Samstag, 17. September 2016

Kinderarmut in Deutschland wächst trotz guter Wirtschaftszahlen

Thema: Kinderarmut

Kinderarmut wächst auch in Südwestfalen
Trotz guter Wirtschaftszahlen sind mehr Kinder auf Hartz IV angewiesen

Hagen. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist gut, die Arbeitslosenquote niedrig – und doch ist die Zahl der Kinder, die in Armut leben, in den vergangenen Jahren gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung aus Gütersloh. Auch in Südwestfalen sind immer mehr Kinder betroffen.

Der Studie zufolge haben im vergangenen Jahr bundesweit annähernd zwei Millionen Kinder in Familien gelebt, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen waren. Das ist gegenüber dem Jahr 2011 ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte. Noch deutlicher fällt die Steigerung in Nordrhein-Westfalen aus (+ 1,6 Prozentpunkte).

Dabei bestehen zwischen den Kreisen und kreisfreien Städten in NRW zum Teil erhebliche Unterschiede. Besonders betroffen sind hier Städte im Ruhrgebiet wie Gelsenkirchen mit einer Armutsquote von 38,5 Prozent. In der Stadt Hagen ist der Anteil der armen Kinder in den vergangenen Jahren laut Bertelsmann-Stiftung sogar um 4,7 Prozentpunkte in die Höhe geschnellt.

Im ländlichen Südwestfalen liegt die Quote weitaus niedriger. So verzeichnet der Kreis Olpe in Nordrhein-Westfalen die zweitniedrigste Hartz-IV-Quote – hinter dem Kreis Coesfeld. Doch auch in Südwestfalen ist, obwohl hier doch mancherorts annähernd Vollbeschäftigung herrscht, der Anteil der armen Kinder in allen Landkreisen in die Höhe gegangen.

Trotz der guten wirtschaftlichen Entwicklung sei aber die Zahl der Langzeitarbeitslosen nicht gesunken, erklärt Franz Schrewe, Landesvorsitzender des Sozialverbandes NRW aus Brilon, die zunehmende Kinderarmut. Ein weiterer Grund für den flächendeckenden Anstieg: Die Zahl der Alleinerziehenden nehme zu, sagt Christina Kruse von der Bertelsmann-Stiftung. Die Hälfte aller armen Kinder lebe bei einem alleinerziehenden Elternteil. Besonders betroffen seien zudem Kinder mit mehreren Geschwistern.

Als Mittel gegen Kinderarmut fordert Christina Kruse von der Bertelsmann-Stiftung, bei der Existenzsicherung stärker die Teilhabeaspekte zu berücksichtigen, also zum Beispiel die Teilnahme am Vereinsleben, an Bildung und Kultur. Nina Grunsky

Quelle: Westfalenpost.de

» der Kommentar des Blogschreibers «

Wäre es nicht auch Aufgabe einer Bundeskanzlerin, ihre Wähler darüber aufzuklären, woher das mit der wachsenden Kinderarmut kommt, anstatt immer wieder die gleichen, inhaltslosen Floskeln wie "Deutschland geht es gut", "Deutschland ist ein reiches Land" herunter zu beten?

Werte Frau Bundeskanzlerin,
bitte erklären Sie uns doch einmal wen Sie mit "Deutschland", dem es gut geht, meinen.

Sie wollen doch "die Kanzlerin aller Deutschen" sein und nicht nur die der Konzerne. Dann erklären Sie ihrem Volk auch einmal die ungleiche Verteilung des Vermögens und warum durch Ihre Politik die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden.
Das zu erfahren wäre doch sicher für alle interessant.

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