Freitag, 28. Oktober 2016

Es ist oben angekommen - Der große Renten-Alarm

Thema: Altersarmut

Eigene Vorsorge unerlässlich
Bundesregierung rechnet mit steigender Altersarmut

Ohne eigene Vorsorge droht vielen Bürgern in Zukunft Altersarmut. Das stellt die Bundesregierung im "Alterssicherungsbericht 2016" heraus, aus dem die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) zitiert. Besonders betroffen sind demnach Frauen.

In der aktuellen Regierungsanalyse heißt es, das Versorgungsniveau der zukünftigen Rentner werde "ohne zusätzliche Altersvorsorge in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen". Ein erhebliches Risiko sieht die Bundesregierung für Geringverdiener. "Wird in diesem Einkommensbereich nicht zusätzlich für das Alter vorgesorgt, steigt das Risiko der Bedürftigkeit im Alter stark an", heißt es in dem Bericht.

Männer bekommen mehr als Frauen

Die Analyse dokumentiere aber auch große Einkommensunterschiede. So hätten Männer mit einem Alterseinkommen von netto durchschnittlich gut 1700 Euro fast 600 Euro mehr als Frauen. Auch Beamte hätten ein "überdurchschnittliches Alterseinkommen": Ihre Pensionen seien mit durchschnittlich 2300 Euro netto im Monat höher als die Leistungen anderer Versorgungssysteme. Fast die Hälfte der ehemals Selbständigen verfüge hingegen nur über ein Nettoeinkommen von weniger als 1000 Euro.

Den Alterssicherungsbericht erstellt das Bundesarbeitsministerium alle vier Jahre. Aus dem 258 Seiten starken Dokument geht laut SZ hervor, dass die gesetzliche Rente immer noch die größte Bedeutung für die Versorgung älterer Menschen hat. Anfang 2015 waren etwa 17 Millionen Menschen in Deutschland 65 Jahre oder älter. Fast drei Viertel aller an diese Generation gezahlten Altersleistungen stammen demnach aus der Rentenkasse.

Heutige Rentner gut versorgt

Für das Zahlenwerk hat das Institut TNS Infratest Sozialforschung 2015 mehr als 30.000 Bürger befragt und deren Angaben auf die Bevölkerung hochgerechnet. Der Bericht zeigt, dass derzeit viele Rentner recht gut versorgt erscheinen, berichtet die SZ. Viele hätten Zusatzeinkünfte, knapp ein Drittel zum Beispiel aus der betrieblichen Altersvorsorge. Im Durchschnitt erhielten sie dadurch monatlich brutto 418 Euro.

Am häufigsten verfügten Senioren neben der Rente oder der Pension über Zinseinkünfte. Ehepaare kassierten so im Westen immerhin 282 Euro monatlich, Alleinstehende 178 Euro.

Deutlich höher seien die weniger verbreiteten Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Ehepaare im Rentenalter erzielen damit Einnahmen von 947 Euro pro Monat. "Personen mit Wohneigentum weisen ein deutlich höheres verfügbares Einkommen auf als Mieter", zitiert die SZ aus dem Bericht.

Quelle: t-online.de

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Dazu passt folgende Meldung:
Mindestlohn steigt 2017 um 34 Cent auf 8,84 Euro
Der gesetzliche Mindestlohn steigt Anfang 2017 auf 8,84 Euro pro Stunde. Das Bundeskabinett billigte gestern die Anhebung der Lohnuntergrenze von 8,50 Euro um 34 Cent. Der Mindestlohn gilt für vier Millionen Jobs Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) erklärte, zwei Jahre nach seiner Einführung sei der Mindestlohn gelebter Alltag. Auch das Verfahren, nach dem er erhöht werde, habe sich bewährt. Die Erhöhung war im Juni von der Mindestlohnkommission empfohlen worden, die mit Vertretem der Arbeitgeber und der Gewerkschaften sowie mit Wissenschaftlern besetzt ist. Der gesetzliche Mindestlohn richtet sich nach der Tarifentwicklung Der Kommission zufolge stiegen die Höhne und Einkommen im Zeitraum von Januar 2015 bis zum Stichtag 30. luni 2016 um vier Prozent.
Quelle: Westfalenpost, 27.10.2016
Da können es jetzt aber vier Millionen Menschen so richtig krachen lassen und privat vorsorgen.
Hat sich schon ein Namensgeber für die nächste Abzockrunde gefunden?
Riester war ja wohl ein Schuss in den Ofen!

Warum schreibt keine Zeitung über die Plünderung der Rentenkasse durch alle Politiker seit Beginn der BRD für versicherungsfremde Leistungen? Ist das Thema tabu?

