Mittwoch, 1. März 2017

Die Terrormiliz IS missbraucht auch Tiere für ihre Attentate

Thema: Krieg im Nahen Osten

Kampf um Mosul
IS bindet Welpen Sprengstoff um

Die irakische Armee drängt den «Islamischen Staat» in Mosul immer weiter zurück. Die Terrormiliz setzt sogar auf Tiere für ihre Attentate.

Milizen der schiitischen Volksmobilmachung al-Hashd al-Shaabi entschärfen den Sprengsatz auf dem Rücken des Hundewelpen (Quelle: iraqinews.com)Screenshot.
Für den aussichtslosen Kampf um ihr Überleben in Mosul spannt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) jetzt auch Streuner als Sprengstoffträger ein. Ein Video zeigt drei irakische Milizen, wie sie sich um einen Welpen kümmern, dem die Extremisten eine tierische Selbstmordweste umgebunden hatten: Der Hund trägt drei mit Sprengstoff gefüllte und mit Drähten verbundene Petflaschen auf dem Rücken.

Den drei Männern gelang es offenbar, den Sprengsatz zu entschärfen. «Tiere zu misshandeln, das ist das Neuste von Daesh (Akronym für IS)», sagt einer. Ein anderer wundert sich: «Was für eine Sünde der Hund wohl begangen hat?»

Iraqinews konnte die Authentizität des Videos nicht verifizieren. Dass die Kämpfer der Terrormiliz nebst Selbstmordattentätern und bewaffneten Drohnen auch auf Tiere für ihre Zwecke missbrauchen, deuten Beobachter als Zeichen der Verzweiflung, zumal die irakischen Sicherheitskräfte den IS in Mosul immer weiter zurückdrängen.

Kontrolle beider Brückenenden

Einheiten der Polizei brachten am Montag nach eigenen Angaben auch den westlichen Zugang zu einer der wichtigsten Brücken über den Tigris unter ihre Kontrolle.

Den Ostteil der nordirakischen Grossstadt hatte die irakische Armee bereits vor rund einem Monat erobert. Die Truppen hätten nun das Viertel Al-Dshusk erobert und kontrollierten auch den westlichen Zugang zu der teilweise zerstörten Brücke im Süden von Mosul, sagte Militärsprecher Jahja Rasul der Nachrichtenagentur AFP.

Dies bedeute, dass die irakische Armee die Brücke auf beiden Seiten kontrolliere. Die sogenannte vierte Brücke von Mosul ist die südlichste der fünf Brücken in der irakischen Stadt. Sämtliche Brücken sind durch die Kämpfe mit der Terrormiliz IS beschädigt und können nicht genutzt werden.

«Der Feind ist gebrochen»

Ingenieureinheiten sollen nun eine Pontonbrücke bauen, um die Soldaten an der Front auf der westlichen Seite mit den bereits eroberten Stadtteilen im Osten zu verbinden.

Nach Angaben Rasuls haben Eliteeinheiten des Innenministeriums zwei Viertel am westlichen Ufer vollständig erobert. Ein weiteres Viertel hätten die Anti-Terror-Einheiten unter Kontrolle gebracht. Die Strassenkämpfe seien «sehr intensiv», sagte Rasul. «Aber unsere Truppen sind tief im Westen, der Feind ist gebrochen.»

Die Offensive der irakischen Sicherheitskräfte läuft seit Mitte Oktober. Mossul ist die letzte Hochburg des IS im Irak. Sollten die sunnitischen Extremisten die Grossstadt verlieren, wären sie im Irak militärisch weitestgehend besiegt. (gux)

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.20min.ch

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