Freitag, 29. Juli 2016

EU ebnet den Weg für Gen-Soja ++ Schutz vor hormonell wirksamen Stoffen gefährdet ++ Wie Bienen unsere Städte erobern

Donnerstag, 28.07.2016
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EU macht den Weg für mehr Gen-Soja frei
Pestizidausbringung per Flugzeug
Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstituts,
am Freitag wurde die Zulassung von drei besonders umstrittenen gentechnisch veränderten Sojasorten in der EU beschlossen. Die Entscheidung fällte die EU-Kommission allein, nachdem keine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten zustande kam – eine Vorgehensweise, wie sie zuletzt auch bei der Zulassungsverlängerung für den Unkrautvernichter Glyphosat zur Anwendung kam.
Damit setzt sich die Kommission über den Willen der Menschen in Europa hinweg, denn diese lehnen Gentechnik in der Landwirtschaft mit überwiegender Mehrheit ab. Durch den Beschluss erhöht sich die Zahl der Gen-Pflanzen, die als Lebens- und Futtermittel in die EU importiert und dort vermarktet werden dürfen, auf 64.
Gen-Soja wird in der Agrarindustrie im großen Maßstab zur Fütterung von Nutztieren eingesetzt. Während gentechnisch veränderte Sojaprodukte im Handel gekennzeichnet werden müssen, gilt das nicht für Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier von Tieren, die mit genmanipulierten Pflanzen gefüttert wurden.
Wir fordern, dass auch solche Produkte klar erkennbar sein müssen – denn erst dann haben die KonsumentInnen wirkliche Wahlfreiheit. Nehmen Sie deshalb jetzt an unserer Online-Aktion teil und fordern auch Sie eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel aus Gentechnik-Fütterung!
 Hier klicken und mitmachen!
Neuer Vorschlag gefährdet Schutz vor hormonell wirksamen Stoffen
Stillende Mutter
Sie sind eine Gefahr für unsere Gesundheit und die Entwicklung unserer Kinder: Industriechemikalien, die ähnlich wie Hormone wirken und unsere körpereigenen Steuerungsprozesse durcheinanderbringen. Verwendung finden sie in Pestiziden genauso wie in Kosmetika, Kunststoffartikeln und sogar im Thermopapier von Kassenbons.
Mit der Pestizidverordnung von 2009 wollte das Europäische Parlament den Schutz vor solchen Stoffen verbessern und verbot deshalb die Zulassung hormonell wirksamer Wirkstoffe für Pestizide. Die EU-Kommission sollte Kriterien entwickeln, anhand derer hormonell wirksame Chemikalien erkannt und verboten werden sollten.
Doch die nun endlich von der Kommission vorgelegten Kriterien legen die Hürden so hoch, dass kaum Stoffe als hormonell wirksam eingestuft werden dürften. Setzt sich die EU-Kommission mit diesem Vorschlag durch, wäre das 2009 beschlossene Verbot weitgehend wirkungslos. Deshalb haben wir uns jetzt im Rahmen einer Konsultation der EU-Kommission für ein Einstufungssystem ausgesprochen, das sehr viel mehr Stoffe abdecken würde.
Neue Ausgabe der Münchner Stadtgespräche: Wie die Bienen unsere Stadt erobern
Münchner Stadtgespräche "Freundliche Übernahme"Die Honigbiene ist eine echte Sympathieträgerin unter den Insekten. Und das zu Recht, denn sie produziert allein in Deutschland nicht nur bis zu 25.000 Tonnen Honig, sondern sorgt mit ihrer einzigartigen Bestäubungsleistung für reiche Erträge im Obst- und Gemüseanbau.

Doch die fleißigen Bestäuber haben ein Problem: In den Monokulturen unserer industrialisierten Landwirtschaft finden sie nicht genug Nahrung. Hinzu kommt die verheerende Wirkung der dort eingesetzten Pestizide und ein stetiger Rückgang bei der Zahl der Imkerinnen und Imker.

Gute Nachrichten kommen nun ausgerechnet aus deutschen Großstädten: Hier finden die Bienen mittlerweile bessere Lebensbedingungen als auf dem Land vor. Eine paradoxe Entwicklung, die beweist: Es ist Zeit, dass auch in unserer Nahrungsmittelproduktion ein Umdenken stattfindet, damit wir das Bienensterben gemeinsam aufhalten können.
Themen dieser Ausgabe sind u.a.:
  • Landflucht: Bienen erobern unsere Städte
  • Zimmer frei im Bienenhotel – Eine Anleitung zum Selberbauen
  • Aus der Wabe in den Sondermüll: Gentechnik im Honig
  • Mit Bienen gegen den Welthunger
Jetzt online lesen und im pdf-Format herunterladen

Die Printausgabe der Münchner Stadtgespräche können Sie hier bestellen.
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Harald Nestler
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