Sonntag, 17. Juli 2016

Presseclub - So. 17.07.2016 - Putschversuch gegen Erdogan - Wie geht es weiter in der Türkei?

Thema: Putschversuch in der Türkei


Putschversuch gegen Erdogan
Wie geht es weiter in der Türkei?

Presseclub - So. So. 17.07.2016, 12.00 - 13.00 Uhr
In der Türkei ist ein Kampf um die Macht entbrannt: Teile der Streitkräfte haben am Freitagabend versucht, gegen den Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu putschen.

Gäste:

  • Ahmet Külahçi, (Kolumnist und "Hürriyet"-Korrespondent)
  • Brigitte Fehrle, (Chefredakteurin der "Berliner Zeitung")
  • Hasnain Kazim, (Auslandskorrespondent des "Spiegel")
  • Daniel Brössler, (Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" in Brüssel)

  • Fotos: Screenshots

    Zunächst hieß es, das Militär hätte die Macht übernommen, die Putschisten verhängten das Kriegsrecht. Von Seiten der türkischen Regierung wurde dies bestritten: Der Präsident sei nicht abgesetzt, hieß es. Am Samstagmittag verkündete Ministerpräsident Binali Yildirim, die türkische Regierung habe die Lage im Land nun wieder vollständig im Griff. Insgesamt 194 Menschen sollen ums Leben gekommen sein, darunter auch 47 Zivilisten. Mehr als 1.500 Militärangehörige sollen Festgenommen worden sein.

    Was genau passiert gerade in der Türkei? Wer steht hinter diesem Putsch? Wie verändert dies Demokratie und Gesellschaft in der Türkei? Und was bedeutet es für die Zusammenarbeit der Türkei mit Europa?

    Kommentare

    Peter Rodner, 58 Jahre
    Knapp 24 Stunden nach dem gescheiterten Putschversuch entläßt der türkische Staatspräsident knapp 3.000 Richter aus ihren Ämtern. Was will uns das sagen? Antwort: Es war alles von langer Hand vorbereitet, vom Präsidenten selbst! Oder? Erdogan ist seinem Ziel der Errichtung einer (...) Diktatur einen großen Schritt näher gekommen. Und das Volk jubelt ihm zu... Wie war das doch vor 83 Jahren?!!

    Ulrich W.,
    Ich bin sprachlos. Europa wird immer stärker bedroht.Deutsche Politiker schließen nicht mehr nicht nur nicht aus sondern sie gehen davon aus dass es bei uns auch bald zu Anschlägen kommt.Und der Presseclub, der beschäftigt sich mit der Türkei. Was interessieren uns jetzt noch die Toten von Nizza, richtig??? Wir gewöhnen uns wohl so langsam daran.
    Alfred E. Krauss
    Wetten, dass die "Experten" zu dem Schluss kommen, dass Putin hinter allem steckt oder dass Putin der einzige wirkliche Profiteur ist? Man muss auch kein Prophet sein, um zu sehen, dass die europäischen Länder, die sich gegen Veränderungen sperren, immer stärker unter Druck geraten. Dazu gehören auch Deutschland und Frankreich, die zusehends auf Militarismus und, im Inland, auf Verelendung und Verarmung setzen. UK macht sich gerade auf den Weg in eine andere, in eine bessere Zukunft. Diese Zukunft gestalten nicht, wie in Deutschland, radikale rechte Splitterparteien, sondern der Mainstream - Konservative und Labour.

    Reinhard Löffler
    Toll, dass unsere nicht deutschstämmigen Mitbürger stets so spontan auf die Straße gehen und für Ihre Meinungen demonstrieren können, wenn es um Ereignisse in ihrem Herkunftsland geht. Da fragt niemand nach Anmeldung der Demo und so bürokratische Vorgänge. Schon eigenartig.

    Udo Lehmann
    Ich bin auch der Meinung von Herrn Hyngar dieser sog. Putsch war m.M. von der Regierung organisiert um kritische Verfassungsrichter, intelligente Militärs, denkende Beamte und kluge Politiker aus den Ämtern zu jagen und um das kritische Bürgertum zu maßregeln, was folgen wird: die Verfassung bleibt zwar formal in Kraft aber ein willfähriges Parlament wird den Weg in die Präsidialherrschaft ebnen, welch' Leid wird jetzt auch über viele Familien gebracht, es ist zum Wegrennen, was dort passieren wird. Wollen wir solch eine Türkei in der EU?

