusst?) in Kauf nahm, nur um in der Berichterstattung von der friedlichen Massendemonstration abzulenken. Dass zig-Tausend Leute gegen Globalisierung auf die Straße gehen, sollte der Politik aber schön langsam zu denken geben. Anscheinend ist das (geplante?) Ablenkungsmanöver durch die Chaoten irgendwann aus dem Ruder gelaufen. Es ist äußerst bedauerlich, dass man den friedlichen Demonstranten anscheinend keine öffentliche Plattform bieten wollte, letztendlich gibt es jetzt nur Verlierer.

    Barbara,
    Dank an Frau Busse, die so tapfer darum kämpfte, damit auch einige Probleme zur Sprache kamen, die die G20-Staaten global zu verantworten haben. U.a. wies sie darauf hin, dass Afrika über viele intelligente Menschen verfügt, die ihren Kontinent sehr wohl zum Besseren verändert könnten, wenn die global Mächtigen sie nur ließen. Das wäre jedoch nicht in "unserem" Sinne, da schädlich für die Weltwirtschaft und Finanzindustrie. Bitte Hirn anschalten, wenn gleichgeschalteten Medien Propaganda betreiben.... und immer daran denken: wir befinden uns im Wahlkampf!

    Klaus Keller,
    Ich wiederhole mich: "Bei den G20 findet man die Ursache der Probleme. Die Lösungen wären bei der UNO zu suchen." Bei Merkels Verständnis vom "fairen Handel" kommt immer eine Umverteilung von unten nach oben raus. Bei uns soll es fair sein, wenn Unternehmen die Arbeit billig einkaufen können; der Wettbewerb der niedrigsten Löhne und Renten. In Afrika soll es fair sein wenn Großkonzerne über zollfreien Marktzugang die afrikanischen Unternehmer "plattmachen" können. Ich bin begeistert wenn Trump diesen G20 "in die Suppe spuckt". Er ist wohl weniger der Anwalt Afrikas aber immerhin will er seine eigenen Wähler vor Lohndumping schützen. Wir brauchen dringend diese Art von Protektionismus. Auch Merkel ist für Protektionismus, nur will sie über den Investorenschutz in sogenannten "Freihandelsabkommen" die Investoren vor der Demokratie schützen. Marktkonforme Demokratie bedeutet, nur so viel Demokratie wird zugelassen, dass die Umverteilung von unten nach oben nicht behindert wird.


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