Montag, 24. Juli 2017

Presseclub 23.7.2017 - Nachrüstung, Fahrverbot, Absatzkrise - Was ist der Ausweg aus dem Dieseldrama?

So. 23.07.2017, 12.03 - 13.00 Uhr

Nachrüstung, Fahrverbot, Absatzkrise –
Was ist der Ausweg aus dem Dieseldrama?

Zu Gast:

  • Rainer Hank
    Ressortleiter Wirtschaft und Finanzen, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
  • Birgit Marschall
    Parlamentskorrespondentin, Rheinische Post
  • Cerstin Gammelin
    Stellv. Leiterin d. Parlamentsbüros, Süddeutsche Zeitung
  • Klaus Brinkbäumer
    Chefredakteur, Der Spiegel

  • Moderation:
    Jörg Schönenborn
    Bilder: Screenshots

    Mittlerweile wird immer deutlicher: Bei den Dieselmanipulationen haben viele deutsche Autobauer mitgemacht. Das Ergebnis: Auf deutschen Straßen herrscht dicke Luft. In vielen Städten übersteigen die Stickoxidkonzentrationen regelmäßig die Grenzwerte.

    In der nächsten Woche könnte erstmalig per Gericht ein Fahrverbot für Diesel in Stuttgart verhängt werden. Das hätte wohl Signalwirkung für ganz Deutschland.

    Es hat sich ausgedieselt. Wer einen Diesel hat, hat nun ein Problem. Eine steigende Zahl von Wagen sollen nachgerüstet werden, um die Abgaswerte zu verbessern. Immer weniger Autobesitzer wollen einen Diesel fahren und der Wiederverkaufswert der Autos sinkt.

    Haben sich die Autobauer zulange auf den Diesel verlassen? Waren Arbeitsplätze wichtiger als die Gesundheit der Bürger? Welche Mitschuld trägt die Politik? Und braucht Deutschland nun eine Kraftanstrengung in Richtung Elektromobile?

    Sendungshomepage
    Gästebuch

    Kommentare

    Joachim Findeis
    Wie mächtig die Wirtschaft und hier besonders die Autoindustrie ist, haben wir dieser Tage gesehen. Die ganze Zeit konnte Erdowahn tun und lassen was er wollte, uns als Nazis oder Faschisten beschimpfen, Journalisten, Menschenrechtler oder Bürger wie Du und Ich verhaften, den Besuch Deutscher Bundeswehrsoldaten auf NATO-Stützpunkt Incirlik und Konya verweigern. Was macht Mutti, nein nicht die Raute, sie macht was sie immer macht wenn es darauf ankommt, nämlich nix, aussitzen. Und jetzt taucht unter anderem der Autokonzern Daimler oder BASF auf einer angeblichen Terrorliste der Türkei auf, und was passiert jetzt, der Botschafter wird einbestellt, Rüstungslieferungen für die Türkei werden gestoppt, Hermesbürgschaften werden in Frage gestellt, jetzt plötzlich kommt die Bundesregierung in Puschen, wo sie die ganze Zeit gebtsmühlenartig verkündet hat: "Wir müssen mit der Türkei im Gespräch bleiben, wir müssen Diplomatie walten lassen." Nein es geht um Daimler und jetzt geht die schärfere Tonart.

    Jürgen
    Merkel läßt sich in der Welt als Klima-Kanzlerin feiern. Wie absurd ist das denn. Hier in Deutschland sieht das ganz anders aus mit Braunkohle, stinkenden Diesel-Autos und den nicht erreichten und von ihr mutwillig torpedierten CO2-Abgaswerten- zu Gunsten der Autoindustrie. Ihre Ziele hat Merkel nicht erreicht, wenn wir allein an ihre Zeit als Umweltministerin denken mit dem Endlager für Atom in der Asse- wird uns jetzt noch schlecht.

    Alexandra Ivanov
    Leider vergessen die Teilnehmer der Runde (inkl. Moderator), wer die muntere Diskussionsrunden eigentlich finanziert: Der Beitragszahler mit seinen GEZ-Zwangsgebühren. Am Ende der heutigen Sendung hat ein Zuschauer zurecht reklamiert, dass die Anrufer mehr Zeit erhalten sollen, um sich einzubringen. Dies wurde von Herrn Schönenborn lächelnd abgelehnt, weil das ja eine Entscheidung von Phoenix sei und es auch Zuschauermeldungen gäbe, die weniger Zuschauerbeteiligung wünschten. Insgesamt fanden diesen Wunsch wohl alle Teilnehmer sehr lustig, was man auf den Gesichtern ablesen konnte. Man sollte die GEZ-Gebühren einfach abschaffen, mal sehen, wer dann von den Beteiligten noch lacht...