    Franz Bröschke
    Zu Frank Roßdeutscher aus Berlin, heute, 00:29 Uhr. - Sie haben es korrekt beschrieben. Seit Jahrzehnten hat man im demokratischen Westen mit Diktatoren aus Nordafrika zusammen gearbeitet. So wurde auch der Putsch-General al-Sisi von der christlichen Bundeskanzlerin empfangen. Der soziale Demokrat Gabriel hat ihn hofiert. Deutschland liefert weiter Waffen an das blutrünstige Regime in Saudi-Arabien. In der Türkei wird es weiter gehen wie bisher: Verhaftungen, Krieg und Mord. Ein feines NATO-Mitglied haben wir da. Wann endlich wird die Heuchelei und Verlogenheit der westlichen Wertegemeinschaft von führenden Politikern und Journalisten verurteilt?

    Gerda Fürch
    Frage für "Nachgefragt": Wer hat die nächtlichen türkischen Spontandemos gegen den angeblichen und sehr fragwürdigen Putsch vor der Türkischen Botschaft im schlafenden Botschaftsviertel des Bezirks Tiergarten eiligst organisiert, zu nachtschlafender Zeit angemeldet und von der nachtschlafenden Polizeibehörde genehmigt? Von wem wurden in anderen deutschen Großstädten die türkischen Spontandemos eiligst organisiert, angemeldet und eiligst genehmigt? Das passierte erstaunlicherweise alles innerhalb von wenigen Nachtstunden bis 4.00 Uhr morgens!

    die folgenden 4 Beiträge wurden zensiert
    Boelitz, 17.07.2016, 11:26 Uhr:
    Das ist jetzt das Ende der Beitrittsbemühungen der Türkei zur EU. Der Putschversuch galt dem Ziel, Erdogan zu stürzen, da er das Ziel eines islamisch- diktatorischen Staates verfolgt, in dem er eines Sultans gleich eine Art Präsidialmacht mit Rundumdiktatur das alleinige Sagen hat. Und das will die Mehrheit des türkischen Volkes gewiss nicht. Man wird sehen, was jetzt folgt, besonders was mit jenen geschieht, die als Anführer ausgemacht werden. Erdogan ist ein machtbesessener Despot, dem zuzutrauen ist, dass er die Todesstrafe wieder einführt, um ein Exempel an jenen zu statuieren, die ihn stürzen wollten und eine Warnung an die zu geben, die den Gedanken hegen könnten, das erneut zu versuchen.

    Hansi K., 17.07.2016, 11:27 Uhr:
    könnte man die Frage stellen, was besser gewesen wäre: Der vorübergehende Militärputsch gegen Erdogan oder der jetzige Militärputsch durch Erdogan. Mich erinnert alles an die Geschichte. Sehe immer einen netten Mann mit "Schnauzbart" vor meinen Augen. Einmal in der UdSSR und einmal in Deutschland. Ach ja, da war auch noch einer in Italien und einer in Spanien zur etwa gleichen Zeit. Anscheinend mögen die Türken ihren eigenen Untergang.

    Olaf, 17.07.2016, 11:28 Uhr:
    Was für eine Farce! Europa und der Westen stehen völlig hilflos dabei und sehen zu wie ein neuer Despot die totale Macht ansich reisst. Frau Merkel forder hilflos die Beachtung demokratischer Prinzipien in der Türkei und weiss breits um die Absurdität fieser Rethorik. Die Stärke Erdogans ist die Schwäche Europas. Erdogan ist der lose Colt im Orient den man stoppen muss bevorer er Europa in den Abgrund reisst. Wer wird das für uns regeln wenn nich wir selber? Ich denke es ist höchste Zeit für einen Ausschluss der Türkei aus der Nato, ein Waffenembargo und für die Einleitung von Wirtschaftssanktionen sowie eine Bodenoffensive der Nato in Syrien

    Liv Ulrich, 17.07.2016, 11:29 Uhr:
    Ich hätte eine Frage an die Journalisten. Warum wird immer wieder gesagt, die Türkei sei eine Demokratie? Sie war eine Demokratie, aber jetzt haben sie einen Diktator. Keine Pressefreiheit, Verhaftungen, Absetzung der Richter etc. Ist das Demokratie? Warum wird das weiter gesagt. Um den Deal von Frau merkel zu schützen? Nein, es ist alles unehrlich.

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