Montag, 17. Oktober 2016

ARD und ZDF unterdrücken Nachrichten zu Saudi-Massaker im Jemen - Ein offener Brief

Thema: Deutschland

Offener Brief an ARD und ZDF wegen Nachrichtenunterdrückung zu Saudi-Massaker im Jemen

In einem Offenen Brief wendet sich der emeritierte Professor für Politik und Wirtschaft Dr. Mohssen Massarrat an die Programmdirektionen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. Über einen saudischen Angriff auf eine jemenitische Hochzeitsgesellschaft hat keiner der Sender berichtet. Gab es Absprachen? Das Schreiben im Wortlaut.

Im Gespräch mit RT Deutsch erklärte Prof. Dr. Massarrat, auch zwei Tage nach Erstveröffentlichung seines Briefes weder von ARD noch ZDF eine Antwort erhalten zu haben. Der Friedensforscher hoffe aber, dass sich sein Schreiben weiter verbreitet, so dass die Verantwortlichen auf eine Reaktion nicht verzichten können. Als ständiger Beobachter und Analyst von Konflikten in aller Welt, nehme der emeritierte Professor immer wieder Nachrichtenunterdrückungen in den öffentlich-rechtlichen Medien wahr: „Das geschieht permanent“.

Bisher hatte Dr. Massarrat noch keine Programmbeschwerde veröffentlicht, der konkrete Fall ließ ihm allerdings keine Wahl. Zahlreiche Leser des Offenen Briefes reagierten mit Zuspruch, einige wiesen darauf hin, es habe in einer der Nachrichtensendungen einen kleinen Kurzbeitrag zu dem Bombenangriff gegeben.


An den ARD-Programmdirektor, Herrn Reinold Becker und

ZDF-Programmdirektor, Herrn Dr. Norbert Himmler

Sehr geehrte Herren,

Am Sonntag, dem 9. Oktober 2016, berichtete der Fernsehsender Euronews von der Bombardierung einer Trauerfeier in Jemen am Tage zuvor, bei der mindestens 140 Menschen ihr Leben verloren haben. Mit Empörung musste ich feststellen, dass Ihre Sender, also ARD und ZDF, bei keiner der Nachrichtensendungen am gestrigen Sonntag und soweit ich verfolgen konnte, auch bis heute nicht von diesem Ereignis, das zweifelsohne einem schlimmen Kriegsverbrechen gleichkommt, berichtet haben.

Als Bürger dieses Landes bin ich maßlos darüber empört, dass die 140 Opfer der jemenitischen Zivilbevölkerung der ARD und dem ZDF nicht einmal eine Nachricht Wert waren, geschweige denn ausführlicher Berichte über den Hergang des Bombardements und über mögliche Verantwortliche für dieses Verbrechen, die dem Haager Gerichtshof zu überantworten wären.

Ich bin der Meinung, dass beide Einrichtungen ihren Auftrag als öffentlich-rechtliche Sender bei der Unterlassung dieser für die deutsche Öffentlichkeit so wichtigen Nachricht ihre Informationspflicht massiv verletzt haben. Ich bin mir völlig im Klaren, dass dabei Ihre Sender auch gegen ihre Neutralitätspflicht verstoßen haben, da der Verdacht naheliegt, dadurch Geschäftsbeziehungen mit Saudi-Arabien, dem Land, das aller Wahrscheinlichkeit nach für das Verbrechen verantwortlich ist, nicht schädigen zu wollen. Dabei gilt auch zu berücksichtigen, dass über das Kriegsverbrechen gegen die UN-Hilfskovois, das der syrisch-russischen Allianz zugeschrieben wurde, Ihre Sender tagelang ausführlichst berichtet haben.

Ihre systematische Unterschlagung der Tötung Unschuldiger im Jemen bereitet mir, und ich bin sicher auch Millionen anderen Menschen, sehr geehrte Herren Programmdirektoren von ARD und ZDF, auch große Sorgen um die Pressefreiheit in unserem Land, da in dieser Sache zwischen beiden Sendern ein einheitliches Verhalten an den Tag gelegt worden ist. Es stellen sich in diesem Zusammenhang wichtige Fragen:

Wie konnte es überhaupt zu diesem einheitlichen Verhalten kommen? Ein Zufall muss jedenfalls angesichts des gleichartigen Vorgehens über beinahe zwei Tage ausgeschlossen werden. Gab es, so muss des Weiteren gefragt werden, Absprachen zwischen beiden Sendern, Meldungen über Kriegsverbrechen im Jemen zu zensieren? Es stellt sich ferner auch die Frage, ob womöglich bereits eine Art Clearingstelle oberhalb beider Sender für die Zensur missliebiger Nachrichten existiert.