    Hans-Jürgen Ahlers, Celle
    Warum will der ARD-PresseClub in Sachen Energie der größte Lügen-Sender sein? Anfang 2018 kann man den kroatischen Magnetmotor für 3 800 € kaufen. Der leistet 7,5 kW. Wenn der zehn Jahre läuft, kostet die kW/h nur gut 0,5 €-Cent. Wir unteren 99 % wollen dafür nicht mehr 25 Cent bezahlen. Wie lange macht der ARD-PC noch Politik gegen uns untere 99 %? Wann kommt unser Volks-Aufstand? Wollen dann alle Politiker, Beamte und ARD-Redakteure Hartz IV beantragen?

    Martin
    Es muss mehr auf die Schiene verlagert werden. Die Autobahnen sind proppevoll mit LKW. Statt Autobahnen nur noch Staubahnen und Umweltverschmutzung in höchster Potenz. Dass Bahn-Schienen einen erhöhten Nachholbedarf an Instandsetzung haben in Deutschland liegt an der aktuellen Regierung. Sie zieht jährlich Milliarden ab vom Umsatz bei der Deutschen Bahn. Wer wundert sich da noch über die teilweise sehr maroden Schienenetze. Es muss wieder investiert werden Und das Geld muss bei der Bahn bleiben und nicht zweckentfremdet werden.

    Michel Rademacher
    Berechnet man alle Spenden zusammen, verteilen sich die Zuwendungen der Automobilkonzerne wie folgt auf die Parteien: CDU/CSU: 2.885.573 €; SPD: 1.259.552 €; FDP: 1.199.920 €; Grüne: 447.330 €. Mit ca. sechs Millionen Euro in fünf Jahren ist die Autoindustrie damit einer der größten Spendengeber. (Quellen: Rechenschaftsberichte des Bundestages/ Lobbypedia)BMW spendiert den Parteien einen großen Teil ihres Fuhrparks. Für deren klamme Kassen hat dieser Service einen großen Vorteil: Er ist umsonst. Die Raten für die geleasten Autos stellt der Konzern den Schatzmeistern nämlich nicht in Rechnung. Sie werden als Parteispenden verbucht und in den Rechenschaftsberichten ausgewiesen.

    Horst Tischler
    Warum vermeidet man es bisher, diesen Skandal beim richtigen Namen zu nennen? Wer sich an unserer Atemluft oder am Trinkwasser vergreift, ist ein moderner Brunnenvergifter und muss streng bestraft werden. Wer konnte übrigens so naiv sein und glauben, dass es nur einen Autobauer und nicht fast die gesamte Autoindustrie betrifft?

    Rainer Wiebe
    Aus meiner Sicht verschleiert der Begriff "Dieseldrama" was wirklich ist. Nicht der Diesel ist das Problem, sondern das die Abgasreinigung unter den technischen Möglichkeiten blieb: Aus Gründen der Gewinnsteigerung. Hier tritt ein moralischer Verfall der Manager zu Tage, der die Maßstäbe des ehrbaren Kaufmanns weiter hinter sich läßt. Statt die zweifelsohne vorhandene Ingenieurskunst zu nutzen, wurde betrogen, um den Shareholder Value als einzige Zielgröße zu bedienen. Es tritt vollkommen in den Hintergrund, dass Unternehmen in erster Linie den Markt mit Waren und Dienstleistungen bedienen sollen, klar auch mit Gewinn, aber nicht in erster Linie um Geld zu machen. Hat hier die Automobilindustrie versucht, die Finanzdienstleister zu toppen?

    André
    Man nennt dieses Vorgehen Betrug und weil der Staat dabei eine Aktive Rolle spielt sogar Staatsbetrug zu gunsten von Unternehmen,eliten Managern und zu lasten der Bürger.

    Sven Z.
    Lückenpresse, hat Frau Marshall, Frau Merkel bewusst ausgeklammert? Am 15. 10. 2013 hat der Spiegel schon berichtet "Quandt-Spende an die CDU Merkel und der Vorwurf der gekauften Politik. Eine Spende mit Geschmäckle: 690.000 Euro überwies die BMW-Eignerfamilie Quandt der CDU, Kanzlerin Merkel erstritt Schonung für deutsche Autokonzerne bei EU-Abgasnormen. Parteienrechtler kritisieren die Zuwendung scharf - sie halten für besonders relevant, wann die Partei vom Geldsegen wusste".

    Jörg Hammerschlag
    Ich bin sehr gespannt, ob irgend einer der Gäste den Mumm hat, mal klar sagen, wo hier das Problem liegt: Die ganze Geschichte ist ein einziger großer Koruptions- und Lobbyistensumpf. Über Jahrzehnte hinweg ist die deutsche Politik im ganzen Land der Autoindustrie in den Allerwertesten gekrochen. Es geht ja um Arbeitsplätze, bla bla bla. Dass die deutsche KFZ-Industrie inzwischen Millionen von Kunden in der ganzen Welt nach Strich und Faden betrogen hat, dass Umwelt- und Gesundheitsstandarts massiv untergraben und hintertrieben wurden, hat dabei weder Politik noch Industrie interessiert. Das ganze ist ein einziger gewaltiger Skandal. Jede Bezeichnung, die ne Nummer kleiner wäre, wäre eine Untertreibung unangemessner Art.

