Montag, 24. Oktober 2016

Presseclub - 23.10.2016 - Reden oder klare Kante zeigen – wie gehen wir mit Russland um?



Reden oder klare Kante zeigen –
wie gehen wir mit Russland um?

Presseclub - So. 23.10.2016, 12.03 - 13.00 Uhr
Russland als Aggressor in der Ostukraine, Russland verantwortlich für den Tod von Zivilisten in Syrien - die Vorwürfe des Westens gegen Russland und seinen Präsidenten Wladimir Putin wiegen schwer. Bundeskanzlerin Merkel sprach von einem „menschenverachtenden Bombardement“ auf die syrische Stadt Aleppo.

Zu Gast:

  • Alois Kösters, Chefredakteur der "Volksstimme"
  • Dmitri Tultschinski, Freier Journalist
  • Julia Smirnova, Moskau-Korrespondentin, "Die Welt"/"Welt am Sonntag"
  • Stefan Kornelius, Ressortleiter Außenpolitik, Süddeutsche Zeitung

  • Moderation:
    Jörg Schönenborn
    Bilder: Screenshots

    Die Europäische Union hat die Angriffe scharf verurteilt, droht aber nicht mit neuen Sanktionen gegen Russland. Denn neue Sanktionen sind auch in Deutschland umstritten: Während sich Merkel offen dafür zeigte, lehnen sie etwa ostdeutsche Ministerpräsidenten ab. Auch die Interpretationen von Putins Berlin-Besuch diese Woche gehen hierzulande auseinander: Einige werten ihn als Propagandaerfolg des russischen Präsidenten, andere als richtigen Schritt hin zu mehr Dialog mit Russland.

    Woher rührt das fehlende Verständnis zwischen Russland und dem Westen? Sollten wir mit Russland eher reden oder besser klare Kante zeigen? Und was würden neue Sanktionen gegen Russland bewirken?

    Link zu den 563 Kommentaren
    einige Kommentare

    Paula
    Seit seinem Interview mit Putin läßt Schönenborn keine Gelegenheit aus Putin schlecht zu machen. Putin hatte Schönenborn seinerzeit den Spiegel bzgl. der deutschen Medien vorgehalten. Womit Putin übrigends recht hatte.

    Keppelen Juliana
    Herr Kornelius ist ein "Transatlantiker" und hat schon gegen Herrn Schröder gewettert weil der die Teilnahme am Irakkrieg verweigerte. Diesen Herrn einzuladen wenn es um Frieden geht ist für die Zuschauer eine Zumutung. An dem ganzen Nahost-Desaster sind eindeutig die USA schuld. Die Destabilisierung des Nahen-Osten steht schon lange geplant das Hat Herr Wesley Clark uns dankenswerter weise verraten 7 Länder in 5 Jahren. Als da wären Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Suda und Iran wir können uns also noch auf was gefasst machen. Jetzt haben diese bösen, bösen Russen einfach Sand in das Tötungsgetriebe gestreut und der Aufschrei der ursprünglichen Kriegstreiber ist groß. Nur zur Info die US Boys und eine Koalition der Willigen bombardieren in Syrien schon seit 4 Jahren und der Aufschrei blieb aus obwohl in den 4 Jahren hundertausende Menschen fliehen mussten und da war von Russen weit und breit nichts zu sehen.

    Niko
    Man könnte den Eindruck gewinnen, der Presseclub ist zu einer Kungelrunde der Atlantibrücke degeneriert. Warum komme ich zu dieser Einschätzung? absolut einseitige Schuldzuweisungen gegen Russland, kein Wort über die gleichzeitig stattfindenden Greueltaten im Jemen und Mosul.

    gertraud anna
    Eigentlich war ich bisher vor allem von Herrn Schönenborn als Moderator sehr angetan! Aber Russland "bashing" gehört offensichtlich zur öffentlich-rechtlichen "Staatsraison"! Oder wie soll man eine solche Runde " 4: 1" verstehen ? Bei der auch noch der " Alleinstehende" nicht mal ausreden durfte ! Übrigens frage ich mich ob die Opfer von türkischen oder amerikanischen Flugzeugen weniger Beachtung verdienen als die der russischen !! Wundern sie sich nicht über Politik- und Medienverdrossenheit

    Karlheinz(Kalla)
    In welchen westlichem Land wird erst geschossen(die Hautfarbe ist entscheidend) und dann nach Dokumenten gefragt? Ja genau in den USA.

