Montag, 3. Oktober 2016

Presseclub - 2.10.2016 - Presseclub: Waffenruhe gescheitert, Weltmächte zerstritten – versinkt Syrien in einem Stellvertreterkrieg?

Thema: Presseclub



Neustart oder Untergang -
Waffenruhe gescheitert, Weltmächte zerstritten –
versinkt Syrien in einem Stellvertreterkrieg?


Presseclub - So. 02.10.2016, 12.03 - 13.00 Uhr
So deutlich hat man den UN-Generalsekretär noch nie gehört: Die Lage in Aleppo sei „schlimmer als im Schlachthaus“, viele Staatschefs hätten „Blut an ihren Händen“, weil sie die grausame Schlacht in Syrien befeuern, statt sie zu stoppen. Seit mehr als fünf Jahren tobt dieser Krieg; Hunderttausende sind getötet worden, Millionen geflohen.

Zu Gast:

  • Kurt Pelda, Freier Journalist
  • Kristin Helberg, Freie Journalistin
  • Sylke Tempel, Chefredakteurin der Zeitschrift "Internationale Politik"
  • Jürgen Todenhöfer, Publizist

  • Moderation:
    Ellen Ehni
    Bilder: Screenshots

    Es ist ein Krieg, in dem schon viele „rote Linien“ überschritten wurden: Das Regime hat Chemiewaffen eingesetzt, über Aleppo werden Fassbomben abgeworfen, Krankenhäuser und Hilfskonvois werden bombardiert.

    Längst herrscht in Syrien ein Stellvertreterkrieg. Verwickelt sind unzählige Rebellengruppen, die Armee von Machthaber Assad, der IS – aber auch viele Staaten, die mit Geld, Waffen oder Diplomatie Einfluss nehmen, um Ihre Interessen durchzusetzen. Ein Wendepunkt: Russlands Eingreifen vor einem Jahr. Offiziell sollte es dem Kampf gegen die „Terroristen“ des IS dienen. In der Realität hat es das Überleben des Regimes gesichert und ihm militärische Vorteile verschafft. Die USA und Europa sind empört und hilflos. Vor einem massiven Eingreifen schrecken sie zurück.

    Und ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht

    Vor wenigen Wochen noch sah es nach einem Durchbruch aus – die Feuerpause für Aleppo sollte der erste Schritt sein, vereinbart mit Hilfe von Russland und den USA. Mittlerweile aber sind die Weltmächte zerstrittener als je zuvor. Zunächst hatten US-Luftangriffe Soldaten der syrischen Armee getötet. Später wurde ein internationaler Hilfskonvoy bombardiert – mutmaßlich von russischer oder syrischer Luftwaffe.

    Seitdem tobt der Krieg um Aleppo heftiger denn je. Und die Welt scheint ohnmächtig zuzusehen.

    Wie geht es den Menschen in Aleppo? Welche Ziele verfolgen die Großmächte? Wie viel Macht hat Assad noch? Und wer kann den Krieg in Syrien beenden?

    Kommentare

    Dieter M.
    Schon das Eingangsstatment war unter aller Kanone.Propaganda vom Feinsten.Kriegsrethorik aus dem Munde der Frau Enie.Wer hat ihr diese Worte auf den Teleprompter untergejubelt? Was heisst hier syriesches Regime, was ist ein dann ein amerikanisches Regime, was ist ein deutsches Regime? Wenn es um befreundete Staaten geht heist es Präsident Sowieso, ist es der Feind nennt man es Regime. Und welche Namensbenennung,Namensverdrehung die Medien für Kämpfer in anderen Staaten erfinden mussten um davon abzulenken was wirklich dahinter steht. Verschleierung steht an vorderster Front, der Zuschauer, Zuseher soll auf eine bestimmte Seite gezogen werden, auf Regierungsneusprech getrimmt werden. Nur viele, sehr viele lassen das nicht mehr zu, sie haben das "betreute Denken" der Medien aber sowas von satt!