Kommentare

Gazelle
Und diejenigen, die das verantworten, sonnen sich im Alter in fetten Pensionsbezügen. Oder erdreisten sich auch noch, bei Kaisers/Tengelmann als Schlichter aufzutreten.

susi-sorglos.1
Ach ja tun sie das? Dann sollten sie unser Geld nicht auf der ganzen Welt verschenken und mit den Steuergeldern so umgehen wie es der Steuerzahler auch verlangen kann.
Dideldum
Wovon soll ein Geringverdiener eine eigene Vorsorge bezahlen? Mal nicht die ganze Welt durch füttern, dann klappt es auch mit einer angemessenen Rente.

in_kognito58
Muppetshow. Geringverdiener sollen vorsorgen, Jahrzehntelangeinzahlern droht Armut..... irgendwas tickt da völlig falsch. Zahlt den Menschen die eingezahlten Beiträge aus und allen ginge es gut.

NICKMANN
Ist nicht die Bundesregierung verantwortlich für diese Situation? Niedrigzinsen zu Gunsten der Bankster und Zocker, Verlust bei Betriebsrenten, Versicherungen u.s.w.,
Niedriglohnsektor, Leiharbeit u.s.w. Es ist schon gelinde gesagt eine Frechheit so zu tun als wenn die Bürger jetzt noch mehr aus eigener Kraft vorsorgen sollen. Sparen?, damit die Bankster noch mehr Monopoly spielen können. Lebensversicherungen, die bei Ablauf nicht mal die Einlagen ausschütten? Dieser "Alterssicherungsbericht ist eine Bankrotterklärung. Hinzu kommen noch die 2,4 Millionen Kinder die von Armut bedroht sind. Und da stellt sich Merkel hin und erklärt den Deutschen geht es so gut wie nie. Oder sie meint nur die 10% Oberschicht, der Rest lebt wohl nicht mehr in ihrem Land?

WpunktFpunkt
Was (fast) ganz Deutschland schon weiß, scheint jetzt die Regierung auch begriffen zu haben. Was sie allerdings nicht kapiert zu haben scheint ist, das sie für die Altersarmut (unverschuldete meine ich, nicht wenn jemand sein ganzes Geld verzockt) verantwortlich ist. Aber sie hat ja ein grandioses Rezept: zusätzlich zu den Rentenbeiträgen auch noch selber Vorsorgen. Klasse. Wie soll ein zB Leiharbeiter, der ohnehin kaum über die Runden kommt, noch 'selber Vorsorgen'? Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Warum sind die, die in die Rentenkasse einzahlen, dann bei der Rente die Gelackmeierten? Die, die nichts einzahlen haben im Gegensatz dazu im Alter ein sorgenfreies Leben. Diese ungerechtigkeit muss endlich ein Ende haben und diese (oder nächstes Jahr eine andere) Regierung hat die Pflicht, dieses unsoziale Rentensystem gründlich zu reformieren und nicht nur Gebetsmühlenartig von Senkung des Rentenniveaus, erhöhung der Lebensarbeitszeit zu reden.

blinker9
Es ist reiner Sarkasmus, die am meisten gefährdete Gruppe der Geringverdiener, bei denen das Geld kaum zum Leben reicht, sollen auch noch eine private Altersvorsorge treffen, das grenzt schon an Menschenverachtung. Der Staat sollte mal dafür Sorge tragen, dass keine Geringverdiener in diesem unterstem Segment gibt, dann würde das Problem schon erheblich kleiner. Weiterhin sollte der Staat nicht laufend an den Stellschrauben zur Reduzierung der Renten drehen. Das die heutigen Rentner alle gut versorgt sind, ist auch so eine Aussage, die keiner realen Hintergrund hat. Hier hat man wohl Befragungen in einer bevorzugten Wohngegend gemacht, denn repräsentativ kann diese Aussage auch nicht sein. In der heutigen Zeit werden für Neueinsteiger ins Berufsleben doch nur befristete Verträge abgeschlossen, die in keinster Weise dazu beitragen, das Alter zu sichern. Man geht wohl davon aus, das künftig beide Ehepartner arbeiten, um das Alter zu sichern.

1 Kommentar :

  1. Endlich werden mal Realitäten anerkannt, hoffentlich tut man dann auch etwas dagegen, und ich spreche nicht nur von privater Altersvorsorge. Wie soll ich vorsorgen, wenn mir dann jetzt nichts mehr zum Leben bleibt? Auch andere Artikel, z.B. http://klein-kredit-online.com/rente-2040-sicher/ beschreiben diese Problematik, jetzt muss sie auch angegangen werden!

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