    Guenter Grossmann
    Ich wünsche mir, dass man alle Präsidenten von afrikanischen, arabischen, asiatischen, europäischen, us-amerikanischen und sowjetischen/russischen Staaten, die das Völkerrecht in den letzten 30 Jahren gebrochen haben oder denen man Völkermord, Folter u.ä. vorwerfen kann vor ein internationales Gericht gestellt werden. Wo waren die EU-Sanktionen bei den widerrechtlichen Krieger der USA, GB, Frankreich, Saudi Arabien usw.? Was wäre, wenn Russland morgen alle Kampfhandlungen in Syrien einstellt, was würde mit den Zivilisten in Aleppo und in den anderen Kampfgebieten passieren? Wen bekämpft der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle mit 18 Jagdbombern in Syrien? Wen bekämpfen vom Mittelmeer aus die US Flugzeugträger „Harry S. Truman" und "Dwight D. Eisenhower"? Wo sind die Sattelitenaufnahmen und Luftaufklärungsaufnahmen als Beweise für die Einsätze Russlands, Syriens, der Rebellen und Terroristen auf Zivilisten, Krankenhäuser und UN-Transporte?

    Klaus Keller
    13:59 Uhr: Die Eingangsstatements waren gut, das Schlusswort war gut (Verfahren). Ansonsten schließe ich mich fast vollständig den Ausführungen von Dmitri Tultschinski an, so wie ich mich in früheren Sendungen Beiträgen von Jörg Todenhöfer anschgeschlossen habe. Das hat nichts damit zu tun, dass ich die russische Seite so gut finde. Mit etwas kritischer Distanz finde ich nur unsere westliche Seite so schlecht, heuchlerisch und verlogen. Russland will den Stützpunkt in Syrien behalten, die USA arbeiten rücksichtslos dagegen. So wie die USA in Afganistan mit Osama bin Laden zusammengearbeitet haben sind sie heute mit Al Nusra verbündet. Zum Thema Verlogenheit: sehr lange Zeit wurde die Beteiligung der Terrororganisationen Al Nusra in deutschen Medien verschwiegen. Westliche Propaganda unterscheidet sich nicht so sehr von östlicher Propaganda. Meine Sanktionen: Boykott von US-Waren; das ist aber mehr begründet in Wirtschaftpolitik, TTIP und Spionage von NSA oder Unternehmen wie Google, Facebook usw

    D.Schulz,
    @Pavel Deutscher die USA beschhützen uns nicht, wie kommen Sie auf dieses Brett. Die USA sind unsere Besatzer, immer noch. Daher wird auch alles von unserer Kanzlerin abgenickt. Ganz brav.

    Wolfgang auf Kuala Lumpur
    Ich höre immer wieder Sanktionen gegen Russland. Henry Kissenger bezeichnete Sanktionen als einen Abwesenheit von Politik. Mit anderen Worten, die bringen nichts. Erstaunlich ist, was für unbedarfte Leute sich zum Thema Syrien äußern. Die Lage ist kompliziert und ohne ein Wissen über die Historie überhaupt nicht zu verstehen. Bevor man sich dazu auch als Journalist auslässt, empfehle ich, sich erst einmal nachhaltig mit der Geschichtlichen Entwicklung zu beschäftigen. Putin ist wahrscheinlich der einzige der da versteht was da abgeht. Er kennt offenbar die Historie. Weder er noch Assad sind Verletze der Menschenrechte. Die Menschenrechte werden von Saudi-Arabien permanent verletzt. Dieses Land kommt das gleich nach Nordkorea. Und zum Schluss. Lt. Roland Dumas, ehem. franz. Außenminister wurde der Krieg in Syrien 2010 von London aus geplant. Fakt ist auch, dass bei FREIEN Wahlen in Syrien Assad mit etwa 70% Zustimmung rechnen kann.

    Gerd Dietrich
    Russland soll für die Fluchtursachen verantwortlich sein? Was für ein Unsinn! Soweit mir bekannt ist, haben die Russen erst ab September 2015 eingegriffen, mit dem Ziel, keinen Unterschied zwischen "Terroristen" und "gemäßigten Terroristen" zu machen wie die USA, und alle zu bekämpfen. Die USA waren schon mindestens 4 Jahre früher dort in Syrien und haben ihre "Stellvertreter", die "gemäßigten Terroristen", mit Waffen versorgt und im Kampf gegen die reguläre, syrische Armee unterstützt. Wie also kann Russland für die Flüchtlinge verantwortlich sein wenn sie erst ein Jahr dort sind, der Krieg aber schon 5 Jahre andauert? Warum wird nicht mal "Klare Kante" gezeigt und die tatsächlichen Verursacher und Verantwortlichen für das Chaos im gesamten Nahen Osten öffentlich angeprangert?