    André
    Frau Eheni nicht die Assad Regierung hat den Waffenstillstand gebrochen sondern die USA die 80 Syrische soldaten 2 Tage nach dem inkrafttreten dieser Waffenruhe gebrochen hat.Das ewige Statement der USA es war ein versehen,man kann dies glauben ich glaube den USA nichts mehr.

    Herbert Heise
    Ihre Anmoderation ist schon eine Lüge. .... keine wolle den Krieg beenden ... das gilt vor allem für Assed ... Sorry, das ist komplett falsch. Die USA wollen den Krieg nicht beenden. Jeder, der sich ein bisschen informiert kann das sehen und so sieht das auch die Mehrheit der informierten Deutschen. Was sie da veranstalten, ist pure Propaganda. Pfui Teufel. Sie sind keine Journalisten. Sie sind hybride Krieger in Designer-Kostümchen.

    Arno Schmidt
    Prima, der erste Satz im heutigen Presseclub ist eine Propaganda-Lüge! Selbst die Amerikaner geben zu, dass sie den Waffenstillstand gebrochen haben, bevor auch die Gegenseite wieder angefangen hat, zu bombardieren.

    Simon
    "Assad seine Zeit ist um, besser er geht gleich, er wird sich nicht lange halten" So vor einigen Jahren die deutsche Fachpresse, oder die die sich für Fachleute halten, im Presseclub. Tatsache ist, Assad sitzt fester denn je im Sattel und wird dies auch noch lange tun. Syrien ist für mich nicht mehr zu retten und wird dass 2te Somalia werden.Dass die Sache dort so eskaliert ist, da ist für mich der Westen schuld. Wenn wir hier von Opposition reden, ja denken wir dann an sowas wie FDP oder so? Die Rebellen sind genauso Kriegsverbrecher wie Assad. Aber in Deutschland möchte das keiner hören. Assad gleich Russland gleich böse. Rebellen, die jetzt von den USA so richtig aufgerüsstet werden, gleich gut gleich Freiheitskämpfer. Das ist westliche Ideologie.

    Hanspeter Kimmich
    Der Westen allgemein - speziell hier auch der Presseclub - lamentiert über die Lage in Syrien, besonders in Aleppo - obwohl es in anderen Teilen Syriens nicht anders zugeht. Aber das WARUM ist wohl die "Kardinalsfrage". Ursprünglich mal opponierten innenpolitische Gegner mit militanten Mitteln (Waffengewalt) gegen Assad, der mit den üblichen militärischen Mitteln der Staatsgewalt antwortete. Hätte man den Dingen ihren Lauf gelassen, wäre die Sache heute längst erledigt - so oder so... Stattdessen heizte der Westen (und arab. Willige) den Konflikt an und hat jetzt verloren. Darüber wäre zu "diskutieren".

    Hans Zimmer
    Schön, dass die Redaktion Todenhöfer eingeladen hat. Er kann sicherlich zu den völkerrechtswidrigen Angriffskriegen der USA gegen Irak, Lybien und im speziellen Syrien Stellung nehmen. Und auch zu der Tatsache, dass sich diese Rohstoffkriege um Öl, Pipelines und Militärstützpunkte drehen. Und dass sich sogar die USA in Syrien mit Al-Quaida verbündet haben, um den Regime-Change von Assad zu bewerkstelligen. Leider ist auch wieder die Atlantikbrücke, diesmal in Person von Frau Tempel, geladen, die kaum unparteiisch die Lage erklären dürfte.

    John Olbright
    Obamas Krieg für den Terror in enger Verbundenheit mit gewalttätigen Islamisten und Dschihadisten hat eine ganze Region ins Chaos gestürzt und einen verheerenden Anstieg von Fluchtbewegungen ausgelöst. Hätte Obama ein Minimum an Anständigkeit, müsste er seinen unverdienten Friedensnobelpreis zurückgeben. Die Bosartigkeit der USA kennt keine Grenze, kein Maß. Es ist eine Schande, dass Obama kurz vor Ende seines Amtes nicht imstande ist, die Wahrheit auszusprechen oder mindestens Konsequenzen aus seiner fehlgeleiteten massenmörderischen Außenpolitik zu ziehen. Unwillig, sich von ungesetzlichen bewaffneten Gruppierungen der syrischen Opposition zu trennen, macht er sich als US-Präsident selbst zum Komplizen der grausamen und abscheulichen Anschläge dieser fanatisierten Gruppierungen. Kein Wort aus seinem Mund, auch nicht von der WDR-Presseclub-Moderatorin zu der jüngsten feigen US-Aggression, die gezielt den Waffenstillstand in Syrien beendete.