Eine solche Institution würde jedoch die Verfassung verletzen und die Meinungs- und Pressefreiheit massiv beeinträchtigen. Die Schaffung von zwei öffentlich-rechtlichen Sendern sollte ausdrücklich für Meinungs- und Informationsvielfalt sorgen und nicht dafür, dass sich beide Anstalten untereinander absprechen oder durch eine übergeordnete Stelle zur Verbreitung genehmer und Unterschlagung missliebiger Informationen genötigt sehen.

Sie sind, sehr geehrte Herren Programmdirektoren, auf jeden Fall verpflichtet, der Öffentlichkeit zu erklären, wie es zu der Zensur der Katastrophennachricht aus dem Jemen am 09. Oktober 2016 gekommen ist und welche Stelle bzw. Personen dafür die Verantwortung tragen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Mohssen Massarrat
Quelle: RT-Deutsch



ZDF-Journalist Wolfgang Herles:
"Themen der Öffentlich-Rechtlichen werden von Regierung vorgegeben"

Keine Zwei Wochen nachdem eine langjährige WDR-Journalistin offen zugab, dass Journalisten beim WDR angewiesen sind "pro Regierung" zu berichten, setzt der ehemalige Leiter des ZDF-Studios Bonn Dr. Wolfgang Herles noch einen drauf. In einer Diskussionsrunde des Deutschlandfunks sprach Herles aus, was die öffentlich-rechtlichen Medien erschüttern lässt.

Die Ankündigung des Deutschlandfunks für dessen Sendung "Bitte nicht stören! Hauptstadtjournalisten unter sich" lässt vermuten, dass der Sender, der Teil der öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland ist, eigentlich eine eher unspektakuläre Plauderrunde geplant hatte. Über die Bundespressekonferenz - spätestens seit Tilo Jung - auch Nicht-Journalisten bekannt, über das "Selbstverständnis der Medienmacher im digitalen Zeitalter" und die Möglichkeiten von YouTube.

Eingeladen waren vergangenen Freitag Christiane Hoffmann, die stellvertretende Leiterin des Hauptstadtbüros Der Spiegel, Holger Schmale, stellvertretender. Chefredakteur DuMont Hauptstadtredaktion, besagter Tilo Jung, der das Format Jung&Naiv produziert sowie Dr. Wolfgang Herles, der frühere Leiter des ZDF-Studios Bonn und ehemals Chef der ZDF-Sendung Aspekte.

Nicht einmal zwei Wochen nachdem die langjährige freie Mitarbeiterin des WDR Claudia Zimmerman im niederländischen Radio mit der Aussage "Wir sind natürlich angewiesen, das einigermaßen ‚pro Regierung’ zu berichten" für viel Gesprächsstoff in Deutschland sorgte, bestätigt Herles nicht nur Zimmermanns Darstellung, sondern geht sogar noch weiter.

Wörtlich sagt dieser ab Minute 27:43:
    “Wir haben ja das Problem, dass – jetzt spreche ich wieder überwiegend vom Öffentlich-Rechtlichen – dass wir eine Regierungsnähe haben. Nicht nur dadurch, dass überwiegend so kommentiert wird, wie es der Großen Koalition entspricht, dem Meinungsspektrum, sondern auch dadurch, dass wir vollkommen der Agenda auf den Leim gehen, die die Politik vorgibt. Das heißt, die Themen, über die berichtet wird, werden von der Regierung vorgegeben. Es gibt aber viele Themen, die wären wichtiger als das, was die Regierung – die natürlich auch ablenken will von dem was nicht passiert, aber das, was nicht passiert, ist oft wichtiger als das, was passiert – wichtiger als die Symbolpolitik, die betrieben wird…