    Hannes 70
    Ich würde Herrn Cornelius gerne fragen, wann denn Putin, seiner Meinung nach alle Bedinungen erfüllt hat, um als Gesprächspartner ernsthaft in Frage kommt? Müsste dazu Russland aus Syrien komplett abziehen, den Stützpunkt in Tartus also einfach aufgeben? Danach dann die Krim an die Ukraine zurückgeben, den Stützpunkt in Sewastopol an die USA übergeben? Müsste die Syrische Armee dann die Waffen niederlegen, müsste Assad gepfählt wie Gaddafi oder gehängt wie Sadam Hussein oder angeklagt in Den Haag wie Milosevic (äh, halt, das passt jetzt nicht so ganz, der war ja auch der leibhaftige Satan während des Jugoslawienkrieges, wurde dann aber freigesprochen) werden? Oder ist es erst genug, wenn die Rohstoffe Russlands endlich an die US-amerikanischen Konzern zur Ausbeutung gegeben werden? Oder reichte das alles nicht aus, müsste auch Putin gepfählt, gehängt oder in den Haag verurteilt werden, damit endlich Ruhe ist? Und wer sollte in Syrien die Macht übernehmen, Islamisten, oder ...

    Heinz-Jürgen Kelm
    Der "Rechercheverbund" von SZ, WDR und NDR hatte wieder Gelegenheit, seine abstrusen Meinungen zu verbreiten. Danke Herr Kornelius. Es wird nicht erwähnt, wer überall die Kriege angezettelt und sich hernach aus dem Staub" gemacht hat. Assad ist ein demokratisch gewählter Präsident - ob gemocht oder nicht. Die USA mit ihrer Unterstützung für fast alle Terrorgruppen in Syrien, sollten erstmal zu Hause Ordnung schaffen und abwarten, was denn der Herr Trump dann anfängt. Dann reden wir weiter über die Nato-Erweiterung im Osten und auch über Herrn Putin.

    Neuester Roland K.
    "Verfahren" (Schönenborn) ist die Lage, weil Merkel den Karren wieder mal in den Dreck gefahren hat. Putin-Bashing allein ist keine Strategie. Zum Beispiel hätte die Zerstrittenheit der Europäer bezüglich des Themas Sanktionen viel stärker thematisiert werden müssen. Und apropos humanitär: Warum wird nicht über den Stopp deutscher Waffenexporte diskutiert? *** Immerhin hat Herr Schönenborn trotz des undemokratischen 4:1-Verhältnisses eingeräumt, dass es zwei Meinungen am Tisch gibt. Die ausgewogeneren Töne sind zweifellos dem Umstand geschuldet, dass neue Sanktionen gegen Russland vor allem die deutsche Wirtschaft treffen würden, die bereits unter den bestehenden Sanktionen ächzt. jammert und stöhnt. Die Arbeitnehmer dürfen gern arbeitslos werden. Aber wäre es nicht furchtbar, wenn den Konzernen noch mehr als bisher schon die Profite wegbrechen?

    Hans Zimmer
    Sehr geehrter Herr Schöneborn, erwartungsgemäß konnte die heutige Atlantikbrückenrunde, äh, Presseclubrunde keinerlei Mehrwert für den Zwangsgebührenzahler generieren. In der WDR-Welt gibt es in Syrien ausschließlich „verrückte Russen, die alles einfach ohne System bombardieren“ (Kornelius). Da muss man sich natürlich sofort Gedanken machen, „wie man Putin wehtun kann?“ (Schönenborn). Da gibt es keine Erdgasfelder zwischen Iran und Saudi-Arabien. Da gibt es keine USA, die bomben, da gibt’s keine Nato, die bommt. Da gibt’s keine konkurrierende Pläne für Pipelines durch Syrien, da gibt’s keine Regime-Changes. Wer es schafft all dies in 60 Minuten bei dem Thema unter den Tisch fallen zu lassen, zeigt für wen er arbeitet. Ich wünsche Ihren Gästen eine schöne Woche im Borchardt bei Kaviar und Schampus und Ihnen eine schöne Woche im Elfenbeinturm der GEZ oder bei der Atlantikbrücke.

