Donnerstag, 30. März 2017

UNO-Ermittler im Kongo tot aufgefunden

Thema: UNO-Einsatz im Kongo

Bericht zu Waffenhandel
Rebellen enthaupten UNO-Ermittlerin im Kongo

Die Polizei im Kongo hat zwei Leichen entdeckt. Dabei soll es sich um zwei entführte UNO-Mitarbeiter handeln, die zum Waffenhandel recherchierten.

Nach dem gewaltsamen Tod von zwei UNO-Mitarbeitern in der Demokratischen Republik Kongo hat UNO-Generalsekretär Antonio Guterres die Behörden des Landes zur Verfolgung der Täter aufgefordert. Die beiden UNO-Mitarbeiter waren Mitte März in der Unruheprovinz Kasai-Central entführt worden.

UNO-Generalsekretär Guterres sagte am Dienstagabend in New York, die Vereinten Nationen würden «alles in ihrer Macht Stehende tun», damit die Täter zur Rechenschaft gezogen werden könnten.

Er vertraue darauf, dass eine «vollständige Untersuchung des Vorfalls» durch die kongolesischen Behörden erfolge. Auch die UNO würden die Umstände des Todes der beiden Mitarbeiter untersuchen.

Guterres forderte die Behörden der Demokratischen Republik Kongo auf, die vier kongolesischen Staatsangehörigen aufzuspüren, die die beiden UNO-Mitarbeiter im Auftrag der Vereinten Nationen begleiteten.

Die Regierung in Kinshasa hatte am Dienstag den Fund der beiden getöteten UNO-Experten bekannt gegeben, eine der Leichen war enthauptet.

Recherchen zum Waffenschmuggel

Der aus den USA stammende Michael Sharp und die Schwedin Zahida Catalan waren am 12. März in der Unruheprovinz Kasai-Central entführt worden, wo sie für die UNO Recherchen etwa zu Waffenschmuggel machten.

Ein Regierungssprecher sagte, die örtliche Polizei habe Leichen entdeckt, darunter die der beiden UNO-Experten. Die Leiche der Frau sei enthauptet gewesen. Sharp und Catalan waren zusammen mit vier Kongolesen – einem Übersetzer und drei Motorradtaxifahrern – entführt worden.

Die Provinz Kasai-Central wird seit Mitte August von Kämpfen zwischen Rebellen und Sicherheitskräften erschüttert. Auslöser war die Tötung eines Dorfvorstehers bei einem Militäreinsatz.

Die Gewalt dehnte sich auch in die benachbarten Provinzen aus. Am Montag warf die kongolesische Polizei den Rebellen ein «Massaker» an 39 Beamten vor.

John Sharp, Vater des ermordeten UNO-Experten, berichtete auf Facebook von dem Leichenfund. Bei den Toten handle es sich vermutlich um seinen Sohn und dessen Kollegin. Letzte Gewissheit würden DNA-Proben und ein Gebiss-Abgleich bringen.

Längste UNO-Mission

Die zwei ermordeten UNO-Experten gehörten einer Mission an, die auf der Grundlage einer UNO-Resolution aus dem Jahr 2004 jedes Jahr einen Bericht über die Lage in der Demokratischen Republik Kongo anfertigt. Dabei geht es vor allem um Waffenschmuggel. Fast 19'000 Blauhelmsoldaten sollen im Rahmen der Monusco für Sicherheit in dem zentralafrikanischen Land sorgen. Hundert UNO-Soldaten wurden wegen der Rebellion nach Kasai entsandt.

Der 1999 ins Leben gerufene UNO-Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo ist die am längsten andauernde und teuerste Friedensmission der Vereinten Nationen. Der UNO-Sicherheitsrat will am Mittwoch über die Verlängerung des Mandats der UNO-Stabilisierungsmission Monusco abstimmen. (chk/sda)

Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

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