    Claudia Schulz
    Zur Diskussion nach der Sendung: Ja, ich habe noch nie einen Presseclub gesehen, in dem die Zuschauer/innen so wenig zu Wort kamen, weil immer wieder Diskussionen zwischen den Teilnehmern aufflammten. Das passte zur Diskussion davor. Todenhöfers differenzierte Position musste immer wieder als "niedlich" oder "ulkig" diffamiert werden, alles in eine einseitige Lagerposition eingereiht werden, in der der "Böse" und der "Gute" feststehen, allen Fakten zum Trotz. Diese Sendung war ein Lehrstück, was im deutschen Mainstream-Journalismus schief läuft. Uns fehlt es an unabhängigen, frei denkenden, wirklich kritischen Journalist/innen. Ich hoffe, so manche kommen vielleicht mal zum Nachdenken ihrer Aufgabe und ihrer Verantwortung

    Jan von Osterath
    Am 17.9. bombardierte die US-Luftwaffe syrische Militärstellungen während der Waffenstillstand seit dem 12.9. in Kraft getreten war. Die Vereinbarung zwischen dem US-Außenminister John Kerry und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow erlaubte nach einer wöchentlichen Feuerpause, also ab dem 19.9. Ziele von terroristischen Gruppierungen wie IS und Al Nusra zu bombardieren in einer gemeinsamen russisch-amerikanischen Aktion. Es ist vorstellbar, wie besorgt und wütend diese fanatisierten Gruppierungen und die sogenannten gemäßigten Rebellen waren, die zusammen mit den Islamisten kämpfen und sich nicht von ihnen trennen wollen. In diesem Zusammenhang ergab sich dann die niederträchtige Attacke auf einen Hilfskonvoi der UN und des Roten Halbmonds nahe Aleppo, gerade als die syrische Regierung am 19.9. den Waffenstillstand als beendet erklärte aufgrund der US-Bombardierung auf eine syrische Militärstellung zwei Tage zuvor (17.9.).

    Frank Hegemann
    Dieses Kommentarforum gibt einem ein kleines bisschen Hoffnung, dass die einseitige NATO-PROPAGANDA bei vielen Mediennutzern nicht mehr funktioniert! Man fragt sich, wie lange noch von deutschen Haushalten finanzierte Sender so einseitig weiter machen können? Wie gut, dass mutige Individualisten wie Michael Lüders, Todenhöfer, Daniele Ganser, Matthias Platzeck, ehemals Scholl-Latour, Willy Wimmer, Albrecht Müller, Sahra Wagenknecht, Eugen Drewermann,Franz Alt, Ken Jebsen ... für die Wahrheit und Aufklärung streiten, auch wenn sie heftigsten Restriktionen ausgesetzt sind!

    » mein Beitrag wurde zensiert «

    Ist das "Neo-Journalismus" was Sie, Frau Tempel, und Ihre Kollegin betreiben? Wo kann man die Rolle "ignoranter Nato- Lautsprecher" lernen? Als Mitglied der Atlantik-Brücke etwa?
    Zitat John Swinton (1829-1898), ehem. Redaktions- Chef der NYT: “... Die Aufgabe der Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, gerade heraus zu lügen, zu verdrehen, zu verunglimpfen, vor den Füssen des Mammons zu kuschen und sein Land und seine Rasse um sein tägliches Brot zu verkaufen, Sie wissen es und ich weiss es ..."
    Das habe Sie Beide bestens befolgt, Bravo.
    Danke an Herrn Todenhöfer.

    Das komplette Zitat von John Swinton findet man hier Wikipedia

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