    Also wir gehen der Agenda auf den Leim. Und es gibt tatsächlich, das muss ich jetzt an der Stelle doch nochmal sagen, weil es ja in der öffentlichen Diskussion ist, es gibt tatsächlich Anweisungen von oben. Auch im ZDF sagt der Chefredakteur: Freunde, wir müssen so berichten, dass es Europa und dem Gemeinwohl dient und da braucht er in Klammern gar nicht mehr dazu sagen, wie es der Frau Merkel gefällt. Solche Anweisungen gibt es. Die gab es auch zu meiner Zeit. Es gab eine schriftliche Anweisung, dass das ZDF der Herstellung der Einheit Deutschlands zu dienen habe und das ist was anderes, als zu berichten, was ist. Wir durften damals nichts Negatives über die neuen Bundesländer sagen. Heute darf man nichts Negatives über die Flüchtlinge sagen. Das ist Regierungsjournalismus und das führt dazu, dass Leute das Vertrauen in uns verlieren. Das ist der Skandal.”
Dem Moderator der Sendung Christian Floto bleibt nur übrig zu sagen, dass dies dem Chef womöglich nicht gefällt:
    “Der Chefredakteur sitzt jetzt nicht mit am Tisch hier – das muss ausdrücklich gesagt werden, dass er das möglicherweise ganz anders einordnet…”
Aufnahme des Gesprächsgements:
Quelle: RT-Deutsch

» der Kommentar des Blogschreibers «

Da kommt natürlich bei Youtube die Meldung: "Dieses Video existiert nicht"
Wer hätte auch was anderes erwartet? Ganz schnell werden sie es haben löschen lassen, nachdem es ihnen bekannt wurde.
Schauen Sie stattdessen hier: Ex ZDF-Cef bestätigt: Anweisungen "von Oben"

Hatten wir sowas nicht schon mal? Wie nennt man eine Fernsehanstalt bei der die Regierung bestimmt was gesendet wird? Richtig: Staatsfernsehen
Warum gibt es eine Zwangsabgabe, getarnt als Fernsehgebühr, für Gehirnwäsche und Manipulationssendungen der Regierungsdarsteller im Auftrag der neuen Weltherrscher (NWO) um deren Propaganda zu verbreiten? Warum müssen die Zuschauer ihre eigene Verarschung bezahlen? Die ferngesteuerte Kanzlerinnendarstellerin schaft es zusammen mit ihren hörigen Genossen, aus Deutschland eine DDR 2.0 zu machen und die meisten Betroffenen merken es noch nicht mal.

1 Kommentar :

  1. Wenn wir in unseren Freundeskreis über Systemmedien diskutieren, müssen wir immer lachen, obwohl die Sache mehr als ernst ist.
    Nach dem Beitritt ist uns Neubundesbürgern immer wieder die Freiheit der Medien erklärt worden.
    Auf Grund unserer jahrelangen Erfahrungen in der DDR mit Medien, erkannte aber ein Großteil der ehemaligen DDR - Bürger sehr schnell, was auch in der BRD bezüglich der Medien passiert.
    Wenn wir darauf aufmerksam gemacht haben, wurden wir von einen Großteil der Bürger aus den alten BL nicht für voll genommen.
    Unsere Informationsquellen im Vergleich zu den Medien in der DDR, war in der Hauptsache das Westfernsehen. Viel von uns mieden damals das Staatsfernsehen der DDR, genau wegen der Realitätsferne zum wahren Leben in der DDR. Regionalzeitungen wurden wegen der Nachrichten aus der Region gelesen, mancher SED Genosse, der das ND abonnieren musste, las es aber kaum.
    Allerdings schon damals bewerteten wir im Freundeskreis Beiträge über das Leben in der DDR, gesendet im Westfernsehen, kritisch, da vieles nun doch nicht stimmte und reine Propaganda war.
    Damit meine ich vorallen Lebensumstände im sozialen Bereich, die in der DDR gut waren.

    Was nun jetzt durch die Systemmedien geboten wird, hat absolut nichts mit neutraler Berichtserstattung zu tun. Die Programmbeschwerden häufen sich, werden aber ignoriert.
    Es ist durchaus richtig, wenn Systemmedien in die Nähe der Regierungsmeinung gerückt werden.
    Erfahrungen, wie man so was beeinflußt, sind ja bei Merkel und Gauck reichlich vorhanden.
    Es ist allerdings auch richtig und gut, dass mit Hilfe des Internets man sich noch umfangreich informieren kann, aber auch dort greift die Zensur immer mehr zu.Offiziell ist diese Zensur begründet, mit Terrorbekämpfung, Rechts und Linkspopulismus.
    Nun ist ja RT Deutsch auch ein durch Russland finanzierter Sender und man muss auch dort dieses mit berücksichtigen.
    Viele Beiträge dort entsprechen aber genau den Erkenntnissen von nachdenkenden Menschen zu der politischen Lage und den gesellschaftlichen Verhältnissen.

    Ich möchte auf einen interessanten Link hinweisen.
    https://swisspropaganda.wordpress.com/srf-propaganda-analyse/

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