Freitag, 29. April 2016

Journalisten in der Türkei sind Freiwild - die Hilflosigkeit der Bundesregierung

Thema: Die "Macht" des Kalifen und die Reaktion der Rückgratlosen

Ausweisung eines ARD-Korrespondenten
Journalisten in der Türkei sind Freiwild und die Unterwürfigkeit der Bundesregierung verursacht Brechreiz

Dem ARD-Korrespondenten Volker Schwenck wird aus Kairo kommend auf dem Flughafen Istanbul die Einreise in die Türkei verweigert. Begründung? Keine! Braucht man in der Türkei nicht! Jeder frei denkende Journalist ist nach Meinung des Kalifen von Ankara ein potenzieller Staatsfeind, verkappter Terrorist, Freiwild. Zwölf Stunden wird der Reporter dort festgehalten, dann wird er ausgewiesen und darf nach Kairo zurückfliegen. Die Reaktionen der Bundesregierung: Die Kanzlerin äußerte sich Pressemeldungen zufolge „besorgt“ und Sigmar Gabriel sprach von einem „mehr als problematischen Akt“. Das war’s! Noch unterwürfiger geht es nicht!

Nach diesem erneuten Angriff auf die internationale Pressefreiheit (im März war bereits einem „Spiegel“-Korrespondenten die Akkreditierung verweigert worden und er musste nach Hause gehen) hätte es nur eine einzige Reaktion geben können: Der türkische Botschafter in Berlin wird sofort ins Außenministerium einbestellt und erhält eine Lehrstunde in Sachen Pressefreiheit und Demokratie. Und Außenminister Steinmeier hätte ihm mit auf den Weg geben müssen: ‚Wenn einem deutschen Journalisten von einem angeblich „befreundeten“ Land und Nato-Partner die Einreise verweigert wird, um ihn an seiner Arbeit zu hindern, dann betrachten wir das als einen zutiefst unfreundlichen Akt. Und da wir in unserem Land Presse-und Meinungsfreiheit hoch halten, wird das Konsequenzen haben.’ So und nicht anders hätte die Reaktion auf dieses skandalöse Vorgehen der Türkei aussehen müssen.

Der deutsche Botschafter in der Türkei war im März eine Art „Dauergast“ im türkischen Außenministerium: Wegen einer Satire im NDR, weil er als Beobachter bei einem Prozess gegen regimekritische Journalisten teilgenommen hatte, wurde er einberufen… Das alles haben Merkel & Co. stillschweigend hingenommen und mit dem widerlichen Kotau vor Erdogan in der Böhmermann-Affaire noch eins draufgesetzt. Wie weit wollt ihr denn noch gehen? – Dann macht doch gleich die Tore auf und sagt: „Sorry, das mit Prinz Eugen vor Wien war ein schlimmer Fehler. Natürlich müssen die Osmanen über Europa herrschen, wer denn sonst! Ihr habt ja auch die bessere, weil so menschenfreundliche Religion. Kommt her und zeigt uns den rechten Weg! – Mir wird schlecht! HvB/21.04.2016

Mit freundlicher Genehmigung von Peter Haisenko
Quelle: AnderweltOnline.com

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