Freitag, 2. Juni 2017

2. Juni 1967 - Benno Ohnesorg - Chronik einer Hinrichtung

Thema: Es war ein Anfang

Benno Ohnesorg -
Chronik einer Hinrichtung

Von Margot Overath

Bis heute gehört der 2. Juni 1967 zu den wichtigsten Daten der deutschen Nachkriegsgeschichte: An diesem Tag erschoss der Westberliner Polizist Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg. Die Studentenbewegung wuchs und radikalisierte sich.


Foto von der WDR5 Seite
Der Verdacht auf Vorsatz stand schnell im Raum, doch zu einer abschließenden Klärung der genauen Umstände der Todesschüsse kam es nicht. Trotz erdrückender Beweislast wurde Karl-Heinz Kurras nie für seine Tat verurteilt. Ermittler fanden heraus, dass die Berliner Polizei Indizien für den Mord systematisch vertuscht hatte. 2009 wurde Kurras als Stasi-Spion enttarnt. Das löste zwar neue staatsanwaltliche Ermittlungen aus, das Verfahren wurde jedoch nicht wieder aufgenommen. Seit 15 Jahren beschäftigt sich die preisgekrönte Autorin Margot Overath mit dem Thema. Für ihr neues Feature sprach sie mit Zeitzeugen und beteiligten Polizeibeamten über die Tat und deren Folgen bis heute. Wie gelang es der Polizei, Kurras vor der Bestrafung zu schützen? Und: Welche Rolle spielte die deutsche Justiz?
Das Feature steht nach der Sendung befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung. - hier -
Den Podcast können Sie hier abspielen

und hier das Transscript lesen:
Dok 5 – Das Feature - Benno Ohnesorg – Chronik einer Hinrichtung
Transscript des WDR

» der Kommentar des Blogschreibers «

Es war ein Anfang in der Reihe Vertuschen und Verfälschen bei der Polizei und bei Behörden und viele weitere sollten folgten. Dieser Fall ist keine Ausnahme und Karl-Heinz Kurras ist keines der viel zitierten "schwarzen Schafe"!
NSU-Morde, Sachsensumpf, Silvester in Köln, um nur einige zu nennen, gehören in die Reihe.
Ob das Vertuschen und Verfälschen von Seiten der Politik auch zu den "westlichen Werten" gezählt wird?

1 Kommentar :

  1. Hallo Gerd, vielen Dank für dieses Feature. Ich hatte ja schon am 21.05.17, 02:42 meine Betroffenheit über diesen Mord von vor 50 Jahren zum Ausdruck gebracht. Erstaunlich ist auch, dass die ARD eine ebenfalls gute Doku zu dieser grauenvollen Tat gesendet hat. Leider geschieht dies immer zu später Stunde.

    Danke auch an Fritz für die Erinnerung an Philipp Müller. Die Adenauer Ära war mehr als schuldig an diesen Morden. Und knapp ein Jahr später folgten Ostern1968 nach dem Mordanschlag auf Rudi Dutschke die großen Protestaktionen gegen Axel Springer und seinen Verlag. Noch heute spüre ich die Angst vor der geballten Polizeimacht, die plötzlich wie aus dem Nichts auftauchte. Wir hatten wie immer friedlich demonstriert.

    Herbst

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