    Petra
    Wir würden uns wünschen, dass sich Journalisten nicht länger kaufen lassen von dieser Regierung, kritisch berichten und ihre Samthandschuhe endlich ausziehen. Was sich zurzeit abspielt in den Medien ist Volksverdummung hoch drei. Skandale dürfen nicht heruntergespielt werden wie jetzt mit dem Diesel-Drama.

    Mansfeld
    Wenn alle Verfechter der E-Mobilität auch ein E-Auto kaufen würden...... Aber die fahren auch lieber mit einem sparsamen Diesel rum. Es ist wie immer: Viel schwätzen aber machen und zahlen sollen die anderen.

    Andreas J.
    Bitte was war das denn für eine Desinformation zur Brennstoffzelle? "Die funktionieren nur über 0 Grad..."??? Bitte was? Hochtemperaturbrennstoffzellen arbeiten bei 800 ° Celsius! Die in allen deutschen U-Booten verbauten Brennstoffzellen arbeiten höchsteffizient und wartungsarm. Sie müssen eine gewisse bautechnisch bedingte Grösse haben damit sie effizient arbeiten, also liegt das Problem in der Miniaturisierung und nicht bei irgendwelchen Fantasieeinwänden! Wesshalb können die nicht mit Preisen von massengefertigten Produkten mithalten? Weil es Einzelanfertigungen (!) sind! Das war mal ein Schuss in den Ofen, dieser Beitrag von Fr. Gamelin!

    Angelika Stumpf
    Mich würde interessieren warum die Politiker "HANSELN" am Faden der Industrie sind. Ich begreife einfach nicht, was es mit Volkswirtschaft zu tun hat. Wenn Pharmaindustrie, Autoindustrie, Lebensmittelindustrie und wer weiß noch alles unsere Politiker am "Ring durch die Manege" führen. Jetzt kocht mal wieder alles hoch, am 24. Sept. ist alles vergessen und "Gemütlichkeit" wird gewählt. Warum besteht diese Abhängigkeit, eine Fernsehsendung zur Aufklärung der Wähler warum die Industrie eine so große Macht hat, fände ich sehr wichtig. Die Industriellenfamilien wie z.B. Quandt haben doch nicht so viele Wählerstimmenum über unser Land zu bestimmen und Feudalherrschaft ist doch lange abgeschafft, oder?


    1 Kommentar :

    1. Immer wenn es um technische Entwicklungen geht, bleibt die Technik auf der Strecke. Waran liegt das? Nur wenn man sich intensiv mit diesen Fragen beschäftigt, findet man auch Antworten.
      Nach meiner Überzeugung ist das kapitalistische System die Ursache.
      Es geht immer um Wachstum im unbegrenzten Ausmaß. In den hoch entwickelten Ländern ist der Mensch an Grenzen gestoßen, die vorhandene technische Errungenschaften grenzen dabei logischerweise dem unbegrenzten Wachstum ein, wenn man nur das vorhandene ingenieurtechnische Wissen auch praktisch anwenden würde. In der Praxis führt das dazu, dass Interessenkonflikte der Lobbyisten entstehen. Mit unlauteren Mitteln wird versucht, sich weiterhin die Pfründe zu sichern.
      Auch Betrug am Verbraucher wird dazu praktiziert.

      Es ist doch im speziellen Fall nicht der Dieselmotor der Schuldige, sondern das bewusste manipulieren, um technisch vorhandene Lösungen im Interesse der Umwelt aus Profitgründen zu umgehen.
      Dazu möchte ich auf einen Beitrag von Peter Haisenko hinweisen.
      http://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-2017/diesel-wie-politiker-das-geschaeft-der-oelkonzerne-betreiben/

      In Sachen Klimaveränderung, Durchsetzung der Stromgewinnung durch Primärenergiequellen, wie Sonne, Wind, Wasser, Geothermie, Biomasse, stimme ich zwar häufig mit Peter Haisenko nicht überein. Im Laufe der Zeit muss man sich ganz einfach von veralteten Technologien trennen.
      Im Fall der Kernkraft sofort. Allerdings, auch das beschreibt Peter Haisenko in seinen Beiträgen, bleibt das ingenieurtechnische Wissen immer Opfer von Lobbyisten mit Unterstützung der Politiker, egal aus welchem Lager sie kommen.
      Besondere Wendehälse sind dabei die Grünen, da stimme ich mit Peter Haisenko vollinhaltlich überein.
      Eins ist aber sicher, zum Schluss setzt sich immer das ingenieurtechnische Wissen durch, es bleibt nur eine Frage der Zeit. Interessant dazu die Entwicklung der Durchsetzung der Anwendung von EE in den VSA. Dort entsteht ein Massenmarkt, der parallel zur offiziellen Energiepolitik der Trump Regierung zu beobachten ist.

      AntwortenLöschen