Freitag, 14. April 2017

Nie wieder Masseneinwanderung nach Terror-Anschlag in Schweden

Thema: Terror

Schweden:
Premierminister verkündet Ende der Masseneinwanderung nach Terror-Anschlag durch abgelehnten Asylbewerber

Der schwedische Premierminister Kjell Stefan Löfven spricht von einer Kurs-Korrektur des Landes: "Schweden wird nie mehr zurück zur Masseneinwanderung kehren, wie wir sie im Herbst 2015 hatten." Der mutmaßliche Attentäter von Stockholm stammte aus Usbekistan und war einer von 12.000 Personen in Schweden, die eine Absage ihres Asylgesuchs erhielten.

In seiner Beileidsbekundung für die Opfer des Terror-Anschlags von Stockholm beteuerte der schwedische Premierminister Kjell Stefan Löfven von der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens (SAP) nun eine Kurs-Korrektur des Landes:
    Schweden wird nie mehr zurück zur Masseneinwanderung kehren, wie wir sie im Herbst 2015 hatten.“
    (Stefan Löfven, Premierminister Schweden)
Schwedens Innenminister Anders Ygeman folgt seinem Regierungschef nahtlos:
    Wir müssen mehr handeln. Es ist selbsterklärend, dass diejenigen, die kein Recht auf Asyl oder Schutz haben, zurückgehen müssen.“
    (Innenminister Ygeman, Schweden)
Stunden nach dem Anschlag in Stockholm wurde Rachmat Akilov in Märsta rund 40 Kilometer nördlich von Stockholm festgenommen. Obwohl er verletzt war, war es ihm den Medienberichten zufolge in der allgemeinen Panik nach dem Anschlag gelungen, in die nächste U-Bahnstation zu flüchten, den Flughafenexpress zu nehmen und am Flughafen dann einen Bus nach Märsta zu besteigen.

Kurze Zeit später wurde er dort am Steuer eines weißen Lieferwagens festgenommen – er hatte sich offenbar an einer Tankstelle derart seltsam verhalten, dass das Personal Verdacht schöpfte und die Polizei alarmierte. Laut „Expressen“ gestand Akilow die Tat sofort: Er habe sein Ziel erreicht und sei „zufrieden mit dem, was er getan habe“, zitierte das Blatt die Ermittler.

Zehntausende Abgelehnte untergetaucht

Laut Polizei stellte Akilow 2014 einen Antrag auf ständige Aufenthaltsgenehmigung, doch wurde dieser zwei Jahre später abgelehnt. Vor seiner Zwangsabschiebung tauchte er unter, seit Ende Februar wurde er deshalb von der Polizei gesucht.

Schon vor Akilov, gab es Attentäter mit abgelehntem Asylantrag, die Anschläge in Schweden ausübten. Abraham Ukbagabir, der für den Doppelmord im schwedischen Ikea in Västeras verantwortlich war, machte öffentlich, dass das Ablehnungsbescheid ihn zu der Tat verleitet habe.

Akilov war einer von 12.000 Personen, denen die schwedische Einwanderungsbehörde eine Absage seines Asylgesuchs erteilte. Aber anstatt das Land zu verlassen, tauten sie unter. Die schwedischen Behörden fürchten, dass die Zahl der Untergetauchten in den kommenden Jahren noch weiter steigen wird.

Attentäter zuvor kaum „religiös“

Nach dem Anschlag in Stockholm entsteht nur langsam ein Bild des mutmaßlichen Attentäters. Den dürren Angaben der schwedischen Ermittler zufolge handelt es sich um einen 39-jährigen Usbeken mit Sympathien für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und andere radikalislamische Gruppierungen, der vor seiner drohenden Abschiebung untergetaucht war.

Bekannte und Kollegen wissen nur wenig über den vierfachen Familienvater und Bauarbeiter zu berichten: Demnach war er „wenig religiös“, „trank und feierte“, war aber ansonsten eher „zugeknöpft“.

Nach Informationen von „Aftonbladet“ veröffentlichte Akilow allerdings auf seiner Facebook-Seite Propaganda-Videos des IS und kommentierte eine Aufnahme von blutenden Menschen nach dem Anschlag auf den Bostoner Marathon mit „Gefällt mir“. Mehrere seiner Facebook-Bekanntschaften sollen laut „Expressen“ Verbindungen zu der radikalislamischen Gruppierung Hezb ut-Tahrir haben. Sie ist in vielen Staaten verboten, darunter auch in Usbekistan, wo sie lange Zeit über eine große Anhängerschaft verfügte.

Akilow kam als illegaler Gastarbeiter

Die beiden Zeitungen „Expressen“ und „Aftonbladet“ gaben den Namen des 39-Jährigen mit Rachmat Akilow an. Er kam demnach als illegaler Gastarbeiter aus Usbekistan nach Schweden, wo er vorwiegend auf Baustellen arbeitete. „Er kam für die Arbeit nach Schweden, um seiner Familie Geld nach Hause zu schicken“, sagte eine Bekannte „Aftonbladet“.

Medienberichten zufolge soll er mehrere Monate lang eine Wohnung in dem Stockholmer Arbeiter-Vorort Varberg gemietet haben. Ermittler hätten sie am Wochenende durchsucht.

Eine Frau, die an Akilows offizieller Adresse anzutreffen war, sagte, er habe nicht wie ein religiöser Fanatiker gewirkt:
    Er sprach nie über Politik oder Religion. Was ich so mitbekam, betete er auch nicht fünf Mal am Tag.“
    (Bekannte von Akilow)
Pierre Svensson, für den Akilow Ende des vergangenen Jahres mehrere Wochen lang bei einem Asbestsanierungsprojekt in Stockholm arbeitete, beschrieb den Usbeken als sehr zurückhaltend: „Er stach nicht besonders hervor“, sagte Svensson der Nachrichtenagentur AFP.

„Er tat seine Arbeit. Ich würde ihn nicht gerade als gesellig beschreiben – wir sagten ihm, was er zu tun hat und das tat er dann“, fügte Svensson hinzu. Zudem habe er kaum Schwedisch gesprochen. Als Akilow Anfang des Jahres seinen Job verlor, verbrachte er seine Tage „mit Schlafen und Rauchen“, wie ein ehemaliger Kollege berichtete.

Ein anderer ehemaliger Arbeitgeber erzählte, der Mann habe einmal angegeben, im Umgang mit Sprengstoff ausgebildet zu sein. (afp/so/sm)

Mit freundlicher Genehmigung von EpochTimes.de



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