    Luz María De Stéfano
    Gute Beziehungen mit Russland durch einen höflichen und transparenten Umgang mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, sind eine Selbstverständlichkeit. Vor allem für Deutschland, Italien, Ungarn, ja für die Mehrheit der europäischen Staaten. Dagegen macht die unverfrorene negative Haltung der neokolonialen europäischen Mächte Großbritannien und Frankreich eine vorurteilsfreie Kommunikation mit Moskau fast unmöglich. Sie tendieren dazu, solche Kommunikation zu torpedieren und die Sachlage, gerade auch hinsichtlich des russischen Engagements in Syrien, auf den Kopf zu stellen. Natürlich ist es völlig haltlos und abwegig, Russland Kriegsverbrechen in Syrien zu bezichtigen, vor allem in Bezug auf Aleppo. Der Kreml ist auf Bitte der Regierung in Damaskus seit Oktober 2015 in Syrien militärisch engagiert und unterstützt die syrische Armee mit Luftangriffen bei der Verteidigung des Landes gegen ständige terroristische Attacken und Angriffe von Banditen und Horden, di ...

    Wolfgang Giebler
    Ich stelle fest, dass die aktuelle - sehr einseitige - Darstellung der Krisen in Syrien und der Ukraine zu einer extremen Radikalisierung einiger Zuschauer geführt hat. Man sollte aber die Kirche im Dorf lassen und dabei Ursache und Wirkung nicht vertauschen. Obama hat in einem Interview zugegeben, dass die USA den Putsch in der Ukraine finanziert hat, ein Putsch deshalb, weil der damalige Präsident ohne die erforderliche 3/4-Mehrheit im Parlament abgesetzt wurde. Noch heute steht das US-Department of State auf der Internetseite der Arsenij Jatsenyuk Foundation (openukraine.org). Eben dieser Jatsenjuk war der Wunschnachfolger der USA gem. einem Telefonat von Victoria "Fuck the EU" Nuland. Auch in Syrien hat die USA den Aufstand gegen Assad mitfinanziert und Waffen an Rebellen geliefert - neben einigen arabischen Staaten. Ein Stratgiepapier aus dem Jahr 2012 (veröffentlicht aufgrund eines Gerichtsbeschluss 2015) zeichnete die Bildung eine islamischen Staates vor, wie sie anschließen ...

    Sebastian Bauer
    "Mich stört, dass immer von einer Annexion der Krim gesprochen wird. Geschichtlich ist das doch falsch. Die Krim hat schon immer zu Russland gehört. Das heisst, dass sie nie zu der Ukraine gehört hat. Chruschtschow hat sie während seiner Regierungszeit der Ukraine geschenkt weil er Ukrainer war. Kann man das nicht nun mal endlich richtigstellen." ("Heidemarie",23.10.2016 12:39 Uhr) ////// Man könnte schon. Aber es passt dann leider nicht mehr ins politische Bild! Ist Ihnen das nicht bewusst?

    Ralf Sommer
    Es ist für mich sehr erstaunlich wie Tatsachen unterdrückt und falsche Zusammenhänge konstruiert werden. Die Ukraine wurde im Feb. 2014 durch einen gewaltsamen faschistischen Putsch Ihrer demokratisch gewählten Regierung beraubt und anschließend wurden diejenigen, die diesen Putsch nicht akzeptierten, mit Krieg überzogen. Das Krim-Referendum fand Monate später als Reaktion statt. In Syrien haben westliche Mächte wie Saudi Arabien, Katar, Türkei und später die Nato direkt Kräfte unterstützt, die auch dort eine Regierung stürzen wollen. Seit 2011 wird der IS angeblich bekämpft. Russland kämpft seit 13 Monaten gegen diese Terroristen, die vom Westen finanziert werden Warum wird nicht die Frage gestellt, wer den IS oder die besagten Konflikte entstehen lies ? Wenn ein Mann der Süddeutschen tatsächlich behauptet, der Westen hat nicht viele Möglichkeiten, so sage ich das ist gelogen. Der Westen liefert Waffen, Geld und Propaganda und macht diese Konflike erst möglich.

    Hildegard Schulte
    Gesine Cresspahl, 23.10.2016, 12:43 Uhr: Zitat: "Geht es in Syrien nicht vielmehr um einen Ressourcenkrieg? Das größte Erdgasfeld der Erde befindet sich im Arabischen Golf zwischen Katar und Iran und wird von beiden Staaten derzeit ausgebeutet......"
    Klar, danke für Ihren Kommentar. Darum ging es doch auch schon im Irakkrieg der USA. Es ging um die Oelfelder dort. und in Syrien geht es auch nur um Ressourcen, Gas, Pipilines... und um nichts anderes. Deshalb sterben dort soviele Menschen. Alles andere ist den Ländern mit den sogeannten westlichen Werten egal. Wer die Rohstoffe besitzt, hat die Macht. Menschen zählen schon lange nciht mehr.

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