Dienstag, 19. Juli 2016

Neue Studie: Ängste in der Bevölkerung drastisch gestiegen

Thema: Gesellschaft

Flüchtlings-Krise:
Deutsche haben Vertrauen in Regierung verloren

Eine aktuelle Studie zeigt: Die Bundesregierung hat mit ihrer Handhabung der Flüchtlingskrise das Vertrauen der Deutschen massiv verspielt: Zwei Drittel sind der Ansicht, dass die Politiker ihren Aufgaben nicht gewachsen und die Behörden mit der Krise überfordert sind. Der Studienleiter sieht „ein katastrophales Urteil für die politische Klasse“.

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten



Ängste in der Bevölkerung drastisch gestiegen

Krankheiten, Naturkatastrophen, Terror - wovor haben die Deutschen Angst? Die R+V-Versicherung fragt das seit Jahren in ihrer Langzeitstudie "Die Ängste der Deutschen". In diesem Jahr zeigen sich in dem Ranking interessante Entwicklungen: Die Deutschen haben mehr Angst als früher. Und die Hessen sind dabei ganz weit vorne.

Die Studie zeigt: 2016 ist das Jahr der Angst. Alarmierende Nachrichten über Terroranschläge und gewaltbereite Extremisten, harte Auseinandersetzungen über die Flüchtlingskrise und die Einwanderungspolitik: Die aktuellen politischen Themen treiben die Sorgen der Deutschen auf Spitzenwerte - so das Ergebnis der repräsentativen R+V-Studie. "Nie zuvor im Laufe unserer Umfragen sind die Ängste innerhalb eines Jahres so drastisch in die Höhe geschnellt wie 2016", so Brigitte Römstedt, Leiterin des Infocenters der R+V Versicherung, bei der Pressekonferenz am Dienstag in Berlin. "Die Attentate der Terror-Miliz IS in Europa schüren die Angst vor terroristischen Anschlägen massiv. Sie steigt um 21 Prozentpunkte und erreicht damit ihren bisherigen Höchstwert - und erstmals Platz 1 unseres Ängste-Rankings." Extrem angewachsen sind auch die Ängste vor politischem Extremismus und vor Spannungen durch weiteren Zuzug von Ausländern.


1. Terrorismus, 2. politischer Extremismus, 3. Spannung durch Zuzug von Ausländern, 4. Überforderung von Deutschen/Behörden durch Flüchtlinge, 5. Kosten für Steuerzahler durch Schuldenkrise von EU-Staaten, 6. Überforderung der Politiker, 7. Pflegefall im Alter, 8. Schwere Erkrankungen, 9. Steigende Lebenshaltungskosten, 10. Krieg mit deutscher Beteiligung Quelle: R+V Versicherung

2/3 halten Politik und Behörden für überfordert

Besonders bei der Flüchtlingsthematik zeigt sich ein großes Misstrauen in die Politik. Zwei von drei Befragten halten Politik und Behörden für überfordert, wenn es darum geht, Probleme zu lösen, die aus dem Zuzug von Ausländern entstehen. Spannungen befürchten aus diesem Grund auch zwei Drittel der Befragten.

Ängste in Hessen am stärksten gestiegen

Besonders interessant: der regionale Vergleich. Die Hessen ein Volk von Angsthasen? Die Zahlen legen das nahe, Hessen ist nach der Studie das ängstlichste der alten Bundesländer. 2016 haben sich die Sorgen in keinem anderen Bundesland so verstärkt. Spitzenreiter ist hier aber nicht das Thema Terror. Die Hessen denken ans Geld. Sie fürchten sich am meisten davor, dass die Schuldenkrise in der EU den Steuerzahler noch teuer zu stehen kommt. Fast vier von fünf Befragten nennen diese Angst hoch, das gibt es so in keinem anderen Bundesland. Insgesamt sind die Menschen nur in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg ängstlicher. Als besonders furchtlos erscheinen in der Statistik die Menschen in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Berlin.

Mit Informationen von Christoph Scheld (hr-iNFO-Studio Berlin) und R+V Versicherung

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